30 Nov 2016

Der frühe Vogel ... Schmalbart?

Submitted by ebertus

Die US-Website Breitbart, das wollen Brancheninsider wissen, wird in 2017 eine deutschsprachige Ausgabe realisieren. Den entsprechenden Watchblog namens Schmalbart gibt es möglicherweise schon vorher; wollte der frühe Vogel den Wurm fangen?

Bild: Screenshot der Londoner Ausgabe von Breitbart, Stand: 30.11.2016

 

Und gleich mit (Fake?) News aus Deutschland aufgemacht ...

 

 


Das schreit geradezu nach einem sog. Watchblog, der diese schlimmen Fakes richtig stellt, politisch korrekt einordnet. Und diesen Watchblog gibt es demnächst, möglicherweise noch vor der deutschen Ausgabe von Breitbart, wollen die Beobachter nach eigener Aussage ab Februar 2017 am Beispiel des Kopp-Verlages schon mal etwas üben.

Schmalbart wird von dem umtriebigen, in der Medienbranche nicht ganz unbekannten Christoph Kappes aus der Taufe gehoben. Nun stehen Watchblogs nach eigenem Verständnis gern über der Sache, sind edel im Gemüt und ihre Intention ist es nicht weniger. Nur bleibt es bei dem schmuddeligen Objekt der Begierde natürlich nicht aus, sich auch die gepflegten Hände etwas schmutzig zu machen;

für höhere, edlere, gute Werte eben.

Kappes selbst, so meine gelegentlichen Beobachtungen, ist eigentlich keiner der direkt mit der Nase im Trog wühlt. Bei Carta als Autor und mit Sascha Lobo zusammen als Erfinder der sobooks hat sich Christoph Kappes doch eher zurück gehalten mit gesellschaftspolitischen Aktivismus. Nun scheint das anders zu werden, wollte auch Kappes -nebst der noch zu suchenden, zu findenden MitstreiterInnen- Teil der für 2017 erwarteten großmedialen Auseinandersetzung zwischen The Good and The Bad werden; The Ugly ihren Platz mit Sicherheit und sehr zügig zugewiesen bekommen.

Die Projektskizze von Kappes liest sich nett, professionell eben; und natürlich taktisch-aktivistisch.

Ein Stück weit sogar pure Erkenntnis, die man dann jedoch einschränken wollte, man sich beschränken muss:

"Selbstverständlich liegen hinter „Breitbart“ politische, wirtschaftliche und soziale Probleme, aus meiner Sicht sogar systemische. Trotzdem muss das Angebot sich in dieser Hinsicht selbst beschränken. Hier kann man mal einen längeres Analysestück schreiben, das sollte aber eigentlich versuchsweise den Massenmedien überlassen bleiben. (Was, wenn nicht das?). Dazu gehört eine gewisse Zurücknahme in der Beschreibung der eigenen politischen Position, auch wenn das nicht ganz einfach ist."

Verstanden? Propaganda und insbesondere was das Systemische, das Einhegende angeht, das sollte den systemfrommen Massenmedien überlassen bleiben. Und klar, was die eigene Position betrifft sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen; immer schön diffus und interpretierbar bleiben. Alles andere würde ja bedeuten, die genannten politischen, wirtschaftlichen und sozialen Probleme thematisieren zu müssen.

Da seien Soros&Co. vor!

Was dann, abschließend hier, zur Frage nach der Finanzierung dieses Watchblogs, dessen damit einhergehender Aktivitäten führt. Und nein, für Soros&Co. vorerst noch kein Thema, eher eines der hiesigen Medienbranche in Erwartung des "Gott sei bei uns" namens Breitbart. Kappes schreibt dahingehend:

"Semi-Professionell: Ein solches Angebot ist ohne bezahlte (Teilzeit-)Redaktion unmöglich ohne Burnout zu schaffen. [...] Schmalbart ist und bleibt unkommerziell und nicht gewinnorientiert."

Das liest sich (für mich) wie eine klammheimliche Aufforderung an die hiesigen Großmedien. Hier der nicht gewinnorientierte, der lediglich beobachtende Frontrunner; und um den Rest, das Verhindern des (auch finanziellen) Burnouts bei diesem Lauf der Guten mögen sich die Verlage kümmern, dürfen dafür die mit Sicherheit hochinvestigativen Erkenntnisse von Schmalbart zum Thema Breitbart aufgreifen und verwerten.

Kommentare

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»Wer schreibt für wen?«, das ist hier die Frage.

Die Antwort gibt Wikipedia:

Breitbart News Network

Ich vermute mal, das wird bei der Breitbart Germanica nicht anders sein.

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als bei unseren Qualitätsmedien wird es bei Breitbart auch nicht geben; bestenfalls andere.

Es scheint schon ein gemeinsames "Watchblog"-Projekt der größten (internationalen) Atlantiker-Propagandamedien zu geben. Der Einstieg besteht aus einer Liste von 200 alternativen (="unseriösen") Medien, die durch Widerborstigkeit aufgefallen sind. Sie ist ganz sicher noch erweiterbar, vergleichbar mit den "Befragungs"ergebnissen von Hexen- und Ketzerprozessen: Je höher der (verzweiflungsbedingte) Konformitätsdruck (oder die Gefahr des Verlusts der Deutungshoheit) ist, desto größer die Zahl der Verurteilungen.

https://consortiumnews.com/2016/11/27/washington-posts-fake-news-guilt/
oder auch
https://www.almasdarnews.com/article/washington-post-gets-exposed-major-...

- Nützen wird ihnen das alles aber auch nicht mehr: Die Deutungshoheit ist schon zu weit entglitten.

VLG, Raphaela

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Die letzten Poster bei Schmalbart (oben verlinkt) echauffieren sich wegen einer landesspezifischen Domain.

Als ob das wichtig wäre, hierzulande eine namensgleiche "de"-Domain zu haben.

Aktuell handhabt das breitbart.com lediglich über die zusätzlichen Verzeichnisse für London, Jerusalem etc. Kann man so machen, soweit die Sprache einheitlich (hier englisch) bleibt. Ansonsten wäre das auch in einer sprachspezifischen Subdomain darzustellen.

Die Frage ist einfach, wie origin eine landesspezifische Seite gestaltet werden wollte; wer die Zielgruppe ist.


Was dann zu der ebenfalls landesspezifischen Frage führt, wer hierzulande im Namen von Breitbart auftreten könnte, wollte.

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dass ich mal auf Broders "achgut" nicht nur verlinken, gar einem Text von (eben) Broder empfehlen mag.

Über die Kahane-Stiftung, deren Gebaren, deren Seilschaften, deren Finanzierung wurde bei achgut bereits mehrfach äußerst kritisch berichtet, dahingehend Meinung kundgetan; wenngleich Broder sich selbst, was Kahane & Co. angeht (bislang) zurückgehalten hat. Vielleicht arbeitet er an einem finalen Text, hat mit Sicherheit das entsprechende Insiderwissen.

Und als Primus Inter Pares, was die gepflegte Antisemitenjagd angeht, dürfte Broder von Kahane nicht zu überholen sein.

Heute gab es schon mal einen kleinen Vorgeschmack; ja, von Broder selbst. Achgut in einem Atemzug mit Breitbart zu nennen, das mag adeln, ein entsprechender Boykottaufruf dann schon weniger. Dieses "Kauf nicht beim Juden" darf als Broders argumentative Volte natürlich nicht fehlen. 

Schon zum Schmunzeln ...

Ich habe auch die von Broder verlinkte Reaktion des Denunzianten Hensel, so benennt er sich selbst, gelesen. Etwas geschwätzig und im Kern unaufrichtig. Er schreibt,dass es doch kein Boykottaufruf sein kann, wenn man die Werbetreibenden informiert, in welchem Umfeld sie erscheinen.
Nun, Aufrichtigkeit ist anders.

Broder hingegen macht aus der im Russischen üblichen Floskeln "dawai, dawai" (schnell, schnell - mach mal hin) eine "Gulagparole" und stellt sie indirekt in einen Zusammenhang wie das unsägliche " bis zur Vergasung" Hensel betreibt eine HP mit dem Namen dawai.dawai.
Und natürlich kontaktiert Broder auch die Firma von Hensel. Die allerdings hält sich erst mal raus. Ist eben nicht der ORB, wo Broder deutlich schneller zum Erfolg kam

Zum schmunzeln...
Beider Herren geiseln sich in mehr oder weniger gesetzten Worten gegenseitig als Denunzianten. Beide bringen ihre Follower, die gern auch zu Verfolgern würden, in Bewegung und beide sind unheimlich diskursiv.
Oder so.

Alter Spruch, aus nem Film: Man mag nicht vor die Tür gehen, wenn man sich vorstellt, wie viele Verrückte da draußen frei rumlaufen.
Henkel oder Broder oder einfach Menschen, die glauben, einem von beiden folgen zu müssen.

Bild des Benutzers hadie

Broder war gerade bei MDR Kultur am Telefon, ganz schön mutig vom Herrn Meyer:

 

http://www.mdr.de/kultur/videos-und-audios/audio-radio/audio-kampagne-gegen-autorenblog-achse-des-guten100.html

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werde ich mit Sicherheit auch nicht.

Aber losgelöst von seiner Person, seinem ebenso zweifelhaften Agieren in diesem Feld - da hat er recht.

Nee, ich auch nicht. Ich mag ihn nicht, finde ihn aber allemal unterhaltsamer als etliche Schreiber, die mir inhaltlich näher stehen. Und klar, er hat Recht. Nur, das hatten wir hier schon geschrieben, dass er selbst keinen Deut besser ist und dieses Geschäft mit der Absicht, Existenzen zu vernichten, schon sehr viel länger betreibt.

Und dass ich mal Frau Lengsfeld zustimmen würde, war auch nicht zu erwarten:
http://www.achgut.com/artikel/zensur_ante_portas_es_ist_wie_ein_stromschlag

Ich bin mir nur verdammt sicher, dass die aus dieser Ecke kommenden, wenn sie dazu die Möglichkeit haben, genau so und schlimmer agieren werden als Kahane/Maaß

Bild des Benutzers ebertus

denn zum Schmunzeln hat sich der juristisch nicht ganz unbedarfte Joachim Steinhöfel geäußert.

Weniger zu Breitbart, denn in Sachen heimischer Boykottkultur. So ein impliziter Boykottaufruf kann -ebenso wie schnöde Zensur- natürlich auch nach hinten losgehen, den sog. Streisand-Effekt triggern.

Sollte (mich) also nicht wundern, wenn sich Scholz&Friends relativ bald von diesem "Executive Strategy Director" trennen; wahlweise dann irgendwann dann selbst mit einem sehr konkretem Imageschaden in eigener Sache konfrontiert werden.

Bild des Benutzers ebertus

Nun hat sich Henryk M. Broder endlich selbst zu Anetta Kahane geäußert - AntisemitenjägerInnen unter sich:

"Die ehemalige IM „Victoria“ ist eine im ursprünglichen Sinne des Wortes tüchtige Opportunistin, also Gelegenheitsergreiferin, die sich mit jedem politischen System zu arrangieren versteht, das ihr eine Chance bietet. Sie hat es sich in einer Blockhütte gemütlich eingerichtet, die von privaten Spenden und staatlichen Subventionen beheizt wird. Eine Hochstaplerin vor dem Herrn, die das Anschwärzen zu ihrem Beruf gemacht hat."

Nebst dem freundlichen Hinweis:

"Was mich angeht, kann ich ihr, ihrer ungustiösen Chefin und auch dem genialen Strategen von Scholz & Friends nur einen Rat geben. Seht Euch vor, ihr seid an den Falschen geraten. Euch mache ich, wenn es sein muss, am frühen Morgen fertig, noch bevor ich meinen Hund Gassi geführt habe."

Nun denn, dann zeig mal was Du kannst Henryk. Bei Ken Jebsen ging das Fertigmachen wohl etwas nach hinten los, setzt der mittlerweile Maßstäbe, was alternativen Journalismus angeht, wäre ihm das beim RBB wohl so nie möglich gewesen.

Zu Kahane, die sich, wie Broder wohl richtig erkennt, mit jedem politischen System zu arrangieren versteht, braucht es wahrscheinlich etwas mehr an Rückhalt; eben aus dem System, dürfte der sonst bei Broder oft zielführend eingesetzte Antisemitismusvorwurf allein nicht ausreichend sein. Dieses "Kauf nicht beim Juden" bezieht er daher vorerst auf die informellen Untergliederungen der -natürlich- lediglich subtilen Boykottempfehlungen.

Aber man darf getrost davon ausgehen, dass Broder sehr gut vernetzt ist, viele Interna kennen dürfte, die nun neu bewertet, auf ihre Brauchbarkeit hin überprüft werden müssen.

Schmunzeln schon beim Morgenkaffee. So kann der Tag weitergehen ...

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Vielleicht irre ich mich, aber der FC-Blog von Rudi Magnoli nebst Autor waren eine Zeitlang nicht erreichbar.

Sah aus wie geext, Blog und Autor. Habe mir das Teil dann gleichmal im Google-Cache gesucht. Und siehe da, jetzt ist der Text wieder online; die Kommentare ebenfalls.

Zeit für Verschwörungstheorie. Gibt es da eventuell gar in der FC-Moderation unterschiedliche Auffassungen in Sachen Zensur?

Und was das Trolling angeht ... Will "Urmel" dem "Ursus" jetzt den Rang ablaufen? Runners up scheint mir der Chinamann ...

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ist jetzt nach der Sperre politisch korrekt, sah vorher so aus.

Wobei ja genau das die gern gebrauchte Formel bzw. Begrifflichkeit des HMB war und wohl noch ist. Rudi Magnoli hatte darauf verwiesen, seine ursprüngliche Überschrift damit erklärt.

Die Frage bleibt jetzt nur noch, ob der Blogautor oder die Moderation der angesagten PC Genüge getan haben.

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ist er schon wieder weg, der Blog. Tollhaus FC-Moderation?

Frag sich nur, wie lange Richard Zietz, Idog, Tlacuache und Hannah Kahl dort noch leben.

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geht's weiter; mit Neuigkeiten zum heldenhaften Kampf gegen rechts.

Kollateralschäden sind unvermeidlich, wenn es auf in den Kampf der Guten gegen die noch Guteren geht. Der dahingehende momentane Frontrunner namens Gerald Hensel wurde nun umgehend als Israelkritiker, damit zwangsläufig und qua Definition als Antisemit enttarnt. Ein schneller Sieg für Broder&Co. denen der junge Mann von Anfang an wohl nicht ganz koscher war.

Wie man hört, hat Hensel seinen Job bei der (Regierungs?)Agentur Scholz&Friends mittlerweile selbst gekündigt. "Im gegenseitigen Einvernehmen" nennt man das wohl, weitergehende Schlammschlachten oder gar Vergleiche vor ordentlichen Gerichten a la Jebsen/RBB damit vermeidend.

Wo Hensel beruflich landen wird, das muß vorerst offen bleiben, könnte die Kahane-Stiftung seine Expertise in Sachen Schwarzer Listen wahrscheinlich gut gebrauchen, aber als Israelkritiker - no way ...

Aktuell ist der Gute wohl auf der Flucht, dürfte berechtigte Sorge davor haben, dass ihn die israelfromme Antifa ansonsten torten könnte.

Bild des Benutzers ebertus

Eine provozierende, gute Feministinnen herausfordernde Trump-Personalie?

Mittlerweile dahingehend sensibilisiert, schaue ich bei Breitbart immer mal rein; nicht nur wegen Milo ...

Carly Fiorina, Ex-Chefin von HP und Trump-Konkurrentin bei den republikanischen Vorwahlen wird möglicherweise in die neue Administration eingebunden, wie Breitbart vermutet. Fiorina war sogar als Außenministerin im Gespräch, ist weiter unten im Artikel zu lesen, wird jetzt als Kopf des DNI, einer zivilgesellschaftlichen Beratungsinstanz (Kontrolle?) des CIA gehandelt

Fiorina kam zur Präsidentschaftswahl 2008, der Auseinandersetzung zwischen Obama und McCain auf meinen politischen Radarschirm. Sie war als Vize für/zu McCain im Gespräch, ihre für US-Verhältnisse liberalen Positionen zum Thema "Birth Control" dann jedoch nicht mehrheitsfähig, machte Sarah Palin das Rennen; und ging mit McCain unter.

McCain und Fiorina; vielleicht wäre Obama bei dieser Konstellation garnicht Präsident geworden ...