21 Nov 2015

Mitleid? Nur sehr partiell!

Submitted by ebertus

Die branchenüblichen Spatzen pfeifen es von den Dächern: Der Spiegel steht vor dem größten "xyz"-Programm seiner Geschichte. Ob Umbau- Spar- und/oder Entwicklungsprogramm genannt, das ist eher zweitrangig; abwärts geht es allemal.

Das Branchenportal HORIZONT überbringt hier die Nachricht, bezieht sich dabei auf weitere Quellen. Die Gesellschafterversammlung Ende November soll es, wird es wohl endgültig entscheiden; bis dahin vielleicht auch über die zukünftige Zusammensetzung der Spiegel-Gesellschafter selbst. Schließlich wurde, ebenfalls via dem HORIZONT, die (mögliche) Neuordnung der Besitzverhältnisse in der Branche bereits diskutiert. Ok, die Causa Jakob Augstein ist dahingehend, ist auch hier im Blog natürlich von gewisser Relevanz; mehr aber wohl nicht.

Es sei denn, der gute Jakob würde mit dem dann möglichen Erlös aus seinen Gesellschafteranteilen ein wirklich großes, innovatives Ding starten ...

Ansonsten bleibt (mir) lediglich Mitleid mit den genannten 200 MitarbeiterInnen - in eher ausführender Position. Keinesfalls jedoch (Mitleid) bei denen, welche für die Blattlinie verantwortlich sind, auch nicht mit den Kolumnisten und anderen sog. Edelfedern. Gut..., der Matussek hat sich ja bereits vor einiger Zeit abgesetzt, ist aktuell wohl gar dem Springer-Verlag zu edel und diesem politisch-korrekten, immer leitplankig unterwegs seienden Sascha Lobo würde ich ebenfalls keine Träne hinterher weinen. Da ist durchaus Einsparpotential vorhanden; auch inhaltlich, redaktionell.

Die aktuelle Blattlinie als ehemaliges  "Sturmgeschütz der Demokratie" und nach meinem Eindruck nun beinahe ausschließlich den vorwärtsverteidigenden, den extrembigotten  transatlantisch-westlichen Werten verbunden, sie wird sich erwartbar kaum änderen; eher noch mehr die Reihen der Guten schließen. Auch wenn an dieser zeitnah aktualisierten Schurkenfront der doch eigentlich zu stoppende "Putin" gerade eine Auszeit nehmen darf - der ausgewiesene Demokratiefreund Erdogan ebenfalls; beide werden momentan wohl gebraucht ...

Wer sich ganz allgemein und über den Spiegel hinaus über die Zuckungen, die ausgerufenen heilsbringenden Tendenzen der Branche informieren möchte, der sei bei Uwe Vorkötter -ganz zufällig Chefredakteur des HORIZONT- an der richtigen Stelle. Und die Tendenz wird lauten: mehr Video, weniger Text.

Was natürlich nichts über den Inhalt, die (mögliche) Botschaft des bunten Overkill aussagt ...

 

Nachtrag bzw. Anmerkung: 02.12. 2015

Seit gestern ist es nun offiziell, wie das Branchenportal Horizont berichtet. Einerseits betrifft der Abbau lediglich 150 Vollzeitstellen, andererseits fragt man sich spontan, wie die trotz massiver Einsparung dann vorgestellten Pläne finanziert, personell unterlegt werden wollten.

Ok, Outsourcing ist das betriebswirtschaftlich gebotene, in dieser postkapitalistischen Zeit (Stamokap) wieder und wieder genannte Zauberwort.

"Umsetzungsrisiken" gibt es, das erfährt man immerhin und das wäre gleich mal an diesem -nun endlich- kommenden Bezahlmodell zu zeigen. Die gewesene FTD hatte das ebenfalls probiert, für einzelne, sog. Premiumartikel eine Bezahlung einzufordern. Hat auch der FTD nicht geholfen, obwohl deren Klientel möglicherweise zahlungsbereiter war - für den entsprechenden Mehrwert.  Die genannten Tages-, Wochen- und Monatspässe (wie beim Skifahren...) müssen natürlich erst einmal im System hinterlegt und dann verwaltet werden; mit weniger Personal, versteht sich.

Ähnliches gilt für "Spiegel Daily", wo mit SZ, FAZ&Co. dann die Dickschiffe der Tageszeitungen angegriffen werden sollen. Hat jemand eigentlich mal gehört, wie das (Bezahlmodell) bei der SZ seit Ende März 2015 so läuft? Ich schaue da eher selten noch rein. Und die FAZ wollte der SZ doch im Herbst folgen, scheint aber nun dem Spiegel den Vortritt zu lassen.

Das alles, man stelle es sich mal vor, bedient die gleiche, eher kleiner werdende Zielgruppe ...

Kommentare

25. November 2015 um 11:37 Uhr
Der Politikchef der „Zeit“ bestätigt das „ journalistische Eingebettetsein“ von Journalisten in „amerikanische Denkart der Außenpolitik“
Verantwortlich: Albrecht Müller

" .... Dann kommt Ulrich auf die entsprechenden Organisationen und Konferenzen wie die Atlantik-Brücke und die Bilderberg-Konferenz zu sprechen und schreibt: „Diese Veranstaltungen, von denen nicht berichtet werden darf, haben einen bestimmten Zweck – in der Regel: offiziell die Stärkung der transatlantischen Zusammenarbeit. De facto sind sie auch ein Transmissionsriemen für die amerikanische Denkart in der Außenpolitik, für die je angesagte Politik Washingtons. In diesen Netzwerken wurde in den Jahren der Mittelost-Kriege eine Politik vordiskutiert und rationalisiert, die aus heutiger Sicht als stellenweise durchgeknallt bezeichnet werden muss.
„Durch dieses journalistische Eingebettetsein hat die außenpolitische Debatte hierzulande zuweilen einen merkwürdigen amerikanischen Akzent, oft gewinnt man beim Lesen den Eindruck, als würde einem in Leitartikeln etwas beigebogen, als gäbe es Argumente hinter den Argumenten, fast glaubt man, eine Souffleur-Stimme zu hören. Das spüren auch jene, die von der Atlantik-Brücke gar nichts wissen, und das macht sie misstrauisch. Insofern sind auch die Journalisten in der Bringschuld, wenn es um einen neuen realistischen und ehrlichen Diskurs in der Außenpolitik geht und darum, Leservertrauen zurückzugewinnen: Sie müssen sich aus diesen Institutionen verabschieden.“

Soweit der Politikchef und stellvertretende Chefredakteur der Wochenzeitung „Die Zeit“. Man muss ihm für diese Offenheit dankbar sein. Jedenfalls beschreibt er die Situation besser und ehrlicher als zum Beispiel der Grafiker Klaus Staeck, der ohne Hinterfragen von „anspruchsvollem Journalismus“ schreibt und meint, „Wir müssen verhindern, dass das Vertrauen in den anspruchsvollen Journalismus weiter schwindet.“ Siehe dazu NachDenkSeiten vom 23. November.– Dass ich Bernd Ulrich einmal positiv mit Klaus Staeck vergleichen müsste, kam bisher in den schlechtesten Träume nicht vor.

Ersatzbegriff für „Gleichschaltung“ gesucht

Ulrich bestätigt die „Gleichschaltung“, von der in unserem Beitrag vom 21. März die Rede war. Aber diesen Begriff darf man offensichtlich nicht gebrauchen. Das führt nämlich, so meine Erfahrung, dazu, dass die Kritiker der Analyse des Versagens unserer Medien leichtes Spiel haben, indem sie auf die Nazivergangenheit dieses Begriffes hinweisen und damit das Nachdenken über den bedenklichen Zustand und die Gefahr für die demokratische Willensbildung vermeiden können. Was soll man stattdessen sagen? „Eingebettetsein“ ist ja auch ein toller Begriff."

http://www.nachdenkseiten.de/?p=28997

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ruiniert, agiert es sich ganz offen - ungeniert.

Miitlerweile kaum noch zu bestreiten, also kann man einfach dazu stehen; ist das Risiko gering und außerdem eh' faktische Staatsräson. Wenn ich nur den Anriss der transatlantischen Durchhalteparolen eines Josef Joffe im Berliner Tagesspiegel (sind TS und ZEIT über Holtzbrinck wohl verbandelt) sehe, dann blättere bzw. scrolle ich ganz schnell weiter.

Im Spiegel funktioniert die Gehirnwäsche subtiler, dafür mehr via martialischem, insbesondere optischem Overkill.

Bild des Benutzers fahrwax

BILD am Ende, Millionen versemmelt, Kai Diekmann auf der Flucht

Press-Lügen: Machtmissbrauch war schon zu jeder Zeit und in jeder Gesellschaft ein angesagtes Thema. Wer kann, der kann. So etwas kommt logischerweise auch bei der „Vierten Gewalt“ vor, die sich regelmäßig gegenüber der Masse rühmt, das ausgleichende Element im Staate zu sein. So kann es dann schnell passieren, wenn man sich propagandistisch bestimmten Doktrin verschreibt, dass diese auch mal nach hinten losgehen. Kai Diekmann von der BLÖD Zeitung ist so ein gelungenes Beispiel dafür. Machen wir heute, anlässlich seiner alsbaldigen Flucht aus dem Springer-Stiefel-Konzern seine vorläufige Abschussbilanz.

❖ weiterlesen …

 

hier mal wieder die ganz praktische variante nach meinem geschmack ...

Die beiden Kläger, der souveräne Zürcher Anwalt Marc Spescha und der etwas weniger souveräne Wiener Journalist Robert Misik, erhielten in ihrem Vorgehen gegen den «Panik- und Prangerjournalismus» (Spescha) der «Weltwoche» wortgewaltige Unterstützung:

https://www.youtube.com/watch?v=xw4lPquDKX0

" Das US-Magazin Vice aus dem Hause Murdoch (Fox News) hat auf seiner deutschsprachigen Website den Deutschen Wirtschafts Nachrichten unterstellt, Panikmache zu betreiben und die Frage in den Raum gestellt, ob die publizistische Tätigkeit der DWN nicht bloß darauf abziele, „möglichst viele Leichtgläubige auf ihre Seite zu locken und so richtig viel Geld zu verdienen“. Das Magazin fragt, „ob – wie bei vielen Verschwörungstheoretikern – noch viel unangenehmere Absichten dahinterstecken“. Diese Behauptung verlinkt auf einen anderen Text, in dem es heißt: „Glaubt man an gesellschaftliche Verschwörungen, nimmt man letztendlich einen Standpunkt ein, der sich gegen die Gesellschaft richtet. Und das ist der Punkt, an dem es anfängt, gefährlich zu werden.“

Der von Matern Boeselager aus dem Kontext als gesellschaftsfeindlich interpretierbaren Vorwurf an die DWN besteht darin, dass die DWN die Nato und die Berichterstattung der Bild-Zeitung zum Abschuss einer russischen Maschine durch die türkische Luftwaffe nicht Nato-freundlich analysiert haben."

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/11/27/dwn-gehen-rechtlic...

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Vice und Murdoch, aha ...

Wusste ich noch nicht, hatte allerdings der Grundtenor der Seite durchaus erkannt, soweit immer mal zufällig, durch eine anderweitige Verlinkung dort gelandet.

Erkennbar aufgesetzt fremdenfreundlich, ein marktschreierischer Entrüstungsfuror ob jedweder Böser (hierzulande) und natürlich -the one and only- immer auf der Jagd nach potentiellen Antisemiten und sog. Neurechten.

Echte Querfronten eben, könnte ich da manchmal schmunzeln ... - wenn sich seriös und integer, ebenso gespielt entrüstet sich gebende (auch Ex oder gerade pausierend) dFClerInnen auf diese Murdoch-Seite verlinken; positiv konnotiert, versteht sich.

Letzte Woche bin ich viel im ICE durchs Land gereist. Mir ist aufgefallen, dass die in der 1. Klasse von der Deutschen Bahn verteilte “Tagespresse” nur noch von sehr wenigen Reisenden angenommen wird. Am freundlichen Personal der DB kann es nicht gelegen haben. Auf den Laptops der Leute lief ebenso nichts in der Richtung.

Frage: Wer bezahlt die Zeitungen, die die DB verteilt? Die Reisenden über den Fahrpreis? Oder tragen die Verlage die Kosten, um künstlich ihre Auflage hoch zu halten?

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sind auch in den Fliegern und sonstwo noch als Eigenwerbung zu finden.

Das sponsern die Verlage und da gibt es schon gewaltige, je nach aktueller Verlagsphilosophie auch mal schwankende Zahlen. Hier beispielsweise via MEEDIA (etwas runterscrollen zu den überregionalen Tageszeitungen). Einmal gibt es dort die sog. Verkaufte Auflage" und dann im Block darunter die aus Abo+EV (Einzelverkauf, am Kiosk beispielsweise). Lediglich die Zahlen aus dem zweiten Block bringen den Verlagen wirklich Geld, die Differenz zum ersten kostet weitgehend nur.

Den Vogel schießt dort im Meedia-Link die Welt (gesamt) ab. Einer insgesamt angeblich verkauften Auflage von 200.577 Exemplaren stehen lediglich 114.034 aus Abo+EV gegenüber. Ok, Springer geht es da wohl noch bestens, kann Eigen-Sponsoring auf hohem Niveau betreiben ...

http://meta.tagesschau.de/id/106044/wer-beim-is-sein-oel-kauft

diese tagesschau-sendung wurde heute morgen 1:16 uhr auf facebook reingestellt ... und völlig zu recht fast nur kritisch und zynisch kommentiert ... 9:20 uhr dann die kommentarfunktion beendet

war da schichtwechsel??? trauen die sich nicht alles zu löschen???

na immerhin ... zumindest die nächtlichen zuschauer sehen noch durch ...

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von Rot/Grün, von Schröder und Fischer ...

So einfach, so schnapp, schnapp hat man es sich damals, 1999 beim Feldzug gegen Jugoslawien nicht gemacht. Da gab es schon ernste Bedenken bei der SPD und insbesondere bei den Grünen. Seit Köhler als Vorvorgänger des aktuellen obersten Militärseelsorgers der Republik dann die ggf. militärische Verteidigung unserer Wirtschaftsinteressen (überall auf der Welt, nicht nur am Hindukusch) zur faktischen Staatsräson erklärt hat, seitdem ist Neoimperialismus und Neokolonialismus wieder en vouge.

... muß ja auch ganz langsam (fast unmerklich für ihn) erhöht werden, sonst springt der ja plötzlich+schnell aus dem kochtopf raus ....

ich bin einfach eine ganz alte dinosaurierIn "nie wieder krieg!" ... vor allem aus der geschichtlichen deMUT heraus, nie wieder aus deutschland als export für die welt

übrigens hat ein freund von mir schon 1992 ein buch herausgegeben, welches heute superaktuell ist und den symbolischen titel "kein mampf" trägt ...

http://www.ebay.de/sch/i.html?poi=&adpos=1t2&ul_noapp=true&geo_id=75746&...

Erdogan schaut neidisch nach Deutschland – so eine servile Lügenpresse hätte er auch gerne

Es ist also – anders als in der Türkei, wo es auch echte, mutige Journalisten gibt – in Deutschland gar nicht nötig, Redaktionen von der Polizei verwüsten zu lassen, weil man in den sogenannten Leitmedien nahezu ausschließlich Hofberichterstatter und Büchsenspanner findet, deren Opportunismus und Servilität so weit geht, dass sie die eigenen Kollegen fertig machen, wenn die es wagen sollten, aus dem Korpsgeist der Berliner Paladine auszuscheren.

Wie gesagt, Erdogan wäre glücklich, wenn er nur solch willige Knechte wie Sambale, Bormann oder Großheim hätte, aber es gibt in der Türkei eben auch mutige Journalisten, die seine Machenschaften seit Wochen, Monaten und Jahren aufdecken und dafür reihenweise ins Gefängnis wandern oder gar ermordet werden.

https://propagandaschau.wordpress.com/2015/12/10/erdogan-schaut-neidisch...