16 Okt 2017

Die doppelten Standards der Guten

Submitted by ebertus

 

There's little in the Weinstein story that doesn't apply to Bill Clinton

Quelle: jacobinmag.com

 

 

 

 

 

Bildquelle:
David Shankbone / Wikimedia Commons

 



Sex&Crime sind eigentlich keine Themen, die hier bei den Termiten einen wirklichen Stellenwert haben. Im vorliegenden Fall jedoch darf davon gern einmal eine Ausnahme gemacht werden, sind Gute eben nicht für alle Zeiten gut - und gute Freunde nicht für ewig Freunde.

Nach wie vor suchen die Guten belastbare Beweisen für eine russische Einflußnahme zugunsten von Donald Trump; der darüber hinaus ja angeblich auch ein übler Sexist sein soll. Dabei liegt das Gute doch so nahe, wird am Beispiel von Harvey Weinstein einmal mehr sehr deutlich. Denn Weinstein und die Clintons waren (sind?) gute Freunde, ist Harvey Weinstein gleichzeitig ein guter, edler Spender

und ... Clinton keeps every cent of his tained cash.

In der englischsprachigen Welt wird das breit diskutiert, während man hierzulande und jenseits der guten, gut gespielten Entrüstung zu diesem Hintergrund schon sehr tief graben, äußerst umstrittene Medien konsultieren muß.

Der Spiegel dagegen schafft es, in einem qualitätshaltigen Artikel die Clintons et al. nicht einmal zu erwähnen.

Dann vielleicht doch lieber RT und mit Bezug auf CNN:

"CNN verweist auf die enorme finanzielle Wahlkampunterstützung (in Höhe von 1.5 Millionen US-Dollar) des Filmmoguls und Freundes der Familie Clinton. Andere Kandidaten der Demokratischen Partei, welche Gelder von Weinstein erhalten hatten, gaben dies nach dem Bekanntwerden des Skandals zurück oder spendeten es."

Damit soll es das schon gewesen sein, dieser kurze Blick auf die doppelten Standards der Guten; obwohl und zu Bill Clinton ...

Kommentare

Bild des Benutzers ebertus

wird gerade auch in Berlin gegeben.

Diese Staatssekretärin ist mir eigentlich unbekannt, bislang jedenfalls nicht durch irgendwelche politische Inhalte oder Akzentsetzungen aufgefallen. Allerdings meine ich, sie im letzten Jahr und in der Regel dort lediglich beisitzend immer mal in den kleinen Videosequenzen des Tilo Jung von der Bundespressekonferenz gesehen zu haben.

Die Story, um die es aktuell in Berlin geht und soweit ich sie überhaupt verstanden habe, sie scheint mir kaum an das von Clinton bis Weinstein nun mal vorgegebene Niveau heranzureichen. Verstanden habe ich jedoch, dass diese in den Medien kolportierte Anrede des Ex-Botschafters die Staatssekretärin derart (wörtlich) "unter Schock" setzte, dass sie dies sofort in einem öffentlichen Facebook-Eintrag verarbeiten musste.

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Gleich der erste Kommentar dort  incl. Zitat aus dem Text (Ausgabe 42/2017) lohnt der Zitierung, hier:

"Aber wir sprechen über mögliche Verbrechen, nicht über schlechtes Benehmen."

Das ist das Problem! "Mögliche Verbrechen."In einem Rechtsstaat gilt die Unschuldsvermutung. Herr Weinstein ist nicht von einem ordentlichen Gericht verurteilt worden, noch nicht einmal angeklagt.

Vielleicht mein Problem in diesem Kontext. Gehöre -wie der zitierte Kommentator wohl- ebenfalls noch zu dieser Sorte Demokraten, für die eine aufgeklärte Moderne, der sog. Rechtsstaat an sich nebst (eben) Unschuldsvermutung etc. sowie die Gewaltenteilung keine lässlichen, sondern bewahrenswerte, essentielle Eigenschaften eines sozialen Gemeinwesens darstellen; auch in Zeiten des Internet ...

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weil Schweine gibt es überall wo es Menschen gibt; ist das gar mensch-immanent.

Und Danke für den Link. Das scheint mir eine sehr differenzierte Sichtweise und auch das Faktische, das Formalrechtliche kommt nicht zu kurz. Sexist, Rassist, Antisemit, Neonazi ... mit dieser (Un)kultur inflationär eingesetzter begrifflicher Zuweisungen müssen wir wohl leben.

Können wir in der Regel wohl auch; solange und wie in der Mehrzahl der Fälle die Judikative diesem Treiben ein zumindest formalrechtliches, rational begründetes Ende setzt.

Bild des Benutzers fahrwax

Jedenfalls solange sie sich nicht von ihren perversen Mördern unterbringen und versorgen lassen........

So besehen ist son Schwein auch nur ein verdorbener Mensch.

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würden sich Schweine wahrscheinlich von dieser negativen Vereinnahmung distanzieren; weil bewußt abgrundtief böse können wohl nur Menschen werden.

Bild des Benutzers Heinz

Hier einige Argumente, die in deutschen Medien nicht auftauchen (dürfen) weil das ja die Guten sind.

 

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weil via Tagesspiegel nun wohl zu einer Guten geworden.

"In der Familienpolitik hat die AfD Positionen besetzt, die ich als Christin für sehr wichtig halte und die so von den anderen bisherigen bundesweiten Parteien nicht artikuliert wurden. Zum Beispiel beim Lebensrecht für Ungeborene, beim klaren Bekenntnis für die traditionelle Familie, gegen Ehe für alle und gegen Gendermainstreaming."

Postulate, Bekenntnisse, nun via dem TS überbrachte Geständnisse, die exakt so bei Elsässers Compact stehen können.

von gesellschaft&staat sind von "links" (schließe den sozialdemokratisierten teil der cdu mit ein) nicht davon zu überzeugen, dass die modernisierung der gesellschaft überholte rollenbilder etc. wie eine dampfwalze platt macht. diesen modernisierungschock und mentalitätswandel haben sie verunsichert und entprechend sehen sie in der afd ihre traditionelle 3 k-identität bestens aufgehoben.

dazu passend kahrs wahlanalyse: der afd-erfolg ist unter anderem durch die auflösung "traditionaler, patriarchaler Bindungen an Religion, Rollenverständnisse, Familienbilder" erklärbar.

"Die S PD hat sich unter Schröder einem solchen – parteipolitisch fehlgeschlagenen – Anpassungsprozess der sozi- alstaatlichen Institutionen unterzogen. Die Union hörte , zumindest aus diesem Blickwinkel, unter Merkel zwecks Machterhalt auf, konservativ zu sein und begann den zweiten Anpassungsprozess auf der kulturellen und gesellschaftspolitischen Ebene (Abschaffung des obligatorischen »Dienstes am Vaterland«, des wertkonservativ - patriarchalen Frauen - und Familienbildes, Ausstieg aus der Atomkraft u.a.m.). Vormals in dieser Partei gebundene Deutsch Nationale und Wertkonservative, politisch Erfahrene, fühlten sich politisch entheimatet ..."

https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Themen/wahlanalysen/WNB_BTW_2017.pdf

Bild des Benutzers ebertus

für diese sogenannten, äußerst umstrittenen Medien wie Breitbart

"The Clinton Foundation will not return or re-donate disgraced movie mogul Harvey Weinstein’s $250,000 worth of contributions to the organization, claiming that the funds have been used."

Alles schon verbraucht, im Kampf für das Gute wieder ausgegeben; sorry ...