26 Aug 2018

Der Lack ist ab, mehr Bigotterie geht immer

Submitted by ebertus

"AfD stellt spanische Flüchtlingspolitik als vorbildlich heraus"


Ralf Streck eröffnet mit dieser Titelzeile  seinen aktuellen Artikel. Fühle mich mit meinen verschiedenen Äußerungen zur Causa "EU-Exekutive" absolut bestätigt. Die EU unter Führung von Deutschland zieht die Mauern immer höher; und verweist (hierzulande) augendeckelklappernd, vollkommen entrüstet sich gebend - auf die AfD.

Nun ist diese AfD weder im Bund noch in irgend einem Bundesland, einer Landesregierung in der Exekutive. Dort tummeln sich in den verschiedensten Konstellationen ausschließlich die Guten; dito in Spanien ...

Mehr Bigotterie geht immer, wird mit dem gerade verstorbenen John McCain einer der schlimmsten US-Hardliner, ein sog. Neocon wie er im Buche steht, auch hierzulande gefeiert; bis hin zu ehemals linksliberalen, gar linken Medien.

Was sollte also die taz oder beispielsweise das ND daran hindern, die aktuellen spanischen Abschiebungen von Flüchtlingen nach Marokko ebenfalls zu feiern, zumindest (klammheimlich) zu goutieren. Italien in Gestalt dieses bösen Salvini hatte das ja nur angedroht. Spanien in Gestalt des guten Sanchez exekutiert es dann gleichmal. Und die maßgebenden Politiker halten sich vornehm zurück. Von Merkel & Co. wird man weder zur italienischen noch zur spanischen (was aus aktuellem Anlaß eher angebracht wäre) Regierung nebst derer Minister ein kritisches Wort hören.

Änliches zur (nicht gegebenen) medialen wie politischen Kritik gilt auch für Malta. Auch dort sind die Häfen für Rettungsschiffe gespert, wird mindestens eines, gemäß der Mails, die ich vom Projekt Sea-Watch bekomme, dort festgehalten. Weder im Allgemeinen noch konkret und in persona werden die verantwortlicher Politiker Maltas hierzulande von den Qualitätsmedien kritisiert. Ein Schelm, wer da nicht an politisch korrekt exekutierte Bigotterie denkt.

Stattdessen und von Spanien angestoßen: Steht jetzt gar eine Neubewertung "heißer" Rückführungen an?

Man wird sich denken, wird erleben können, wie die Lückenmedien mit diesen Anforderungen umgehen.

Kommentare

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und was die Bigotterie betrifft, schon ein wenig jenseits der oft schadenfreudigen Ironie.

Es gibt, diese Tage gelernt, nun auch gute und schlechte Whistleblower, gute und schlechte sog. Leaks. Bislang waren die eigentlich immer gut, per Definition die Guten.

Ok, Assange sitzt auch deswegen immer noch exterritorial in London und Snowden gar weiterhin beim bösen Putin. Lediglich Chelsea Manning ist nach Verbüßung einer Teilstrafe wieder frei - aber auch nicht so richtig. Australien verbot ihr kürzlich die Einreise.

Und jetzt gibt es auch hierzulande einen richtig guten, bösen(?) Whistleblower. Der hat sich sogar gleich freiwillig geoutet und geht mit einer ausführlichen Erklärung zur Causa, geht mit seinem Anwalt proaktiv in die Offensive, Seine erwartbare Exmatrikulierung als Beamter dürfte ein sehr spezielles Medienereignis, absolut bigott zelebriert werden; weil ja eigentlich ein Guter ...

Antwort auf ebertus  zum Kommentar Wieder etwas gelernt,
 

ist ein begriff, den ich zwar aus der geschichte der menschen schon immer kannte, ihn jedoch nie so häufig als exakte bezeichnung von gegenwärtigem geschehen am zutreffendsten finde - dir scheint es genauso zu gehen >>> also ist die bigotterie zu einem wesentlichen erkennungsmerkmal des zeitgeistes geworden - und da dieses wort nur eindeutig negativ verwendbar ist, ist es für die bezeichnung einer epoche (in der wir gerade leben) aus meiner sicht fast perfekt, denn es umfaßt strukturen genauso wie darin gut gedeihende menschlich (miese) charaktereigenschaften

spannend finde ich deshalb jeden kleinen einzelfall von aufdeckung/öffentlich gemachten tatsachen - UND den umgang der herrscher im bigotten system ... natürlich sind sie verräter der mächtigen (genannt: kriminelle) - allein aus deren sicht - DOCH: diese kann ja niemals "UNSERE" (der machtlosen bzw. aufklärer) sein

"Von Selbstgerechtigkeit unterscheidet sich Bigotterie insofern, als der Bigotte an sich selbst auf jeden Fall weniger hohe Ansprüche stellt als an andere, während ein Selbstgerechter durchaus nach sittlicher und moralischer Tadellosigkeit streben mag."

Schon Jean Paul hat es treffend formuliert: „Im Wagen verachte ich den Fußgänger und auf der Straße den Fahrer.“ Dieser Selbstbezug ist gefährlich, da er den Blick auf das große Ganze verstellt.

"Erst wenn ein Problem tatsächlich erfasst und begriffen worden ist, kann man Vorgänge zu Ende denken und Verantwortung übernehmen. Die dazu notwendige Haltung bezeichne ich mit dem Begriff „Konkrethik“. Er soll verdeutlichen, dass die Richtigkeit des Handelns erst dann feststeht, wenn dessen Ergebnisse sichtbar geworden sind."

http://krieg-der-scheinheiligkeit.de/buch/ueber/

"eigentlich" ganz einfach: der nachweis, dass es den "verrätern" NICHT um ihren eigenen machterhalt geht - sondern sie lediglich den machtMISSBRAUCH von machtlosen aufdecken wollen ist eine spannende analytisch-theoretische aufgabe für JEDEN!!!

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frisch aus Italien, sehr subjektiv und in Sachen Bigotterie natürlich.

Von der Lega, sowie von Salvini & Co. halten die Italiener eher wenig. Dennoch wird akzeptiert, gar mit einer gewissen klammheimlichen Freude registriert, wie Salvini die guten Mitteleuropäer und insbesondere Deutschland vorführt. Eben durch das Verweigern der Anlandung von geretteten Flüchtlingen ohne dass sich gute Empfängerländer zur sofortigen Übernahme dieser Menschen bereit erklären..

Ja, dann könnten auch die bislang festgehaltenen Rettungsschiffe sofort wieder auslaufen!

Warum, fragt man sich hier, hat insbesondere Deutschland nicht schon längst einen Schuttleverkehr eingerichtet, warum werden die geretteten Menschen nicht sofort ausgeflogen?

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Zwischenbericht
 

ist die Wahl der Biggotterie - das sollte aber schon länger klar sein.

Die dem zugrunde liegende Produktion von Fluchtursachen ist alleiniges Werk des giftgasenden Putinteufels wie es sicherlich in Syrien baldigst schon wieder "bewiesen" werden wird.....

Was kann der humanitär angelieferte teutonische Hähnchenflügel, das überflüssige EU-Milchpulver dafür, das der dumme Afrikaner zu blöd ist sich selbst zu ernähren?

Schon der kapitale Schuttelverkehr zur Errettung der faulen Griechen stresst den tumben Teutonen derart, das er ausreichenden Platz für Wasserleichen in  seiner hohlen Birne findet.

BILD-ung ist keine Zauberei.

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Zwischenbericht
 

Das ist doch klar, wie Kloßbrühe. DE hat nur an der Schweiz (vorwiegend Bodensee), an der Nordsee und an der Ostsee Außengrenzen. Dort werden die Flüchtlinge nicht mit dem Schlauchboot anlanden. Darum sind alle Flüchtlinge erst einmal nicht der Deutschen Flüchtlinge, sondern ausländische Flüchtlinge, um die sich das Ausland kümmern muß – so einfach geht Bigotterie.

Bild des Benutzers fahrwax

Antwort auf Heinz  zum Kommentar Wer nicht fragt warum, bleibt dumm
 

ist jederzeit erlebbar:

wennste mit einem Schlauchboot, Kohldampf und halbersoffen auf einem uns gemeinsam bekannten Eiland in der Nordsee (Hooge) anlandest wirst du unverzüglich königlich behandelt (du kriegst das allerletzte Hemd von (fast) jedem der Eingeborenen - da täte ich wetten....

Kommst du dort, auf den selben paar Quadratmetern; als gut betuchter, pauschalreisender "Kunde" an machen die dich dort monetär & unmenschlich nackig - so schnell kannste nicht gucken.

Das hat System dieses Phänomen........

Wollte ich nur einmal gesagt haben.

Bild des Benutzers Heinz

Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Das Gegenteil.....
 

Wenn es um die überlebenden Flüchtlinge geht, ziehen Gauland und Seehofer am Gleichen Strang, um Wähler über den Tisch auf ihre Liste zu ziehen.

Hooge hat das Problem eher weniger, dort landet man mit der Fähre an.