22 Nov 2016

I'm with the banned

Submitted by ebertus

Der Titel, recht frei gewählt nach einem Text von Laurie Penny, zu dem (siehe unten) von mir schon mal etwas ausführlicher zu schreiben war.

Nun, war das zu erwarten? Im Gegensatz zu einigen bekannten Alpha-BloggerInnen bewegt sich meine Sprache im Bereich des Sachlichen, ist ad personam oder gar Vulgärakrobatik nicht mein Ding. Dann müssen wohl andere Begründungen her ...

Heute und während des mich erquickenden Mittagsschlafes ging eine Mail der Freitagsmoderation mit folgenden Text ein:

Lieber Nutzer,

Sie betreiben eine Webseite, auf der in vielfältiger Weise gegen die Netiquette des Freitag verstoßen wird. Schon das Verlinken solcher Inhalte ist allerdings verboten. Als erste Maßnahme sperren wir Ihren Account daher für 3 Monate und entfernen die Verlinkung Ihrer Webseite aus Ihrem Profil. Danach können Sie eine Wiederfreischaltung beantragen. Wir behalten uns jedoch eine Deaktivierung Ihres Accounts vor.

Mit freundlichem Gruß,
Das Community-Team


Kann man so machen, obwohl ich nicht der Betreiber dieser (bislang) in meinem FC-Profil verlinkten Website (termiten.net) bin, eine recht einfache WHOIS-Abfrage dies auch der FC-Moderation offenbart hätte; wären ggf. die gern erwähnten Devs (Mehrzahl!) um Rat zu fragen gewesen. Allerdings und gern zugegeben, sind die Termiten neben der Freitags-Community die einzige Social-Media Website auf der ich regelmäßig blogge und kommentiere. Die Termiten sind ein Mehrautorenblog, bei dem jeder Autor, jede Autorin umfangreiche Rechte besitzt, ausschließlich für die jeweils eigenen Inhalte verantwortlich ist.

Nur darum geht es nicht, zumindest nicht unter diesen Anzeichen einer irgendwie formalen Begründung. Wie ich selbst nicht müde werde zu betonen, es auch dahingehend akzeptiere, so handelt es sich beim Freitag (ähnlich Facebook&Co.) um ein privatwirtschaftlich betriebenes Hausherrenmodell, welches im Rahmen der hierzulande geltenden Gesetze und jenseits einer demokratischen Legitimation frei entscheiden kann;

wer welche Inhalte, Verlinkungen etc. veröffentlichen darf.

Ganz wichtig für die Beurteilung dieser Sperrung scheint mir ebenfalls, dass dieses "... in vielfältiger Weise ..." (wie es die Mail aussagt), hier für die Beurteilung vergangener und zukünftiger Aktivitäten keinerlei termitischer Nabelschau bedarf; dahingehend, was denn nun der Knackpunkt, der letztendliche Grund für die Sperre gewesen sein könnte.

Wir alle hier sind schuldig in unserem Tun, unserem Lassen oder gar lediglich dem Zulassen; Basta!

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Dann vielleicht noch zu der in dieser Mail erwähnten Gunst, nach drei Monaten eine Wiederfreischaltung beantragen zu können. Aus heutiger Sicht scheint (mir) das irrelevant. Weniger wegen dem Ego, wären unter den heutigen Modalitäten und ohne Post-Ident unbegrenzt neue Nicknamen anzulegen, kann dann bis zur allfälligen Sperre sofort kommentiert und gebloggt werden.

Nein, ich gehe vielmehr -vielleicht zu optimistisch- davon aus, dass es in der Medienbranche zunehmend Aufbrüche und auch sehr ernsthafte interne Diskussionen bezüglich der jeweiligen Blattlinie, dem Umgang mit der -soweit vorhanden- Community geben wird. Auch der Freitag dürfte nicht vollkommen ungeschoren davonkommen; soweit Fundamentalismus nicht die Oberhand gewinnt, das gar offiziell verkündete Credo wird.

Was in der Branche los ist, dazu lüftete kürzlich Bettina Gaus etwas die Decke, sind die Sticheleien zwischen Margarete Stokowski und Jan Fleischhauer beim Spiegel auch nicht zu überlesen; soweit man dort überhaupt noch reinschaut, ich dies nur auf ausdrückliche Empfehlung hin (an)tue.

Auch Thomas Fischer nicht zu vergessen, der bei der ZEIT zwar noch eine gewisse Narrenfreiheit genießt, sich jedoch auch das schnell ändern kann, er dann ggf ins Gespräch kommt mit diesem ehemaligen RBB-Moderator. Scherz ick hör dir trapsen ...

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JournalistInnen sind in der Regel formal gebildet, sind im Einzelfall zu Reflektion fähig; auch wenn und wegen der oft schon prekären Verhältnisse nicht so spontan, gerade in eigener Sache. Sie merken was passiert, was mit ihnen passiert, was von ihnen erwartet wird.  Das weitgehend angepasst sein wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit (hoffentlich) ändern, bereits in 2017 und man muss kein Putin-Versteher, kein Trumpist, auch kein Verschwörungstheoretiker sein, um bei den stetig sinkenden papiernen Auflagen, den eher abschreckenden, betriebswirtschaftlich im Diffusen bleibenden Paymodellen, den stetig mehr und besser werdenden Alternativmedien  dann erahnen zu können, dass ein "weiter so" nur möglich sein wird, solange das Controlling nicht die Reißleine zieht.

Ergo: Meine Blogtexte beim Freitag habe ich alle und jeweils zeitnah auch bei den Termiten veröffentlich, einige neuere werden noch folgen. Es war eine interessante Zeit in der FC, seit dem Februar 2009 als "ebertus" und dann ab Anfang 2015 mit Klarnamen. Für mich gilt auch weiterhin, kein Freitagsbashing auf der persönlichen Ebene betreiben zu wollen, die sachliche, inhaltliche Auseinandersetzung -auch mit dem Freitagsgebaren- zu suchen.

Insofern hier ebenfalls wieder so ein Text wie ich ihn mag und gerne schreibe; wenngleich diesmal und aus aktuellem Anlaß "in eigener Sache".

Grüße, Bernd Ebert

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Laurie Penny im Feindesland  (bewußt nicht in der FC veröffentlicht)

Bettina Gaus bei der taz  (in Sachen LeserInnen- und Kollegenbashing)

Der geschätzte (gefürchtete) Ex-Mod  (über die Branche, Donald Trump und Antiamerikanismus)

Kommentare

Bild des Benutzers Heinz

Da bin ich mal gespannt, wann die Intelligenzia des Freitag dahinter kommt, daß wir hier lauter selbstverantwortliche Autor.Innen sind und uns deshalb in Sippenhaft nehmen.

 

Zarah Leander: Davon geht die Welt nicht unter ...

Bild des Benutzers ebertus

Sippenhaft hat Tradition, nicht nur hierzulande; und in der Regel keine gute ...

Bild des Benutzers Delloc

 

„Netiquette“ als Prinzip eines Bereinigungsbedarfs, das Bedürfnis nach einem Sinn für ein Selbstgefühl, das sich über die Wirklichkeit zu erheben sucht.

„Netiquette“ als Instrument der Selbstveredelung für einen hohen Zweck, der Kontrolle durch eine Autorität verlangt, die inhaltliche Konflikte durch Ausschluss der Autoren ausblendet. Derart erscheint die Güte des Siegels „Netiquette“ als ein Symbol der „reinen Art“, der Idealtyp des Rassismus.

aber Du warst doch immer bei uns Verbannten;)

 

Allerdingst hätte ich aufgrund Deiner Zurückhaltung gedacht, dass Sie sich bei Dir zurückhalten.

 

Doch das Ende der Leiter in der Amputation der Meinungsfreiheit ist noch längst nicht erreicht: Der Atlantic Council rüstet weiter auf und will immer rigorosere Formen von Meinungskontrolle hier in Europa durchsetzen: Der Zunahme nationalvoluntaristischer Parteien von AfD bis zum Front National, an denen sich die transatlantisch-diktatorischen Hegemonialkräften stören, soll zur Zementierung einer neuen Betonwand zur Abschnürung Russlands zum Resteuropas durch eine weitgehende Bekämpfung und Sperrung aller Kommunikationskanäle unter Einbindung der Geheimdienste begegnet werden, was einer totalitären Kommunikationskontrolle gleichkommt.

Hierzu ein wenig Literatur:

RT berichtet über eine Sitzung eines Neocon-Vorschlags zur US-Kontrolle der europäischen Kommunikationskanäle im EU-Parlament.

https://deutsch.rt.com/meinung/43460-europa-verabschiedet-pressefreiheit/

 

Norbert Hähring berichtet über eine neue Initiative des Atlantic Councils in Europa zur Hexenjagd einer vermeintlichen 5. Kolonne des Kremls zu blasen, zu der nicht nur Linke wie Sarah Wagenknecht, Andrej Hunko und Wolfgang Gehrcke gehören sollen, auch nicht nur Mathias Platzeck, sondern - man setze sich hin: Siegmar Gabriel gehören soll. Deshalb solle dafür gesorgt werden, dass der Transatlantiker Martin Schulz die SPD anführe. (Jetzt wird auch klar, warum ein Mann, der ein noch größerer Unsymp als Gabriel ist als SPD-Kanzlerkandidat ins Gespräch kommt.)

http://norberthaering.de/de/27-german/news/715-atlantic-council

 

Die unglaublich paranoide Schrift des Atlantic Councils, die die anti-russische Totalzensur und Hexenjagd gegen jeden, der nicht dreimal auf den Boden spuckt, wenn er an Russland auch nur denkt, unter dem Titel "The Kremlin's Troyan Horses", 34 Seiten, ist hier als pdf:

http://www.atlanticcouncil.org/images/publications/The_Kremlins_Trojan_H...

Mitverfasser ist u.a. Stefan Meister von der DGAP, neben der SWP der wichtigste Thinktank des Auswärtigen Amts.

 

Dieses Zeugs ist so krank und so autoritär in seinem Menschenverständnis, dass es in meinen Augen die 50er Jahre übersteigt. Ich finde, das grenzt an das Zeug, mit dem die Nazis die deutsche Bevölkerung traktierten.

 

Ich finde, dass jeder, der für seine Kinder und Enkel Verantwortung hat, überall, wo es möglich ist, aufstehen muss.

 

Immerhin können wir dann spätere Generationen (wenn die je eine unbeschwerte Zeit erleben dürfen) auf die Frage: "Was habt Ihr dagegen gemacht?", eine ordentliche Antwort geben.

 

Herzlich Willkommen im Kreis der Verbannten (- det adelt!),

Anja

Bild des Benutzers ebertus

hätte ich aufgrund Deiner Zurückhaltung gedacht, dass Sie sich bei Dir zurückhalten.

Ja, die Nerven liegen bei den Medien zunehmend wohl blank, blanke Uniformiertheit sozusagen. Und Sippenhaft ist da nicht weit.

Bild des Benutzers Krysztof

Diesen Aufruf des "Atlantic Council" (AC) würde ich durchaus in Zusammenhang mit dem Herausmobben abweichend-Meinender aus Internetforen sehen. Das gehört wohl mit zu der Beauftragung von "Watchdogs", die das AC auf Seite 30 fordert:

"The European Commission should establish and allocate funds to a new independent agency, akin to the European Endowment for Democracy, which would fund watchdog civil society groups."

Einfallslos hat sich bei dFC ein Watchdog sogar mal "Guardian" genannt. Auch Raubtiernamen sind beliebt ;-) Das Ziel wird offenbar erreicht. Zum einen durch Vergiftung des Diskussionsklimas mittels Pöbeleien. Zum anderen dadurch, dass potentielle Kommentatoren und Artikelschreiber durch die Androhung von Meldungen an die Redaktion zwecks Account-Löschung die Lust verlieren, dass mit Ihren Accounts gleich alle Artikel und deren Kommentare geloscht werden.

Die Zahl meiner Kommentare ist z.B. im Mittel fallend! Die Kommentare werden einfach mit den Artikeln der gelöschten Benutzer mitgelöscht. Weil es aufwändig ist, sinnvolle Beiträge zur Diskussion zu schreiben, senkt das meine Lust erheblich, in die Echokammer der Watchdogs (die für ihre Kommentare keinen Aufwand treiben müssen) hineinzurufen.

Was die Studie des AC angeht: erinnert sehr an McCarthy und dessen Kampf gegen unamerikanische Umtriebe.

Bild des Benutzers Delloc

 

Die Propaganda der „Atlantiker“ spitzt sich derzeit zwangsläufig zu, weil das US-Imperium global nicht mehr unangefochten die Nummer eins ist – vergleichbar mit der McCarthy-Ära in den 50ern nach dem Sieg der Sowjetunion über Deutschland und seine faschistischen Verbündeten.

China, Indien, Japan, aber auch Europa und Kanada haben inzwischen eigene Kapitalfraktionen gebildet, die auf den Märkten durchaus mit den US-Oligarchen konkurrieren können und oft den größeren Profit einstreichen. Deshalb ist auch die Ankündigung Trumps, mehr Isolationismus betreiben zu wollen, durchaus plausibel.

Im Zusammenhang mit den Lebensverhältnissen und Ideologien der Wählerschicht seiner Zielgruppe (white trash) liegt allerdings der Verdacht nahe, dass es sich eher um die Sedierungsstrategie eines prekären Massenwahns handelt.

Da aber die Sinnhaftigkeit jedes Wahns jenseits des Wahns nicht mehr wahrnehmbar ist, muss dieser blinde Fleck durch massenhafte Propaganda übermalt werden.

So torkelt der Gigakoloss derzeit von einer Misere zur nächsten – wie Halbstarke, die in jedes Feuer springen, ohne zu bemerken, dass ringsherum schon alles Asche ist.

Ich empfinde diese Entwicklung als noch schlimmer als den McCarthyismus, weil sie sich nicht nur auf eine politische Denkweise bezieht wie kommunistische Überzeugungen (in denen sich ja nicht das Ganze einer Person abbildet), sondern es wirklich, da sie offensichtlich durch diese Hetzenjagd einen nicht-physischen Eisernen Vorhang zu diesem Land erzwingen wollen, die alle Formen von Beziehung kontanimiert: kulturelle, familiäre, geschichtliche, politische, wirtschaftliche, konfessionelle (weil die orthodoxe Kirche im heutigen Russland eine prominente Rolle spielt, wurden, wie ich von Bekannten gehört habe, bereits russisch-orthodoxe Christen hier angepöbelt, wie sie denn "Putins autoritäre Religion" praktizieren könnten - als hätte der Mann die erfunden!) und einfach freundschaftliche.

Ich weiß, dass Russischstämmige und Russlanddeutsche inzwischen oft lieber ihre Herkunft verschweigen.

Ich finde das ziemlich schrecklich.

Ich habe in einigen Foren die neuerdings oft verbreitete revisionistische Behauptung, "die Russen" wären Mitverursacher und Mitschuldige bei der Entfesselung des Zweiten Weltkriegs gelesen, weil sich Snyders revisionistische Deutung des Zweiten Weltkriegs anscheinend überall durchgesetzt hat, wo nicht mehr tiefer als auf Leitartiklerniveau diskutiert wird. In den 80ern, zur Zeit des Historikerstreits zwischen Habermas und Nolte, wurde jeder, der so etwas vertreten hätte, für erzreaktionär bis tief braun gehalten. Wenn man dann versucht, den Leuten zu erklären, was sie damit negieren, nämlich den von Beginn an zur ideologischen Grundausstattung des Nazismus gehörenden rassistisch-eliminatorischen Kolonialisierungsbestreben im keine völkerrechtliche Einschränkung mehr kennenden "totalen Krieg" gegen den "jüdischen Bolschewismus", der die Vernichtung einer zweistelligen Millionenhöhe von Slawer vorsah, dann kommt sofort der Vorwurf der "Putin-Propaganda".

 

Weil das angestrebte politische Eschaton der Transatlantiker die Unterordnung der Welt unter eine US-geführte globalisierte und neokonservativ zugerichtete Führung ist, können ohne irgendwelche Skrupel die übelsten Verleugnungen des Nazismus verbreitet werden.

 

Da ist jedes Verständnis von Menschenwürde und Grundrechten verloren gegangen.      

Bild des Benutzers Uwe Theel

Lieber Bernd,

vielmehr, als Dir ein "welcome to the club" sagen, brauche ich nicht mehr; seit irgendwann 2007 habe ich beim Freitag und auch hier zu dem Thema alles schon einmal gehört und was mir dazu einfiel/-fällt geschrieben.

Augstein verdient Geld und das, was er vielleicht für Ruhm hält. Ein Journalist, ein Reporter, wie er sich selbst wohl sieht, ist er längst nicht mehr. Der freitag ist eben ein linkes "Boulevard-Blatt" - auch ganz nach Plan - geworden. Der freitag hat vielleicht schon viel ausgehalten, aber Widerspruch der Leser/Blogger gegen die Herausgeberlinie ist eben Auschlussgrund. Was die Herausgeberlinie ist bestimmt der Hausherr nach Gutsherrenart, exekutieren tut es dann der "Hausmeister"  im Serverrraum.

Es fängt immer mit drei Monaten an und wird dann auf lebenslänglich heraufgesetzt.

Ich wünsche auf jeden Fall weiter gutes Schreiben.

Uwe Theel

Bild des Benutzers ebertus

und schön, Dich mal wieder lesen zu können.

Mal schauen, wieweit die Schreibe noch trägt, habe nächstes Jahr ein volles Programm jenseits der Berliner Grenzen und auch nicht immer online ... Eher seltener, zum Schmunzeln ...

Grade eben hatte ich woanders das hier geschrieben:
"Generell noch was zum Thema Zensur: Hatte mich schon gewundert, daß es beim Freitag (wo ich ja eine Zeit lang, bis zum Rauswurf einiger kluger und lieber „Putinversteher“, auch sehr viel geschrieben hatte) in letzter Zeit doch wieder einige interessante Texte (mehr bei den Kommentaren als den Artikeln) gab und einige, aufrechte, echte Linke erstaunlicherweise noch nicht rausgeworfen waren.
– Grade eben mußte ich dann lesen, daß Bernd Ebert (der auch im termiten.net schreibt) beim Freitag gesperrt wird… Ca. eine Woche nachdem Jakob Augstein Herrn Trump bei SPON als Faschisten bezeichnet hatte…

Die „Linksliberalen“ mit ihrer großen „Toleranz“ schießen sich immer und immer wieder in´s eigene Knie. Und lernen NICHTS dazu. Und wollen dann dem Volk erzählen, wie dumm es ist…
In der „grün-linken“ TAZ gab´s heute einen Artikel, der reine Nato-Propaganda war und sicher weitere der letzten Noch-Abonnenten zum Kündigen bringt…

Wenn´s demnächst keine Fördermittel irgendwelcher NGOs (oder des State Departments?) gibt, sind die alle sehr schnell pleite. Es sei denn, solche „alternativlosen“ „Demokratieerhaltungs“medien werden demnächst komplett aus Steuermitteln finanziert. Bei einer Verlängerung der bisherigen Regierungskonstellationen leider m. E. keine ganz abwegige Idee (das würden sie sicher auch noch schaffen)."

- In diesem Sinne: Kopf hoch! Der Freitag ist keinen Blick zurück wert.
VLG, Raphaela

Bild des Benutzers Uwe Theel

klar, oder wie der Berliner sagt: "Unkraut vajeht nich!"

Ich bin jetzt ziemlich genau ein Jahr in Rente (Müntefering+4) und habe in dem Jahr allerlei privat und gesundheitlich aufarbeiten müssen. Komme jetzt  langsam wieder zu Luft und bereite mich wesentlich (geistig wie körperlich) auf eine zweite Japanreise seit 2012 vor.

Ja, es gibt ein Leben nach dem Blog und das wünsche ich auch Dir von ganzem Herzen.

LG

Uwe

Lieber Bernd,
das ist ja ein dicker Hund. Ich verstehe überhaupt nichts mehr. Ist denn selbst der Freitag soweit maingestreamt, dass sie uns nicht aushalten können?
Ich werde Dir nochmals schreiben. Jedenfalls kannst du meiner Solidarität gewiss sein. Jetzt erst gerade recht.
Umarmung aus Panamá! Hermann
PS: Was für ein Tag: Ich schreibe in der dFC, dass ich bei Unterstützung für den BT kandidieren werde, und du fliegst aus dem Freitag erst einmal raus. Na, dann Prost auf 2017. Es kann heiter werden.

Hallo Herr Ebert,

mit so moderaten Texten, wie den ihren, gesperrt zu werden, das muss man erst mal schaffen. Respekt!
Ich hätte nicht gedacht, dass es schon so schlecht um das sich als "Links" phantasierende Bürgertum bestellt ist. Erinnert sich hier noch jemand an das Sputnik-Verbot in der Endzeit der DDR? Die Freitag-Leninisten jedenfalls nicht. Und so richtig es ist, sich mit Analogien zurückzuhalten - zu schnell vergleicht man ähnliche Erscheinungen trotz sehr unterschiedlicher Grundlage - zeigt doch die Flucht in einen immer rigoroser werdenden Zensurismus, dass den linksliberalen Spießern die Felle davon schwimmen. Wobei ich vermute, dass sie es genau so wenig begreifen, wie es dereinst die Bonzen verstanden haben.
Soweit alles undramatisch. Ich neige zu einem ziemlichbreiten Grinsen, wenn ich mir vorstelle, wie man das intern diskutiert haben mag, wenn man denn überhaupt diskutierte.
Da man ja nicht mal in Andeutungen erfährt, welchen Vorwurf man glaubt erheben zu müssen, geht ein Teil des Vergnügen, das man ob solcher Albernheiten haben könnte, verloren. Unsere Zensoren gönnen uns wirklich nichts.
Natürlich ist es, so ehrlich möchte ich schon sein, so,dass ich denke, etwas zu sagen zu haben und deshalb Texte poste. Aber auch das ist natürlich albern und eitel. Für den Fortgang der Welt ist es bedeutungslos, ob in diesem Freitagsforum einer meiner schwerfälligen Texte, zumal mit lausiger Rechtschreibung, öffentlich wird. Im Gegenteil,die Zensur gibt ihnen erst ein Gewicht, dass sie von sich aus nicht hätten.
Also ganz ehrlich, ich finde das lustig. Noch lustiger finde ich, dass die Angst vor unseren Texten haben.
Ich habe übrigens, ich wenn ich neulich schrieb, das ich keine Ahnung habe, warum ich gesperrt wurde, keine drei Monate Bewährung bekommen.
Wenn die Zensoren zu einer auch nur rudimentären Form der selbstreflektion fähig sind, wissen sie ja, was sie damit verlangen: Schreibe das, was wir wollen, dann darfst du wieder mitspielen.

Gut, ist halt so und die Welt dreht sich weiter.
Die Zukunft kann ich sowenig vorhersagen, wie wir alle. Ich weiß nur sehr sicher, dass ich mit den Zensuristen, Genderisten, den PClern, den diskursunfahigen Zwangsautoritären, den linken Neoliberalen, und weiß der Teufel, was alles zu nennen wäre, nicht zutun haben will. Ich werde nicht (mehr) mit ihnen auf der Straße sein, sie nicht wählen, ihre Zeitungen nicht kaufen, ihre Veranstaltungen nicht besuchen, ihre Bücher nicht lesen. Solange ich damit allein bin, interessiert das zu Recht keine Sau, zumal ich mit Sicherheit auch nicht auf der anderen Seite zu finden sein werde.
Nur vielleicht überschätzen sich unsere Zensoren. So, wie sich die Bolzen in ser DDR und im gesamten Osten überschätzten.
Man wird sehen.
Wenigstens wird es nicht langweilig....

Bild des Benutzers ebertus

Robert, geht denen selbst bei moderat gehaltenen Texten "der Arsch auf Grundeis".

Mag dem Herdentrieb in der Branche der durchgenderisierten (wenn es denn passt) Guten geschuldet sein. Mir und wie geschrieben scheint das eher eine Frage der zunehmend prekären Beschäftigungsverhältnisse; gerade im Journalismus.

Der letzte, wie immer gut geschriebene Artikel von Katja Kullmann ist da die Bestätigung par excellence. Mehr Anpassung geht kaum und ihr "Echtleben" aus 2011 ist lange her. Ich habe den realsatirischen Erfahrungsbericht damals gern gelesen, obwohl dieses Echtleben nicht meines war; mir dennoch eine neue Perspektive auf ein anderes, echtes Leben eröffnete.

Und das zu einer Zeit, wo die sog. Medienkrise hierzulande bestenfalls in ihren Anfängen steckte.

Heute bedeutet es, die einstigen Ideale hintenan zu stellen, den Arsch schnöder Existenzsicherung an die (auch) diskursive, im Zweifelsfall gegen sich selbst gerichtete Wand zu bekommen.

Sagt einer, der -natürlich, natürlich- das altersbedingte Grundeinkommen genießt, verfrühstückt.

Bild des Benutzers fahrwax

Kam der, längst und real, stinkige MacCarthy noch antikommunistisch daher - bleibt seinen Widergängern heute, dank dem Ableben der verpönten kommunistischen Staats-Ideologie, nur noch die altbekannte, gruppenspezifische Zuweisung.

Die freitägliche Auslegung der, weitgehend geheimen "Netiquette" ist, inzwischen unverhohlen, der Bann gegen unliebsames Gedankengut. Die deutschen Altnazis fackelten ihnen unliebsames Schriftgut noch öffentlich ab - der Freitag verzichtet, in aller Liebenswürdigkeit, auf diese brandstifterisch, entlarvende Kundgebung seiner Gesinnung.

Seine Gleichschaltung ist eine klammheimliche, verdruckste - das Urheberrecht, inklusive Sippenhaft, ist unverkennbar.

Bild des Benutzers Heinz

Ich hatte in einem Kommentar darauf hingewiesen, daß Münzen und Gold beständig sind und Papiergeld in südlichen Ländern von Termiten gefressen werden können. Konkret bedeutet das, im Freitag kann niemand mehr einen Artikel über das Leben oder die Gefahren von Termiten schreiben, ohne auf Kommafehler überprüft zu werden – und das ist voll meschugge.

Hier das Ergebnis :-)))

Der Kommentar kommt leider später bei dir an, weil die Redaktion:

Nachtrag: Der Bloggwärter hat sich auch schon gemeldet.

Bild des Benutzers ebertus

eigentlich gibt es bei diesem, bald 24/7 auf Patrouillengang seienden Blogwart nur zwei Möglichkeiten:

Entweder steht der wirklich auf irgend einer prekär vergüteten payroll,

oder

es ist eine geniale, eine weit unterschätzte Strategie, die verbliebene FC-Community von innen ad absurdum zu führen.

Bild des Benutzers Heinz

Wenn du als Blogger sachlich bleibst, kannst du sehr viel als eigene Meinung transportieren. Sobald du persönlich wirst, entgleist das oft. Dabei ist ein unpersönliches ich oder du zur Unterscheidung meist tragbar. Trolle gehen aber sehr schnell auf Angriff über und unterstellen etwas, das gar nicht geschrieben steht. Damit stellen die eine vermeintliche Falle, in die jemand hineintapsen kann. Für mich ist das spätestens der Punkt, an dem ich abbreche.

Wie wahrscheinlich ist nun die zweite Variante?

Ich geh mal davon aus, daß ein Troll mit wechselndem Avatar nicht unerkannt bleibt, es sei denn er wechselt dauernd auch den Stil seiner Schreibe, was nicht einfach ist. Mit einer automatischen Textanalyse ist sowas schnell erkannt. Da halte ich die Redaktion doch für intelligent genug, sowas zu erkennen und zu unterbinden.

Bild des Benutzers ebertus

was der Google-Cache zu meinem Abschiedsblog von gestern hergibt.

Insbesondere sei auf den letzten Kommentar dort, den von "Achtermann" hingewiesen; eben erst gelesen, weil heute morgen unterwegs und dann, bei meiner Rückkehr der Blog bereits geext war. Wahrscheinlich viel zu inhaltlich für die FC-Mods, was Achtermann da anspricht.

Gefreut habe ich mich neben (fast) allen anderen Einwürfen auch über den Kommentar von "Miauxx", mit dem ich eher selten einer Meinung bin, er mich auch schon mehrmals diskreditierend zuweisend angegangen hatte. Ok, das ist jetzt fair ...

Lustig dagegen der gleich erste eingeklappte Kommentar vom Blogwart. Mein Beitrag datiert von 20:46 und sein Kommentar von 20:47! Hat der eine Standleitung zu den FC-Devs, deren Echtzeit-Logdateien ...?

Zum Schmunzel auch der zweite (ebenfalls eingeklappte) Kommentar. "SuzieQ", die Frau ohne Inhalte, die immer erscheint, wenn es ad personam zur Sache geht, ansonsten wohl im Dunstkreis der Weltendame anzusiedeln ist.

Und dann, weiter unten, war mit "30Sec" ein weiterer Kommentar einzuklappen, der eines bei dem Fidelen, dem Club der Fidelches und RKs Entsprungenen. Lang ist es her, würden die heute wohl nicht mehr so geext, der Freitag sich in der exekutierten Blatt- und Moderationslinie deren antideutschem Sektierertum bereits ein wenig angenähert hat; mein Eindruck.

Bild des Benutzers hadie

Eigentlicher Auslöser der Löschorgie war doch wohl Dein Artikel über Breitbart und einen Herrn Koreng - also Medienkritik. Und letztere ist wohl auch das Schmerzhafte für Hausmeister und Blogwarte beim Online-Freitag. 

Interessantes rbb-Interview zu Breitbart

Kauder & Co, wollen unbedingt chinesische Zustände bei der Internet-Zensur: flächendeckende Filterung, Vermögensstrafen, Sippenhaft. Wer da noch Fragen hat, wird sofort mit abgestraft, unabhängig von Sachgründen. Völlig daneben liegt auch die Einschätzung der Termiten, die zwar ziemlich urwüchsig daherkommen, aber immer der Wahrheit auf der Spur sind "mit heißem Bemühn".

Übrigens steht beim MDR gerade das beim rbb versteckte Feature über die Schleuser-Industrie online: Handlanger der Hoffnung.

Bild des Benutzers ebertus

habe diesen Blogtext mittlerweile auch hier eingefügt, an den ersten Teil zu Kauder angefügt.

Und klar, mein vorhergehender, kurzer Text zu Breitbart (bewußt nur hier, nicht bei der FC eingestellt und beileibe keine Laudatio) mag den eifrig mitlesenden Blogwarten ebenfalls nicht gefallen haben, brauchten sie andere Gründe zum (endlich) exen.

Nach relativ langer Zeit war ich erst durch die sehr guten Berichte zur Yemen-Situation (von Dietrich Klose) mal wieder auf den Freitag gestoßen, hatte dann hin und wieder auch mal in andere Texte geguckt und mich gewundert, daß einige wenige, gute Kommentatoren dort noch nicht rausgeflogen waren.

Ansonsten war der Unterschied zum Freitag "von früher" nach relativ langer Abstinenz erschreckend: Wenige Texte mit aktuellen, politischen Bezügen, stattdessen viel pseudo-linkes Befindlichkeits- sowie Identitäts-Blabla in einem engen, ideologischen Rahmen. Politisch korrekt, selbstreferentiell und engstirnig zum Gähnen.
Ehrlich gesagt gucke ich jetzt nur noch gelegentlich da rein (genau wie bei der TAZ z. B.), um zu sehen, wie die politischen Gegner drauf sind, die antideutschen Kriegstreiber und neoliberalen Nabelschaubetreiber, die vorgeben, "links" zu sein, die offensichtlich die Blattlinie bestimmen.

Mein Eindruck als Außenstehender und Gelegenheitsleser ist der eines verwesenden Organismus, , den die Antideutschen nach ihrem erfolgreichen Kreuzzug gegen "Putinfreunde" und Abweichler von der Nato-Linie entbeint zum Sterben zurückgelassen haben.
Interessant finde ich, daß die Strategien der Atlantiker auf globaler Ebene sich auf diese Weise im Kleinen bei ihren Propagandisten wiederfinden: Erobern, zerschlagen und weiterziehen zur nächsten Beute. Die Politik der verbrannten Erde, die im globalen Maßstab die Situation u. a. im Irak und in Libyen zu sehen ist, kann im Kleinen auch bei ehemals lebendigen und aktiven, "linken" Medien studiert werden, insbesondere in deren Kommentarrubriken (sofern noch vorhanden): Wie der ehemalige "Wirtskörper" zukünftig überlebt spielt keine Rolle, Hauptsache, dem "Feind" wird kein (Lebens-, Entwicklungs-, Arbeits-) Raum mehr gelassen.

Dieses, zugegeben, überspitzte (und im konkreten Bezug auch menschenverachtende) Beispiel soll verdeutlichen, was zurückbleibt, wenn die Atlantikerpropagandisten mit einer Kommunikationsplattform fertig sind: Ödnis, Trümmer und Verwesung mit einer großen Prise Resignation.
Damit aus den Trümmern nie wieder eine Gefahr erwächst, lässt man ein, zwei Söldner-Bataillone zurück, die lässig alles niederschießen, was sich eventuell noch mal aus der Deckung erhebt.

Umso mutiger finde ich diejenigen, die es trotzdem versuchen. Auh, wenn diese Versuche m. E. verschendete Energie darstellen: Wer liest denn dort noch regelmäßig und entdeckt die kleinen "Widerstandsnester"?
Daß die Plattformherren (nein: Bei mir gibt´s keine *Sprachverstümmelung) die letzten, verspengten Widerständler in einem gewissen Rahmen gewähren lassen, ist m. E. wirtschaftlichen Gründen geschuldet: Ohne einen kleinen Rest anderer Meinung rückt der Konkurs noch schneller heran: Problembären unter sich sind extrem langweilig für potentielle Leser.

Bekommt der Freitag immer noch EU-Subventionen? Wenn nicht, ist er m. E. schon jetzt ein Zuschußprojekt. Wenn ja, ist er es sehr bald, denn die EU ist - endlich - kurz vor dem Kollaps.
Zum Überleben aufgrund von Printverkaufszahlen gibt es keine Zukunft. Der Markt für Blättchen der o. g. Linie ist viel zu klein. Es gibt schon zuviele andere, die dasselbe Klientel (sich "irgendwie links" fühlende, überwiegend städtische Elfenbeinturmbewohner, die überwiegend im öffentlichen Dienst und/oder universitärem Umfeld tätig sind und "sonst keine Probleme" haben) "bedienen".

Das einzige, was ich daran nicht verstehe, ist, warum kluge Menschen wie ihr hier den Freitag immer noch überschätzen. Die (immer noch) erkennbare Bedeutung, mit der von Leuten, die es besser wissen müßten, diese Atlantikerplattform scheinbar nach wie vor aufgefüllt hat, ist m. E. unbegründet.
Die emotionale Verbundenheit, die man mit Foren oder Projekten verbindet, in denen man lange Zeit geschrieben oder gearbeitet hat, kenne ich natürlich. Genau deshalb warne ich vor ihrer Gefahr: Immer wieder neue Hoffnungen und Energien in verlorene Projekte/Foren zu stecken ist nicht gesund für die Seele.

Auch das Argument der "Gemeinschaft"oder "Zugehörigkeit", die man nicht verlieren möchte, ist kein stichhaltiges, denn es begrenzt diesen Begriff zu sehr: Die Gruppe derer, die in Bezug auf prioritäre Ziele (wie der multipolaren Weltordnung) am selben Strang ziehen, ist doch viel größer als die derer, mit denen man diesbezüglich schon in direkten Kontakt gekommen ist. Und die Intensität von Zusammengehörigkeit bemisst sich nicht an der Häufigkeit der direkten Kontakte, oder auch nur daran, ob man ÜBERHAUPT schon mal in direkten Kontakt gekommen ist, der über das Lesen von Texten/Kommentaren hinausreicht.

Kennt ihr das nicht? Man liest einen Text oder Kommentar, dessen Verfasser vielleicht sogar am anderen Ende der Welt lebt, und empfindet die innere Nähe, die einen mit dem Schreiber verbindet und die Kraft, die aus diesem Verbundenheitsgefühl kommt...Das Eingrenzen des eigenen Bezugsrahmens auf kleine Gruppen ist m. E. etwas Trennendes, ein Teil der divide-et-impera-Strategien der Atlantiker und sollte überwunden werden. Im Interesse des großen Ganzen und auch im Interesse der eigenen Seele. Daher mein Appell: Nehmt den faulenden Freitag-Kadaver aus dem Blickfeld und guckt auf die weitere Umgebung und in die Zukunft.

Alles Liebe, Raphaela

PS: Bin immer noch zu brünett, um die Anmeldung mit der Kommentarfunktion zu verbinden, den Kommentar also unter vollem Namen abzuschicken. Falls er zu privat erscheint, kann er auch gerne nur intern veröffentlicht werden.

Bild des Benutzers fahrwax

.....ist wirklich verzichtbar.

Mercie für deine FC Analyse Raphaela - sehe ich ebenso.

Die Zahl der Enthusiasten die dort noch lesenswertes abliefern ist immer überschaubarer geworden - die fruchtbaren Kommentierungen (naturgemäß) ebenso.

Gelegentliche, nicht zu lange, Stipvisiten in diesem, inzwischen beinahe gleichgeschalteten, Zoo für irgendwie transatlantisch-links reichen aus......

Gruß, Werner

Bild des Benutzers hadie

Putziger Artikel über Milo Yiannopoulos im Evening Standard - kritisch, ironisch, aber ganz ohne den Vernichtungswillen, den unsere Zensoren so ausleben:

Who is Milo Yiannopoulos? Everything you need to know about Donald Trump's alt-Right poster boy

Bild des Benutzers ebertus

Und in Sachen der eingebetteten Videos gleich ein technisch-formaler Test dahingehend, was meine Browserkonfiguration via Adblocker und Trackingblocker (Ghostery) leistet.

Inhaltlich bin ich gespannt, hege klammheimliches Schmunzeln dahingehend, wie Breitbart die hiesige Szenerie großmedialer Hofberichterstattung aufmischen wird; insbesondere mit wem.

Und natürlich, anderweitig bereits thematisiert, welchen formalrechtlichen Status die deutschsprachige Ausgabe haben wird. Denn in bzw. aus dieser Richtung scheint das nächste große Ding zu kommen: ob und wie man die Verbreiter von sog. Fake-News (also alles, was sich nicht auf einer politisch korrekter Linie bewegt) domestizieren wollte.

Bild des Benutzers GEBE

Bemerkenswert und äußerst interessant finde ich die Begründung für deinen Ausschluß, die ja im Wesentlichen darauf abstellt, daß hier auf dieser Seite, nicht die "Netiquette", also die Hausordnung des "derFreitag" eingehalten werde!

Es steht ja an keiner Stelle etwa zur Begründung: „Sie haben in der dFC die Netiquette der dFC verletzt.“ – Nein, die hausinterne Netiquette ist außerhalb deren rechtlichem Wirkungsbereichs, nämlich andernorts (vermeintlich) verletzt worden?

[Das ist wie: „Sehr geehrte Kita-Mitarbeiterin, wir kündigen das Arbeitsverhältnis mit Ihnen, weil sie beim letzten Dorffest am Stand der evangelischen Landfrauen evangelischen Streuselkuchen gegessen haben. – Der katholische Trägerverein“. Oder: „Der Parteiausschluß erfolgt wegen nichtkommunistischen Lachens außerhalb der Parteiversammlung.“]

 

Hinzu kommt ja auch noch diese Posse:

Da wird (unter "Fragen und Antworten) auf eine Anfrage an die Redaktion der dFC: "Gibt es beim Freitag eine schwarze Liste von Seiten auf die zu verlinken verboten ist?" geantwortet: "Nein, nicht im eigentlichen Sinne. Es gibt aber Seiten, die Inhalte enthalten, die gegen unsere AGB/Netiquette verstoßen. Je nachdem, in welcher Intention diese hier verlinkt werden, können die Links entfernt werden. Verschriftlicht – digital oder sonstwie – ist da aber nichts. Aber es gibt eine (kurze) Stoppliste für Inhalte, die wir uns aus verschiedenen Gründen (Unterlassungen, Rechtliches, Erfahrungswerte) erstmal anschauen (müssen). Mit freundlichem Gruß, Das Community-Team"

 

Bild des Benutzers ebertus

Ja, gern auch mit dem Hinweis incl. Sperrandrohung an den User, diesen Link zukünftig zu unterlassen

Weil die Netiquette nicht über die FC hinausreicht die Krücke mit dem Link. Nur ward das eben nicht so (erwartbar?) gehandhabt; wie auch bewußt im Diffusen belassen. Es wurde sofort gesperrt, incl. der gnädig eingeräumten Gunst, in drei Monaten wieder um Aufnahme zu bitten. Nun, wenn es denn schee macht ...

Insofern liegt es eigentlich auf der Hand, was Hadie -weiter oben- hier vermutet.

Bild des Benutzers fahrwax

.......dessen Inhalt ich dir nicht mitteilen muss.

DIE REINE WILLKÜR

Bild des Benutzers Heinz

Wenn der Scanner nach einem Link sucht, könnte ich das ja noch gerade als Blattlinie verstehen, der Scanner des Freitag wirft aber alles raus, wo termiten drin steht.

Siehe hier und dort: Der Kommentar kommt leider später bei dir an, weil die Redaktion:

Bild des Benutzers ebertus

wobei, fehlt mir wahrscheinlich noch die gewisse, die notwendige kriminelle Energie ...

Man könnte sich natürlich bei einem kostenlosen (Sub)domainhoster einige zur FC-Blattlinie unverfängliche subdomains (Gender, Feminismus, Netiquette etc.) zum allfälligen Gebrauch beim Freitag einrichten;

und die dann auf jeweilige Termitenblogs weiterleiten; ehe der Watchdog Meldung machen kann, welche dann in einer Löschaktion gegenüber dem Kommentar, dem Kommentator, dem Blogger umgesetzt wird.

Ok, Zeit für einen Mittagsschlaf ...

Bild des Benutzers Heinz

Die Frage, die ich mir gerade stelle, ist, ob sich dieser Aufwand für mich lohnt.

Austrixen geht immer, keine Frage; doch zu welchem Zweck?

Ich betrachte unsere Bloggerei im Freitag als eine vom Freitag gewollte Ergänzung, als Feedback und zur Anregung der Redaktion für aktuelle Trends und Volkes Stimme. Selektieren müssen die den Müll schon selbst. Ganz offensichtlich will die Redaktion das nicht oder nicht mehr so, wie ursprünglich geplant. Die Redaktion des Freitag will ihre Blattlinie selbst festlegen, wie eine Redaktion das schon immer gemacht hatte, also keine Experimente wie am Anfang.

Will ich dagegen unbedingt anstinken? – NEIN !!!

Bild des Benutzers hadie

Jürgen Todenhöfer wird Herausgeber beim Freitag.

 

Ab jetzt Exklusivinterviews bewaffnet und vollverschleiert aus dem Freitags-Folterkeller am Hegelplatz.
 

Bild des Benutzers Uwe Theel

Ist es nicht unglaublich? Nachdem die Initiative "Wir müssen reden!" beim freitag damals leider auch von wirkmächtigen FClern mit der haltlosen These, linke Blogger wollten den Freitag "übernehmen", ihn der Redaktion aus den Händen nehmen, mit kaputt gemacht wurde, kann die JungeWelt jetzt offenbar völlig unbefangen schreiben "Der Publizist und frühere CDU-Politiker Jürgen Todenhöfer übernimmt (Hervorhebung: U.T.) zum Jahreswechsel 2017 als Herausgeber die in Berlin erscheinende Wochenzeitung Der Freitag."

Da ist die Eule der Minerva wohl am Hegelplatz gelandet.

Wirklich erklärungsbeürftig ist aber schon, was jetzt der Posten eines "Herrausgebers" gegnüber dem des "Chefredakteurs" (Augstein) inhaltlich und richtungsbestimmend bedeutete, und ob und wozu, oder für wen Todenhöfer sich da eingekauft haben könnte?

Augstein hat immer geäußert, er wolle sich vom Freitag trennen, wenn der schwarze Zahlen schriebe. Damals schwebte ihm allerdings ein Genossenschaftsmodell vor. Das mit den schwarzen Zahlen wird wohl nichts mehr werden, also kann er jetzt ja auch, zu welchem symbolischen  1-€-Preis auch immer an Todenhöfer/Burda verkaufen. Das staatstragende Organ N24 jedenfalls freut sich schon mal.

Bild des Benutzers ebertus

siehe meine schlichte Meinung an anderer Stelle hier.

Bild des Benutzers hadie

Im TAZ-Interview versucht Augstein, seine Neuerwerbung Todenhöfer als Auflagen-Kracher und Pazifisten zu verkaufen. Im Syrien-Konflikt ist der aber ein alter Parteigänger Assads, wie auch die Welt genüsslich beschreibt. Was den angeblichen Al-Nusra-Kommandeur betrifft, scheint mir die syrische Online-Zeitung Zaman Al Wasl glaubwürdig:

Activists are circulating images and information revealing the identity of the person whom the German journalist Jurgen Todenhofer presented as “a leader in al-Nusra.” Activists confirm that the person who Todenhofer introduced as Abu al-Ezz is actually one of the biggest regime thugs in Aleppo’s southern countryside. His real name is Ahmad Sheikh al-Daat and he is also known by the name Ahmad al-Ezo.

(Unter Aktivisten zirkulieren Bilder und Informationen, die die Identität der Person enthüllen, die der deutsche Journalist Jürgen Todenhofer als "Führer der al-Nusra" präsentierte. Die Aktivisten bestätigen, dass die Person, die Todenhofer als Abu al-Ezz eingeführt hat, tatsächlich einer der größten Regime-Schläger südlich von Aleppo ist. Sein richtiger Name ist Ahmad Scheich al-Daat und er ist auch unter dem Namen Ahmad al-Ezo bekannt.)

Todenhöfer ist zwar kein Journalist, wie Augstein richtig anmerkte, dafür aber ein geschäftstüchtiger (Medien-) Politiker, in der CDU am rechten Rand, Pinochet-Freund und gnadenloser Selbstdarsteller, passt also bestens zum gegenwärtigen "Freitag".

Bild des Benutzers fahrwax

Angesichts der Propagandaschlachterei, um die "Unterschiede" der guten Bomberei in Mossul und der ekligen in Aleppo, erscheint mir deine dargebotene "Faktenlage" sehr dünn, lieber Hadie. Mir ist sie zu dicht an der der NATO-Propaganda.

Weder die "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte", noch die "White Helmets", noch die These von den "gemäßigten Rebellen", werden meiner Vorstellung von Glaubwürdigkeit gerecht.

Deine Charakterisierung von Todenhöfer - sein politisches Vorleben, nicht nur im Umgang mit Pinochet war ekelerregend - als "ein geschäftstüchtiger (Medien-) Politiker, in der CDU am rechten Rand, Pinochet-Freund und gnadenloser Selbstdarsteller", lässt mir zuviel seiner Aktivitäten der letzten Jahre außer Acht.

Zum gegenwärtigen "Freitag" scheint er mir eher nicht so recht zu passen, nur zu JA's "Gewinnerwartungen" der defizitären Zeitung - selbst gutbetuchte Erben sehen die, beständig näherrückende kalte Wand fehlender Einnahmen,  näher an den eigenen Popo rücken.

Bild des Benutzers hadie

Nichts liegt mir ferner, als mich in den infight locken zu lassen. Um nicht als "NATO-Monster" entlarvt zu werden, gestalte ich mein Todenhöfer-Bild fanboy-kompatibeler und teile doch gleich seine nur zu durchschaubaren Werbebotschaften:

Hurra Todenhöfer!

 

Bild des Benutzers fahrwax

.....ob es so kommt (der freitäglichen Versprechungen waren schon seeehr viele) bleibt abzuwarten.

Pazifisten sind nicht am wendischen Geschwätz kenntlich - sondern am Hinhalten aller Backen für Überzeugungen????

Fleicht gibt es aber auch wegen den vorzeitig weggekommenen, pazifistischen Backen deutlich zu Wenige davon?

Ohne aus einem (durchaus möglichen) Pfurz einen frischen Guru stilisieren zu wollen.....

das war ja damals die Begründung bei mir:

Ich hätte auf eine Seite verlinkt, auf der auch schonmal Texte mit "verschwörungsideologischen Inhalten" zu finden seien - nicht, dass ich eine zweifelhafte Quelle an sich verlinkt hätte. (Das, was ich verlinkt hatte, war ein Youtube-Video, welches zeigte, wie ukrainische Mütter sich gegen die Rekrutierung ihrer Söhne durch urkrainische Militärwerber wehrten. Nur hatte ich das Video frisch ergoogelt und lieferte es - entsprechend der ersten Angabe meiner Suchmaschine - über die Seite "Hinter der Fichte".)

Nur zeigt bereits die Begrifflichkeit, dass sie im Tollhaus leben: Was bitte soll "verschwörungsideologisch" heißen? Schon "Verschwörungstheorie" sagt ja nichts aus. Jede Hypothesenbildung zur Aktivität eines beliebigen Geheimdienstes ist zwangsläufig eine "Verschwörungstheorie", da Geheimdienste bekanntlich im Verborgenen, also "verschworen", operieren. Hypothesen sind ein notwendiger Schritt zur Bildung einer Theorie. Ohne Theorien keine Forschung.

"Verschwörungstheorie" zu einem Vorwurf zu erheben, bedeutet das Erteilen eines Verbots, über nicht-transparentes Operieren von Machtträgern nachzudenken.

Aber was ist bitte eine"Verschwörungsideologie"? Zu dem Wort ist ja noch nicht einmal mehr eine semantisch stringente Konzeption denkbar. Die FC-Moderation reichte offensichtlich der McCarthy-Effekt des Wortes "Verschwörungsideologie" nicht aus, weshalb sie "Theorie" durch das stärker negativ konnotierte "Ideologie" ersetzten.

Ein Begriff ist da schon lange nicht mehr beim Worte.     

Bild des Benutzers Uwe Theel

@ Alphabetta

Natürlich ist Verschwörungstheorie ein semantisch und theoretisch gefüllter Begriff: Er negiert den Theorieanspruch der Linken damit, dass er ihren Aussagen nur  verschwörerischen Gehalt zuweist, welcher für den Bourgeois immer nur als in hinterhältiger Weise geäußert begriffen werden kann und was eventuellen Tatsachengehalt, dann gleich mit wegschwemmen kann, ohne dass man argumentativ werden müsste.

Verschwörungsideologie ist in sich freilich auch eine schöne Entlarvung des eben eigenen Denkens als verkehrtes, dass sich zwar nicht hinterhältig wohl aber hinterrücks (im Sinne von Kant und Hegels Vernunfbegriff) noch gegen den Benutzer selbst wendet. Begriff der Bourgeois "ideologie" ursprünglich nur als "reines Gedankengebäude", eben aus "Ideen" irgendwie logisch gebaut, benutzt er plötzlich und wahrscheinlich ohne es zu ahnen, den marx`schen Begriffsgehalt ("Ideologie als verkehrtes  Bewußtsein"), aber ohne sich klar zu machen, dass die (linke) Kritik am Ideengebäude dasselbe erst als ideologisch ausweisen könnte. Zu wirklicher Kritik aber ist das bürgerliche Bewußtsein, soweit es sich öffentlich in Politik und Presse staatstragend ausdrückt, natürlich nicht fähig. Wäre es anders, dann könnte man ja wenigstens hoffen, es käme sich irgendwann mal selbst auf die Schliche. Aber eher kommt der Weltgeist (im hegel`schen Sinne) zu sich selbst, als das der Bourgeois sich selbst auf die Schliche käme.

LG

Uwe Theel

Erst einmal: herzlichen Glückwunsch zum Ritterschlag. Ich für meinen Teil habe als "kurzefrage" auch nur ein kurzes Leben in der Freitags-Community genossen und bin schleunigst geadelt worden - vermutlich dank der einschlägig bekannten "Magda" die ich durch mein "Herr Magda" wohl unsäglich geärgert haben muss. Dabei wollte ich damit nur andeuten, dass im Internet die Behauptung von unprüfbaren Personenatributen ("ich bin Frau", "ich bin älter", ich bin IT-Spezialist", "ich bin gerechter Mensch", "ich helfe jeden Dienstag Flüchtlingen") für mich verdächtig ist. Jeder, der meint man müsse solche Selbstatributierungen für 100% bare Münze nehmen scheint im Neuland noch nicht richtig angekommen zu sein.
Nunja, nachdem "Magda" mir zweimal Schläge angedroht hat, und ich wohl immer noch nicht stubenrein schien bin ich mit einer Floskel verabschiedet worden (ich hätte irgendwie gegen die FC-Nettiquette verstoßen - ohne Angaben von Wo, Weshalb, Warum.) Ich wüsste zwar nicht, dass ich irgendwo schlimmeres getan hätte wie eine Magda die ungestraft mit Gewalt drohen darf (muss man sicher als uneigentliches Sprechen sehen da ja "Magda" eine Frau sein soll, kicher), aber da ich keine Schreibeiträge geliefert hatte war ich ja eh nur dF-Communarde zweiter (oder gar nur dritter?) Klasse.

Ich lese jetzt dFC mit einem Werbungsblocker (uMatrix) um dem Haufen keine Klicks zukommen zu lassen, mich aber gerne weiter an dieser kafkaesken Veranstaltung zu laben. So Leute wie der Problembär sind tatsächlich zum schießen ;-)
Auffallend auch dort, dass den Redaktionen (wie auch im Mainstream) gar nicht auffällt, wie sehr sie sich durch ihre Maßnahmen öffentlich unglaubwürdig machen und bloß stellen. Da mag man fast sagen: nur weiter so, Leute.