21 Jan. 2021

Dritte Welt - Spitzenglättung

Submitted by ebertus

"Sonne und Wind schicken keine Rechnung!", wurde und wird uns dieses Mantra seit rund zwei Jahrzehnten als grünes Plätzchen (nein, nicht Soylent Green) verabreicht. Dabei sollte man nun ehrlicherweise konstatieren, dass ein "Geschäftspartner" der so unzuverlässig und schwankend liefert eigentlich keiner sein kann.


Über die im Januar 2021 bereits zweimal drohenden Blackouts im europäischen Stromverbundsystem konnte man primär via alternativer Quellen etwas erfahren. Aber die Regierenden hierzulande sind ja nicht ganz blöd; und treffen natürlich ihre (neudeutsch) "Brownout" genannten Vorbereitungen; wie kürzlich in Springers Welt zu lesen war.

Schon mehr als zum Schmunzeln, technikgläubige Menschen hin zum Kauf hoch subventionierter E-Mobile zu drängen; denen man dann jederzeit den Lebenssaft abdrehen kann. Ok, wird nochmal überarbeitet, dieser Entwurf aus dem Wirtschaftsministerium; und die dafür nötigen intelligenten Stromzähler nebst Überwachung und Kontrolle einzelner Verbraucher in den Privathaushalten gibt es auch noch nicht wirklich.

Das grundlegende "Problem" geht jedoch auch mit noch soviel politisch korrekter Wortschminke nicht weg; und es wurde, das unterstelle ich mal, auch von einigen der ansonsten ideologisch eingemauerten Regierenden erkannt. Nur wie soll man das dem mündigen Bürger erklären; ohne ihn zu verunsichern ...?

Über den oben verlinkten, eigentlich "lustigen" Welt-Artikel hinaus und mit viel mehr Hintergrund angereichert kann man bei Telepolis lesen, dass die Situation mittlerweile beinahe aussichtslos ist. Die notwendigen Speicher für den zeitweise durchaus überschüssig erzeugten Strom aus Sonne und Wind stehen auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung, sind weder ökonomisch noch ökologisch, sind weder in der notwendigen geografischen Verteilung, noch der zeitlichen Verfügbarkeit (Gesamtjahr) für die benötigten Größenordnungen darstellbar.

Zeit also für Verschwörungstheoretiker. Kerzen nebst Streichhölzern bevorraten, dazu LED-Taschenlampen und genügend Batterien. Keine Akkus, denn die kann man ohne Strom aus der Steckdose nicht nachladen; was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Haltbare Nahrungsmittel auch danach bevorraten, dass man sie (zur Not) ohne Erhitzen verspeisen kann. Mehr noch: Als bekennende Hamsterer hatten wir schon mal daran gedacht, einen  zusätzlichen separaten Gefrierschrank zu kaufen. No Way ..., wenn der Strom ausfällt haben wir eh' zu tun, die verderbliche Ware aus dem vorhandenen Kühl/Gefrier-Kombi zeitnah zu vertilgen angry...

Kommentare

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... und unbedingt genügend Klopapier einlagern, für Angstzustände. cheeky

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Antwort auf: Rule Britannia   zum Kommentar: EIKE

Weniger wegen der Angstzustände, eher weil auch in Notzeiten ein wenig Hygiene nicht verkehrt ist.

Das realpraktische Problem dabei wird eher sein, ob und wie schnell nach einem wie aus dem Nichts und vollkommen unerwartet über uns Gute herabgekommenen Blackout  wenigstens die Wasser/Abwasser-Infrastruktur bzw. Funktionsfähigkeit wieder hergestellt sein wird.

Beim amtlich geplanten, sog. Brownout  dagegen sollte man davon ausgehen, dass die entsprechende Infrastruktur als systemisch wichtig eingestuft wird, eher unser Kühl/Gefrier-Kombi d'ran glauben muß.

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»Haltbare Nahrungsmittel auch danach bevorraten, dass man sie (zur Not) auch ohne Erhitzen verspeisen kann.«

Zu einer Notfallrationsbevorratung gehört selbstverständlich auch ein kleiner Campingkocher mit Gaskartusche. Damit kannst du selbst auf einem abgelegenen Parkplatz in ganz Europa deine Speisen erwärmen und dein Menu wie gewohnt zelebrieren.

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Notfallrationsbevorratung

hatten wir bei unseren Campingtouren in die nordamerikanische Einsamkeit immer dabei.

Für die nun anstehenden Szenarien scheint mir das jedoch eher suboptimal, eher nicht so nachhaltig cool  Wir haben uns daher bereits vor Jahren eine sogenannte Kelly-Kettle  besorgt, mit der wir dann nach und nach unseren gesamten hölzernen Hausstand auflösen können. Ok, etwas Bruchholz hier aus dem Odenwald darf nicht fehlen. Da muß ich mich jedoch ranhalten, werden das im Ernstfall andere Zeitgenossen ebenso sehen.

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Kocher/Kartusche

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Vorsorge

Nur haben wir in der gut isolierten Wohnung (leider) keinen Kamin

Und auch im Haus der Tochter gibt es auf Anraten des Bauplaners keinen. Moderne Bauten zu Wohnzwecken sind heute derart hoch isoliert, dass ein Kamin und selbst auf kleiner Flamme unterhalten das Wohnzimmer umgehend zur Sauna macht, auch im Winter nur bei immer mal geöffnetem Fenster zu ertragen ist. Haben wir bei Freunden erlebt und dann darum gebeten für unsere gelegentliche Anwesenheit bitte, bitte den Kamin nicht zu aktivieren.

Andererseits hat diese (auch nachträgliche) Isolierung moderner Wohnbauten natürlich echte Vorteile. Sebst bei zehn Grad minus draussen wird es drinnen nie kälter als 15 bis 18 Grad. Ist also nicht wirklich bedrohlich, mit dem dicken Sarrazin-Pullover halbwegs gut zu ertragen; falls dann die Heizung (mangels Strom zur Steuerung) mal ausfällt.

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Ja, Danke!

Du sollst ja auch nicht dein tot isoliertes Haus mit einem Kamin heizen, sondern einen Holzvorrat für deinen Kelly Kettle anlegen. Angeliefert wird dir Kaminholz; für den Kelly Kettle brauchst du ein Beil, um aus dem Kaminholz kleine Späne zu spalten.

Als Zulage hast du dann auch noch etwas Bewegung neben deinem SUV-Training.

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Voll daneben


ist mir viel zu gefährlich, das überlasse ich den Fachleuten.

Mit Schubkarre statt SUV  die Teile dann an ihren Lagerort für den Winter bringen, das geht schon eher.

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Holz hacken / spalten

Die Holzscheite sind für einen Kelly Kettle viel zu groß; wie willst du da überleben?, du bist in akuter Lebensgefahr!

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weil die US-Sanktionen gegen Deutschland, gegen Nordstream 2 auch unter Biden weiter gehen.

In dem hier im Blogtext verlinkten Telepolis-Artikel geht es phasenweise auch um die einzige, aktuell noch denkbare Alternative zu den demnächst in steigender Zahl zu erwartenden Blackouts aka Brownouts: Gaskraftwerke!

Nur brauchen diese -in Größenordnungen aktuell weder geplant, noch im Bau- natürlich eine gesicherte Versorgung mit Brennstoff. Russisches Erdgas liegt (uns) da nicht nur näher als US-amerikanisches (Fracking)Gas, sondern dürfte auch wesentlich preiswerter sein; selbst wenn die Russen das ebenfalls verflüssigen und über Tanker (anstelle der Pipeline) anliefern müssen.

Spekuliere daher mal, dass das nächste schwimmende russische Atomkraftwerk genau dort an der Nordostpassage die Energie für eben diese Verflüssigung bereitstellen wird, Sassnitz & Co. heute schon gut daran tun, die entsprechend standartisierten Terminals vorzubereiten; geignet natürlich auch für US-Gas, soweit dem nicht schnöde Betriebswirtschaft entgegensteht.

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Notiz am Rande,

 

Flüssiggasterminal Świnoujście

Fehlende Gasterminals sind also nicht das Problem !!!

Wenn du dich noch an den Beginn des Streits zwischen der Ukraine und Russland erinnerst, da ging es um geklautes Gas, das die Ukraine nicht bezahlen konnte. Ursache war ein ehemaliger Freundschaftsvertrag zwischen den GUS-Staaten, der dem Weltmarkt angepasst wurde. Fakt war aber, daß die Ukraine an den Verteilern saß und die steuern konnte.

Russisch-ukrainischer Gasstreit

Mit North-Stream 1 wurde die Durchleitung durch ein »befreundetes« Land verhindert und so die Liefer- und Zahlungsbedingungen stark vereinfacht. Bei North-Stream 2 ist das auch so.

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Antwort auf: heinz   zum Kommentar: Gasterminals gibt’s doch


Die Polen waren und sind nach meinem Wissen erbitterte Gegner von Nordstream 2. Kann mir daher nicht vorstellen, dass sie russisches Gas dann ohne unchristliche, formal das eher verhindernde Bedingungen über ihr Terminal anlanden lassen.

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Świnoujście

»Fehlende Gasterminals sind also nicht das Problem !!!«

Die Polen hatten als Vasallen der US-Konzerne schon gegen North-Stream 1 gewettert, vor allem aber, weil sie keine Durchleitungsgebühren abbekommen sollten.

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Der Minister Altmaier hat noch am gleichen Tag (So., den 17.Jan) bekanntgegeben, daß dieses Gesetz zur Spitzenglättung zwar unumstößlich ist, aber die Ladestationen und Wallboxen für die E-Cars aus dem Gesetzentwurf entfernt werden - sprich: man will auf keinen Fall den Hype der E-Mobilität bremsen. 

Dabei ist die Maßnahme, den Stromfluß an Spitzenzeiten, also zB Highnoon, zu drosseln, gar nicht verkehrt, um Kosten im Netzausbau zu sparen. Denn es sind riesige Kosten und diese werden nur für wenige Jahre benötigt, solange, bis genügend Speicher zur Verfügung stehen. Die deutsche Idee, sich die Speicher in Norwegen zu mieten und den Strom den Berg rauf und runter zu jagen, erwies sich bekanntlich als Schnapsidee. So ist das nun mal, wenn man die Konservativen Atomausstieg spielen läßt oder ihnen eine Energiewende anvertraut, die drehen dann jahrelang am Rad, bis alle Lobbyverbände sich in Hinterzimmern auf Kompromisse geeinigt haben. Arsch in der Hose hat nicht mal Altmaier - alles nur große Show  ;-)

Allerdings gibt es Alternativen zu den Speichern, die man bislang verschlafen hat. ENERGIE-MANAGEMENT, bei dem man den Strompreis Zeitabhängig verkauft, würde die Situation zu den typischen Spitzenzeiten auch entschärfen - sozusagen Marktkonform. Allerdings braucht man dazu INTELLIGENTE STROMZÄHLER ... davon schwätzen die Verantwortlichen schon seit mind. 15 Jahre, ohne zu Potte zu kommen. Dann könnte man Wallboxen, Waschmaschinen, Geschirrspüler, etc auch nachts und kostengünstig laufen lassen ... ist allerdings eine Milchmädchenrechnung, daß man als Verbraucher dabei spart - denn tags wird der Strompreis dabei natürlich hochgesetzt  ;-)

Eine andere Alternative könnte ich mir auch vorstellen:  man steigt massiv in WASSERSTOFF-TECHNIK ein und benutzt diese sodann als Puffer, indem man die Wasserstoff-Erzeugung flexibel an- & ausschaltet zu Spitzen-Stromlast-Stunden - dem Wasserstoff ist es egal, zu welcher Stunde er erzeugt wurde, so wie es der Benzin-Zapfsäule egal ist, wann das Erdöl hochgepumpt wurde. ABER ich wette, in die Wasserstofftechnik will aktuell keiner einsteigen, es wäre ja Konkurrenz zum E-Car ... die aktuelle kleine Chance deutscher Autobauer wieder an den Weltmarkt-Trend heranzukommen bei den Stückzahlen.

Ich fasse mal zusammen: Die einzigen gangbaren und jederzeit funktionierenden Lösungen, angesichts witterungsabhängiger Stromerzeugung (Solar, Wind) und fehlender Langzeitspeicher sind die Wasserstofftechnik (mit dem Nachteil von hohen Wandlungsverlusten) sowie die GASTURBINEN-Kfraftwerke, welche man sehr kurzfristig hoch- & runterfahren kann zu Spitzenlastzeiten. Dies erfordert aber ungehinderten Zugang zum Rohstoff GAS und benötigt einen zuverlässigen Lieferanten. In Sibirien haben die so viel Gas, daß es dort sinnlos abgefackelt werden muß, während wir hier Gashunger leiden. Und zwischen uns und dem Sibirischen Gas wohnt ein Partner, der in den letzten vielen Jahrzehnten als zuverlässiger Rohstofflieferant aufgefallen ist und dann auch noch günstiger liefert als alle Konkurrenz. Da frage ich mich, wieso wir noch über Nordstream2 reden, anstatt es endlich fertig zu stellen! - Wieder kein Arsch in der Hose, Herr Altmeier? Wenn unsere Regierung an dieser Stelle einknickt (bei so idiotischen Gegen-Argumenten wie "Ukraine"), dann kommt Deutschland in genau dieses Fahrwasser:  wir machen uns von teuren US-Lieferungen abhängig, fördern ungewollt das US-Fracking und machen uns abhängig von einem Partner, der gegen unsere Interessen arbeitet:  einmal wegen "USA first" + einmal wegen "buy Made in USA" - beides staatlich gelenkte Maßnahmen der US-Administration!  Hoffentlich halten die Konservativen den Druck aus Washington aus und machen sich nicht zum Affen.

Kein Wunder, daß aktuell unter Konservative wieder mal die Mär von der CO2-armen ATOMKRAFT hochkocht ... gähn ... aber was soll ich sagen ... gähn ... die kapieren es wohl nie richtig, warum Merkel seinerzeit ausgestiegen ist ... obwohl - nachdenk ... vielleicht traut man Merkel eine erneute Kehrtwende der Kehrtwende zu ... das wäre dann immerhin eine Merkelneutrale Energiewende gewesen  ;-)

PS

Auch so eine Schnapsidee der Konservativen war vor Jahren, daß die E-Werke die Batterien der E-Cars als Stromspeicher nutzt könnten - als ob die E-Car-Käufer sich teure Batterie-Leistung auf Reserve einbauen ließen, um den Deutschen Strommarkt zu subventionieren - tztztz.

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was die herkömmlichen Druck/Siedewasserreaktoren nebts ungelöster Entsorgungsfrage betrifft, das bin ich nicht.

Ansonsten hast Du die pros  und cons  schon gut zusammengefasst, scheinen mir Gaskraftwerke ebenfalls die einzig mögliche (Übergangs)technologie zu sein. Wobei "Übergang" schon eine Art augenzwinkernden Euphemismus darstellt, ist Wasserstoff (H2) wegen dem lausigen Wirkungsgrad nach mehrfacher Umwandlung absehbar keine Alternative.

Zumal "wir" die in der Westsahara, gar in der Sahelzone geplanten tollen Solarfarmen nebst der notwendigen Infrastruktur zur Umwandlung dann gar noch selbst verteidigen müssten; ein neuer Hindukusch ...devil

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Ein Atomkraftbefürworter

Wie ich sehe, unterschätzt Du das Potential einer Wasserstoff-Technologie. Es gibt ja nicht nur unsere PKW, die es anzutreiben gilt. Dort hast Du allerdings aktuell mit Wasserstoff das Nachsehen bei Effektivität und Kosten. Anders sieht es aber bei land- und see-gestützten Motoren aus. Für industrielle Antriebe und für Seefahrt und für großen LKW-Verkehr sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Je größer die nötige Batterie, desto kostengünstiger der Wasserstoff-Antrieb. Nicht zu vergessen dessen Potential zur Entwicklung verbesserter Modelle. Auch macht es keinen Sinn beim Vergleich von Effektivität beim Wasserstoff vom Wasser auszugehen, anstatt vom Wasserstoff, aber bei der Batterietechnik die Berechnung erst beim Strom zu beginnen, anstatt bei der Kohle (o.a.). Auch sollte man jetzt nicht den Argumenten der Autokonzerne auf den Leim gehen, die jetzt natürlich gemeinsam mit der Deutschen Regierung keine neutrale Sichtweise mehr auf die Wasserstofftechnik zuläßt - nun nachdem der waaghalsige Sprung von der Benzin- zur Batterie-Technologie verabredet wurde.

Die Effektivität und die Kosten sind bei Wasserstoff alleine schon durch die aufwendige gekühlte Lagerung unter hohem Druck im Nachteil gegenüber den E-Cars & -Bikes. Aber bei LKW, Schiffen, Flugzeugen und industriellen Anlagen wird die Wasserstoff-Technologie zunehmend Fahrt aufnehmen ... überschüssigen Strom in Wasserstoff zu wandeln würde für die Strom-Erzeuger also Sinn ergeben, insbesondere für Länder ohne natürliche Stromspeicher im Gebirge. Zukünftig wird es also ganz sicher ein nebeneinander beider Technologien geben! Was es in 20 Jahren wahrscheinlich nicht mehr geben wird, sind die vielen Windräder. Diese werden im Kosten-Nutzen-Ringen mit dem Weiterentwickeln von Solar- und Wasserstoff-Gewinnung unterliegen, denn die unabdingbaren Kupferwicklungen werden künftig eher teurer werden, Solarpaneel aber umgekehrt günstiger. Allenfalls die seegestützten Goliath-Windräder werden weiterhin lukrativ bleiben.

Und DESERTEC ist längst Schnee von gestern - Europa liefert sich nicht an IS-anfällige Araber in Nordafrika aus - die wir, nebenbei, selbst auf den Plan gerufen haben (bzw Sarkozy, Blair und Frau Clinton). Solche Investition wäre nichtsdestotrotz ein gutes Geschäftsmodell für die Berber in Mauretanien, um ihre Rohstoffe selbst industriell ausnutzen zu können. Theoretisch. Aber aufgrund kultureller Schranken, wird es wohl nie dazu kommen. Eher daß der autoritäre König al-Hassan von Marokko auf solche Geschäftsmodelle anspringt - aber dazu müßte er erstmal einen Frieden mit den Berberstämmen hinbekommen und eine dauerhafte Regelung für die besetzten Gebiete in Mauretanien aushandeln. Ansonsten sehe ich keinen geeigneten Partner in Nordafrika - Gaddafi hat die Dreierbande aus Paris, London, Washington längst eliminieren lassen - einzig mit diesem wäre es denkbar gewesen - und Italien hätte dazu die größte Chance gehabt ins Geschäft zu kommen (und den günstigsten Weg, den Strom anzulanden). Eigentlich müßte Italy von France und Briten Schadenersatz für die Beseitigung der Melkkuh Gaddafi erhalten  ;-)

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unterschätze ich keinesfalls; zumindest nicht als Kraftquelle für den Schwerlastverkehr. Denn da hört und sieht man nix, abgesehen von der skurrilen LKW-Oberleitungsstrecke an der A5 zwischen Frankfurt und Darmstadt.

Nur geht die Nutzung einher mit der Verfügbarkeit, was heute die mit fossilem Kraftstoff betriebene Geräte, nicht selten jenseits jedweder Zivilisation und Infrastruktur, eben leisten können. Da ist die nächste E- bzw. H2- Tanke oft nicht gleich um die Ecke.

Insofern bleibe ich dabei, wird sich diese schöne neue Welt absehbar weder ökonomisch noch ökologisch darstellen lassen, ist der massive Ausbau einer Erdgasinfrastruktur die einzige, wenngleich ebenfalls immer schwächer werdende Alternative zu der ansonsten erwartbaren, massiven "Spitzenglättung".

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Antwort auf: ebertus   zum Kommentar: Das Wasserstoffpotential

Wasserstoff ist doch vor allem der Kraftstoff eines "Weiter So". Damit weiterhin SUVs die Neuzulassungsliste anführen und die Krabben zum Pulen nach Tunesien gekarrt werden. Wenn in ein paar Jahren die synthetischen Kraftstoffe kommen, wird man darüber entsetzt sein.

https://kaltesonne.de/synthetische-kraftstoffe-stoeren-die-strategie-der...

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Antwort auf: Rule Britannia   zum Kommentar: Tonnenideologie

 

Gibt es dafür bereits belastbare, für die benötigten Größenordnungen ökonomisch wie ökologisch darstellbare Konzepte, gar über die Laborphase hinausgehende Umsetzungen?

Da glaube ich eher und über Wasserstoff hinaus an den ebenso wunschgeträumten Dual Fluid Reaktor cool

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"Sonne und Wind schicken keine Rechnung!"

Wesentliche fossile Lagerstätten sind letztlich das Ergebnis von Algenwachstum und Nahrungsketten. Sollen diese Energieerzeuger technisch nachgebaut werden, kostet das Technologie und die schickt ganz zweifelsfrei eine Rechnung.

Trotzdem ist die Algentechnologie als Methode Lowtech und darum überall auf der Welt verwendbar. Mit der Algentechnologie kann Biogas und aus Biogas kann Treibstoff hergestellt werden. Das funktioniert auch diskontinuierlich mit Sommer/Winter und Tag/Nacht.

Die Wasserstofftechnologie dagegen braucht erst einmal viel Energie für die Umwandlung und dann gibt es einen ganz wesentlichen Hinderungsgrund:

In der Natur kommt Wasserstoff nicht einzeln vor!

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tastet sich die Süddeutsche (SZ)  an die immer deutlicher aufscheinende Problematik heran.

Vieles bleibt unerwähnt, beispielsweise "schwächeln" (netter Euphemismus) Photovoltaik-Anlagen nicht nur ab und zu, wie in den im SZ-Text erwähnten Januartagen. Nein, sie "schwächeln" jede Nacht, im Winterhalbjahr sogar ganz schön lange.

Also bleibt neben den dort erwähnten Gaskraftwerken eben nur noch das partielle Abschalten, aka Spitzenglättung.