Neuen Kommentar hinzufügen

26 Okt. 2020

"Es liegt mir fern, die Bundesrepublik mit der DDR zu vergleichen"

Monika Maron in der NZZ vom 07.11.2019


Bald ein Jahr her, als dieser Artikel  im Westfernsehn erschien. Und wenn man beim Lesen Corona, die Einschränkung des öffentlichen Lebens mitdenkt, dann scheint diese damalige DDR-Widerständigkeit, scheinen auch die subtilen wie offenen Sanktionen und Repressionen bei manchen Passagen neu aufzuleben.

Allerdings gibt es einen doch wesentlichen Unterschied. Sanktion und Repression ging in der DDR ausschließlich von der Staatsmacht aus, während in der neuen gesamtdeutschen BRD/DDR dieser Staat primär den Rahmen, das Framing vorgibt, ansonsten private Instanzen für die Ausführung zuständig sind. Monika Maron nannte es in offensichtlich weiser Voraussicht dann so:

"Natürlich, Deutschland ist ein Rechtsstaat; darum werden Bücher nicht verboten und Schriftsteller nicht verhaftet. Aber es gibt auch in einem Rechtsstaat Möglichkeiten, Menschen wegen unerwünschter Meinungen die Existenz zu erschweren oder sogar zu zerstören. Wenn Zweifel schon verdächtig sind, wenn Fragen als Provokationen wahrgenommen werden, wenn Bedenken als reaktionär gelten, wenn im Streit nur eine Partei immer recht hat, können einen alte Gefühle eben überkommen. Und dann kann man darüber verzweifeln, vor Wut toben oder darüber lachen, unser schönes galliges Gelächter."