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16 Aug. 2021

Prozentual oft zweistellig sanken die Auflagen des ND in den Quartalsstatistiken der letzten Jahre. Und jetzt scheinen auch noch die letzten Gutwilligen, die verbliebenen Beschäftigten der absolut marktkonformen Plünderung, aka der Zeichnung von Genossenschaftsanteilen anheim zu fallen.


Kaum anders zu verstehen, dieses trotzige "und bleibt anders!" zum nun wohl definitiv anstehenden Wochenende der Entscheidungen. Man braucht also lediglich die zum inhaltlichen Anspruch passende Unternehmensform, wird ebenfalls gleich zu Beginn des Artikels verkündet. Ist das noch altes bzw. neues Selbstbewußtsein, oder bereits Größenwahn?

Wo sollen denn da die "neuen" Abonnenten herkommen, wenn sich inhaltlich nichts ändert?

"Wir haben einen Plan, wie sich die Genossenschaft finanziell tragen kann. Die bisherigen Gesellschafter – Die Linke und die Communio eG – legen die Zeitung, die Abos, die Infrastruktur in unsere Hände und geben uns eine Starthilfe für die nächsten drei bis vier Jahre."

Also ein vierjähriges Schrecken fast ohne Ende nebst dem existentiellen  und in der Regel auch persönlichen Stress; statt einem (gleichwohl) relativ baldigen Ende mit Schrecken.

Inhaltlich ist das ND ein historisch belastetes, gegenüber seinem vielleicht großem Vorbild (der taz)  heute nicht weniger fundamentalistisch daherkommendes Lifestylemagazin für die neue, gute, systemfromme Linke. Ok, Russland wird im ND nicht so transatlantisch angegangen wie bei der taz, neuer und guter, olivgrüner Imperialismus nicht so penetrant verkündet; aber das waren nach meinem Eindruck (lese in beiden Medien nur noch selten mit) bereits die wesentlichen Unterschiede.

Stattdessen und im Schulterschluß ist alles Gute dabei - vom Kampf gegen rechts bis zur Corona- und Klimafront, von Diversity bis Gender und Queer, von Sprachregelung und politischer Korrektheit bis zur sog. Cancel-Kultur ist alles medialer Mainstream beim ND. Wer braucht sowas? Egal in welcher Unternehmensform.

Wer kauft, über taz & Co. hinaus, zusätzlich das ND?