28 Nov. 2020

Verkehrte (rechte) Welt

Submitted by ebertus

Natürlich, das Völkische, das Nationalistische, das Sarrazineske liegt mir fern; auch wenn mein gefühltes Sein als Kosmopolit aktuell und zunehmend eingeschränkt wird. Nur was das Intellektuelle, das Widerständige, das eben nicht Infantile auf einem entsprechenden Niveau angeht, so komme ich an manchen (neu)rechten Denkanstößen nicht wirklich vorbei.


"etiam si omnes - ego non" ist der Wahlspruch von Götz Kubitschek auf seiner Website "Sezession"; und für mich als bekennenden Nichtlateiner über eine kurze Recherche im Netz- dennoch verständlich nachvollziebar, so liegt mir der heimelige (schützende?) Herdentrieb eher fern.

Meinen langjährig unterhaltenen, immer mal zum Kommentieren genutzten Account bei der taz  habe ich vor einigen Wochen gekündigt. Das Infantile, das Esoterische, das Olivgrüne, das Transatlantische, das vollkommen ernsthaft dargebotene politisch Korrekte, das Wiederkäuen systemfrommer Positionen - all' das beleidigt zunehmend die mir dankenswerterweise noch verbliebene Restintelligenz.

Als wenn den ganzen "Linken", ihren Protagonisten und ihren Medien (die taz ist da nicht allein) einfach mal das Feindbild getauscht wurde. Statt der Kritik an den Herrschenden, den fast alles Besitzenden, den in vulgo Mächtigen ist nun die Jagd auf vermeintliche Abweichler in den eigenen Reihen zum Credo, zum Seinsinhalt erhoben.

Das Inhaltliche eines jedweden Diskurses und soweit über verbrämt dargebotene (quasi) amtliche Positionen hinausgehend, besteht eben nicht (mehr) aus dem Inhalt, sondern wird beinahe ausschließlich über "wer kennt wen", über die sogenannte Kontaktschuld zelebriert; einfach mal darauf achten, bei der taz  und anderswo bei den sog. Qualitätsmedien.

Damit abschließend hier zurück zu Sezession, zu diesem Text, dem ich einerseits nicht vollinhaltlich zustimmen muß, der jedoch andererseits zum Nachdenken anregt; und auf einem mich, meinen Intellekt eben nicht beleidigendem Sprachniveau daherkommt.

Kommentare

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Ist eine wissenschaftliche Methode des Zitates. Damit wird alles bisher Bekannte zitiert. Bekanntlich ist im Bekannten nichts Neues enthalten. Da kann’ste nix falsch machen.

Zur Sezession als selbst ernannte rechtsintellektuelle Zeitschrift fehlt mir der ausgewogene Blick. Die Labels: Rechts oder Links sind mir zu ungenau, um politische Inhalte heute noch erschöpfend und vor allem verständlich beschreiben zu können, egal auf welchem Sprachniveau.

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Sander Junior ist ein typischer Lagerdenker. Kann man machen: hier die guten rechten Kämpfer für die Demokratie, dort die (wieauchimmer) Linken. Wenn sich dann genug Leute geoutet haben, heißt es Klappe zu, Genosse Haldenwang übernehmen Sie! Die Herren von Schnellroda ticken alle so, wollen immer nur Ernst Jüngers Geburtstag feiern.

Rechtsintellektuelle Frauen sind da weiter, Caroline Sommerfeld etwa und Sophie Liebnitz (Bettina Gruber). Beide habe ich mit Gewinn gelesen, besonders Liebnitz mit ihrer "Antiordnung", darin die Analyse von Poststrukturalismus und Dekonstruktion im Verhältnis zum mainstream ... 

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Antwort auf: Rule Britannia   zum Kommentar: Wer ist wer?

Im Anfang war Chaos

Götter und die Welt entstammen dem Chaos. Das Chaos ist hier ein Synonym von Nichts und Leere, Wildnis, Heide, Hard, Wüste, Meer. Die Kinder des Chaos sind Gaia (die Göttin der Erde), Nyx (die Göttin der Finsternis, der Nacht), Erebos (der Gott der Finsternis in der Unterwelt), Tartaros (die Unterwelt, Ort und Person zugleich) und Eros (der Gott der Liebe). Alle fünf Götter sind zeitgleich aus dem Chaos entstanden und sind Synonym für psychische Zustände in der Welt und im Menschen.

Ordnung als willkürliche Konstruktion von Macht und Sicherung der Macht beseitigt das Chaos; führt aber auch zum Stillstand von dynamischer Entwicklung.

Die Verwaltung der Polis ist die Kunst, Chaos und Ordnung in der Waage zu halten und der Zivilgesellschaft eine größtmögliche »Freie Entscheidung« zu lassen.

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Antwort auf: Rule Britannia   zum Kommentar: Wer ist wer?


Ich dagegen habe gerade erst den (umstrittenen?) Essayband der natürlich umstrittenen Monika Maron gelesen. Wobei sich nach meinen Beobachtungen niemand von Marons Kritikern mit eben diesen Essays beschäftigt hat, alle lediglich die angebliche Kontaktschuld der Autorin thematisierten.

Lohnenswert aus meiner Sicht ist allein schon der Essaytext zu Ida Fink, einer polnisch-jüdischen Autorin, die Monika Maron persönlich kannte. Der Text geht weit über das hinaus, was zu Ida Fink bei Wikipedia zu lesen ist; und macht ein Stück weit deutlich, das auch Ida Fink eher unangepasst war, sich trotz (oder gerade wegen) dem Erleben und Überlebendes Nationalsozialismus einer (gerade heute) politisch korrekten Instrumentalisierung verweigert hat.

Die reflektierende Durchdringung der Thematik durch Monika Maron scheint dabei deutlich auf.

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noch vor einigen jahren hätte ich nicht gedacht, mich mit rechten theorien ... naja = intellektuellen statemens aus dem rechten raum zu beschäftigen

die afd überlegt ja wohl, ob sie sich auch als multiethische partei vorstellen kann ...

>>> alles ist in bewegung

andererseits: sie sind nicht an der macht und werden nicht "konservativ", sondern "nazi "genannt ... wie heute auch "linke " und sind ihnen die c-parteien nicht auch in ihrem konservatismus sehr ähnlich?

>>> solange eine neblige heuchelei in der parteien-politik problemlos praktiziert werden kann, sind zustände, wie demokratie und menschheitsfragen eine pure rhetorik-übung für ausgewählte mandatsträger in institutionen, die durch die medien eine öffentlichkeit bekommen

ich zähle sie jedoch zu den wenigen öffentlichen denkern unserer zeit ... dabei ist mir ihre ganz persönliche haltung nur die hintergrundmusik, die mir mehr oder weniger gefällt ... bei paul schreyer z.b. glaube ich diese sehr gut zu ertragen - mit zu tragen = das stellt dann eine gewisse nähe her, die über interesse hinausgeht ... nehmen wir nicht alle mit unseren sinnen mehr war, als es die worte hergeben können? wo kommt der ekel oder das haare-raufen beim lesen mancher beiträge sonst her?

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Antwort auf: mari   zum Kommentar: sehr interessant


Ob es eine schlüssige, intellektuell belastbare Theorie (aus Schnellroda) gibt, das sei mal dahingestellt; und dürfte primär einen akademischen Wert haben. Für mich sind die Denkanstoße aus dem verlinkten Sezession-Artikel von Florian Sander -die ich teilen kann oder auch nicht- das Entscheidende.

Die eingangs genannte "geradezu spiegelbildliche Umkehrung der Rollen" ist ja genau das, was mich (mit Sicherheit auch Wolf Wetzel) immer wieder mit beinahe ungläubigen Staunen nicht wenig fasziniert.

"Der Rest der Repression wird „outgesourct“ an private Akteure, die freier und weniger beengt von rechtsstaatlichen Regeln vorgehen können, ..."

schreibt Sander; und von der militanten Antifa über die neuen Staatskünstler, Kultur- und insbesondere Medienschaffende bis hin zu Youtube & Co. geht für mich da eine sehr gerade Linie.

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Antiordnung: »Denn „… Multikulturalismus erzwingt autoritäre Lösungen“ (S. 82).«

Könnte es sein, daß Intellektuelle von links, rechts oder irgendwo mit ihren Texten nur die eigene Gewalt beschönigen wollen? Dabei ist es scheiß-egal, ob diese Gewalt von staatlichen Ordnungskräften oder von autonomen Gruppen ausgeführet wird. Bereits vor physischer Gewalt wird verbale Gewalt praktiziert, indem andere Gruppen, Ethnien, Religionen, Kulturen verunglimpft werden. Wer heute sagt: »Verkehrt nicht bei der anderen Kultur!,« meint nackten Rassismus und seine Folgen.

Zweifelsfrei braucht ein Staat eine Ordnung und Leute, die seine Ordnung durchsetzen, wenn die von kriminellen Leuten verletzt wird. Dies aber auf den Begriff Multiethnisch zu reduzieren, befördert den blanken Rassenhass.

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Zitat aus Antiordnung:

auch noch übel entstellend kommentiert. Wenigstens unterstreicht das die Notwendigkeit, die "Antiordnung" in Ruhe zu lesen. Dabei fiel schon des richtige Stichwort: Konstruktion.

Oder eben Dekonstruktion ...

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Zitat aus Antiordnung:

Obwohl mir das wegen der kleinen Buchstaben mittlerweile schwerfällt, habe ich noch einmal nachgelesen, was Sophie Liebnitz auf Seite 82 wirklich geschrieben hat:

Ethnischer und subkultureller Multikulturalismus erzwingt autoritäre Lösungen. Entweder werden diese von einheimischen »Eliten« und migrantischen »Aktivisten« gegen die autochthone Restbevölkerung durchgesetzt, oder aber im Stil von Houellebecqs Unterwerfung gleich als Machtübernahme der stärksten Zuwanderergruppen angebahnt.

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Antwort auf: Rule Britannia   zum Kommentar: Kleingedrucktes

»... als Machtübernahme der stärksten Zuwanderergruppen angebahnt.«

Dabei ist es scheiß-egal, ob diese Gewalt von staatlichen Ordnungskräften oder von autonomen Gruppen ausgeführt wird. Sicher sind mir Bezirke bekannt, die, zumindest aus der Vergangenheit, als No-go-areas für den öffentlichen Verkehr und selbst für die Polizei gefährlich waren und heute noch sind.

Den Kommentarschnipsel hatte ich aus einer Rezension, in der geäußert wurde, daß der Staat nicht selektiv gegen Gewalt vorzugehen hat, sondern das Problem durch eine Totalüberwachung zu lösen sei. Damit werden aber alle Bürger vorsätzlich kriminalisiert.

Dein Einwand hat mich jetzt aber dazu verführt, die Antiordnung selbst zu lesen – danke.

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Antwort auf: Rule Britannia   zum Kommentar: Kleingedrucktes

»Ethnischer und subkultureller Multikulturalismus erzwingt autoritäre Lösungen.«

Dieses hochselektive Zitat war mir auch nach der Lektüre des Kapitels V: »Vom Chaos in die Ideokratie« unwohl aufgestoßen – rülps!

Da wird mir zu sehr generalisiert. Es gibt sehr wohl Ethnien und Multikulti in Deutschen Landen, die sich integriert (nicht assimiliert) haben und friedfertig mit ihren Nachbarn leben. Liebnitz schließt das nicht explizit, aber kategorisch aus. Damit ist die Zielsetzung als theoretisches Rüstzeug für identitäre Grüppchen am rechtsorientierten Rand der Gesellschaft abgrenzbar.

Der Argumentation gegen überzogene Forderungen nach einer allgemeinen Ungebundenheit bis zum sittlichen Verfall kann ich folgen. Einerseits sind das bei Liebnitz die Liberalen, andererseits die Sozialen. Dabei bleibt mir unklar, wie das (querfrontig) miteinander zu vereinen wäre. => Wir machen Koalition mit maximalem Parlament, vielen Pöstchen und bleiben an der Macht; die Politik als Sachaufgabe ist »ruhig gestellt«.

Wesentlich scheint mir beim Zusammenleben beliebiger Gruppen in einer Gesellschaft der Vielfalt die »Freiheit der Andersdenkenden« zu sein, also Toleranz gegenüber anderen Kulturen. Wer dagegen verstößt, ist nach der gemeinsamen Verfassung kriminell; nur dagegen bedarf es autoritärer Lösungen.

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https://t.me/Kulturstudio/10512

da sage einer aus dem dummen volk, dass es keine kultur mehr gibt

corona IST die neue kultur und liebesbotschaft für euch alle

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Antwort auf: mari   zum Kommentar: einen "schönen" 1. advent von der regierung

bis zur Hohen Zeit kannst du noch jede Menge Christbaumschmuck bestellen:

+corona weihnachtsschmuck

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Noch ist Zeit,


Einerseits werden wir uns natürlich nicht an die fürsorglich von unser aller Kanzlerin ausgesprochene Empfehlung halten, werden im Familien- und Freundeskreis "über die Tage" auch schon mal mit mehr als fünf Personen zusammenkommen.

Andererseits eben genau das (Kontraproduktive?) nun nur noch verstärkt fortführen: Kaum Weihnachsschmuck, keine Geschenke, keine Teller mit Süßigkeiten, keine Böller zu Sylvester etc.

Aus Patriotismus Einkaufen und Impfen lassen - never ever ...

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Was ist schon Weihnachten?

... des Staates sollten wir mit Sorgfalt prüfen.

DDT ist wegen seiner Schadwirkung inzwischen verboten, wurde den Soldaten aber (fürsorglich und) reichlich gegen Ungeziefer in die Unterhose gekippt.

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Was ist schon Weihnachten?

Gegen Weihnachten ist nichts einzuwenden. Weihnachten ist die Wintersonnenwende der Nordhalbkugel – das wird überall gefeiert.

Eigentlich ist das auch die Jahreswende und das Neue Jahr bringt wieder Licht und Wärme. Also seit urdenklichen Zeiten ein Fest zum feiern des Lichtes in der Dunkelheit. Dieses Fest wird kulturell unterschiedlich gefeiert – that’s all.

Weil die Berliner Republik Deutschland BRD als säkularer Bundesstaat viele unterschiedliche Kulturen in sich vereint, kann es von Mamma Dilemma aus dem Kanzleiamt auch keine Empfehlungen zu Weihnachten geben – wo sind wir denn?!

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"Die Pandemie könnte unsere Angst davor verstärken, mit völlig Fremden in einem geschlossenen Raum zu sitzen, und viele Menschen könnten beschließen, zu Hause zu bleiben, um den neuesten Film oder die neueste Oper zu sehen, weil das die klügste Option ist.

Es gibt andere Auswirkungen der ersten Runde, die viel leichter vorherzusehen sind. Sauberkeit ist eine davon. Die Pandemie wird unseren Fokus auf die Hygiene sicherlich noch verstärken. Eine neue Sauberkeitsbesessenheit wird insbesondere die Schaffung neuer Verpackungsformen nach sich ziehen. Wir werden ermutigt werden, die Produkte, die wir kaufen, nicht anzufassen. Einfache Freuden wie der Geruch einer Melone oder das Quetschen einer Frucht werden verpönt sein und vielleicht sogar der Vergangenheit angehören.“

https://www.seniora.org/wunsch-nach-frieden/demokratie/the-great-pretext...

m.m.n. sind auch rechts-links - sowie viele andere ideologie-kampagnen in sehr raffinierter weise in ein ganz anderes konzept eingebunden, welches den roten faden vorgibt. ich nenne dies den weg zum neuen faschismus - auch wenn diese bezeichnung mit dem einen begriff angreifbar ist ... der wer liest heute noch umfassende und höchst differenzierte analysen?

hannah arendt hat dazu viel geschrieben und wurde auch von vielen nicht und falsch verstanden ... bleibt nur ein "gespür" - welchem man MENSCHLICH folgen kann?

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Antwort auf: mari   zum Kommentar: was die massen wollen sollen


denn eher von "links", was Diana Johnstone da via der Übersetzung von fritzthecat schreibt.

Wobei natürlich diese rechts/links-Unterscheidungen mittlerweile obsolet sind. Gerade die neue Linke ist systemisch voll eingehegt, während die neue Rechte -und wie hier im Blog thematisiert- nichts mehr mit den springerbestiefelten Glatzen zu tun hat, eher die intellektuelle Nachfolge der 68er antritt.

Guter Text ansonsten, der die verschiedenen Aspekte der kommenden Dystopie einer kritischen, wenngleich sehr realistischen Betrachtung unterzieht. Gefühlte Hilflosigkeit bzw. ein gepflegter Fatalismus ob der administrativ exekutierten, der (qualitäts)medial begleiteten Ereignisse wäre verständlich.

Wenngleich diesseits der kommenden genetischen Manipulationen , diesseits von Huxley uns dennoch die kritische Reflektion nebst dem sich dann anschließenden zivilen Ungehorsam (noch) bleibt.

Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Weniger von "rechts",

nicht ganz wenige traditionell denkende linke, bestehen ja auf der klassenfrage und sehen aus ihrer sicht wohl eine echte gefahr, wenn diese unberücksichtigt bleibt.

>>> natürlich bestimmt das (materielle) sein auch das bewußtsein und das sage ich ganz selbstkritisch ... doch SO einfach ist es nun wirklich nicht und die evolution ist auch nicht einfach human-ethisch >>> aber einfach einen prozeß anhalten oder zurückdrehen geht nicht >>> es geht um korrekturen - und diese im sinne der menschlichen natur und nicht im interesse von größenwahnsinnigen, psychopaten und anderen machtgierigen

aber doch ist auch die geschichte eine geschichte von klassenkämpfen und sich dabei aus einer "klasse" herauszuhalten geht GENERELL nicht ... aber punktuell und konkret schon sehr gut, wenn selbstbewußtsein und verantwortung und liebe zum LEBEN der kompaß eines jeden einzelnen ist.

der gesellschaftliche kompaß schlägt jetzt hysterisch nach unterschiedlichen polen aus ... das bleibt nicht ewig so

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Antwort auf: mari   zum Kommentar: traditionen und evolution

"Wer kennt wen?" muss nicht schlecht sein. In meinem Buchtipp zum "Jahresend-Puppenfest" spielt Sophie Liebnitz eine tragende Rolle. Im letzten Beitrag: 

https://hallesche-stoerung.de/buchtipps-zum-fest-empfehlungen-der-redaktion/

Antwort auf: Rule Britannia   zum Kommentar: Lesetipps zum Fest

danke dafür

ich hab mir selbst schon daniela dahn/mausfeld "tamtam und tabu" unter den baum gelegt und ebenso wolfgang schorlau "die blaue liste" - die von den umständen der ermordung rohwedders + der treuhand insgesamt handelt ... aber als fiktiver krimi ... der nach oppermann&co. plötzlichen sterben viele FIKTIVE fragen aufwirft - auf die es keine schlüssige antwort geben wird - die bei einer ursachenermittlung "todesgeheimnisse" klären kann, wenn interesse besteht (wie bei nawalny auch ohne tod) ...

auf meiner ganz privaten gedankenliste stehen noch ein paar mehr "unerwartete todesfälle" - die ich nicht zweifelsfrei davon streichen kann, aber die unwiderlegte vermutung bestärken, das geheimdienstaktionen wohl stark im kommen sind ... was nach meinen erfahrungen mit der stasi "bekannte" muster deren "arbeit" erkennen läßt ...

mit diesem wissen sind "rechtsstaat" und "demokratie" sehr zweifelhafte konstrukte ... dazu braucht es keine verweise auf "verschwörungen" >>> wie klassische lügen und intrigen sind sie menschenmöglich und das weiß jeder ...

>>> ihre anwendung im großen stil paßt bestens zur einschüchterungschorografie - auch als unbewiese botschaft ....

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Antwort auf: Rule Britannia   zum Kommentar: Lesetipps zum Fest


Eine etwas leichtere, dennoch apokalyptische Kost ist Metro 2033; gern gebraucht günstig zu erstehen Hat meine Frau angeschleppt, wurde der Wälzer anschließend auch von mir mit gruseliger Spannung gelesen.

Dann natürlich der inkriminierten Essayband von Monika Maron; um dessen Inhalte es ihren (gespielt) entrüstet daherkommenden Kontaktschuld-Kritikern nicht einmal ansatzweise geht ...

Schlußendlich die Schöne, Neue Welt (ebenfalls gebraucht) bestellt, jedoch noch nicht erhalten.

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Grenzen der Mathematik

Hab ich noch nicht, steht aber auf meinem Wunschzettel. Jedenfalls ist das frei von Hegelscher Esoterik; Popper und Russell würden es mögen.

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Frei von Esoterik

als ich noch viel programmiert habe, war Derartiges stark angesagt.

Da habe ich Bücher zu Mathematik und Logik beinahe gefressen. Nicht zuletzt, weil SAP uns auf die KI-Schiene (Künstliche Intelligenz) setzen wollte. Musste dann aber zunehmend feststellen, dass da nichts wirklich intelligent war, man die möglichen Varianten lediglich in immer größeren Entscheidungstabellen abbilden wollte.

Heute und mit anderer Intention muß ich immer wieder mal schmunzeln. Übersetzungsprogramme (mich interessieren englisch und italienisch) sind ja jenseits von Intelligenz schon recht leistungsfähig. DeepL  beispielsweise ist da wesentlich weiter als der Google Translator, erkennt und ordnet die Zusammenhänge vorausschauend gar erst via dem zweiten oder dritten Halbsatz.

Aber die Metaebene, die Ironie, die Metaphern, die Emotionen, die mehrfach geschachtelten und nicht selten doppeldeutig zu verstehenden Sätze, die lediglich im jeweiligen Kontext (des/der Sprechenden) aufscheinenden Bedeutungen, sie lassen sich natürlich kaum in formalen Tabellen fassen;

hat also auch dreissig Jahre später nichts mit (zwischenmenschlicher) Intelligenz tu tun.

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Vor dreissig Jahren,

Mit Übersetzern hatte ich mich mal so vor 50 Jahren befasst, mit Compilern und Metasprachen zum Compilerbau.

Lebende Sprachen zu übersetzen war damals theoretisches Forschungsgebiet mit viel zu geringem Speicher und langsamen Rechnern. An KI war nicht zu denken und ist das wohl heute immer noch nicht. Lexikalisches Wissen vergleichen und nach vorgegebenen Regeln neue Kombinationen aufstellen ist heute möglich und wird auch als »KI« genutzt, ist aber nicht mit echter Intelligenz zu verwechseln, die von der Inspiration lebt, also praktisch der Idee aus den Nichts. Selbst die Ironie wäre mit entsprechender Programmierung möglich. Die Entscheidung wäre aber immer noch einer Wahrscheinlichkeit unterworfen, die viele Eingangsvariablen zu durchforsten hätte und letztlich situationsabhängig wäre. Wer erzählt wem und zu welchem Anlass?, es soll ja auch humorlose Menschen geben.

Was ich aber aus dieser Zeit mitgenommen habe, ist die mehrwertige Logik, die der (traditionellen) hegelschen Dialektik weit überlegen ist, mit der sich einige Zeitgenossen immer noch abmühen und sich wundern, warum sie aus ihren Denkschleifen nicht aussteigen können.

Das aber sind nicht nur die Linken, sondern zunehmend auch die Rechten, die erkennen, daß politische Themen nicht mehr einfach ausgesessen werden können. In den 1950ern konnten Politiker noch tun und lassen, was sie wollten. Die Menschen waren von ihren Obrigkeiten nichts Besseres gewöhnt und bis heute hat sich die dümmliche Dialektik von Politikern erfolgreich verkaufen lassen.