7 Mai 2017

8. / 9. Mai - Berlin Treptow

Submitted by ebertus

Das dritte Mal, und nun bereits Tradition? Zum bevorstehenden Gedenken ein Rückblick und ein Ausblick, authentisch überbracht und um eigenes Erleben ergänzt.

"Delegation für den Frieden" so kann man das nennen, was in den folgenden vier Videos dargestellt ist, thematisiert wird. Nur geht es natürlich weiter, viel weiter, weit über die Krim hinaus; sowohl im historischen Rückblick, als auch in Bezug auf das, was gerade geopolitisch abläuft und wo manche führende westliche Vorwärtsverteidiger offensichtlich nicht gelernt haben - rein garnichts!


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Ich bin oft unterwegs und Kirchen, auch und gerade Friedhöfe haben es mir angetan. Weniger einem allgemeinen, vielleicht nostalgisch zu nennenden Gefühl geschuldet. Nein, eher wegen dem was dahinter liegt; in Sachen Ideologie, in Sachen eines oft unsagbaren  Leids.

Soldatenfriedhöfe ...

Diese Gedenkfahrt auf die Krim, diese kleine Delegation bestehend aus Willy Wimmer (CDU), Andreas Maurer (Linke) und dem Östereicher Erwin Thoma wird komplettiert durch Ken Jebsen und via Bild und Ton von KenFM in Scene gesetzt.

Das emotionalste Video ist wohl dasjenige links im kleinen Bild; auch wenn Jebsen im späteren Verlauf betont es eben nicht zu emotional werden lassen zu wollen. Bei dem Thema, an dieser Stelle kaum anders möglich. Und Jebsen (mir als Aussage auch von Michel Moore bekannt) spricht es deutlich an, unternalt es mit entsprechender, wohl sarkastischer Geste:

Diejenigen, welche sterben lassen, soweit überhaupt eigene Kinder habend, die sind doch nicht bescheuert ...

Und damit schließt sich hier der Bogen zur russischen Gedenkstätte in Berlin-Treptow; auch ein Friedhof, wenngleich dieser Sachverhalt dort nicht der bestimmende ist, wenngleich durch die fünf quadratisch eingefasste Flächen nebst der rechts und links angeordneten Gedenksteine eine deutliche Symbolik gegeben ist.

Die Termiten und andere, gleichgesinnte Menschen haben 2015 zum siebzigsten Gedenken an der "Statue der weinenden Mutter" ein umfangreiches Blumengebinde niedergelegt. In 2016 und einem eher stillen Gedenken dann an gleicher Stelle von uns, von der anderweitig unabkömmlichen Anja und von mir lediglich zwei Nelken.

Bei meinen oftmaligen Aufenthalten in den USA darf Arlington natürlich nicht fehlen. Kein reiner Soldatenfriedhof, auch die Kennedy-Brüder, die sterblichen Überreste von John-Fitzgerald und Robert liegen dort. Und zelebriert wird natürlich das us-typische Schowbusiness; mit Kanonendonner und den regelmäßig die Szenerie überfliegenden Kampfjets.

Während einer Tour durch die italienischen Alpen kam ich 2013 am Soldatenfriedhof an der Nasswand vorbei. Soldaten verschiedener Länder liegen dort. Gestorben 1914/18 wird ihrer anhaltend gedacht. Wenngleich das Wort "Verdienste" in dem Kontext schon etwas ambivalent klingen mag.

Eher fremdbestimmt instrumentalisiert, grausam benutzt; wie von Konstantin Wecker, Hannes Wader und Reinhard Mey und ebenfalls zum ersten Weltkrieg musikalisch und textlich zutreffend in Szene gesetzt.


Nachtrag 09.05.2017:

Weil Robert hier in einem Kommentar vom Sterben der russischen Soldaten in und um Berlin sprach, es sich also um die Tage vor dem 8. Mai 1945 handelt - Sammelgräber, eingerahmt an Schnüren mit kleinen, sichtbar manuell und sehr individuell zu verstehenden Erinnerungen an das Grauen eben dieser Tage.

 

    Als Bild (links) und als Auftakt des Videos

 

Ein wenig trifft sich diese Botschaft mit der von Ken Jebsen weiter oben, dem eben doch emotional besetzten Video vom Soldatenfriedhof auf der Krim.

Ja, was hatten sie da zu suchen, unsere Jungs? Wer hat sie -und in welchem Auftrag, in welchem Interesse dorthin geschickt? Mein Vater war in der Slowakei, ein Onkel in Stalingrad, ein anderer in Narvik. Was hatten sie dort zu suchen? Sie haben überlebt, aber ich kann sie heute nicht mehr fragen.

Fragen könnte man aktuell jedoch unsere Jungs im Baltikum. Was suchen sie dort? Wer hat sie in welchem Interesse dorthin geschickt; teilweise nur wenige Kilometer von der russischen Grenze, vor (ehem.) Leningrad?

Insofern scheint mir das Gedenken, die Erinnerung mehr als gerechtfertigt; auch und gerade diejenige der Biker, meist im Alter derer, welche in den letzten Tagen um und in Berlin sterben mussten.

Offiziell gibt es von deutscher Seite wohl keine Stellungnahme zum gestrigen/heutigen Gedenken. Umso wichtiger scheint mir das hier:

Vom "Zentralrat der Juden in Deutschland", denn nicht zuletzt -oder insbesondere- sowjetische Soldaten haben Auschwitz befreit.

2015 sprach ich an fast der gleichen Stelle mit einer Ukrainerin, die gerade die Schleifen eines ukrainischen Kranzgebindes zurecht rückte.

Die gemeinsame Geschichte ist nicht vergessen, aller Bemühungen der westlichen Vorwärtsverteidiger zum trotz.

 

 


Noch ein Blick über den weiten Platz mit diesen fünf symbolischen Quadraten, war es diesmal natürlich etwas stiller als 2015, zum siebzigsten Gedenken. Dennoch, der Vergleich sei erlaubt, waren es nach meinem Eindruck wesentlich mehr Besucher als 2016 beispielsweise; trotz eines nicht ganz so schönem Wetter wie in den beiden Jahren davor.

Zum Abschluß führt (mich) der Weg einmal mehr an der weinenden, der trauernden Mutter vorbei, ein Symbol, welches vielleicht nur diejenigen wirklich ermessen und verinnerlichen können, die eigene Kinder haben; gar Mutter sind.

Kommentare

Bild des Benutzers hadie

All diese Sehenswürdigkeiten haben wir schon vor einem halben Jahr abgeklappert und uns dann entschieden, eher im kleinen Kreis darüber zu kommunizieren. Denn die Tatsachen sind doch zu ambivalent, die Diskutanten mit Holzhammer und Keule stehen immer bereit. Wenn wenn man über die Krim spricht, sollte man auch das Wirken der freundlichen grünen Männchen beim Referendum erwähnen und die Sogwirkung der russischen "Heim ins Reich"-Politik in der Ostukraine. Alles Friedensengel?

Bild des Benutzers ebertus

wollte ich auch Dir, Hadie, gern zugestehen.

Für mich war dieser Blog -und was bei mir selten vorkommt- eher der Ausdruck von Emotion. Als Wessi, einem dahingehend gewesenen DDR-Kult ganz unverdächtig, werde ich morgen nun bereits zum dritten Mal in Folge in Treptow der Toten, der instrumentalisierten Toten aller Seiten gedenken.

Deine Ambivalenz gegenüber Jebsen & Co. ist mir bekannt. Nur wer sonst ist nicht nur willens, sondern auch in der Lage, diese Thematik einem größeren Kreis zu erschließen; mit Wimmer, Maurer und Thoma gestandene, autentische Mitstreiter zu finden und medial, ja, auch professionell in Szene zu setzen?

Ich hätte mir das, was Jebsen macht -und in wenigstens tendenziell ähnlicher Form, ähnlich professionell- spätestens ab dem Frühjahr 2014 von Augstein, vom Freitag gewünscht. Stattdessen ...

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Natürlich steht die engelgleiche "Befreiung" (von Südamerika, Asien und dem nahen Osten bis Europa) nur dem extralegalen US-Imperium zu????

Wie fühlste dich so im Schoß der deutschen Kriegsministerin - ziemlich weit rechts von Willi Wimmer?

 

"Im Gespräch" hat KenFM auch einen Beitrag mit Markus Kompa gemacht, den ich auch auch als Autoren bei Telepolis sehr schätze.

Kompa auf eine Reihe von Fragen, wie man als Anwalt damit umgeht, dass von Deutschland Menschen entführt und in Folterzentren verbracht werden, dass die deutsche Verfassung gebrochen und von Ramstein ständig Drohnenmorde exekutiert werden usw.:

Man geht auf dem Oktoberfest einen trinken......

https://www.youtube.com/watch?v=gzzOGHW0x6c&feature=youtu.be&t=6m19s

Meine Leber ist dagegen. Eine bessere Idee aber habe ich nicht.
Ich werde morgen auch in den Park gehen und Blumen hinbringen. Ambivalent ist da gar nichts. Die Jungs, die da liegen, hätten auch lieber dereinst mit den Mädchen im Heu gelegen. Sie mussten irgend wo vor und in Berlin krepieren um das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte, den Rassen-, Ideologie- und Vernichtungskrieg unserer Großeltern zu beenden.
Seit 1812 hat der "Westen" viermal versucht, Russland zu erwürgen. Beim fünften mal soll es nun gelingen. Jedesmal die gleiche beschissene ideologische Vorbereitung. Jedesmal ein unglaubliches Maß an Lüge und Heuchelei. Napoleon wollte und hat nicht die leibeigenen russischen Bauern von der zaristischen Barbarei befreit, sondern sie gnadenlos ausgeplündert. Die deutsche Sozialdemokratie (was für Irre) hat deutlich erklärt, dass man an der Seite der preußischen Militaristen gegen die die zaristische Despotie der deutschen Heimat dienen werde. Und als die Russen nur noch aus dem Krieg raus wollten hat man ihnen ihnen eine fette Rechnung in Brest-Litowsk gestellt.
Ich weiß nicht, ob die russische Revolution einen anderen Weg gegangen wäre, als den der totalitären blutigen Parteiherrschaft mit Lagern, Geheimdienstterror und und ständigen Morden vermuteter oder phantasierter Feinde., Nur war die Möglichkeit emanzipatorische Versuche zu Ende zu führen im "Kriegskommunismus" gleich null.

So viel in 2000 Zeichen und frei von Ambivalenz

Bild des Benutzers ebertus

Aktuell ist Kompa gerade in Sachen Fake-News unterwegs; auch als Anwalt involviert.

War heute vormittag in Treptow, das Wetter hat weitgehend gehalten. Den Stimmen, Fahnen und anderen Accessoires nach zu urteilen waren es wohl überwiegend russischstämmige Menschen dort. Außer bei den Bikern, da gab es erkennbare Kooperationen.

"Sie mussten irgend wo vor und in Berlin krepieren"

Ja, gerade in diesen letzten Tagen vor dem 8. Mai. Und genau dazu war in diesem Jahr ein (mir) sehr nahe gehender Eindruck aus Treptow mitzunehmen. Werde später zum Blogtext hier noch einen kleinen Nachtrag schreiben, diesen um aktuell eingefangene Bilder und Töne ergänzen.

Bild des Benutzers fahrwax

Ihre zielgerichteten Spekulationen durch die Verbreitung von Dummheit mittels Desinformation & Machtanhäufung ernährt sich an unbezahlbaren Genen der (kommunistischen) menschlichen Arterhaltung.

Ihr Etat ist zwangsläufig ein kleinerer als die Quellen seiner Herkunft, also ein rein parasitäres Problem.

No Pasaran.

 

Kurzum, zum Wohle derer, die es nicht bemerkt haben sollten oder einfach hartnäckig vorgeben, es nicht zu bemerken, sei uns gewährt daran zu erinnern: Immer deutlicher wird ersichtlich, dass die Welt gezweiteilt ist in eine riesige Masse von Verdammten - den von der Globalisierung Betroffenen - und eine sehr begrenzte Gruppe staatenloser Herrschaften aus der transnationalen, postmodernen, post-bürgerlichen und post-proletarischen Finanzoligarchie.

https://www.heise.de/tp/features/Der-Albtraum-vom-Kapitalismus-ist-wahr-geworden-3608638.html

Hatte ich es eigentlich hier schon mal geschrieben?
Als in den letzten Tagen des staatssozialistischen Polens das "Kriegsrecht" verhängt wurde, gingen viele Oppositionelle ins Exil. Ein in Polen damals sehr bekannter (hab den Namen leider vergessen) und in den USA dann auch erfolgreicher Journalist wurde damals befragt, wie er denn die USA so erlebt hätte. Eigentlich, sagte er, genau so wie die kommunistische Propaganda sie beschrieben hat.
Ich weiß, die angebotene Assoziation zu "Fakenews" ist ein wenig über die Ecke gedacht, wenngleich vielleicht nicht vollkommen unverständlich, wie ich hoffe.

Den verlinkten Artikel hatte ich schon gelesen und in den Kommentaren wurde auch der "Rubikon" den ich noch immer nicht richtig im Blickfeld habe, verlinkt:
https://www.rubikon.news/artikel/der-leise-tod

Wir haben im Nachkriegsdeutschland, wenn wir uns einigermaßen ernsthaft mit unserer Geschichte beschäftigt haben, vor der Frage gestanden, wie man solche Massen freudvoll in die Schlachten des ersten Weltkrieges führen konnte. Wie es möglich war mit ihnen, trotz der Erfahrungen aus WKI, die Barbarei in und um WKII zu organisieren,
Nun bin ich weit davon entfernt dies als Resultat allein medialer Hirnwäsche durch die Herrschenden zu begreifen Aber ich bin ebenso überzeugt davon, dass ohne diese es nicht möglich gewesen wäre.

Nun nun schauen wir wieder zu, wie das Spiel von vorn beginnt.
Wie viele Menschen werden geglaubt haben, dass die polnische Armee mal eben aus Spaß einen deutschen Sender überfällt, um dann vollkommen von der militärischen Reaktion der Nazis zu sein? Man weiß es nicht. Klar ist, dass ziemlich jeder hätte wissen können, wie absurd dies war.
Wer glaubt heute, Assad habe, zu einem Zeitpunkt, da die Dinge militärisch und politisch für ihn besser laufen, Giftgas eingesetzt, um ein paar islamische Gegner zu töten? Jedem, der halbwegs bei Verstand ist, ist klar, dass das niemals der Fall war.
Einer kleinen Minderheit also.

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die sich aus den utopischen Vorstellungen der Anarchisten ergeben (horizontaler Egalitarismus) und dem, was der menschlichen Dummheit in Massenbewegungen entspricht. Ein paar Zitate aus "Risiken und Nebenwirkungen" von Peter Köpf.

"Andere demokratische Populisten wollen den Rechten beikommen, indem sie eine von deren Forderungen aufgreifen: mehr Bürgerbegehren, mehr Volksabstimmungen. Als hätten solche Referenden in der Vergangenheit nicht schon genug angerichtet, als dienten sie nicht oft genug den Interessen der Aufwiegler, der Protestierer und Trotzköpfe, welche die zornigen Massen in unbesonnenen Momenten zu Entscheidungen verleiten, für die sie sich später schämen – von Goebbels („Wollt Ihr den totalen Krieg?“) bis Brexit. Schon bei der Direktwahl eines Präsidenten sind ja heutzutage Fragen nach dem Geisteszustand der Massen unvermeidlich.

„Dass sich die Mehrheit zur Herrschaft eines Tyrannen entschließen kann“, hatte schon Karl Popper als „Paradoxon der Demokratie“ festgehalten. Und noch immer gilt das Wort von Gustave Le Bon: „Wenig fähig zum Denken sind Massen, aber jederzeit bereit zum Losschlagen.“

Andere wollen die angeblich Unzurechnungsfähigen ausgrenzen. Wieso gelten die Stimmen von Krethi und Plethi so viel wie die von Dr. Dr. X, Dipl.-Ing. Y und dem weltberühmten Philosophen Z?

„Mehrheit ist Unsinn“, spricht ein Fürst in Schillers Tell. „Verstand ist immer schon bei wen’gen nur gewesen.“

John Stuart Mill überlegte im neunzehnten Jahrhundert, ob Bürger mit Hochschulabschluss oder anspruchsvollen, geistig fordernden Berufen Extrastimmen erhalten sollten (damals durfte ohnehin nur jeder elfte Erwachsene wählen), weil den anderen Wissen und Urteilskraft fehlten.

In Teilen der USA mussten Wähler bis 1975 Lese- und Schreibtests über sich ergehen lassen, wollten sie ihr Kreuzchen machen.

Und 1988 fragte Max Frisch in der Schweizer Zeitschrift einspruch: „Wieso eigentlich entscheidet die numerische Mehrheit?“ Ist es richtig, fragte Frisch, dass alle Menschen wählen dürfen? Wieso darf jemand sich per Stimmabgabe für oder gegen etwas entscheiden, wovon er oder sie keine Ahnung hat? Berechtigte Fragen?

In den USA regte der Philosoph Jason Brennan kürzlich an, es sei Zeit für eine „Epistocracy“, die Herrschaft der Wissensreichen. Demokratie, schrieb er vor den Präsidentschaftswahlen in seinem Buch Against Democracy, sei die Herrschaft der Ignoranten und Irrationalen. Was die verhängnisvolle gleiche Teilhabe an Wahlen brechen könnte, wären nach Brennan Extrastimmen für (Hochschul-)Absolventen, ein Episkopatsrat mit Vetorecht und Eignungstests für Wähler.

Die Verlockung ist auch hierzulande groß, die Pegidisten und die AfD ins künstliche Koma zu versetzen, um weitermachen zu können wie bisher. Da ist die Demokratie, da ist die Verfassung, welche die Freunde der BRD im vorigen Jahrhundert noch unterm Arm mit sich herumtrugen, plötzlich nicht mehr das Maß der Dinge."

Manche Formulierungen entspringen sicher einer gewissen Resignation gegnüber der Wirklichkeit, andere sind elitär. Aber klar (ist für mich), dass direktere Demokratie nur eine "gepufferte" sein kann, sodass nicht gleich jede emotionale Welle der Unvernunft zur politischen Realität werden kann. Da gilt es halt geeignete Mechanismen zu entwickeln. So abgehoben wie es heute läuft (und wiederum elitär), kann es jedenfalls auch nicht bleiben.

Bild des Benutzers pleifel

in ihrem Text (@Robert) werden die Problematiken angesprochen, die sich aus den usw..

So einen Demokratiediskurs wollte ich gar nicht führen. Ich kann es mir weder mit noch ohne Filter vorstellen. Letztendlich sind die, die die Filter setzen, die glauben, sie setzen zu müssen weil sie es "besser wissen", Menschen.

Auf Extra3 konnte man kürzlich sehen, wie Abgeordnete des Bundestages, die unmittelbar zuvor der Kriegsministerin per Abstimmung gestatteten, in Syrien militärisch mitmachen zu dürfen, reagierten, als sie gefragt wurden, gegen wen wir dort kämpfen würden. Diese Kreaturen wussten es nicht! Eine der befragten Abgeordneten antwortete mit infantilem Grinsen: "Wir kämpfen für die Menschen" Diese vollkommen verantwortungslosen Irren sind unsere repräsentativ-demokratischen "Filter"
Nein, ich weiß nicht wie man es besser machen könnte. Nur wäre dem von ihnen zitierten Autoren entgegen zu halten, dass es doch eigentlich kein Ereignis gab, in dem durch Volksbefragung/Abstimmung (unter regulären Umständen, also nicht die letzte in der Türkei) tatsächliches Unglück entstand. Aber unendliche viele Beispiele dafür, dass Leid durch die Vertreter "gefilterten" Volkswillens geschaffen wurde.
Mit scheint das nicht für die Sicht von Frisch usw zu sprechen?

Ich denke, und das ist natürlich nur eine Phantasie, dass es so was wie menschliche Emanzipation nur geben könnte, wenn allen eine Partizipation, direkt und ungefiltert, an der Entscheidung der Fragen die sie betreffen, möglich ist. Wie viele russische, amerikanische, deutsche Eltern würden sich bewusst dafür entscheiden, ihre Kinder in einen Krieg zu schicken, um zu töten und getötet zu werden. Würde ich meine Söhne der Leyen anvertrauen? Lachhaft!

Bild des Benutzers fahrwax

Ganz im Gegenteil haben alle rechten Ideologen ausnahmslos die auf Autonomie - von elitärer Herrschaft - ausgerichteten Bewegungen als erste umgenietet.

Jede Emanzipation (die diese Bezeichnung beinhaltet) produziert ein sich-selbst-bewusstsein als Feind des elitären "Höheren Wesen" - das gefährdet jeden aufgeblasenen Scheinpotentaten. Natürlich ist eine bestimmende "Mehrheit" allein der Garant für die Herrschaft von schwachem Sinn, also bewaffnete Ungerechtigkeit. Konsens dagegen entstammt einem gleichberechtigtem, jeder Zeit veränderbaren allgemein vermittelbaren Wissen. Was nicht im Konsens vermittelbar ist kann nur verzichtbar sein - außer für Besserwisser die ihr "besseres Wissen" nicht belegen können.

Selbstorganisierte "Räte" sind das pure Gift für alle eingebildet wissenden Chauvinisten die grundsetzlich ihre Weltsicht für "alternativlos" halten. Von der ideologischen "Überlegenheit" bis zur Rassistischen ist es nur ein seeeehr kleiner Schritt in der aufstiegsgeilen, kleinbürgerlichen Drecklandschaft Denklandschaft!

Das Sendungsbewusstsein der selbstreffentiell "besser Denkenden" erzeugt unentwegt Despotie und versteckt den auf Privilegien gerichteten Tunnelblick der Überheblichkeit liebend gern hinter "wissenschaftlichen" Ansprüchen.

Kompetenzen (Fähigkeiten) erweisen sich selbstrefferentiell - die Überheblichkeit beweist sich im Machtanspruch des "Besseren".

Frage dazu doch einmal einen Indianer, einen Aboriginal, oder einen "faulen" Griechen.

Menschsein klappt wunderbar - aber nur ohne Über-Menschen, das ist unser Empathie-Problem.

 

Bild des Benutzers hadie

Wie fühlste dich so im Schoß der deutschen Kriegsministerin - ziemlich weit rechts von Willi Wimmer?

Warum sachlich, wenn es auch persönlich geht? Ich habe weder mit Kanonen-Uschis braungebrannter Truppe, noch mit dem allgemeinpolitischen Dampfplauderer Wimmer etwas zu tun. Wohl aber fühle ich mich den ostdeutschen und osteuropäischen Normalbürgern zugehörig, die durch immer neue Verzichtleistungen diesen Frieden überhaupt noch ermöglichen. Deutschland ist immer noch voller kalter Krieger, ob sie nun Jebsen, Merkel oder Naidoo heißen. Steckt sie Euch in den ... "Schoß", den überaus fruchtbaren!

Bild des Benutzers fahrwax

Seit wann fährt deine eigentümliche Blechbüchse denn ohne Rohstoffkrieg?

Weltweit herrscht ein nie unterbrochener Klassenkampf, aber du fokussierst deinen gefüllten Teller????

Der Arsch aus dem es unentwegt gekrochen kommt ist ein parasitäres (kannibalistisches) Ungeheuer - aber poliere doch ruhig weiter deine vorgefertigten Feindbilder, dann bleibste auch schön beherrschbar.

("Schoß" ist in meiner Birne deutlich positiver besetzt als das herrschende, menschenfresserische Verdauungssystem.)

Bild des Benutzers hadie

Der Frieden der stalinistischen Besserwisser, die mit der Stalin-Wachsfigur in Jalta herumposieren?

Der Frieden der Starksprech-Revoluzzer, die den alten KGB-Residenten und ihren Halbwahrheiten zujubeln?

Den Frieden der Putin-Motorradrocker, die doch nur Garanten dafür sind, dass die Oligarchen ihr Geraubtes behalten dürfen? Die Auswahl fällt schwer ...

Bild des Benutzers fahrwax

Geht es auch ein wenig deutlicher?

Wer sind die stalinistischen Poser von Jalta?

Wer die Revoluzzer die den alten KGB-Residenten zujubeln?

Von den Putin-Motorradrockern weis ich zu wenig - hatte bisher nur Gespräche mit koksenden Hells Angels......, sorry.

Was sollen das für Leistungen - Verzichtsleistungen - sein, die Sie als ostdeutscher Normalbürger kollektiv mit anderen Osteuropäern erbringen, um den Frieden zu ermöglichen?

Bild des Benutzers ebertus

Wie weiter oben bereits angekündigt ist der Nachtrag zum/im Blogtext nun eingefügt.

Bild des Benutzers Heinz

... die Atombomben, die Hiroshoma und Nagasaki zerstört haben und viele Menschen sofort und später töteten, waren für Deutschland gebaut worden.

Bild des Benutzers ebertus

wenn die Rote Armee nicht bereits zum 8. Mai 1945 Berlin eingenommen hätte. 

Bild des Benutzers hadie

die Zünder in der Brücke von Remagen funktioniert hätten.

Bild des Benutzers Heinz

Die Brücke bei Remagen war vom 7. bis 17. März 1945 noch in Betrieb, da waren die deutschen Offiziere bereits auf Hitlers Befehl, ohne Gerichtsverhandlung, erschossen worden – die fehlten dann natürlich später im Mai in Berlin.

Bild des Benutzers beutelratte

...Zeitgenossen im Termitenblog noch anzutreffen...