15 Apr 2017

Wahrnehmung und Bewusstsein

Submitted by Delloc

Wenn Bewusstsein eine Wirkung haben soll, muss es wahrgenommen werden. Wenn es nicht wahrgenommen wird, existiert es lediglich als Idee, als Möglichkeit, die entdeckt oder erinnert werden kann. Entdeckungen und Erinnerungen geschehen aber nur, indem sie wahrgenommen werden. Wahrnehmung ist nichts anderes als Aufmerksamkeit, bei der je nach Richtung, Stärke und Dauer unterschiedliche Bewusstseinsinhalte kreiert werden.

Während man früher glaubte, dass das menschliche Gehirn diese Bewusstseinsinhalte produziere, definieren die heutigen Wissenschaften das Gehirn als einen „Biomasse-Sender-Empfänger“ (BMSE), der Schwingungen empfängt, sie auf unsere virtuelle Erfahrungsebene übersetzt und die Information so interpretiert, dass wir sie mit unserem begrenzten Bewusstsein verstehen können. (Vgl. die Werke von Ulrich Warnke, oder für Einsteiger: „Klartext“ von Bruno Würtenberger)

Siehe auch: http://www.matrixwissen.de/index.php?option=com_content&view=featured&Itemid=55&lang=de)

Und zur Einführung per Video:

https://www.youtube.com/watch?v=lVhFhR_lSdw

Mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen tun sich die traditionellen Wissenschaften äußerst schwer. In der Bürgerlichen Gesellschaft, die sich primär durch Macht- und Geldbesitz definiert, wird ja vor allem jenes Wissen nachgefragt und finanziert, das ökonomisch und militärisch genutzt werden kann. Zusätzlich braucht es Herrschaftstechnologien, die verhindern, dass die Machtansprüche der Herrschenden in Frage gestellt werden. Dazu zählen vor allem Informationen und Ideologien, die dazu geeignet sind, die Aufmerksamkeit auf Bewusstseinsinhalte zu lenken, die als systemkonform gelten. (Propaganda, Deutungshoheit, Gleichschaltung der Medien usw.)

In der Psychologie nennt man diese Inhalte „Fremdidentitäten“, weil sie der eigenen Selbstwahrnehmung fremd sind. Um ein individuelles Bewusstsein weitestgehend zu verhindern, das nicht kontrollierbar wäre, sind massive Eingriffe nötig. Es beginnt mit der familiären Sozialisation, indem beide Eltern zunehmend ökonomisch unter Druck gesetzt wurden, setzt sich in Kita, Schule, Uni, Rechts-, Ordnungs- und Polizeimaßnahmen fort, das ganze Programm gesellschaftlicher Zwangsanpassung und Konditionierung.

Um aber das hauptsächliche Gegengewicht zu dieser fremdbestimmten Verwüstung der Persönlichkeit zu schwächen, muss die individuelle Selbstwahrnehmung weitestgehend ausgeschaltet werden.

Dies geschieht u. a. durch die Diffamierung der Psychologie, bzw. Psychotherapie, weil durch sie der ganze Zwangscharakter der Bürgerlichen Gesellschaft offenbar würde.

Das wirksamste Mittel, die Wahrnehmung der Wirklichkeit und Selbstwahrnehmung grundlegend zu manipulieren, sind Stimulierungen der sog. „Ego-Aktivitäten“. Dabei werden unaufhörlich psychologische Inhalte (Gefühle, Bilder, Vorstellungen) erschaffen, die Identifikationen von uns und anderen Personen fördern oder ablehnen.

Worauf diese holographische Darstellungen, incl. emotionaler Strukturen, körperlicher Anspannungsmuster und anderer Empfindungen autobiographisch basieren, wurde hier http://fe.termiten.net/comment/7953#comment-7953 bereits angedeutet.

Sandra Maitri schreibt dazu (Neun Porträts der Seele – Die spirituelle Dimension des Enneagramms, Bielefeld 2004, S. 114 f.):

„Wir können uns zum Beispiel als jemand erleben, der missverstanden wird; als jemand, den die anderen eher nicht mögen; als jemand, der immer alles falsch macht oder als jemand, dem es schwer fällt zu handeln. Oder, positiver, als jemand, der klüger ist als andere; jemand, der sehr freundlich ist oder jemand, der große Stärke besitzt. ... Diese Bilder unser selbst, unsere Selbstrepräsentanzen, entstehen als Gegenstücke zu unserem Gefühl für etwas, das anders ist als wir, und verleiht den Objektbeziehungen, den Bausteinen der Persönlichkeit, ihre Gestalt. Desgleichen ... [ist] der wesentliche Antrieb hinter jeder Ego-Aktivität, nämlich Schmerz zu vermeiden und Lust zu erleben, in diese Objektbeziehungen eingebettet [...] und [sorgt] für die Dynamik [...], die zu ihrer Entstehung führt.

Die Ego-Aktivität in der Persönlichkeit findet nie ein Ende, und bis zu dem Zeitpunkt, wo sie für Momente aufhört, haben wir keine Vorstellung davon, wie ermüdend und auslaugend sie ist. Selbst wenn wir schlafen, ist unser Unbewusstes damit beschäftigt, die Erfahrungen des vergangenen Tages zu verarbeiten und das, was der nächste Tag bringen wird, in Form von Träumen vorwegzunehmen. Beim normalen Menschen hören diese Aktivitäten nur im Tiefschlaf auf, und wie Experimente mit Schlafentzug gezeigt haben, werden wir ohne diese Ruhepausen zu psychischen Wracks.“

Ideologisch zog die Bürgerliche Gesellschaft einen besonderen Nutzen aus der Selbstevidenz „cogito ergo sum“ eines Descartes, um den Menschen allein als tätiges Wesen zu definieren (und ausbeuten zu können). Rein theoretisch ist die Selbstevidenz die einzige Möglichkeit, Gott zu leugnen und das religiöse Denken auszurangieren. Doch das war auch die Absicht der Bürgerlichen Gesellschaft. Vor allem die Naturwissenschaften ignorierten von da an konsequent den „Hermeneutischen Zirkel“ ihrer Forschungsresultate und starteten eine Dynamik, die große Teile dieses Globus inzwischen in den Kollaps getrieben und ganze Landschaften und Tierarten liquidiert hat.

Die Ideologie von der „Nichtigkeit“ der menschlichen Existenz und der Natur setzte dabei Kräfte frei, die den ökonomischen Gesetzen der Bürgerlichen Gesellschaft und ihren Mächtigen in die Karten spielten.

Karl Marx, der sich mit der Selbstevidenz (Selbsterzeugung) beschäftigt hat, stellt abschließend zur Ideologie der „Nichtigkeit“ die Frage: „Oder bist du ein solcher Egoist, dass du alles als Nichts setzt und selbst sein willst?" (MEW 40, S. 546)

Damit trifft er (wieder einmal) den Nagel auf den Kopf.

Kommentare

Bild des Benutzers pleifel

Sorry, aber bei der Bezeichnung kräuseln sich mir die verbliebenen Haare. Und Du beziehst dich auch gleich auf diese "Fachkraft", die sich durch eine Expertise auszeichnet derart, dass man schon ein wenig "surfen" muss, um überhaupt etwas von ihm zu finden. Leider hat sich wohl noch niemand gefunden, der ihm wenigstens ein paar Sätze in Wikipedia eingetragen hätte, somit greife ich auf Psiram zurück. Über die da befindlichen Texte kann man sich ja selbst einen Eindruck verschaffen.

"Während man früher glaubte, dass das menschliche Gehirn diese Bewusstseinsinhalte produziere, definieren die heutigen Wissenschaften das Gehirn als einen „Biomasse-Sender-Empfänger“ (BMSE), der Schwingungen empfängt, sie auf unsere virtuelle Erfahrungsebene übersetzt und die Information so interpretiert, dass wir sie mit unserem begrenzten Bewusstsein verstehen können. (Vgl. die Werke von Ulrich Warnke, oder für Einsteiger: „Klartext“ von Bruno Würtenberger)"

Wenn es doch so einfach wäre, mitnichten "definieren die heutigen Wissenschaften das Gehirn als einen „Biomasse-Sender-Empfänger", obwohl sicher eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Gehirnforschern ähnliche Vorstellungen hegt. Abgesehen davon kann sich jeder in einem Selbstversuch leicht selbst davon überzeugen, wie Bewusstseinsinhalte ohne "Empfänger-Schwingungen" generiert (geschaffen, erzeugt, geschöpft) werden können. Aber die stammen dann sicher aus der platonischen Welt der Ideen (Warnkes Vakuum), insoweit Platon sich noch nicht Quantenphilosoph nennen konnte.

Und Ulrich Warnke? Mir reichte folgende Stelle (es gibt mehr davon) zumindest aus: "Die Evolution ist zielgerichtet, es wird ein Ziel ausgesucht und dann erst die Mechanismen dazu konstruiert." Kann man natürlich so sehen, hat aber bloß nichts mit der eigentlichen Evolutionstheorie zu tun, die sich durch ganz andere Wirkmechanismen beschreibt. Der Mensch allerdings (und vielleicht einige Säugetierarten) kann so vorgehen, dass aber dürfte wohl nicht gemeint gewesen sein.

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„Quantenphilosoph Ulrich Warnke

Sorry, aber bei der Bezeichnung kräuseln sich mir die verbliebenen Haare. Und Du beziehst dich auch gleich auf diese "Fachkraft", die sich durch eine Expertise auszeichnet derart, dass man schon ein wenig "surfen" muss, um überhaupt etwas von ihm zu finden. Leider hat sich wohl noch niemand gefunden, der ihm wenigstens ein paar Sätze in Wikipedia eingetragen hätte, somit greife ich auf Psiram zurück. Über die da befindlichen Texte kann man sich ja selbst einen Eindruck verschaffen.“

Ja, der Glaube an Autoritäten, die uns die Bürgerliche Gesellschaft und ihre Medien servieren, dienen dem Zweck, die eigene Verständnislosigkeit beizubehalten.

 

„Wenn es doch so einfach wäre, mitnichten "definieren die heutigen Wissenschaften das Gehirn als einen „Biomasse-Sender-Empfänger", obwohl sicher eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Gehirnforschern ähnliche Vorstellungen hegt.

Sollen wir darüber demokratisch abstimmen?

 

„Abgesehen davon kann sich jeder in einem Selbstversuch leicht selbst davon überzeugen, wie Bewusstseinsinhalte ohne "Empfänger-Schwingungen" generiert (geschaffen, erzeugt, geschöpft) werden können.“

Besonders effektiv sind Selbstversuche an Ostern, da werden manchmal ganze Nester im Gebüsch erzeugt.  

 

„Und Ulrich Warnke? Mir reichte folgende Stelle (es gibt mehr davon) zumindest aus: "Die Evolution ist zielgerichtet, es wird ein Ziel ausgesucht und dann erst die Mechanismen dazu konstruiert." Kann man natürlich so sehen, hat aber bloß nichts mit der eigentlichen Evolutionstheorie zu tun, die sich durch ganz andere Wirkmechanismen beschreibt.“

Wie trennst du die „eigentliche Evolutionstheorie“ von der „uneigentlichen“? Durch Autoritätsgläubigkeit oder durch Selbstversuche?

In diesem Sinne wünsche ich dir weiterhin viele Nester im Gebüsch der Orientierungslosigkeit...

 

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PS

Natürlich begrüße ich alle Selbstversuche, vor allem jene, die meditative Erfahrungen ermöglichen. Dass durch konzentrierte Aufmerksamkeit Informationen übermittelt werden und diese neuronale Bewusstseinszustände hervorrufen, sind ja Tatsachen, die niemand bestreiten kann.

Wenn dabei vom Empfänger-Gehirn keine Schwingungen wahrgenommen werden, kann dies aber nicht als Beweis angeführt werden, dass sie nicht vorhanden sind. Ihre Messungen gehören inzwischen zum Standard der Neurobiologischen Forschung.

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«(Propaganda, Deutungshoheit, Gleichschaltung der Medien usw.)»

Wenn du schon über «Medien» schreibst, dann sollte das wichtigste Instrument der Indoktrination nicht fehlen, die Schule und die Religion, aus der die real existierende Schule entstanden ist – also nachbessern!

«Karl Marx, der sich mit der Selbstevidenz (Selbsterzeugung) beschäftigt hat, stellt abschließend zur Ideologie der „Nichtigkeit“ die Frage: „Oder bist du ein solcher Egoist, dass du alles als Nichts setzt und selbst sein willst?" (MEW 40, S. 546)»

Schon erstaunlich, wie grundsätzlich schief das Konstrukt von Karl Marx interpretiert werden konnte; da gibt es vermutlich ein paar Sätze in den MEWen, die das begünstigt hatten.

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„Wenn du schon über «Medien» schreibst, dann sollte das wichtigste Instrument der Indoktrination nicht fehlen, die Schule und die Religion, aus der die real existierende Schule entstanden ist – also nachbessern!“

Zur „Schule“ konnte man etwas weiter unten lesen:

„Um ein individuelles Bewusstsein … Kita, Schule, Uni, Rechts-, Ordnungs- und Polizeimaßnahmen fort, das ganze Programm gesellschaftlicher Zwangsanpassung und Konditionierung.“

Und was die Religion betrifft, so finde ich die undifferenzierte Vermischung mit kirchlichen Dogmen und Indoktrinationen für wenig hilfreich, ja für ideologische Propaganda.

 

„Schon erstaunlich, wie grundsätzlich schief das Konstrukt von Karl Marx interpretiert werden konnte; da gibt es vermutlich ein paar Sätze in den MEWen, die das begünstigt hatten.“

„Paroli, Paroli, paroli…“ die hier jeder inhaltlichen Argumentation entbehren. Wenn du inhaltlich etwas dazu sagen wolltest, wäre hier der Platz gewesen.

Bild des Benutzers Heinz

Der Inhalt bestand in dem Bogen von der Religion, aus der die Schule entstanden ist, und den MEW, die bibelgleich in viele Richtungen interpretiert werden können und wurden. Der Real Existierende Sozialismus ist nicht wegen der MEW gescheitert, sondern wegen seiner eigentümlichen Interpretation, die zur Indoktrination und Staatsreligion verkommen ist.

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Ja, das macht Sinn.

Aber der Real Existierende Sozialismus hat sich in seiner Weltanschauung nur unwesentlich von der Bürgerlichen unterschieden, sowohl im Hinblick auf die Rolle der Wissenschaften, als auch in der Definition des Individuums und seiner Leistungsfunktion für die Gesellschaft. Insofern unterscheidet sich der "Weltgeist der Modernen" kaum in Ost und West. 

"Wenn man davon absieht, wodurch Wissenschaft allgemein in einer Gesellschaft begründet ist, so könnte man meinen, dass der Weltgeist der Modernen ein bloßer Denkfehler war, dass Wissenschaft nicht gemerkt hat, wie sich ihre Rolle in eine Magd der kapitalistischen Instrumentalisierung verkehrt hat, dass sie einfach das Falsche getan hatte und man müsse heute alles tun, um ihren Fehler nicht zu wiederholen. Es sei der Glaube an die großen Systeme gewesen, der die Welt ins Unglück gestürzt hatte, der Glaube an die Totalität der Macht. Die Menschen hätten ihre gestalterische Kraft nicht genutzt, sich dem falschen Fortschritt, dem Rückschrit ihrer Wesenskräfte gebeugt, ihre Individualität aufgegeben.

Der Glaube an den Fortschritt der großen Industrie, an die Moderne, war durch die industrielle Vernichtung von Menschen schockiert, die schlichte Macht des Systems wurde unglaubwürdig. Der Glaube an den Menschen, an die Menschenrechte und die Selbstbestimmung erschien als Möglichkeit, die Welt aus der Allgemeinheit der menschlichen Individuen als Menschenwelt zu bestimmen. Das Selbstverständnis des Westens, das zum Allgemeinmenschen erhobene Individuum, setzte sich gegen die Systematik der offenen Macht durch. Der Zeitgeist hatte sich von daher soweit individualisiert, dass nur noch das Individuum allgemeine Geltung und Aufmerksamkeit bekam, dass es aus sich selbst zugleich allgemein begründet erscheinen konnte, als Produkt einer bloßen Selkbstverwirklichung und seiner Kreativität. Dies hat das Erkenntnisinteresses ins sogenannte postmoderne Denken gewendet, das sich als Emanzipation der Menschen gegen die klassischen Notwendigkeiten des Systems verstand, dem Begriff eines Ganzen und der Möglichkeit einer wahren Aussage hierzu sich entzog." (W. Pfreundschuh, Wissenschaft und Kultur, 2010)

Der Nihilismus der Bürgerlichen Gesellschaft wurde im Osten noch um ein Vielfaches an Rigidität übertroffen, allein durch den vulgärmaterialistischen Religionsersatz des Dialektischen Materialismus und die autoritäre Diktatur des Arbeitszwangs. 

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Nimm ein Teil Würtemberger, ein Teil Warnke, ein Teil Marx, vermixe das mit der «Bürgerlichen Gesellschaft,» was immer das auch ist,  und du hast Wissenschaft?

Seit 1919 haben wir in D eine «Bürgerliche Gesellschaft,» die institutionell die Klassengesellschaft der feudalen Herrschaft fortsetzt, dies de jure aber nicht mehr tun sollte. Nehmen wir das 20. Jahrhundert als Irrtum, der fortdauert, dann sind daraus welche Lehren zu ziehen?

  • Strukturell
  • Methodisch
  • Individuell

 

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Nur eine überschaubare Broschüre - keine Anweisung...

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In der ruhmreichen Volksrepublik Nordkorea ist gerade ein EintopfZerknallTreibling zerknallt.

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"Nehmen wir das 20. Jahrhundert als Irrtum, der fortdauert, dann sind daraus welche Lehren zu ziehen?"

"Strukturell, methodisch und individuell" betreffen alle Lehren aus der Vergangenheit nur die Vergangenheit. Um in der Gegenwart sinnvolle Entscheidungen zu treffen, braucht es vor allem offene Sinneskanäle, ein Minimum an Selektiver Wahrnehmung und ein Maxiumum an Herzensqualität.

 

Bild des Benutzers Heinz

Ich hatte vor vielen Jahren mit Meditation begonnen. Eine Lektion, die ich aus den östlichen Quellen gelernt hatte, war:

Deine Gedanken sind nicht deine Gedanken – folglich kannst du die auch beobachten.

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Ja, auch wenn der Mensch Gedanken beobachten kann, tendiere ich zu Mahatma Gandhi:

Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt.

Dies gilt umsomehr für Bewusstseinsformen der Bürgerlichen Wissenschaften, die die Subjektivität des Beobachters ignorieren und ihre Objektivität durch technische Machbarkeit als erwiesen ansehen.

Der nihilistische Charakter der Bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Wissenschaften scheint in den Diskussionen dieses Forums allerdings eher kein Thema zu sein - stellt allerdings auch hohe Anforderungen an Intellektualität, gedankliche Kreativität und geisteswissenschaftliche Bildung.

 

 

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Erlösung ist gut, Emanzipation ist besser;
das funktioniert nur individuell und nicht in Massen.
Darum: Meditation (wahrnehmen, was ist) hilft.

Sogenannte Pädagogen, Politiker, Soziologen und Priester versuchen, ganze Gesellschaften zu verändern und entwickeln ihre Programme zur Indoktrination für die Massen. In aller Regel leben die auch ganz gut davon. Verändern kann sich aber nur der Einzelne durch Selbsteinsicht. Darum brauchen die Massen kein Programm für ihr Verhalten, sondern ein Umfeld, das die Selbsteinsicht fördert. Selbsteinsicht braucht Zeit, viel Zeit. Das steht der Funktion im Wirtschaftskreislauf entgegen.

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denn was heute unter Bildung verstanden wird ist die bloße Formierung der Kinder und Studenten auf ihre anschließende Nützlichkeit (Verwertbarkeit) in einem vorgegebenen System. Nicht die Förderung der Kritikfähigkeit ist gewünscht, sondern die Einordnung, präziser die Unterordnung. Dazu dient dann auch die begleitende ärztliche Betreuung der "Geistesklempner", die mit Hilfe der Pharmaindustrie die vom System erzeugten "Krankheiten" heilen sollen. Aber das sind ja hier zumindest olle Kamellen.

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"Erlösung ist gut, Emanzipation ist besser; das funktioniert nur individuell und nicht in Massen."

Jede Überwindung von Fremdbestimmung ist emanzipatorisch und erlösend zugleich. Insofern war auch die Französische Revolution ein emanzipatorischer Akt, der die Bürger von der Diktatur des Adels und des Klerus erlöste.

 

„Verändern kann sich aber nur der Einzelne durch Selbsteinsicht. Darum brauchen die Massen … ein Umfeld, das die Selbsteinsicht fördert. Selbsteinsicht braucht Zeit, viel Zeit. Das steht der Funktion im Wirtschaftskreislauf entgegen.“

Einspruch:

  1. Wird es dieses Umfeld unter den herrschenden Verhältnissen nicht geben.
  2. Brauchen Einsichten nur dann viel Zeit, wenn die Umwelt relativ stabil bleibt.
  3. Entstehen viele systemkritische Bewusstseinsinhalte gerade während der praktischen Erfahrungen im Beruf.

 Der große Analytiker der Bürgerlichen Gesellschaft sieht Punkt 2 übrigens sehr ähnlich:

"Bei einer allgemeinen Wirtschaftsblüte, worin die Produktivkräfte der bürgerlichen Gesellschaft sich so üppig entwickeln, wie dies innerhalb der bürgerlichen Verhältnisse überhaupt möglich ist, kann von einer wirklichen Revolution keine Rede sein.
Eine solche Revolution ist nur in den Perioden möglich, wo diese beiden Faktoren, die modernen Produktivkräfte und die bürgerlichen Produktionsformen, miteinander in Widerspruch geraten. Eine neue Revolution ist nur möglich im Gefolge einer neuen Krise. Sie ist aber auch ebenso sicher wie diese." (MEW 7, S.98)

Jeder Einzelne verkörpert zugleich immer das "Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse". Insofern ist „der Einzelne“ ein Popanz, ein abstraktes Hirngespinst, das lediglich in der „Wirklichkeit“ der Mengenlehre oder der egomanen Nabelschau existiert. Zu welcher Einsicht sollte ein Hirngespinst fähig sein?

„Erst wenn der wirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen, Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine »forces propres« [»eigenen Kräfte«] als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht." (MEW 1, S. 370)

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... aber ich unterscheide zwischen «Bürgerlicher Gesellschaft» und «Großbürgerlicher Gesellschaft». Karl Marx hatte im Feudalismus zwischen der «Bürgerlichen Gesellschaft» und den «Kleinbürgern» unterschieden. Die Kleinbürger waren nicht Gesellschaft, sondern sollten ein Klassenbewußtsein entwickeln, was ihnen bis heute schwer fällt, weil sie alle von besseren Zeiten träumen – Lottogewinn und so ...

Nachdem wir seit 1919 de jure eine Bürgergesellschaft sind, sollten wir das auch unterscheiden. Das ändert zwar nichts daran, daß die selbst ernannten «Funktionseliten» den großen Maxe spielen und «Klein Erna» Kanzlerin wird; das erinnert aber trotzdem hin und wieder an den (eigentlichen) Zweck der Grundrechte des Grundgesetzes.

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Die Marxsche Charakterisierung des Kleinbürgers ist weniger optimistisch:

"In einer fortgeschrittenen Gesellschaft und durch den Zwang seiner Lage wird der Kleinbürger einesteils Sozialist, anderenteils Ökonom, d.h. er ist geblendet von der Herrlichkeit der großen Bourgeoisie und hat Mitgefühl für die Leiden des Volkes. Er ist Bourgeois und Volk zugleich. Im Innersten seines Gewissens schmeichelt er sich, unparteiisch zu sein, das rechte Gleichgewicht gefunden zu haben, das den Anspruch erhebt, etwas anderes zu sein als das rechte juste-milieu. Ein solcher Kleinbürger vergöttlicht den Widerspruch, weil der Widerspruch der Kern seines Wesens ist. Er selber ist bloß der soziale Widerspruch in Aktion." (K. Marx an Annenkow, 1846, MEW 4, 557).

"Der Kleinbürger ist ... zusammengesetzt aus ein Einerseits und Andererseits ... Er ist der lebendige Widerspruch. .... Wissenschaftlicher Scharlatanismus und politische Anpassung sind von solchem Standpunkt unzertrennlich. Es bleibt nur noch ein treibendes Motiv, die Eitelkeit des Subjekts ..." (Karl Marx, Über Proudhon, MEW 16, 31f).

Und zu den Auswirkungen auf das Demokratieverständnis:

"Aber der Demokrat, weil er das Kleinbürgertum vertritt, also eine Übergangsklasse, worin die Interessen zweier Klassen sich zugleich abstumpfen, dünkt sich über den Klassengegensatz überhaupt erhaben." (Karl Marx, 18. Brumaire, MEW 8, 144).

Insofern sehe ich die die Rolle der Grundrechte in diesem Widerspruch von Demokratie. (Siehe Dekadenz der SPD)

Bild des Benutzers Heinz

« ... also eine Übergangsklasse ... »

Das macht nur innerhalb der Klassenthese Sinn; gehe ich von einer offenen Gesellschaft aus, gibt es diese künstliche Trennung nicht mehr. Es wird unterschiedliche Einkommen geben und eine demokratische Gesellschaft – die wir noch lange nicht haben – wird alle Talente fördern müssen, die in einer Gesellschaft vorhanden sind. Die Produktionsgesellschaft konnte sich die institutionellen Klassenunterschiede noch leisten, eine Null-Grenzkosten-Gesellschaft wird das nicht mehr können, bzw. wird global von anderen Gesellschaften in die Ecke gestellt – zum Schämen.

Die Sozialsysteme basieren heute immer noch auf der Produktionsgesellschaft, obwohl bereits in den 1970er Jahren absehbar war, das sich dies grundsätzlich ändert. Marx hatte die Verhältnisse seiner Zeit beschrieben und eine Lösung genannt. Heute haben wir eine andere Gesellschaft und andere Lösungen, z.B. das Grundeinkommen als soziales und gleiches Recht für freie Bürger und Bürgerinnen.

PS: Die existierenden Parteien sind keine guten Beispiele für Demokratie, sondern ein Relikt des Alten Systems.

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„… gehe ich von einer offenen Gesellschaft aus, gibt es diese künstliche Trennung nicht mehr. Es wird unterschiedliche Einkommen geben und eine demokratische Gesellschaft – die wir noch lange nicht haben – wird alle Talente fördern müssen, die in einer Gesellschaft vorhanden sind. Die Produktionsgesellschaft konnte sich die institutionellen Klassenunterschiede noch leisten, eine Null-Grenzkosten-Gesellschaft wird das nicht mehr können, bzw. wird global von anderen Gesellschaften in die Ecke gestellt – zum Schämen.“

Der Poppersche Begriff „Offene Gesellschaft“ wurde u.a. von Soros propagiert, der 1993 das „Open Society Institute“ gründete. Im Grunde ein Kampfbegriff aus der Bürgerlichen Ideologie des Liberalismus, der die Vielfalt individueller Selbstverwirklichungen im Kapitalismus behauptet.

Doch die Wirklichkeit sieht anders aus:

„Weltweit setzt sich der "Shareholder Value Kapitalismus" nach angelsächsischem Vorbild durch. Die Multis und die Weltfinanzmärkte diktieren den Staaten die Bedingungen. Internationaler Währungsfond, Weltbank, Welthandelsorganisation verfolgen überall identische Zielstellungen. Als Folge kommt es zu absolut gleichen Entwicklungen bzgl. Arbeitsplätze, Arbeitslosigkeit und prekärer Beschäftigung, Privatisierung des öffentlichen Sektors und sozialer Bereiche wie Gesundheit, Rente, Bildung, Privatisierung des Wassers, etc.

Der Sieg neoliberaler Wirtschaftspolitik eröffnete dem Kapital auch neue Dimensionen. der inneren Landnahme. Mit der Deregulierung und Privatisierung von Post und Telekommunikation, Energieversorgung und dem Transportwesen; mit der Privatisierung des sozialen Sicherungssysteme Rente und Gesundheit erschließt sich das Kapital neue Verwertungsräume. Sowohl diese äußere wie auch die innere Landnahme, allem voran die Privatisierung der großen staatlichen Monopole, verstärken den Internationalisierungsschub des Kapitals.“ (http://www.kulturkritik.net/quellen/neoliberalismus.php)

Wenn man sich die Arbeitsverhältnisse in der BRD konkret ansieht (vgl. https://isw-muenchen.de/2017/03/entzaubertes-jobwunder/), halte ich die These, dass eine Null-Grenzkosten-Gesellschaft sich institutionelle Klassenunterschiede nicht mehr leisten könne, für äußerst gewagt.

Bild des Benutzers Heinz

Ohne Wagnis keine Veränderung

Die heute agierenden Parteien kleben an ihren Sesseln und wagen gar nichts mehr; darum und weil sie von den Wirtschaftsverbänden finanziell abhängen, können sie erpresst werden. Trotzdem vertraue ich auf die Prognose von

Immanuel Wallerstein:
Die globale Systemkrise und der Kampf um eine postkapitalistische Welt

Zweifelsfrei wird es nach dieser Krise auch noch eine Wirtschaft geben; meine Hoffnung ist ein gebändigter Kapitalismus, der den Menschen dient. Wohlgemerkt, meine Hoffnung, keine Gewißheit, weil die Zukunft offen ist für viele Möglichkeiten.

 

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Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt...

Bild des Benutzers Heinz

Karl Marx hatte die Produktionsverhältnisse im 19. Jahrhundert beschrieben. Say hatte damals seine (falsche) Theorie verbreitet, daß jede Produktion ihren eigenen Konsum schafft. Folglich konnte es nach dieser Theorie gar keine Krisen geben. Auch der volkswirtschaftliche Faktor Konsum war darum wissenschaftlich für die Ökonomen kein Thema. Erst Keynes trug den Konsum als wesentlichen Faktor in die Wirtschafswissenschaften. Bis heute debattieren Ökonomen die Golddeckung des Geldes. Mit der Golddeckung ist ein Warentausch darstellbar:

-> Ware gegen Gold -> Gold gegen Ware

Geld ist bei der vollen Golddeckung nur ein Substitut:

-> Ware gegen Geld(Gold) -> Geld(Gold) gegen Ware

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts überstiegen die globalen BIP die Goldvorräte und machten das Papiergeld nötig. Heute ist das Geld nur noch vom laufenden BIP gedeckt, also vom Umsatz. Ein Geldschein oder ein Kontostand sind darum eine Aktie (eine Verbriefung) auf eine Volkswirtschaft, eine Regionalwirtschaft oder eine beliebige Wirtschaft mit einer gemeinsamen Währung (EuroRaum oder Bitcoin); die Verhältnisse des 19. Jahrhunderts sind lange vorbei.

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„… die Verhältnisse des 19. Jahrhunderts sind lange vorbei.“

Doch die Logik der kapitalistischen Ökonomie bleibt dieselbe: von der Waren produzierenden Gesellschaft bis zur Verselbständigung des Finanzkapitals und der Akkumulation des virtuellen Kapitals in gigantischen Staatsverschuldungen. Insofern kann die Vorstellung eines „gebändigten“ Kapitalismus nur erblühen, wenn man diese Logik ignoriert. Womit wir wieder bei der Widersprüchlichkeit der kleinbürgerlichen Weltanschauung angekommen wären… wink

"Ist die Konstruktion der Zukunft … nicht unsere Sache, so ist es desto gewisser, was wir gegenwärtig zu vollbringen haben, ich meine die rücksichtslose Kritik alles Bestehenden, rücksichtslos sowohl in dem Sinne, dass die Kritik sich nicht vor ihren Resultaten fürchtet und ebenso wenig vor dem Konflikt mit den vorhandenen Mächten." (MEW 1, 344)

Dieser Appell aus dem 19. Jahrhundert hat an Dringlichkeit noch erheblich dazugewonnen.

Bild des Benutzers Heinz

«Insofern kann die Vorstellung eines „gebändigten“ Kapitalismus nur erblühen, wenn man diese Logik ignoriert.»

Das sehe ich gegenteilig.

Die Vorstellung eines gebändigten Kapitalismus resultiert aus der Kritik der gesamten gegenwärtigen Lebensverhältnisse.

Einkommensteuer

Ein aktuelles Beispiel kam gerade im Radio. Die Hälfte der Einkommensteuer wird mit einem Spitzensteuersatz von 42% von 10% der Steuerzahler gezahlt; ein großer Teil der Erwerbstätigen zahlt gar keine Steuern, weil sie zu wenig verdienen.

Da ist was faul im Staate Dänemark – frei nach Shakespeare.

Auf gar keinen Fall schließe ich mich dem Schluß von Karl Marx an, der die Lösung in der Diktatur des Proletariats sah; da folge ich Proudhon, der Marx vorhielt, er wolle lediglich eine Clique gegen eine andere austauschen – genau diese Verhältnisse haben wir heute und hatten wir in der Sowjetunion.

Bild des Benutzers Delloc

Den Kapitalismus kann man nicht "bändigen" wie ein wildes Tier. Seine Logik basiert auf Maximierung unbezahlter Arbeit und Aneignung des Mehrwerts durch Kapitalbesitz. Was soll da "gebändigt" werden? Falls diese Logik irgendwann einmal ersetzt werden sollte, wäre der Kapitalismus nicht "gebändigt", sondern beseitigt.

Das Beispiel der SU und ihrer Bündnisstaaten hat z. B. gezeigt, dass staatlicher Kapitalbesitz nichts an der Logik zu ändern vermochte.

Bild des Benutzers Heinz

«Falls diese Logik irgendwann einmal ersetzt werden sollte, wäre der Kapitalismus nicht "gebändigt", sondern beseitigt.»

Sehen wir einmal von der Wortdrescherei ab, die den bildlichen Ausdruck bändigen auf den Kapitalismus überträgt, dann frage ich dich:

«Wo beginnt der Kapitalismus und wo endet er?»

Gewirtschaftet wird im Kapitalismus und nach dem Kapitalismus. Folglich gibt es einen definierbaren Grenzwert, an dem der Kapitalismus endet und der Postkapitalismus beginnt.

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Den >>Grenzwert<< definiert dann allgemeinverbindlich der Oberdresseur und gut is?

Wie wärs denn mit vorkapitalistischen Strukturen - also 'back to the Roots'?

Bild des Benutzers Delloc

"Wo beginnt der Kapitalismus und wo endet er?"

Die Frage ist doch schon beantwortet:

Wenn das Prinzip der Maximierung unbezahlter Arbeit und der Aneignung des Mehrwerts durch Kapitalbesitz nicht mehr gilt, ist der Kapitalismus auf dem Müll der Geschichte gelandet. Wie die neue Ökonomie dann heisst, ist nebensächlich. Kürzlich las ich (irgendwo) "Freie Korporation", doch der Name ist völlig belanglos.

Entscheidend wird sein, eine Ordnung zu praktizieren, in der die tatsächlichen Arbeits- und Sozialverhältnisse den gesellschaftlichen Entscheidungsstrukturen entsprechen.

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irgendwie leiden die Kommentare unter Magersucht. :-)

"Entscheidend wird sein, eine Ordnung zu praktizieren, in der die tatsächlichen Arbeits- und Sozialverhältnisse den gesellschaftlichen Entscheidungsstrukturen entsprechen."

Nö, dass haben wir doch genau heute so. Du meinst es aber sicher anders und dann würde ich das so formulieren: "Entscheidend wird sein, eine Ordnung zu praktizieren, in der die gesellschaftlichen Entscheidungsstrukturen sich nach den Bedürfnissen der Menschen abbilden". Bekannter ist die Beschreibung dann so: "keine perfekten (variablen) Menschen in beliebigen Verhältnissen, sondern Verhältnisse, in denen der Mensch eben kein erniedrigtes, geknechtetes, verlassenes und verächtliches Wesen ist ".

Das heißt dann in Verhältnissen zu leben, in denen Freiheit nicht nur "gewährt" wird, sondern Freiheit "gewährleistet" ist, also immer demokratisch abgesichert, was von Geburt an zusteht. Und damit das qualitativ auch Inhalt hat und nicht wie heute teilweise zu bloßen Worthülsen verkommt, muss "Freiheit mehr sein als Befreiung von Abhängigkeit, sondern bemisst sich wesentlich am Ausmaß der Verfügung über die eigenen und damit gesellschaftlichen Lebensbedingungen (Klaus Holzkamp Kritische Psychologie).

Bild des Benutzers Delloc

Ja, schön, dass du wusstest, was ich meinte...yes

Bei Zukunftsentwürfen tue ich mich immer schwer. Im Grunde lehne ich sie ab.

Erstens, weil ich sie als sprachliche Eitelkeit erlebe und zweitens, weil sie ein Idealbild zeichnen, das wieder Anpassung/Unterordnung fordert.

 

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Mensch erfährt sich durch kooperative Reflektion, nicht durch die Anhäufung von Obligationen einer vordergründigen Scheinlogik des Besitzes - ein substanzlos, vereinsamend freudloses Gedankengebäude herrschender Depperei.

Bild des Benutzers fahrwax

"Dein" Geld ist der längst mißlungene Versuch menschliche Beziehungen zu >>verwerten<<, lieber Heinz.

Wo >>Beziehung<< verwertbar wird, endet leider ihre Existens.

Was Mensch aus der Tierwelt erhebt sind nicht seine Rechenkünste der gegenseitigen Verwertung, sondern die Fähigkeiten gegenseitiger Hilfe - Empathie lautet die Überschrift, nicht Verwertung des unbezahlbaren.

Eben: die Verhältnisse der Bemessung von >>Leistung<< sind ein hierarchisches Relikt - nicht erst seit dem 19. Jahrhundert.

Meine Verbriefung kannste 'in der Pfeife rauchen' - ich bin unbezahlbar.

Deine >>Bezahlbarkeit<< beruht auf dem Irrglauben an herrschaftliche Regeln zur Sicherung privilegierter Überheblichkeit.

Immer noch eine Frage des zugrunde liegenden Menschenbildes eben........- verbriefte Abmachungen sind noch nie eingehalten worden, befördern allein den privilegierten Betrug.

Eine Frage von <<Wahrnehmung & Bewusstsein" eben.......

Bild des Benutzers Heinz

Das Geld, über das ich geschrieben habe, ist NICHT mein Geld und auch nicht dein Geld, sondern das ist das Eigentum der EZB, die eine öffentlich rechtliche Institution der Notenbanken der Mitgliedsländer des EuroRaumes ist.

Bild des Benutzers fahrwax

Diese Machtkonzentration zum Erhalt von Raubgütern gibt sich durch ihre personelle Zusammensetzung aus Raubritterkreisen doch bereits zu erkennen......, dachte ich?

Bild des Benutzers Heinz

«...»

«... »

Weder durch persönliche Zuschreibungen, noch durch die Flucht in die Komplexität wird ein unhaltbares Ding jemals gelöst. Die Chinesen haben ein Sprichwort: «Berge versetzt man Steinchen für Steinchen.»

 

Bild des Benutzers fahrwax

.....ist der Inhalt unserer (natürlich wohlgestalteten) Birne - sachich mal.

Zwecks Ersetzung derzeit unüberwindlich anmutender Berge sollten sich diese Inhalte in kombatible (Puzzle) Steinchen verwandeln - datt schafft erfrischende Perspektiven für die Persönlichkeit.

Nur keine Mistverständnisse!

Bild des Benutzers fahrwax

(@Delloc - Mo, 17/04/2017 - 09:19)

Gegen den nihilistische Charakter der Bürgerlichen Gesellschaft und ihrer Wissenschaften!

Kleine Kinder denken ja immernoch, dass der Osterhase seine Eier selbst versteckt, aber das ist eine Lüge!

Bild des Benutzers Delloc

Jetzt mal unter uns, Werner!

Seit wann weißt du es denn schon?

Bild des Benutzers Heinz

Weiß doch jeder, daß die Eier aus'm Supermarkt kommen.

Bild des Benutzers Delloc

"Nimm ein Teil Würtemberger, ein Teil Warnke, ein Teil Marx, vermixe das mit der «Bürgerlichen Gesellschaft,» was immer das auch ist,  und du hast Wissenschaft?"

Ja, alles hängt mit allem zusammen...wink

Was Würtemberger, Warnke und Marx verbindet, ist die Prioritat des bewussten Seins. Und was die Bürgerliche Gesellschaft von ihnen unterscheidet, ist ihre nihilistische Ideologie.

Und wenn man das versteht, ist das eine Erweiterung des Wissens. Hat Wissenschaft noch einen andern Zweck?

Bild des Benutzers fahrwax

(Magersucht vorbei)

"Entscheidend wird sein, eine Ordnung zu praktizieren, in der die tatsächlichen Arbeits- und Sozialverhältnisse den gesellschaftlichen Entscheidungsstrukturen entsprechen."

>>Nö, dass haben wir doch genau heute so.<<

Wir haben eine "Ordnung" der privilegierten Überordnung von Kapitalinteressen (in meiner Gedankenwelt sind das Raubgüter).

Wo sind denn für dich die "tatsächlichen Arbeits - und Sozialverhältnisse" in der allgegenwärtigen, kriegerischen Ungerechtigkeit auffindbar?

Haste den kapitalistisch verwaisten, alchimistischen Stein vom "guten Leben im Schlechten" entdeckt?

 

Bild des Benutzers pleifel

und dann meinen Text nochmal lesen. :-)

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Bild des Benutzers Delloc

"Entscheidend wird sein, eine Ordnung zu praktizieren, in der die tatsächlichen Arbeits- und Sozialverhältnisse den gesellschaftlichen Entscheidungsstrukturen entsprechen."

Nö, das haben wir doch genau heute so."

Nach dem Kaffee und Zeit zum Nachdenken:

„Nö, das haben wir heute überhaupt nicht so!“

Eine überwältigende Mehrheit erarbeitet das Sozialprodukt und hat lediglich ein Stimmrecht zur Zusammensetzung von Entscheidungsgremien. Zwar dürfen die Bürger demonstrativ trillerpfeifen, Parolen brüllen und Transparente schwenken. Doch selbst wenn sich dabei die überwältigende Mehrheit äußern würde, hätte dies keinerlei bindende Auswirkungen auf inhaltliche Entscheidungen.

Und diese (demokratische) Entmündigung gilt für alle Lebens-, Arbeits- und Gesellschaftsbereiche.

Bild des Benutzers pleifel

die sich aus den bestehenden Entscheidungsstrukturen (Machtstrukturen legalisiert durch das systemkonforme Recht) ableiten, können die Verhältnisse nur auf den "Kopf gestellt" werden, wenn eben diese Strukturen "entsorgt" werden. Eine partizipative, subsidiäre auf horizontaler Ebene ausgerichtete Gesellschaftsform würde sich also vom bisherigen "Ballast" trennen müssen, dazu zählt aber auch der bereits verinnerlichte individuelle Ballast, der sich mit gewissen Gewöhungseffekten eingeschlichen hat. Das ließe sich auch als bereits erfolgreich gelungene Systemintegration bezeichnen, wenn auch fremdbestimmt.

Was Du geschrieben hast, beschreibt die aktuelle Situation, aber dein Eingangszitat gibt das für mich nicht wieder, jedenfalls nicht in der Form. Mir geht es aber nicht um Wortklauberei, sondern um versuchte Präzision.