26 Dez 2018

Mieten in Uni-Städten steigen weiter

Submitted by Heinz

Unisono beklagen nicht nur Studenten den Preisanstieg ihrer Wohnungen. Die selbst ernannten asozialen »PolitEliten« faseln von Mietpreisbremsen daher, die regelmäßig wirkungslos bleiben.

Den Preis bestimmen Angebot und Nachfrage auf einem Markt

Seit Jahrzehnten fehlen in der Berliner Republik Deutschland BRD ca. zwei Millionen Wohnungen. Diesen Fehlbedarf braucht die Immobilienwirtschaft, um ihre Mietpreise regelmäßig zu erhöhen. Überteuerter Wohnraum bleibt leer, wird aber steuerlich wirksam abgeschrieben. Viele Großplattebauten wurden mit Zuschüssen abgerissen, weil sie inzwischen »am Bedarf vorbei« gingen.

Die Immobilienwirtschaft wird sich ihren Markt nicht freiwillig kaputt machen lassen. Es ist also eine Aufgabe für den Staat, das sind als Akteure die POLITIKER, hier ein Gegengewicht für sozial verträglichen Wohnraum zu schaffen, nachdem derselbe Staat die Kaufkraft mit der Agenda 2010 mit staatlicher Gewalt gemindert hat. Allerdings wird dazu eine Bauindustrie benötigt, die diesen Bedarf auch generieren kann; denn Jahrzehnte lang wurde die Bauindustrie auf den Mangelbedarf reduziert.

Kommentare

Bild des Benutzers ebertus

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Und das nicht nur in den Uni-Städten.

Wie Du richtig schreibst, baut sich der Fehlbedarf bereits über Jahrzehnte auf und ist "heute" schlimmstenfalls in Ansätzen mit der sog. Flüchtlingskrise zu erklären. Das geht tiefer, und schon beim Genossen der Bosse unter Rot/Grün wurden meiner Erinnerung nach die den Mieter schützenden Elemente scheibchenweise abgebaut; dafür die (Miet)Heuschschrecken hofiert. Nicht wenige Kommunen haben ihren Mietwohnungsbestand in den letzten Jahrzehnten an eben diese Heuschrecken verscherbelt.

Eine der wenigen positiven Elemente an diesen Mietrechtsänderungen der letzten Jahre konnten wir aktuell genießen. So können Makler nun vom Mieter keine Gebühren (früher zwei Nettomonatsmieten) mehr für die Vermittlung einer Wohnung verlangen. Klar, umsonst arbeiten die nun nicht, muß das vorab eben der Vermieter bezahlen, sich über die (höhere) Miete später zurück holen.

Ein Resultat  dieser Umkehr der Zahlungspflicht -und soweit man die entsprechenden Mietportale im Netz mal verfolgt- ist die Tatsache, dass kleinere und preiswertere Wohnungen dort kaum noch auftauchen. Aber genau das sind die Unterkünfte, die auch und insbesondere von Studenten nachgefragt werden. Aber eben auch von vielen, vielen Menschen mit geringem Einkommen; und nicht zuletzt nun zunehmend auch von Flüchtlingen.

Eigentlich, und um der AfD & Co. nicht noch mehr Wasser auf die Mühlen zu leiten, müsste der Staat (Bund, Länder, Gemeinden) nun massiv -und nicht nur plakativ- im Sinne bezahlbarer Mieten agieren. Einerseits das Mietrecht und daraus abgeleitete Vorschriften wieder primär an den Bedürfnissen der Mieter orientieren; und andererseits zunehmend selbst als Bauherr für preiswerte Wohnungen tätig werden.

Bild des Benutzers Heinz

Antwort auf ebertus  zum Kommentar D ist Mieterland
 

Die angebotsorientierte Politik der ParteienOligarchie hatte bereits in den 1970er Jahren begonnen. Helmut Schmidt wurde nicht von Kohl oder Genscher gestürzt, sondern von den eigenen Parteigenossen der SPD, allen voran Herbert Wehner und damals als Hiwi der linke Oskar.

Die Aufbauprogramme der Nachkriegszeit waren in den 1960er Jahren definitiv beendet. Der Zusammenbruch der »Neue Heimat« war nicht allein Missmanagement, sondern der fehlende Auftrag zum Sozialen Wohnungsbau.

Mit Angebot und Nachfrage regulieren die Marktteilnehmer den Preis auch bei Mieten. Nachdem der Staat, vorwiegend mit seinen Kommunen, den sozialen Wohnungsbau aufgegeben hatte, gab es am Markt kein Regulativ mehr. Gesetzliche Regeln können die Verhältnisse nur verschleiern und sind ein Element der sozialistischen Planwirtschaft.

Die Bauindustrie wird einige Zeit benötigen, um ihre Kapazitäten aus dem Mangel heraus zu entwickeln. Erschwert wird das durch den Fachkräftemangel, der ebenfalls durch die (dümmlichen) Politiker direkt verursacht worden ist, die vor einigen Jahren Fachkräfte ins Ausland weggelobt hatten, um ihre Arbeitslosenstatistiken zu schönen.

Ein kleines Rechenbeispiel

Um den Preis bei Wohnungen sozial verträglich zu machen, brauchst du mehr, als 100% des Bedarfs, weil ein Teil wegen Umzugs leer steht und ein anderer Teil sowieso wegen technischer Überalterung renovierungsbedürftig ist. Nehmen wir 60 Mio Wohnungen als fiktiven Bedarf von 100% an und zurückhaltend 5% für Umzug und Renovierung, dann wäre das ein realer Bedarf von 63 Mio Wohnungen; 58 Mio Wohnungen sind aber nur vorhanden, also 2 Mio Wohnungen unter dem fiktiven Bestand ... das ist ein weiches Ruhekissen für die Immobilienwirtschaft und das ist von asozialen Politikern verbrochen worden. Herbert Wehner hatte richtig gehandelt. Das hat die Entwicklung nicht aufgehalten; wenigstens hatte sich die SPD damals nicht weiter beschmutzt, sondern erst später mit der Schröder-Bande.

Bild des Benutzers fahrwax

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

......hat viele Gesichter. Weil die dämliche Illusion vom arbeitenden Geld auch im Nullzins erhalten bleiben muss, inkarniert sie für ihre Gläubigen derweil im Betongeld bis sie an ihrer Unersättlichkeit platzt.

Blöd für den gläubig abhängigen Sklaven, wenn ihm die beständig wachsende anonyme Summe "unumgänglicher" Kapitaldienste nicht einmal mehr die Erhaltung lebenswichtiger Körperfunktionen übrig lässt........ Solange er das nicht wissen will, wird er es fühlen müssen.

Der Schwanz wedelt mit dem indoktrinierten Köter, solange er es kann.

War der "Fehlbedarf" nicht eigentlich das Privileg der besiegten"sozialistischen" Planwirtschaft?

Erst wenn die siegreich wie dauerhungrigen Priester-Funktionäre auch die allerletzte Illusion ihrer gloriosen Nützlichkeit erschlagen haben, werden ihre schlafenden Schäfchen vieleicht begreifen wer von wem und was lebt.

Bild des Benutzers Heinz

Den Bedarf durch sozialen Wohnungsbau bediente die DDR ausschließlich mit dem industriell gefertigten Normteilen für den Plattenbau. Historische Bauten und privater Wohnungsbau wurden nicht staatlich gefördert. Privater Wohnungsbau war private Initiative und zum Beschaffen der Baustoffe entsprechend mühsam, aber nicht unmöglich.

In Wessiland gab es auch den sozialen Wohnungsbau in Blockbauweise. Der war aber niemals so durchgeplant, wie die verschiedenen Typen der Großplattebauten in der DDR. Vorwiegend darum, weil das Ende des sozialen Wohnungsbaus von Beginn an eingeplant war. Da wird nicht all zu viel technisches Know How in einem ganzen Industriezweig verplempert, das bei Arbeitskräftemangel an anderer Stelle nötiger gebraucht wird.

Nach der Wende 1989/90 wurden viele Plattenbauten »leergewohnt«, weil viele Menschen einfach wegzogen, um einen Arbeitsplatz zu bekommen. Die Mieten wären dann in Ostdeutschland normalerweise gefallen; das taten die nicht, weil viele Großplattenbauten aus dem Bestand rückgebaut, also entfernt wurden.

- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -

"Seit Jahrzehnten fehlen in der Berliner Republik Deutschland BRD ca. zwei Millionen Wohnungen."

Diese Aussage stimmt mit der Immobilienpreisentwicklung in der BRD zwischen 1996 und 2008 nicht besonders gut überein. Warum versucht man nicht, die (vergangene) Realität zu beschreiben?

Denn (brauchbarere) Lösungen gibt es immer nur auf dem Fundus der Realität.

Mietpreisanstiege werden ja nicht nur beklagt, sondern durchaus auch (stillschweigend) begrüßt.
Und wenn schon von Uni-Städten die Rede ist: Inwiefern gestaltet man im Zeitalter der (angeblichen) Digitalisierung die Uni-Stätten (wohlgemerkt nicht mit "dt") nach "mittelalterlicher" Infrastruktur-Vorstellungen?
Für "mittelalterlich" kann man natürlich auch "steinzeitlich" oder "vorsintflutlich" einsetzen. Anaphorisch stimmt der Begriff nie, metaphorisch aber immer.

Bild des Benutzers Heinz

Antwort auf Ludwig Brunner unangemeldet  zum Kommentar - - - - - - - - - - - - - - -

 

 

»versucht man nicht«

»gestaltet man«

»kann man natürlich«

Mann, da ist zu viel »man« drin; wen meinst du da?