28 Aug 2018

Again ... They are coming from outer space

Submitted by ebertus

Die Vorgänge häufen sich, die Medienberichterstattung kollabiert. Rechte, Neue Rechte, Nazis und Fremdenfeinde überall. Und sie sind einfach da, kommen wie "from outer space" über uns Gute.


Kann es auch, möglicherweise primär an dieser Berichterstattung der Leitmedien, der sog. Qualitätsmedien liegen? Wenn die AfD bei den kommenden Wahlen durch die Decke geht, in Sachsen im nächsten Jahr vielleicht sogar die stärkste Partei wird? Nicht jeder Wähler wird als sogenannter "Hutbürger" geoutet werden können, aber jeder Wähler kann im Geheimen, in der Wahlkabine sein Kreuzchen machen wo es möchte; aus Überzeugung, aus Protest oder ... auch garnicht.

Von der exekutiven Politik und viel mehr noch von den sogenannten Qualitätsmedien würde ich erwarten, den rise of the right, das Erstarken nationalistischer Potentiale kritisch, in die Tiefe gehend und natürlich ergebnisoffen zu analysieren; anschließend ggf. sehr konkrete Vorschläge zu machen, wie dem zu begegnen sei.

Konkret, in der realen Welt verortet; und keine Auftürmung von Konjunktiven im diskursiven Wolkenkucksheim!


Nur genau das geschieht eben nicht, ganz bewußt nicht, wie ich meine. Die Analysen und wenn es sie -selbsternannt- dann gibt, sie bleiben in sehr eng gesetzten Leitplanken und Meinungskorridoren gefangen, sind in der Regel absolut systemisch eingebunden und kritteln mit viel Wortgeklingel, mit Forderungen nach immer neuen pontemkinschen Dörfern lediglich an den Symptomen herum.

Entrüstung, sehr selektive Entrüstung über die "from outer space" ist das bestimmende Credo der informell gleichgeschalteten Medien.

Es ist schon mehr als die berühmte Ironie der Geschichte, wenn uns Linke, ehemals Linke nun geradewegs zu Orwell führen wollen, wenigstens zu McCarthy. Und ob das lediglich zur Farce wird oder sich zu einer neuen Tragödie ausweitet, das ist noch nicht einmal sicher. Der Faschismus jedenfalls, er kommt mit Sicherheit nicht im herkömmlichen Gewande der springerbestiefelten grölenden Glatzen (wahlweise mit Hut); wie sie jetzt wieder als volle mediale Dröhnung vorgeführt werden.

Ja, wo kommen sie denn nun her, die vielen neuen Rechten, die Rassisten, die Fremdenfeinde, wahlweise die Antisemiten?

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Die Flüchtlinge dafür verantwortlich zu machen, das scheint mir eher eine Art gesteuerte, selbsterfüllende Prophezeiung. Die AfD ist Fleisch vom Fleische des Systems und wenn es sie nicht bereits gäbe, so müsste sie glatt erfunden werden.

"Hier, Ihr seit Rechte, und Rassisten ... und dort sind eure Gegner!" Die sind genauso "from outer space" wie Ihr ...


Denn genau das ist der spiegelbildliche Punkt dieser systemkonformen, medialen Kopfwäsche. Auch die Flüchtlinge sind einfach so da, können wir Gute garnichts für, sei der Absatz von oben statt zu den Rechten nun zu den Flüchtlingen selbstzitierend wiederholt:

Die Analysen und wenn es sie -selbsternannt- dann gibt, sie bleiben in sehr eng gesetzten Leitplanken und Meinungskorridoren gefangen, sind in der Regel absolut systemisch eingebunden und kritteln mit viel Wortgeklingel, mit Forderungen nach immer neuen pontemkinschen Dörfern lediglich an den Symptomen herum.

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Und so darf nicht ernsthaft analysiert und benannt werden, was doch eigentlich Tatsache ist.

Nach innen betrachtet darf dieser anhaltend betriebene neoliberale Kahlschlag ab der sog. Wende von 1990 und nach der Jahrtausendwende unter Rot/Grün hierzulande richtig Fahrt aufnehmend, er darf nicht verantwortlich gemacht werden für die nun immer deutlicher erkennbaren negativen gesellschaftlichen Entwicklungen.

Nach außen geschaut, so darf der neue, insbesondere US-Imperialismus von Afghanistan über den Irak und Libyen bis nach Syrien und der Ukraine (um nur die wichtigsten Schauplätze zu nennen) nicht als ursächlich für die große Zahl der Flüchtlinge aus diesem Teil der Erde benannt werden.

Was die Leitmedien und zunehmend hyperventilierend tun, es mittlerweile deren primäre Aufgabe scheint, das ist ein schon inflationär zu nennendes Werfen von  Meinungsnebelkerzen gepaart mit gespielter Entrüstung und zelebriert in den liebevoll errichteten pontemkinschen Dörfern und Echokammern.

Und nochmals Nein! die Flüchtlinge sind daran am Wenigsten schuld, sind lediglich der Katalysator einer Entwicklung, die ansonsten noch einige Jahre länger im Untergrund geköchelt hätte, die man über das bekannte Propagandamodell (Noam Chomsky) noch etwas länger hätte ignorieren können.

Kommentare

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Staatsregierungen und ihre Fürsten oder Parteischranzen haben die Deutungshoheit über moralische, wirtschaftliche und soziale Dinge verloren. Was bleibt ist die offene Seilschaft mit partikulären Interessen innen, wie außen, die im Zweifel mit Lüge, Täuschung und Gewalt erzwungen werden.

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ganz grob vereinfacht gesagt: genau das alles habe ich in der schule gelernt "imperialismus als höchstes stadium des kapitalismus" ... nach dem ende des faschismus und einer möglichen sozialistischen alternative des ostens unter der fahne der sowjetunion (der wir dieses neue experiment zu verdanken haben) ... ist der kalte krieg - der wirtschaftskrieg, der ideologische krieg mit angst- und bedrohungsszenarien undundund vor allem auch der psychologischen kriegsführung der geheimdienste einerseits breit von den siegermächten - mit schon in der schublade liegenden cia-plänen = verdummung und ruhestellung durch konsum (marshallplan) ... und den neuen-alternativen modellversuchen nach lenin und stalin - und den ökonomischen werken von marx (ich persönlich fand engels VIEL klüger - doch stand da wenig über ökonomie, eher über soziologie und psychologie - deren vernachlässigung uns heute wieder auf die füße fällt) ... naja, wie auch immer: es bleibt der kampf gegen alternativen, gegen marxisten, gegen kommunisten und bolschewisten und das alles ohne sich über die inhaltliche substanz dieser begriffe umfassen klar zu sein - vom dialektischen umgang gar nicht zu reden (das schimpfwort für dialektik heißt - völlig sinnenstellt : querfront und ist ganz doll böse - ja sogar faschistischen ursprungs ... da hat man echt keine lust mehr, an irgendeiner aktuellen debatte/kampagne teilzunehmen >>> weit unter den niveau einer ddr-regelschule der 5. klasse)

die ersten realen praxiserfahrungen konnte ich nach dem mauerfall selbst erleben - konnte sogar die motive der raf verstehen, weil das ende des verstandes, der kommunikation im kapitalismus erreicht waren - nur beim paragraf 218 und 175 gab es ein spätes einlenken für freiheit und bürgerrechte, die schon ewig und selbstverständlich in der ddr alltag waren ... naja, 60er jahre - mauerbau - 2018 = mauerbau ...

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der österreicher, der in frankreich lebt und lange davor in deutschland bringt die gruseligkeit der zeit auf den punkt: man merkt nichts mehr - oder sehr spät ...

"Wissen Sie, wer Christian Kracht ist?
Ja, ungefähr. Ein schlauer Bursche.
Kracht hat vor Kurzem öffentlich gemacht, dass er als Kind in einem Internat sexuell missbraucht worden ist. Das sei ihm sehr viel später erst bewusst geworden.
Ich will das nicht mehr hören. Er sagt, er hat das nicht wahrgenommen? Das passt in die Zeit, in die Aktualität."

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/ich-habe-keine-schublade

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fusst auf Gebirgen unhaltbarer Narrative die von beständiger Notdurft diktiert werden, ihr abgelaufenes Verfallsdatum bereits bei der Ausgabe zwanghaft signalisieren - wie es auch Heinz oben bereits kommentiert hat.

Das alles vor dem Hintergrund ungeklärter Begrifflichkeiten von Demokratie, Sozialismus-Kommunismus, Faschismus die dem Tagesgewinn an den Börsen geschuldet sind - in propagandistischen Nebelbänken verschwinden.

Die Umbenennungen zum tarnen und täuschen bestimmen das Tagesgeschäft - werden vom Verdauungstrakt der gewinnbringenden Verwertbarkeit täglich neu bestimmt.

Lenkbarkeit, nicht Aufklärung oder gar Problemlösung ist die Maxime von dem was zu "Politik & Wirtschaft" verklärt wird - von Erfolg zu Erfolg eilt - und dabei täglich mehr jeden Bezug zu fassbaren Wahrnehmungen einer dazu gezielt desorientierten Bevölkerung verliert.

Grenzenlos ist derzeit vorwiegend das Wachstum der täglich miteinander kopulierenden Lügen die morgen geflissentlich von ihrer tagesaktuellen Nachzucht abgelöst werden müssen.

Wer oder was nur entsorgt endlich die gewerblichen, politischen & wirtschaflichen "Entsorger" mit dem objektiv fehlenden Nachweis jeder Nützlichkeit, die uns vorwiegend zum Fressen liebhaben (wie Mielkes Erich, der elende Schänder des Begriffes Kommunismus)?

Muss auch Kapitalismus erst an seiner eigenen "Qualitätskontrolle" scheitern, bevor Schuldfragen möglich werden?

Zu den erheblichen kapitalistischen Nebenwirkungen befragen wir Ochs' & Esel, weil die sagen sie kennen sich aus mit dem Lauf - vernünftig ist das nicht......

Dazu ein Auszug aus meinem geliebten Wort zum Montag von gestern:

 

"Ein Beispiel ist die Werbeindustrie: Sie produziert nichts Nützliches, hat aber die Aufgabe, durch Propaganda den Profit unter anderem von Industriekonzernen zu erhöhen. Dafür wird sie von diesen am Mehrwert beteiligt, den sie von ihren Arbeitern abschöpfen. Mit dem Staat ist es übrigens nichts anderes: Er stellt den Exekutivapparat, um die wirtschaftlichen Eigentumsverhältnisse trotz aller ausufernden Widersprüche notfalls mit Waffengewalt zu sichern. Jeder Steuereuro, der an ihn fließt, entstammt dem  Mehrwert, der irgendwo von produktiver Arbeit abgeschöpft wurde.

Die Technologie, die eigentlich den Menschen von der Arbeit befreien soll, wird hier zum Motor der ökologischen Apokalypse. Weil immer weniger Arbeiter benötigt werden, von denen Mehrwert abgepresst werden kann, entsteht globalwirtschaftlich betrachtet immer weniger Neuprofit. Dadurch sinkt die Profitrate tendenziell. Um das aufzuhalten, setzen die System-Fetischisten auf endloses Wachstum. Doch kann das Wachstum längst nicht mehr die Profitrate am Fall hindern. Es entsteht immer mehr überflüssiges Kapital, das nicht mehr in der Lage ist, mehr Profite zu erzeugen. Zugleich werden mehr Menschen unbrauchbar für die Produktion – also ebenso überflüssig. Was überflüssig ist, gehört aus Sicht der Kapitalisten entsorgt."

https://kenfm.de/tagesdosis-27-8-2018-muellberge-und-ueberfluessige/

 

Dieses Stück war schon einmal (damals in der Seelenbinder Halle) der Abgesang auf ein Regime das jede Glaubwürdigkeit verloren hatte.......

Zeitlose Träume entziehen sich dem Diktat allzu irdischer Gottheiten, sorgen für Bewegung gegen Takt jeder Galeeren-Aufsicht.

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Ein sogenannter "tendenzieller Fall der Profitrate"(tFdPr) beruht darauf, dass letztlich die Marktpreise (mit Aufschlag) korrelierend zu den  Arbeitswerten sind.

Die Marktpreise ergeben sich aber vor allem durch den Wettbewerb und damit auch durch die Eintrittshürden. ""Economies of scale", Skalenerträge, ergeben sich aber nicht durch die Abpressung von Mehrwert, sondern sind der gesellschaftlichen Konstruktion geschuldet.

In gewisser Weise beinhaltet die Kritik von Marx an der Arbeitswertlehre von Ricardo diesen Umstand. Daraus ergibt sich aber noch kein tendenzieller Fall der Profitrate, wobei schon der Begriff "Profitrate" ein "weites Feld" ist und für mich nur dann als diskussionswürdig erscheint, wenn endlich die Aussage eines "relativen Falls der Profitrate" relativiert wird.

"Praxis" ist erkenntnistheoretisch der wichtigste Marx'sche Begriff. Aber von den Feuerbach-Thesen wird mit der elften gerne eine der (erkennntistheoretisch) unbedeutendsten zitiert. Wie ein "tFdPr" da philosophisch und materialistisch darstellbar ist, wird sich mir nie erschließen können, obwohl er als "religiöse Ideologie" und somit als idealistische "Hirngespinsterei" sehr einleuchtend erscheinen mag.

Die Aufgabe der Werbeindustrie und somit der potentielle Nutzen des Produzenten ist es, den Absatz des beworbenen Produkts bzw. der beworbenen Marke durch "Propaganda" zu erhöhen.

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ist solange keine "Gesellschaftliche", wie sie nicht einer unabhängigen, allgemeinen Entscheidung mündiger, selbstbestimmter Teilnehmer (Markttransparenz!), sondern durch die Macht einer beschränkten Verfügbarkeit, in Verbindung mit der Manipulation der Eintrittshürden oktroiert wird.

>>Die Marktpreise ergeben sich aber vor allem durch den Wettbewerb und damit auch durch die Eintrittshürden. ""Economies of scale", Skalenerträge, ergeben sich aber nicht durch die Abpressung von Mehrwert, sondern sind der gesellschaftlichen Konstruktion geschuldet.<<

Der gegenwärtige "Wert" einer Chemotherapie (in der Krebsbehandlung) ergibt sich vorwiegend aus der Notsituation des potentiellen Nutzers, der werblichen Darstellung des Herstellers bei Verschleierung seiner tatsächlichen Gestehungskosten?

Die gegenwärtigen "Gewinne" der deutschen Autoindustrie entstehen nicht zuletzt durch die Manipulation der Eintrittshürden, unter Auslagerung aller absehbarer Folgekosten?

Die Abpressung von Mehrwert ist kein gesellschaftliches Konstrukt, sondern eines der Macht zur verschleiernden Imagination (Vortäuschung) eines nicht vorhandenen gesellschaftlichen Nutzen.

Also Propaganda pur?

Dem Lohn- oder Transferabhängigen - mit dem allmonatlichen Überschuss von Tagen bei regelmäßig fehlender Liquidität - die "Vorteile" einer Bankenrettung weiszumachen ist eine Meisterleistung der Verschleierung von Mehrwert - ein Konstrukt der wirtschaflichen Macht.

Die Vorspiegelung von "Wettbewerb" ist ein trojanisches Pferd der Profitmaximierung das sich aus der Privatisierung von Mehrwert und der Sozialisierung aller Gestehungskosten nährt.

 

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Ein tendenzieller Fall der Profitrate resultiert aus Bedingungen und sich verändernden Umständen: Werte werden nur durch Arbeit geschaffen, die Marktpreise korrelieren annäherend mit den (Arbeits-)Werten, das konstante Kapital wächst zum variablen Kapital. Unter diesen Voraussetzungen gibt es einen tendenziellen Fall der Profitrate. Real lässt sich dieser aber nicht ablesen. Im Gegenteil verdienen Arbeiter dort deutlich mehr, wo es eher weniger zu verdienen gäbe. Und der Grund dafür sind die vorhandenen Verteilungsspielräume. Diese ergeben sich aber keineswegs nur durch die Manipulation von Eintrittshürden, sondern sind per se Folge ökonomischer Logik, welche gesellschaftlicher Konstruktion geschuldet sind. "Mehrwert" ist eindeutig definiert. Der von mir aufgezeigte Unternehmensgewinn ist keine Folge der Auspressung von Arbeitskraft, sondern der gesellschaftlichen Privilegierung dieser Erwerbsart. Es ist somit keine Unternehmens-Leistung, sondern insbesondere eine gesellschaftliche, ja sogar supra-gesellschaftliche. Für die Markt-dominanten Unternehmen ist es ein Windfall-Profit, bei dem es im Wettbewerb nur darum geht, welches Unternehmen den Reibach macht. Den Reibach, den Steuer-privilegierten noch dazu, verteilen aber die Gesellschaften und der ausgenutzte Teil zahlt dafür die Zeche. Und dieser ist nicht der Unternehmensarbeiter.

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Antwort auf Ludwig Brunner  zum Kommentar Um was geht es denn eigentlich?
 

- da sind wir nun nicht so gaaaanz weit voneinander entfernt -.

Allerdings ist in meiner Sicht der "Mehrwert" allein aus einer Perspektive die dem Faktor Kapital gesellschaftliche Glaubwürdigkeit & Nutzen zubilligt (halbwegs) eindeutig definiert. Dessen Anerkennung negiert (für mich) seine einzig mögliche Form der Entstehung aus abgeschöpfter (geraubter) menschlicher Arbeit.

Bereits die Verwertung (der Raub) dieser Arbeit schließt deren global zunehmende Ent-Wertung ein - die "Werkbank" China hat entdeckt, das afrikanische Arbeiter mit 25% der Entlohnung chinesischer Wanderarbeiter abzufinden sind......

Danach greift auch noch die gesellschaftliche Privilegierung der Erträge dieser perversen Erwerbsart des legalisierten, längst globalen Raubes.

Das sich menschliche Arbeit zu lediglich 1/3 in "Lohnarbeit" ausdrückt, die 2/3 Rest dieser Arbeit jedoch (unbezahlt & unbezahlbar) unmittelbar ihrer gesellschaftlichen (sozialen) Reproduktion widmet - erscheint mir als ein gewichtiger Maßstab dafür, das Mensch (überwiegend) als soziales Wesen funktioniert.

Wo nur versteckt sich die Glaubwürdigkeit jeder "Leistungsbewertung" vor diesem Hintergrund - wer bewertet wen oder was "objektiv", kann das so funktionieren?

Diese zynische Verwertung jeder realen, menschlichen Sozialität - letztlich pur als Narrativ vom "sozial ist was Arbeit schafft" - bildet den Kern eines zutiefst kranken Glaubens an den Nutzen der Ausbeutung von Mensch & Natur.

Für mich ist das das verlogene Glaubensgebäude einer üblen Schutzgeldbande die Arbeit mit dem Versprechen erpresst sie "fortschrittlich & großmütig" zu sammeln um sie als Mildtätigkeit, als "Schutz" über den Ausgepressten "gerecht" zu verteilen.

Dieser anmassende Reibach - durch Enteignung & Entmündigung von Arbeit - ersäuft jeden gesellschaftlichen Nutzen, jede reale Sozialität von der er rücksichtslos zehrt, in seinen verrückten Thesen von den Vorzügen einer allgemeinen Käuf- und Verkäuflichkeit als Motor der "maximalen Entfaltung aller Produktivkräfte".

Das der Gewinner aus den Einlagen der Verlierer entsteht ist das dabei unbeachtete Geheimnis dieser Lotterie.

Die Erzielung von Mehr-Wert bleibt ein Betrug mittels Raub von Ressourcen der Allgemeinheit, die Entwertung jeder menschlichen Tätigkeit erzeugt selbstgerechte, asoziale Monster mit elitärem Auftreten und Omnipotenz-Wahn.

Die Gottheit der grenzenlosen Gewinnmaximierung durch krebsartiges Wachstum der Ausbeutung aller durch alle folgt aus einem kannibalistischen Denkmuster das der Feind von Aufklärung und Humanismus, jeder menschlichen Selbstbestimmung sein muss.

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Das ist ein Faktor, der völlig überbewertet wird. Die Flut der bunten Bilder verfehlen ihre Wirkung weitgehend. Siehe Starbucks, die machen keine Werbung sondern PR über ihre eigenen Kunden und das Logo auf den Bechern.

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Aber ich kann eigentlich nichts gegen diesen Text von Jens Berger sagen - außer ihm zuzustimmen.

"Die Frage ist: Wo sind die Antworten? Und wie lassen sich Ursachen bekämpfen?"


Auch mit der deutlichen Kritik am noch irgendwie links gehandelten Jakob Augstein bin ich dabei. Im Gegensatz zu Berger ist der vor einigen Monaten beim Freitag gesperrte, mit Schmollen dahingesunkene Richard Zietz eben dort jetzt wieder da; bringt ihm sein Lob für Augstein und den Spiegel sofort eine Empfehlung ein.

Berger und Zietz meinen offensichtlich den gleichen Artikel ... von Augstein.

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Lafo-Follower
 

Als Karl der Große NACH einem gewonnenen Schlachten 5000 Saxen niedermetzelte, waren das Niedere Sachsen und nicht das Volk, das August der Starke gezeugt hatte.

Zweifelsfrei ist Ostdeutschland nach der Wende von 1989/90 von der europäischen Industrie platt gemacht worden, allen voran die westdeutche. Ursache war eine Jahrzehnte andauende Mißwirtschaft der DDR. Auch heute nach fast 30 Jahren hat sich das Gefälle der Lohn-Einkommen noch nicht angeglichen. Wen wundert also der Frust der Abgehängten.

Finanzen 100 Lohneinkommen

Finanzen 100 Lohneinkommen

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Die Gnade, kein Saxe zu sein
 

geht's ja sogar den McPomms kaum schlechter als den Sachsen.

Und darüber hinaus habe ich heute, gemäß aktueller Umfragen gelesen, dass auch (fast) Schlußlicht Thüringen und was das Wählerverhalten betrifft, in Sachen AfD zu den Sachsen aufschließen dürfte. Und Bayern, von hohem finanziellen Niveau betrachtet, steht dem nicht nach.

Ob arm oder reich, alles Rassisten; außer Mutti ...

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Nach der Tabelle
 

Wenn du diese Mittelwerte weiter aufdröselst, greift meine vereinfachte Liste:

  • 50% haben nichts zu verlieren, die leben am Limit und darunter.
  • 40% verlieren Einkommen und Vermögen, das ist der Mittelstand und die Funktionseliten.
  • 10% zocken ab.
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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Lafo-Follower
 

lässt nur die Wahl zwischen dem Dünnbrettbohrer oder dem Sachsenversteher weil "die" Linke keine Antwort gibt - meint er.

Eine Linke die beim G20 in Hamburg gejagd wurde kann der nicht meinen - die hat Antworten und teilt sie seit Generationen mit.

Hinter seinem "Spermienlotto" zwinkert mich halbverdauter Darwinismus an - sind diese Schläger zur Denkverweigerung verurteilte Opfer?

Hatten die nie die Auswahl zwischen Libertär & Autoritär?

Wo "dicke, stiernackige Männer" meine Mitmenschen jagen suche ich keine Antworten (mehr) sondern zügig einen stabilen Knüppel.

...................

Bei einer stark autoritär geprägten Person sind narzisstische Kränkung und Aufwertung, pathische Projektion und konformistische Rebellion miteinander verbunden. Sie agiert innerhalb der kapitalistischen Konkurrenz mit spitzen Ellenbogen, buckelt oben und tritt nach unten. Die Aggression richtet sich gegen Fremdgruppen. Die konformistische Rebellion bewegt sich stets in einem sanktionierten Rahmen. Selbst wenn der autoritäre Charakter scheinbar subversiv von der »großen Umvolkung« spricht, beruft er sich noch stets auf die ehernen Prinzipien von Staatlichkeit und Nation. Die Summe seiner Forderungen kulminieren in der Vorstellung vom starken Staat.

..........

Wo das eigene Glück bereits im Arbeitseifer und der täglichen Unterwerfung zur Strecke gebracht wird, wird man infolge solcher generalisierter Menschenfeindlichkeit auch keine Empathie mit im Mittelmeer ertrinkenden Flüchtlingen mehr aufbringen können. Der charaktergepanzerte Bürger, der Dämme und Mauern gegen die Ärmsten errichten will, ist nicht nur bei Pegida, AfD und Identitären zu Hause. Daher ist die theoretische Hinterlassenschaft von »68« zur Erklärung solcher weitverbreiteten Haltungen und Ideologien mehr als brauchbar.“

https://www.jungewelt.de/artikel/326420.autorit%C3%A4re-charaktere.ht

 

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Gute oder schlechte Anarchie?

Wenn man den hyperventilierenden Qualitätsmedien glauben darf, dann hat der Staat -am Beispiel Chemnitz- partiell bereits die Kontrolle, sein Gewaltmonopol verloren. Wenn man anderen, alternativen, ebensowenig seriösen Medien glauben darf, dann ist das nicht nur in Chemnitz, nicht nur in Sachsen so, dürften wenige Funken auch in Berlin, in Frankfurt, im Ruhrgebiet etc. für derartige Eskalationen ausreichen.

Beide Fraktionen rufen nun nach mehr Polizei.

Dabei, und eben anders herum betrachtet, wäre das jedoch genau die Gelegenheit, mehr Anarchie zu wagen - den bekannten Satz von Willy Brandt (zur Demokratie) in einen aktuellen Kontext zu setzen. Es mag dabei ein gewisses Paradoxon aufscheinen; aber nur, soweit man es sehen wollte.

Ein Paradoxon, welches die kommende Anarchie (vulgo: Der kommende Aufstand) in Quantität und Qualität dann real, physisch aufzeigen sollte; was die jeweiligen Protagonisten und deren potentielles Unterstützerumfeld angeht.

Faktisch, praktisch jedoch und mit nur wenig Fatalismus betrachtet wird es dann so sein, wie in anderen Ländern, insbesondere in den USA von mir bereits mehrfach in Augenschein zu nehmen war, man sich dort drinnen subjektiv sehr wohl und sicher fühlt.

Gated Communities ...

Antwort auf ebertus  zum Kommentar Mal andersrum ...
 

... es gibt ja auch das ganz real-normale leben >>> also nicht das, was in den medien (als sprachrohr der politik) bzw. bei den breitgefächerten-zersplitterten oppositionellen medien/sozialen netzwerken unsere gemüter erhitzt und wie bei einem ständigen schlagabtausch die punkte registriert (ein ko ist nicht abzusehen - eher eine ständig ansteigende spirale mit immer neuen windungen ...)

also jenseits dessen - im wald und auf der heide, an den realen orten und in realen gesprächen, entdecke ich eine zunehmende freundlichkeit - ein genaues, differenziertes hinschauen >>> eine gelassenheit und einsicht, die weit über der aggressiven hysterie auf den medial mir sichtbaren demos ... NATÜRLICH finden die statt - wie weit sie durch (wenige) hintermänner organisert werden, weiß ich nicht (hamburg g20) >>> aber die fast ALLEINIGE fokussierung (auf einerseit krimis im tv und apokalypsen/skandale in den nachrichten) auf die abgründigsten erscheinungen des menschlichen lebens bzw. genau auch deren massenhafte (lustvolle??) rezeption im virtuellen lebensbereich, kann für mich nur den ausstieg daraus bedeuten, denn ich lebe in einer anderen realität: konzerte mit seinem publikum, bauarbeiter mit einem kaffee in der pause beim bäcker >>> ja: auch freundliche UND unfreundliche verkäufer, fahrgäste und menschen des alltags >>> es wird fühlbar diffenzierter - die aggros posieren wohl lieber vor den medien und stellen sich in das licht der öffentlichkeit, welche eine virtuell gruselige ist >>> ABER scheinbar alle anzieht - dabei scheint in der analogen welt ein anderes licht ... das kommt aus dem lächeln, kleinen gesten der freundlichkeit und zeigt die mögliche schönheit ...

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Antwort auf marie  zum Kommentar noch mal andersrum
 

wenn Du das reale, das normale, das pragmatische Leben lebst.

Die letzten, die das offensiv und ganz anders gesehen, exekutiert haben, das waren hierzulande die RAFler und ihre eher versprengten Nachfolger. Allein schon aus dieser Erfahrung heraus, die zumindest informell, teilweise sehr reflektiv über Generationen weitergegeben wird, ist die Gewaltbereitschaft der wohl übergroßen Mehrheit der Bevölkerung gering.

Und die friedvolle Wende, gerade in der DDR von 1989 zeigt, das ein intelligenter Umsturz auch so gehen kann.

Dennoch mag ich mein weiter oben zur Anarchie Geschriebenes noch etwas ausweiten, das -aus meiner Sicht- Paradoxon kurz erklären. Anarchie im theoretischen Wortsinne entzieht sich ja gerade der Definition, ist nicht determinierbar und auch nicht in ideologische Schemata einzuordnen. Sonst wäre es ja keine Anarchie, sondern schlicht eine Ideologe, welche die jeweils Stärkeren umsetzen; es zumindest versuchen.

Anarchie in einem irgendwie gut gemeinten Sinne braucht natürlich Strukturen (und Exekutiven), weil die menschliche Natur weniger von Ideologie denn von Biologie determiniert ist. Und ohne reflektierte, ansatzweise wenigstens akzeptierte Strukturen wäre Anarchie dann schlicht Tierreich - the survival of the fittest.

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Du bist nicht allein
 

statt survival of the fittest -  das herrscht hierzulande (minimal verbrämt!) als "Jeder nach seinen Leistungen" oder "Leistung muss sich lohnen".

Das ist die Ideologie von Raubtieren, hier minimalistisch gewürzt mit "sozialen" Gnaden durch die eingebildeten "Leistungsträger" deren Leistungen unauffindbar sind, weil sie vom Raubgut zehren.

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Antwort auf marie  zum Kommentar noch mal andersrum
 

in Leipzig und anderen Städten (also diejenigen, die für die Medien eher unsichtbar sind, da nicht auffällig), verhält sich leider so ähnlich wie das befragte ältere Pärchen hier in ntv, ab Minute 01:38, dann auch irgenwie noch diffus und ohne klare Stellungnahme (Meinung?).

Bei den beiden zumindest würde ich schätzen, wenn es darauf ankommt, sind die eher bei den Sätzen: "ja, die Ausländer machen Probleme usw." Aber ich kenne die Gegebenheiten vor Ort halt nur über die Medien und die "stille Mehrheit" ist denn doch auf der Seite der Gewaltlosigkeit und Toleranz. Nur, es wäre wichtig, es auch deutlich in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Die Lösung sollte jedenfalls nicht in verschärften Sicherheitsgesetzen und Polizeiaufstockung gefordert werden, sondern klare politische Stellungnahmen und konsequentes Handeln gegenüber dem rechten Spektrum: auf dem rechten Auge blind geht gar nicht mehr!

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Die Mehrheit der Bürger
 

«... dann auch irgenwie noch diffus und ohne klare Stellungnahme (Meinung?). »

Auch wenn jemand eine klare Haltung/Meinung hat, heißt das noch lange nicht, daß die auch fundiert ist.

Heute beim Kaffeetrinken beim Bäcker erlebt:

Drei ältere Herren unterhielten sich über die Windkraftanlagen und meinten, damit kann man niemals genügend Energie herstellen; die Atomkraftwerke seinen viel effizienter und billiger.

Meinen Einwand, Windkraftanlagen könne man einfach verschrotten und es gäbe noch gar kein Endlager für die Atomabfälle und die Kosten seien nicht mit kalkuliert. Weiter strahlen die noch hunderttausende von Jahren, wischten die vom Tisch: «Kümmern Sie sich um ihre eigenen Angelegenheiten!»

Bei so viel Dumpfbackigkeit «aus der Mitte der Gesellschaft» schwant mir Böses. Gerade hier im Osten hat die ehemalige Atomministerin Mamma Dilemma in den 90er Jahren zwei Atommeiler still legen lassen und eine ordentliche Suche nach einem Endlager in ganz Deutschland verhindert. Das war kein verantwortlicher Umgang mit Atommüll, sondern elende Parteipolitik – und von diesen Beispielen gibt es viele, die genau diese Melange von Desinformation und Verunsicherung erzeugt hat, die in dem Video von ntv dargestellt ist.

Bild des Benutzers fahrwax

Antwort auf ebertus  zum Kommentar Mal andersrum ...
 

Die, deren Gedankengut ich gern teile, wird nie nicht nach "mehr Polizei" rufen - meint mit Anarchie die Form von gleichberechtigter Selbstverwaltung, die nicht ab- oder ausgrenzt somit unmöglich mit "Bürgerwehren" der Autoritätsgläubigen verwechselbar ist. Sie wehrt sich gegen jede Form der Beherrschung. Diese Fraktion wird, als ihren wertvollsten "Besitzstand" allein die Frei-Gleich-Brüderlichkeit der Hütten verteidigen - weil sie Paläste als eine herrschaftliche Perversion ansieht.

Daraus ergibt sich kein Paradoxon meiner Fraktion, sondern eine schlichte wie klare Handlungsgrundlage:

kein Herr und kein Sklave, also unmittelbare soziale Revolution.

Siehe dazu auch  A LAS BARRICADAS

oder auch

Was in Katalonien nie vergessen wurde

Gated Communities sind ein Model zur Wohlstandsverteidigung, also der Privilegierung (uns ist auch eine derartige panamesische Adresse wohlbekannt...).

In puncto Anarcho-Phobie unterscheidet sich ein linientreuer Kommunist kaum vom braven Kleinbürger. Für beide besitzt das Wort Anarchie einen bedrohlichen Klang, der ihrem Wahrnehmungssystem Gefahr und Desintegration signalisiert. Mit dem Begriff Revolution verbindet ein Kommunist das Beharren auf Ordnung und Disziplin. Er will ja am Typus der Industrialisierung nichts ändern, nur neue Verfügungs- und Kommandostrukturen einführen. Den Weg zur Revolution kann er sich nur über bestimmte Typen stabiler, disziplinierender Organisationen mit Strukturen von Befehl und Gehorsam denken, wie sie in kommunistischen Parteien vorliegen. Immer muss erst Ordnung herrschen, bevor Revolution sein kann, und auch danach muss schnell wieder Ordnung einkehren. Anarchisten, so ein alter kommunistischer Spruch, könne man in der Hitze des revolutionären Kampfes ganz gut gebrauchen, danach müsse man sich ihrer schnell entledigen. Anarchisten führten an zwei Fronten Krieg: Gegen die herrschenden Mächte in all ihren Gestalten, dann aber auch gegen Tyrannen und Bürokraten in den Reihen der eigenen Verbündeten. Zwischen diesen beiden Fronten wurden sie zerrieben. Bei Durrutis Begräbnis – er war am 20. November 1936 im Kampf um Madrid von einer Kugel unklarer Herkunft getroffen worden – waren 200.000 Leute in Barcelona auf den Straßen. Einen Monat nach seinem Tod hieß es in der Prawda: „Was Katalonien anlangt, so hat die Säuberung von Trotzkisten und Anarchisten begonnen, und sie wird mit derselben Energie durchgeführt werden wie in der UdSSR.““

Der komplette, umfängliche Artikel von Götz Eisenstein auf den Nachdenkseiten ist hier zu finden.

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Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Es gibt nicht allein 2 Fraktionen
 

Götz Eisenstein lese ich nochmal, meine den Text zu kennen.

Und wie werden in Deinem Modell die menschlichen Triebe -welche auch immer- verwaltet, von denen und über die bereits Freud sehr viel geschrieben hat. Durch gutes Zureden? Oder gibt es Definitionen, Instanzen und Regularien, gar Sanktionen bei Übertretung eben dieser Definitionen. Und in welche inhaltliche wie auch gesamtgesellschaftlichen Legitimation werden dann diese Regularien eingebunden, verifiziert, ggf. exekutiert.

Begleite das hier ja auch immer etwas ironisch, die Tatsache dass per herrschender Ideologie eigentlich Gute, (jüngere) Frauen, Migranten, Homosexuelle etc. auch böse sein können, sich offensichtlich wenig aus der gerade angesagten Ideologie machen. Und bin ein wenig, über die mir innewohnende Ratio hinaus vom Kubanischen Tagebuch des Che Guevara beeinflußt. Bei allem Positiven über die Revolution berichtet er dahingehend auch über so einige Niederungen der Realität, über Menschen eben.

Oder eben doch Tierreich? 

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Also "gute" Anarchie
 

sind in einem gleichberechtigten, auf gegenseitigem Respekt gegründeten Umfeld lösbar.

Daran wurde bereits vor Jahrtausenden in Staffelstein (vieleicht erinnerst du dich an meine Erklärungen dazu?) gearbeitet......, diese Entwicklung hat nie aufgehört, wurde allerdings immer wieder durch die "Genialität" von Imperatoren und ihren debilen Sheriffs unterdrückt.

Die real existierende Systematik und ihre Hierarchie befördert mieseste Triebtäter zu "Entscheidern" über Leben & Tod?

So sind dann eben auch die zwangsläufigen Ergebnisse.

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Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Alle menschlichen Bedürfnisse.....
 

Es gibt in Deinem anarchistischen Modell also keinerlei Definitionen, Regularien oder Instanzen, welche jenseits der Ideologie und der Sozialisation die menschliche Biolologie in Form von Trieben (Freud) begrenzt bzw. gar sanktioniert - sobald diese Triebe übergriffig werden, gegen andere Menschen sich richten.

Diese Meinung gestehe ich Dir zu, bin aber ehrlich gesagt sehr froh darüber, dass ein derart anarchistisches, frühzeitliches, mittelalterliches Modell des survival of the fittest sobald keine Chance auf Realisierung hat.

Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Alle menschlichen Bedürfnisse.....
 

ich will jetzt mal nix über kannibalismus schreiben, der ja wohl bei einigen urvölkern ein "bedürfnis" oder zumindest "kultur" ist - auch auf pädophile neigungen, die ein "bedürfnis" für pädophile sind, will ich nicht eingehen ... das gewalt wiederum gewalt erzeugt und macht korrumpiert - menschen mit den schrägsten neurosen rumlaufen, die sie für ihre legitimen bedürfnisse halten - ihre sadistischen triebe, ebensowie ihr helfersyndrom ... beschäftige dich mal mit kriminologie bzw. psychiatrie ... da geht es NUR um menschen ... ihre bedürfnisse, ihre masken, ihre rollen, ihre fantasien und um den teil davon, den sie in TATEN umsetzen >>> jedenfalls erscheint mir "anarchie" unter diesen menschlichen möglichkeiten/voraussetzungen da völlig uninteressiert - bis auf einen angemessen anteil der menschlichen facetten, der charakter, veranlagung und situation erfordert - dazu gehört auch ein bißchen anarchie (wenns grad paßt - aber nicht um jeden preis) ... ein bißchen demut könnte in manchen situationen auch gut passen - oder großzügige toleranz ... aber auch wissenschaftlich superexakte pingeligkeit und konzentration

dein anarchie-brocken der menschlichen bedürfnisse - jedenfalls so, wie du ihn verwendest (hinknallst) - ist ganz allein dein ding - da kannst du deine "götter" anrufen, sooft du willst ... vielleicht glaubst du ja wirklich, dass du z.b. rio reiser ganz ähnlich und nahe bist ... die wunderbare lyrik seiner balladen sprechen eine sprache, die mit deiner nix zu tun hat

>>> ein wundervoll (demütiges) liebeslied und wirklich kein anarchosong
https://www.youtube.com/watch?v=A7TQuBEw8OY

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Also "gute" Anarchie
 

der menschlichen Zivilisation entwickeln sich arbeitsteilige Strukturen, die im positiven Verlauf für alle von Vorteil sind. Da es aber weder in der Natur und schon gar nicht bei den erdachten Strukturen menschlichen Zusammenlebens eine stabile Verlaufsform gibt, drückt sich das in der Natur durch Katastrophen aus (zumindest großen Schwankungen - aus der Chaostheorie auch "determiniertes Chaos genannt) und bei den Menschen aus ständigen Lernversuchen sich Aufbauen, Erhalten und Zerstören ergibt.

Diesen ganzen Prozess der Zerstörung friedlich zu gestalten, ist eine ständige Herausforderung bereits innerhalb einer Kultur und vor allem zwischen unterschiedlichen Kulturen. Die Kulturtechniken, um das zu erreichen, haben sich verfeinert und bieten wohl das Potential, dass das gelingen kann.

Werners "reine Lehre", die wie eine praktische rüberkommen soll, ist eine Idealisierung, die in übersichtlichen Kleingruppen sicher geregelt werden kann. Aber selbst da wird erwartet, dass "Leistung" eingebracht wird, da ansonsten das Kollektiv nicht bestehen kann. Jeder trägt also nach seinem Vermögen bei. Und da die Fähigkeiten sehr unterschiedlich verteilt sind, wird die eine wesentlich mehr beitragen können, als es einer anderen möglich ist. Und wer dieses "Verhältnis" dann auf den Begriff bringt sagt: "Sie ist eine unserer Leistungsträgerinnen". Daraus ergibt sich nicht zwingend ein Anspruch, was nun der eine oder andere zu tun hat, wohl stellt sich aber eine Frage der Gerechtigkeit, ob sich daraus andere Ansprüche ableiten lassen.

Und das ist nur eine von vielen Fragen, von denen sich mehr ergeben, je mehr Menschen sich in einer Gesellschaft selbst organisieren und sich den eigenen Gesetzen unterstellen. Und zwar deshalb, um in einem abgestimmten Ordnungsrahmen das Chaos weitestgehend außen vor zu halten.

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denn jede Organisation, jeder diesbezügliche minimale Rahmen wäre die Abkehr von der reinen Lehre.

Daher, und um nochmal auf diese aktuellen, oft schon bizarren Diskussionen zurückzukommen, so sagt mir meine Erfahrung aus den USA, dass sich die Vermögenden auch hierzulande zunehmend in abgeschirmte, hochgesicherte Bereiche zurückziehen werden.

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Daher mein Paradoxon,
 

denn Paradox ist doch dann erst recht der Zustand, wenn sich aus dem Teil der Zivilisation die Ordnungskräfte finden, die jene verteidigen, die für diesen Zustand verantwortlich sind, also gegen die Beschützer selbst gerichtet sind. Und das habe ich noch nie verstanden (den Mechanismus schon), das diese Zustände sich nur bilden und erhalten können durch die "Hinnahme" und ggf. noch aktive Unterstützung der "Ausgebeuteten" selbst.

Es gelingt wohl vor allem deshalb nicht, da durch komplizierte gesellschaftliche Strukturen sowohl der Durchblick erschwert wird, noch der direkte Zugriff einfach möglich ist, denn viele der im Hintergrund agierenden machen sich völlig "intransparent".

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Wenn wir es zulassen,
 

meinte ich es dahingehend, dass eine Definition von Anarchie paradox ist, Anarchie genau das Gegenteil von Definition.

Insofern ist Werner sogar sehr konsequent, dass er sich strikt, auch auf ausdrückliche Nachfrage hin weigert, diese Anarchie auch nur ansatzweise im Konkreten zu definieren. Da kann er nur verlieren, weil jede Definition in Falle der Anarchie eben ein Paradoxon darstellt, jede Definition von Strukturen und Instanzen die Anarchie ad absurdum führt.

Ich mache es mal einfacher, weniger an der Polizei, denn an dem Begriif vom bedingungslosen Grundeinkommen (BGE) auf. Das vertrete ich konsequent, wobei mir klar ist, dass es in dieser arbeitsteiligen Gesellschaft selbst bei bestem Willen zu einer gewissen Anarchie führen kann. Und diese Anarchie wiederum wird nur durch Zwang aufzulösen sein; oder durch eine massive Aufwertung von sog. einfachen Tätigkeiten.

Werner würde jetzt vielleicht auf das Nachbarschaftsmodell abheben, was jedoch lediglich in kleinem Rahmen funkionieren wird.Darüber hinaus braucht es eine Eqivalenz (beispielsweise Geld), welches aber wiederum nur durch Definitionen, Institutionen und Instanzen als gültig gezeichnet werden kann.

Natürlich, ein einsamer Ritter oder ein Cowboy im Wilden Westen kommt ggf. auch allein klar, nimmt sich eben was er braucht, notfalls mit Gewalt. Sogenannte Prepper (Selbstversorger) sind ja drüben, vielleicht auch hierzulande gerade in Mode. Nur ohne ein wenigstens rudimentäres Gewaltmonopol des Staates herrscht eben auch da ganz schnell Anarchie; und keine gute ...

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Mit dem Paradoxon
 

und zwischendurch belade ich mein Auto, geht es morgen wieder in die Einsamkeit der Valle Maira.

Ein anderer Punkt wäre -George Orwell hat dazu mit "Mein Katalonien" ein interessantes und wohl authentisches Tagebuch verfaßt- ob es überhaupt und wie es denn geregelt ist, wen es äußere Feinde gibt. Auf Augenhöhe im Elend, das klappte in Katalonien wohl eine gewisse Zeit, bei den US-Amerikanern in Vietnam dann schon weniger. Beide Modelle sind schlußendlich gescheitert und wer wollte aus der räumlichen und zeitlichen Distanz, den die jeweiligen Gründe plausibel machenden Feldherren spielen.

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Mit dem Paradoxon
 

und so verstehe ich das hier, ist es eine Art Fortsetzung des Wagenknecht Blogs.

Die Frage eben, ob man im Rahmen schwach erkennbarer Möglichkeiten kleine Schritte versuchen sollte; oder die reine Lehre vertreten. Wobei diese Lehre wegen dem genannten Paradoxon absolut theoretisch bleiben muss, es absehbar nicht mal ansatzweise kritische Mehrheiten für eine gute Anarchie geben dürfte.

Für eine böse möglicherweise eher ...

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Insofern
 

Ich belasse es einmal bei einem Zitat vom letzten Montag, das alle Psychopathen betrifft - nicht nur deren "erwählte" Führerschaft:

"Die reichen Staaten werden ganz sicher versuchen, durch grausame Kriege Kapital und Menschen zu vernichten, um die Profitrate noch ein wenig länger am Sprudeln zu halten. Auf ewig gelingen wird ihnen das nicht. Doch ein solcher ökonomischer Zusammenbruch des Kapitalismus wird für die überwiegende Mehrheit der Menschen tödlich enden. Jedenfalls dann,  wenn die mehr werdenden Leidtragenden es nicht schaffen, die Produktion von Profit auf Bedarf umzustellen. Das gelingt aber nur, wenn ihnen die Mittel dafür gehören. Freiwillig wird allerdings kein Besitzender etwas abgeben."

https://kenfm.de/tagesdosis-27-8-2018-muellberge-und-ueberfluessige/

 

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Mit dem Paradoxon
 

Die Abwesenheit von Herrschaft - also Anarchie - kann nur ein Regularium billigen: die unabhängigenen Entscheidungen Freier und Gleicher. Das aus diesen Entscheidungen "Brüderlichkeit" resultiert erscheint mir wahrscheinlich - weil Mensch genetisch als soziales Wesen geboren wird, ohne diese angeborene Sozialität keinerlei Chance des Überlebens hat.

Der "Cowboy im Wilden Westen" (den es so nie gab) war ein Raubritter der sich an den vorhandenen Ressoucen seiner neuen "Heimat" bediente, jede Verantwortlichkeit gegenüber seinen eingeborenen Mitmenschen und deren Gebräuchen bestritt und stattdessen auf seinem "Urheberrecht" als Stärkerer bestand / besteht - nachdem er zuvor von den Stärkeren seines Herkunftsortes vertrieben worden war.........

Das ist nur ein Bild des endlosen Paradoxon von Strukturen die Menschlichkeit und deren vorgeblich fortschrittlicher Entwicklung als Alibi benutzen (simulieren) um eigener Egomanie zu frönen.

Die hiesige, gegenwärtige Argumentationskette steht und fällt mit unserem differierenden Menschenbild. Für mich lebt Mensch aus dem Bestreben nach dem Beweis seiner Nützlichkeit - eben nicht aus dem Bestreben nach maximalem Popo-Wachstum - ist ein genetisch auf Zusammenarbeit ausgerichtetes Wesen. Daraus bestehen - auch unter kapitalistischen Regeln - 2 Drittel aller menschlichen Tätigkeiten (nicht zu verwechseln mit dem Bruttosozialprodukt).

Allgegenwärtige Strukturen repräsentieren derzeit allein die Bevorrechtigung von Hirarchie und Konkurrentkampf die sich am Sozialen Wesen mästen, um ihre Daseinsberechtigung durch die überzogene Präsentation von "feindlichen" menschlichen Raubtieren - die diese Denkweise erst produziert und befördert - darzustellen.

Die Geschehnisse um die "Sachsen" liefern dazu derzeit allerfeinstes "Anschauungsmaterial".

 

Geht man davon aus, dass der andere Mensch die Grenze meiner eigenen Freiheit darstellt – so wie es der Liberalismus tut? Das entspräche dem sogenannten negativen Freiheitsbegriff. Oder geht man davon aus, dass der andere nicht die Grenze, sondern die Bedingung meiner Freiheit ist – dass Freiheit also darin besteht, dass ich an sozialen Praktiken partizipiere und mich in diesen Praktiken, die wir miteinander teilen, zu Hause fühle? Das drückt Marx, der ja kein Anarchist war, treffend mit dem Satz aus, dass die Freiheit aller die Bedingung für die Freiheit des Einzelnen ist und umgekehrt.“

 

https://www.woz.ch/1813/anarchismus/der-staat-macht-das-leben-der-menschen-unsicherer

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Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Nur halbwegs korrekt konstatiert!
 

"Die hiesige, gegenwärtige Argumentationskette steht und fällt mit unserem differierenden Menschenbild."

Natürlich, dieses Menschenbild wird ansozialisiert. Eine interessante Parabel, weil ja primär von sogenannten Rechten immer wieder behauptet wird, dass das Menschenbild/Frauenbild in den muslimischen Ländern ein anderes wäre als im aufgeklärten Westen.

Bei der Sozialisation und dem daraus resultierenden Menschenbild bin ich voll bei Dir. Auch Hannah Arendt, ich erwähne das immer mal, hat in "Vita activa" postuliert, dass die Geburt einen vollkommenen Neuanfang darstellt. Allerdings bezieht sich Arendt nach meinem Verständnis dahingehend auf die Sozialisation und nicht auf die Biologie.

Und diese Biologie besteht eben nicht nur aus den genetisch mittlerweile erkennbar gemachten Erbkrankheiten, sondern ebenso aus einer von der Abstammungslehre her determinierten Triebsteuerung. Da kommen auch die guten Anarchisten nicht d'rüber hinweg.


Außer mit chipen von Geburt an, oder einer Art Dauerinfusion zur Ruhigstellung.

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Sozialisation
 

macht Menschen zu Ungeheuern die der zunehmenden Kontrolle bedürfen, weil sie ihre "Triebe" angeblich nicht selbstständig steuern können.

Das ist eine These die ich nicht teilen kann, weil der zur übergeordneten "Triebkontrolle" Befähigte sich keinerlei glaubwürdiger Überprüfung seiner "Triebsteuerung" zu unterziehen hat, sondern per (seine Herkunft aus dem allgemeinen Gen-Pool) verschleiernder Ernennung zum überlegenen Wesen ernannt wird.

Bei Richtern reicht dazu die über viele Semester nachgewiesene Bereitschaft sich unterzuordnen und ein Leib dem ein schwarzer Kittel passt.

"Ochsentour" wurde das einmal im politischen Segment genannt - die Ergebnisse sind vom Trumpel bis zum Murksel und den derzeitigen Lieblingsfeinden Putin und dem "Schlächter Assad" täglich zu besichtigen.

Derartige Magie, unter Zuhilfenahme einer nebulösen "Abstammungslehre" erscheint mir zu einfältig.

Außerdem bist du da dem Weltbild einer Margret Thatcher (there is no.....) näher als du es derzeit glauben möchtest - dem Kampfbild einer Mittelschicht gegen "die da Unten".

Und sach mal bitte nichts mehr gegen umsichtig verwendete Drogen!

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"Derartige Magie, unter Zuhilfenahme einer nebulösen "Abstammungslehre"

Wenn Du Kirchenvertreter wärst, ein Evangelikaler, ein Mormone oder gar ein Sarah Palin Fan, dann würde ich Dir das abnehmen. Die Genannten haben's nicht so mit Darwin (oder Freud), würden die dahingehenden weltlichen, schulischen Lehrpläne gern ändern.

Hatte vor einigen Jahren Gelegenheit, mir deren Welt- und Menschenbild, deren Abstammungslehre bei verschiedenen Ausstellungen und Vorträgen im Temple Square, im Zentrum der Mormonen-Metropole Salt Lake City näher anzuschauen.

Musste dabei auch manchmal schmunzeln.

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Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Nur halbwegs korrekt konstatiert!
 

"(...) weil Mensch genetisch als soziales Wesen geboren wird, ohne diese angeborene Sozialität keinerlei Chance des Überlebens hat."

Mensch wird als hilfloses, über viele Jahre zu beschützendes Lebewesen geboren und erhält die Sozialisation seiner zufälligen Geburt. Was daraus wird, zeigt die Geschichte. Und die spricht einfach gegen die "Brüderlichkeit", oder allgemeiner "Geschwisterlichkeit", jedenfalls wenn es über das soziale Umfeld hinausgeht (falls es da überhaupt gelingt).

"Für mich lebt Mensch aus dem Bestreben nach dem Beweis seiner Nützlichkeit (...)".

Mein lieber Otto, der Satz passt prima in das neoliberale Dogma, obwohl Du es anders verwenden möchtest. Der Begriff "Nützlichkeit" ist für mich völlig aus dem Vokabular in dem Zusammenhang zu nehmen, denn es kann sich nur um die individuelle Selbstverwirklichung handeln, im besten Sinne also die Übereinstimmung eigener Fähigkeiten, Ideale mit der Verwirklichung in der Realität. Das kleine Problem dabei ist nur, dass das nicht immer kompatibel ist mit den Vorstellungen anderer (kalter Kaffee). Da hilft auch nicht die Erkenntnis viel weiter "dass die Freiheit aller die Bedingung für die Freiheit des Einzelnen ist und umgekehrt.", die ja völlig zutreffend ist, sich aber in der Realität nicht so einfach verwirklichen lässt.

Eine naturalistische These über die genetische Ausstattung des Menschen als ein auf " (...) auf Zusammenarbeit ausgerichtetes Wesen" ist eine Erklärung ähnlich dieser: auf die Frage, wie es möglich ist, das es Leben gibt, folgt die "Begründung", dass es genau dieses Universums bedurfte, um es zu ermöglichen."

Die Zusammenarbeit des Menschen ist eine Kulturleistung, die dem Begriff Zivilisation erst den Inhalt verleiht. Und das ist im besten Fall eine Win-Win-Situation für alle, wenn es um gerechte Anteile der "Erträge" dieser kollektiven Arbeit geht. Allenfalls ist die genetische Disposition die Voraussetzung, um das überhaupt zu ermöglichen, aber keine hinreichende (zwingende) "Verdrahtung". 

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Wo anfangen?
 

hat, vorwiegend in Gestalt meiner klassenkämpferisch wie sozialen Oma,  jede mögliche brüderlich- und geschwisterliche Zielsetzung in meiner Person inkarniert (blöd das ich ein Einzelkind blieb!). Das werte ich nicht als Verdienst, sondern als Geschenk.

So wie Mensch eben nicht von der Bezahlung seiner Nützlichkeit lebt, sondern von der inneren Befriedigung seines Tuns.

Häh, neoliberales Dogma?

Du bist bezahlbar - da mag die Welt dann anders aussehen......., entschuldige bitte, ich bin unbezahlbar.

"Die Zusammenarbeit des Menschen" ist keine kulturelle Leistung, sondern eine genetische deren Erfolge sich die kapitalistische Unkultur sich gern als Leistung anrechnen lassen möchte.

 

Eigenverantwortung hat im Humanismus die Bedeutung, persönliche Freiheit wahrzunehmen und sich als Individuum nach eigenen Bedürfnissen und Interessen zu entfalten. Im Neoliberalismus dagegen bedeutet sie Privatisierung von Kapital, Vergesellschaftung von Schulden und den Abbau sozialer Leistungen, also Entsolidarisierung. Der große Unterschied besteht darin, ob Eigenverantwortung freiwillig gewählt ist oder erzwungen wird. Während das eine ein Grundrecht auf freie Selbstbestimmung beinhaltet, ist das andere eine erzwungene, unsoziale Maßnahme, die individuelle Freiheit nur vorspiegelt: Freiheit durch Unterwerfung.

........

Jemanden in seinem Bedürfnis nach Eigenverantwortung zu fördern ist grundsätzlich gut; ihm Verantwortung für etwas aufzuerlegen, was sich allein nicht tragen lässt, ist dagegen unsozial.“

https://www.rubikon.news/artikel/kapitalismus-im-kopf

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Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Mein "soziales Umfeld"...
 

Dir dann natürlich die Erfahrung, wie es mit dem "Teilen" und "Behaupten " so aussieht, wenn nicht genug vorhanden ist; das muss nun aber kein Nachteil sein. Auf diese Erfahrung lässt sich den Umständen entsprechend nämlich auch gerne verzichten.

Dein "Häh" bezieht sich auf deine unpräzise und missdeutige Aussage und meiner Kritik darauf von "lebt Mensch aus dem Bestreben nach dem Beweis seiner Nützlichkeit".

Sorry, mit deiner naturalistischen Argumentation befindest Du dich auf einem wissenschaftlichen "Abstellgleis", dass doch wohl als ausgestanden angesehen werden darf. Falls aber nicht, verwickelst Du dich schnell in Widersprüche, wenn daraus sowohl Pro- als auch Contraschlüsse gezogen werden können. Das möchte ich Dir gar nicht erst zumuten, auch wenn es deiner Argumentation Überzeugung verleihen soll.

Unsere genetische Disposition ermöglicht auf jeden Fall (im Rahmen der natürlichen Gesetzmäßigkeiten) genügend Freiheitsspielräume, die uns sehr viele Wege der Entwicklung durchführbar macht. Was Du nun mit "innerer Befriedigung" bezeichnest ergibt sich erst dann, wenn sich Mensch in einer sinnhaften Tätigkeit verwirklichen kann und wenn es dabei auch noch etwas Nützliches ist, umso besser.

Um dieses Ideal zu verwirklichen bedarf es eben einer Streitkultur der Argumente auf gleicher Argumentationsebene. Aber selbst da kann und will sich nicht jeder einbringen und "unterliegt" dann den Ergebnissen des Ausgehandelten. Die Gesellschaft wird schon deshalb keine übereinstimmende Gerechtigkeitsvorstellungen realisieren können, da es darüber sehr viele unterschiedliche gibt (ließe sich jetzt aus der Genetik der Abstammung begründen, wäre aber gemein) und sich nur eine kontinuierliche Bewegung dahin ergibt, da sich ja auch die Vorstellung von Gerechtigkeit mit der Entwicklung der Gesellschaft verändert.

Mein Vorschlag wäre, einfach mal was von den "Absolutismen" herunterkommen und kleinere Brötchen backen, andernfalls denken sich Mitleser eh nur: "typisches Geschwurbel von ein paar Altlinken, aber viel Schaden werden sie zum Glück nicht mehr anrichten können".

 

Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Mein "soziales Umfeld"...
 

konntest du dir ja nicht aussuchen - wer weiß, wer du bei einer "nazi-oma" geworden wärst ... oder wenn sich alle erwachsenen menschen auf ihre oma berufen würden ... aber natürlich werden wir durch erfahrungen mit anderen menschen geprägt ... mehr oder weniger

mal ganz persönliche beobachtungen von mir: du hast mich gastfreundlich in deinem haus aufgenommen - in den sich am abend entwickelnden gesprächen hast du mich jedenfalls vor enttäuschung und wut zum heulen gebracht, da deine "brüderliche" veranlagung zwar bei kost und logie spürbar war - meine gesamte lebenserfahrung aus der ddr-sozialisation (in der du nicht einen einzigen tag verbracht hast) wurde jedoch über dein (angebliches) wissen (aus medienschnipseln?) einfach und brutal niedergemacht - als unglaubhaft, falsch und alles schlimmst mögliche abgewatscht ... kein hauch von interesse, keine nachfragen : DU warst der ddr-experte am tisch ...

und dieser "experten-ton" zieht sich durch deine kommentare ... man kann zwar von dir als "bruder" gefüttert werden - aber als geistig oder psychisch existierender mensch ist man nur dreck ...

fühlst du dich als "anarchist" durch andersdenkende bedroht? mußt du sie (verbal) bekämpfen? dabei bin ich gar nicht zum essen gekommen ... sondern zum kennenlernen und reden (und wandern und so ...) ... naja, kennengelernt habe ich dich ja ... einen "bruder" habe ich nicht gefunden - oder doch? es gibt ja auch geschwisterhass - welcher das wort "brüderlichkeit" der dialektik bzw. biologie zuführt und: NICHTS!!! sagt - sondern etwas fantasiert

Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Nur halbwegs korrekt konstatiert!
 

ist echt sehr gut - danke für den link.

jedoch ist er insgesamt (im gesamten kontext des themas anarchismus) wesentlich vielfältiger als dein kurzer auszug daraus ... jaja, der marx mit seinem WELT-kommunismus als hoffnungsvolle vision ... er hat schon was zur theorie der ökonomie dazu beigetragen ... und um nichts anderes als THEORIE geht es ja auch ... ich halte es in diesem punkt mehr mit lenin "die praxis als kriterium der wahrheit" ... aber auch: "wenn der kopf klar ist, wissen die hände, was zu tun ist"

also hier mal meine auswahl des von dir verlinkten textes:

"Der Anarchismus ist eine extrem vielfältige Strömung. Tatsächlich sind einige dieser Strömungen antisozialistisch, da sie gegen die Gemeinschaft gerichtet sind. "

Die Antwort der Sozialistinnen und Sozialisten darauf war immer, Solidarität zu propagieren – ebenfalls mit dem Ziel, die partikularistische Beschränkung der Einzelnen aufzuheben, aber nicht in einem nationalen oder gar ethnischen Rahmen, sondern mit einem universellen Anspruch. Das heisst, dass zu der so geschaffenen Gemeinschaft alle gehören, dass diese Gemeinschaft offen ist und Raum für Pluralität bietet."

"Ist nicht manchmal auch ein naives Menschenbild das Problem, dass man einfach davon ausgeht, der Mensch sei im Kern gut, und sich sagt: Jetzt ziehe ich in die Kommune, und dann werden schon Freiheit und Brüderlichkeit herrschen?
Auch ich hätte wohl bei vielen anarchistischen Projekten meine Probleme, weil ich auch nicht unbedingt in einer Landkommune wohnen will. Historisch betrachtet herrschten bei derartigen Projekten häufig problematische Zurück-zur-Natur-Vorstellungen, konformistische Gemeinschaftsideale oder auch ein starker Moralismus, der abweichendes Verhalten des Einzelnen als Egoismus brandmarkte. Und der Insurrektionalismus, also der aufständische Anarchismus, ist mir viel zu heroisch in seiner Propagierung eines gleichsam apokalyptischen Kampfes."

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unser kleines mehrsprachiges nachbarland - in das immer mehr deutschsprachige theaterleute "abwandern" (müssen) und die für mich unerträgliche deutsche ms-landschaft haben für eine mischung aus alternativen und schweizer medien als informationsquelle geführt.
gerade zu "chemnitz" wurde da aus der schweiz sehr genau hingeschaut und kommt meiner ganz privaten analyse über "die nazis im osten" sehr nahe - natürlich nicht in ALLEN punkten - aber für mich sehr akzeptabel !!!
"Die unerlöste Geschichte Ostdeutschlands wird zum Wiedergänger und drängt auf ihre Erlösung. Diese Erlösung wird die Gesellschaft modernisieren. Der Dichter Heiner Müller sprach von der Befreiung der Toten. Geschichte ist zurückgekehrt – das ist eigentlich alles."
https://www.nzz.ch/feuilleton/alles-beginnt-mit-herkunft-weshalb-ostdeut...

https://www.nzz.ch/international/das-schlimmste-was-passiert-ist-ist-der...
https://www.nzz.ch/international/wir-sind-doch-alle-keine-monster-chemni...

und jenseits des deutschen ms - etwas versteckt = eine wahre freude!!! (oder satirie?)

https://www.mmnews.de/vermischtes/87687-sachsen-kiosk-besitzer-stoppen-s...
http://www.danisch.de/blog/2018/09/02/kiosk-besitzer-stoppen-spiegel-ver...

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auf'm Autogrill beim Mittagsmal; den NZZ-Artikel. Das zustimmend gefunden:

"Die Ostdeutschen stellen mit Erschrecken fest, dass das neue Deutschland der alten DDR immer ähnlicher wird, wenn die Eliten auf obrigkeitsstaatliche Mittel und Strukturen setzen, weil sie der Probleme nicht mehr Herr werden."

DDR 2.0 und jenseits von Chemnitz bin ich da schon länger dieser Meinung.

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Kurz überflogen,
 

haben 1989 ihren Pferdfuss hinter Bananen versteckt?

Antwort auf ebertus  zum Kommentar Kurz überflogen,
 

weißt du, WEN fahrwax damit meint? mich - z.b.??? oder ALLE ossis pauschal???

pferdefüße müßte er doch lieben und verstehen - und bananen waren doch seit dem marschallplan fast nur im westen auf dem ladentisch ... OHNE, dass das die "wessis" gestört hat ... KEINE BANANEN für ossis (diese teufel???)

ich "liebe" die "logik" der selbstenttarnung :-)))

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- solltest du dort bedacht und mit mit gefüllter Blase dort einreisen -  ist in der Schweiz längst nicht für alle Einkommensverhältnisse bezahlbar.

Die dortige Nachfüllerei des persönlichen Bläschens mündet dann zügig in die Entleerung auswärts gefüllter (Geld) Beutel.

Nur ein Ströphchen aus der Erfahrungswelt eines ehemaligen Wanderarbeiters in diesem ach so "freien" Ländchen.........

Aber wenn du gerade in die dortige Kontigentierung für Lohnsklaven passt - die Bereitschaft für die Hälfte der Entlohnung eines dortigen Eingeborenen zu rackern hilft wie überall enorm - kommste vieleicht sogar rein für ein paar Monate.

Mit ein paar Milliönchen kannste dich natürlich auch dort einkaufen, umso mehr Milliönchen du mitbringst desto schneller klappt das dann.

Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Selbst das "müssen".....
 

ich schrieb ALLEIN!!! von der medien- und theaterlandschaft der schweiz - die zum glück auch in deutscher sprache stattfinden kann >>> ich habe weder die absicht dort eine wohnung zu mieten noch einkaufen oder essen zu gehen ...