21 Okt 2017

"Wir lieben dieses Land!"

Submitted by Delloc

 


  Quelle: tagesschau.de

Wenn die Integration in die Wirklichkeit nicht gelingt, sucht ein schwankendes Selbst nach Ersatzbefriedigungen.

Nationalstolz und Lokalpatriotismus, aber auch Drogen und andere Parallelwelten, dienen dazu, den Verlust von Selbstorientierung und Selbstwertgefühl zu kompensieren. Dabei wird jede Gelegenheit willkommen geheißen, die eigene Schwäche als Stärke zu demonstrieren, z. B. wenn Aggressionen durch Wut und Hassgefühle verstärkt werden.

Wer halbwegs intellektuell gebildet ist, ahnt zwar, dass Globalisierung und Digitalisierung unter privatkapitalistischen Verhältnissen für die massenhafte Prekarisierung der Menschen verantwortlich sind, bestätigt wird er darin von den politischen Eliten aber nicht.

Im Gegenteil. Diese propagieren immer noch die Mär der individuellen Leistungsideologie, wonach jeder seines Glückes Schmied sei und im Umkehrschluss: Unglück auf individuellem Versagen beruhe.

Dass diese Propaganda von einer Klasse betrieben wird, die sich trotz maximaler Alimentierung jeglicher Leistungsbewertung entzieht, ist besonders makaber. Ob eine Regierung gut oder schlecht regiert hat, darüber gibt es keinerlei Indices, in denen Faktoren wie Wohlstand, Gesundheit, Zufriedenheit, Kriminalität usw. gewichtet und summiert würden. Selbst wenn vernünftige Maßstäbe existieren, wie bei Global Footprint Network, werden diese von den politischen Eliten einfach ignoriert. Machterhalt ist die oberste (einzige?) Leidenschaft der politischen Eliten.

Dass in einer Welt, die von Profit, Konkurrenz, Gewalt und Machtbesessenheit dominiert wird, die mehrheitlichen Opfer dieses Wahnsinns immer weniger positive politische Identifikationen aufbauen und pflegen, wen wundert‘s?

Hinzu kommen die verheerenden Konsequenzen aus diesem Wahnsinn: Gifte in Wasser, Luft und Lebensmitteln, Klima- und Naturzerstörungen, Kriege, Vertreibung und Hunger.

Schlagzeilen wie „Dramatisches Insektensterben“, „Jährlich 400.000 Feinstaub-Tote“, „Täglich 15.000 Kinder, die an Unterernährung und/oder Hygienemängeln sterben“, usw. usf., untermauern das totale Versagen der politischen Klasse auf diesem Globus. Trotzdem halten sie daran fest, zu beschönigen, herunterzuspielen, zu ignorieren, zu belügen, Nebenkriegsschauplätze zu kreieren, kurzum: Politik ist nicht mehr in der Lage, die kapitalistischen Flaschengeister zu bändigen und der Abgrund ist nah.

Und was mich selbst besonders erschüttert, ist die Tatsache, dass es kein Entkommen mehr gibt. Oder kennt jemand einen Ort, wo man sich vor diesem Wahnsinn noch schützen kann? Die Legalisierung von Drogen wie Alkohol und Cannabis oder Suizid sind ja keine echten Lösungen.

Kommentare

Bild des Benutzers Heinz

«Oder kennt jemand einen Ort, wo man sich vor diesem Wahnsinn noch schützen kann?»

 

Jeder Mikroorganismus entwickelt sich in einem Substrat nach dem Gesetz des Minimums und nicht nach einer Ideologie. Auf die Volkswirtschaften übertragen heißt das:

«Es ist genug für alle da.»

Allerdings ist für egozentrische Gier nie genug da. Betrachten wir die egozentrische Gier einmal als Krankheit und psychische Störung, dann sollte die heilbar sein und wir brauchen kein anderes Land. Der Weg der Heilung ist ein anderes Glaubensbekenntnis:

«Das Geld muß fließen.»

Wer Vermögen hortet, reduziert den Geldfluß und kumuliert den leistungslosen Ertrag mit dem Zinseszins im Vermögen. Das Vermögen, im engeren Sinne das Produktivvermögen, ist darum der Hebel, mit dem die Heilung beginnen kann. Zu unterscheiden wäre das Produktivvermögen vom selbst genutzten Eigentum. Das Medikament der ersten Wahl wäre darum die Vermögenssteuer, die in Stufen progressiv anzulegen ist.

Bild des Benutzers pleifel

dann wäre möglicherweise mehr Beteiligung (Abflachung der Kurve zwischen den Superreichen und darunter), aber weder am System "gerüttelt" (alles im alten Ordnungsrahmen mit etwas mehr sozialem Anstrich) und auch nicht die Frage beantwortet, wodurch lassen wir es fließen (also was und wie produzieren wir).

Mir ist schon klar, das man mit irgend etwas Sinnvollem beginnen muss, denn ein weiter so kann es nicht sein (zumindest nicht für den allergrößten Teil der Menschen). Das mindeste, was man dann als bürgerlicher Normalo tun kann ist, sich selbstkritisch zu prüfen, auf was tatsächlich als konsumtive Elemente verzichtet werden kann. Und im Umfeld von überschaubaren Orts- und Stadtteilbewohnern intelligente Leistungsverteilung vorhandener Fähigkeiten (und Zeit!) zu organisieren, die sich mehr und mehr von "Fernbelieferungen" unabhängig macht.

Hatte vor ein paar Tagen noch ein Gespräch mit einem Techniker, der mir erzählte, wie in der Ausbildung darauf insistiert wurde, dass für bestimmte Teile in den Produkten gezielte Schwachstellen vorgegeben (und gefertigt) werden, damit sich so die Nachfrage für neue Produkte steuern lässt. Und in dem Zusammenhang einen Kollegen nannte (Ingenieursausbildung), der ein Geschäft aufmachen will, wo genau diese Produkte hingebracht und repariert werden können, die ansonsten auf dem Schrott landen.

Das sind zwar alles Mikroprozesse im System, wenn aber eine ausreichend große Anzahl von "Zellen" nach diesen Prinzipien sich organisiert und auch eigene Ideen nicht vermarktet (ggf. auch noch patentieren lässt) und allen zur Verfügung gestellt wird, dann kann es einen Kipppunkt geben, wo das bestehende System nicht mehr funktionieren kann.

Das darf aber genau nicht den Effekt haben, wie es die gut gemeinten (und auch zurzeit notwendigen) Tafeln bewirken, die also das vorhandene System stützen, da Leistungen erbracht werden, die das System als Kostenfaktor eliminiert, wie ja auch die ganze kostenlose Versorgung des Systems mit Nachwuchs, die im wesentlichen immer noch von den Müttern erbracht wird.

"Oder kennt jemand einen Ort, wo man sich vor diesem Wahnsinn noch schützen kann?"
Klar doch, an jedem Tag den man gesund und mit klarem Verstand ohne körperliche Beschwerden erleben kann, ist die Grundlage für diesen Ort, da sich der "Wahnsinn" als Ergebnis unserer Imagination im Gehirn abspielt. Und da dieser "Wahnsinn" sich nur demjenigen erschließt, der die vorhandenen Verstandeskräfte auch entsprechend nutzt (bzw. die Art und Weise, wie derjenige die Welt betrachtet), bleibt aber immer noch die Frage der Perspektiven offen, die sich mit der Vergangenheit vergleicht und die vorhandenen Möglichkeiten heute dazu abwägt.

Dann hängt es davon ab, wie man persönlich aufgestellt ist: also eine pessimistische oder optimistischere Position einzunehmen. Denn zu der Betrachtung gehört doch wohl auch die Frage: geht es mir (und dem persönlichen Umfeld) "noch" gut und wie ist die wahrscheinlichere Prognose bis zum Tod. Denn so egoistisch (verantwortungslos) sich das auch anlesen mag, die Zukunft der Menschheit entscheidet doch jetzt nicht über meinen Zustand, denn ansonsten müsste mich bereits die ganze bekannte (zumindest große Teile davon) Geschichte der Menschheit nieder drücken.

Und Heimat ist da, wo man sich wohl fühlt! Und wo fühlt man sich wohl: da wo man verstanden wird. Daraus ließe sich für mich schließen: wenn das Umfeld so "fremd" wird, dass diese Qualität des menschlichen Bedürfnisses nicht mehr abgedeckt wird, dann haben wir echt ein Problem.

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macht es Umsatz mit Angebot, Nachfrage, Konsum und Steuern.

Das ist schon richtig, irgendwo muß man beginnen. Wesentlich ist beim Beginn, daß die gehorteten Vermögen flüssig gemacht werden, damit sie wieder real fließen. Große Teile der Buchvermögen sind völlig unbesicherte Kredite. Ich gehe davon aus, daß die irgendwann in naher Zukunft mal wieder platzen – Marktbereinigung nennen die Bänkster das, wenn sich die Fantasiezahlen in NICHTS auflösen.

Wie sich die Wirtschaft dann weiter entwickelt, weiß ich nicht, du vermutlich auch nicht. Ideal wäre mehr Realsektor, als Finanzsektor, der dann nicht mehr dominiert, sondern dienstleistet. Ideal wäre auch eine nachfrageorientierte Wirtschaft mit etwas weniger Nudelsorten.

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@Pleifel & Heinz

Diese Orte entziehen sich den dummen Ringelreihen von Umsatz, Angebot, Nachfrage, Konsum und Steuern - weil er Mensch auf melk- und schlachtbares Vieh reduziert, jeden Ansatz von Befreiung durch humane Techniken zur Fortschreibung seines verkrebsten, hirntötenden 'Wachstum' oktroiert.

Es gilt eine fröhliche Form von Leistung (wieder) zu entdecken, die fruchtbare Zusammenarbeit als den Kern von Menschsein in den Mittelpunkt stellt. Diese Orte der Absonderung von der kannibalistischen Grundordnung existieren überall und verweigern das Gefressenwerden.

Die gegenwärtige, pervertierte Form von 'Wirtschaft" mästet sich an dieser grandiosen, menschlichen Fähigkeit zu sozialer (eben nicht Gewinnorientierter) Reproduktion - stülpt sozial getünchte Melkmaschinen der Umverteilung darüber die das Raubtier in Mensch zum alles überragenden Kulturgut erklären - die antisoziale Übervorteilung durch Gewinnerzielung (den Betrug!) zur seeligmachenden Maxime seines Handelns ernennen wollen.

Die daraus resultierende Entfremdung (psychische Deformation) von ursprünglichen menschlichen Qualitäten & Fähigkeiten wird durch Pschopharmaka, Drogeneinsatz und selbstbespiegelnden Konsumismus nur kläglich wie notdürftig bekämpfbar.

Eine "Enwicklung" die diese Bezeichnung erwerben kann, kompostiert die anbeterische Huldigung (illusionärer) "Finanzmärkte" und emanzipiert den sozialen (kommunistischen) Mensch, erhebt ihn über die verrückte Imagination der Privilegien deformiert-kannibalistischer Raubtiere.

"Werte" entstehen im Kopf - das "Haben" ist eine illusionär-narzisstische Veranstaltung von parasitären Alleinunterhaltern.

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Die Utopie einer Idylle kann ich mir auch ausdenken, gebe mich aber nicht der Illusion hin, diese Idylle könne irgendwo im Nirgendwo realisiert werden. Ich träume nicht einmal von Idioten, die mir mein Schrottauto für ein paar Hunnies abschachern und damit noch eine irre gewordene Automafia abzocken.

Ich begnüge mich damit, gangbare Wege in eine Realwirtschaft zu suchen, die den Menschen dient.

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Wenn sie auf buntbedruckten Schneeball-Illusionen und der Wahnvorstellung von der Käuflichkeit einer Humanität ausgeht????

Ist die menschliche Reproduktion ein "natürlich" gewinnorientiertes Bordell?

"Gutes im Schlechten" ("Ich begnüge mich damit, gangbare Wege in eine Realwirtschaft zu suchen, die den Menschen dient.") wirste nur fragmentiert finden - wo Mensch sich seiner gewinnfixierten "Berechenbarkeit" noch entziehen darf / muss - er sich quasie "idiotisch" der Gewinnerzielung (selbstbestimmt & humanitär?) verweigert und stattdessen Kinderaufzucht oder Altenpflege betreibt.

Rentabel rational ist das regelmäßig nicht, aber "real" unumgänglich; wenn sich die Entlohnung einer 24-Stunden-Betreuungskraft nur seeeehr selten über den gewinnwirtschaftlich orientierten "Markt" refinanzieren lässt.

Derzeit sind alle Weichen so gestellt, dass jeder messbare Ertrag akkumuliert wird, während "Kostenfaktoren" sozialisiert werden.

Guckst du mal die Dornenkrone der Entwicklung im ausgewrungenen Griechenland: da teilen sich ganze Großfamilien die Rente der Oma (die regelmäßig reduziert wird)- das entspricht der herrschenden Gangart.

Finde ich aber surreal & verdammt idiotisch, wenn alles ringsherum von betrügerischem Raubgut derart fürstlich lebt?

Von wessen "Realwirtschaft" zehrste denn eigentlich?

Von der räuberisch Übergestülpten der pleitegehenden (konkursverschleppenden) Raubritter, oder von der zwischen (noch immer erstaunlich) emphatischen Menschen????

Das bedruckte Papier basiert auf uneinlösbaren Schuldverprechungen der bezifferbaren Unmoral.

Direkte zwischenmenschliche Übereinkünfte begleichen fortwährend die Finanzierungslücken der bankrotten Spekulation mit der Dummheit "Gewinner"?

 

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Ich unterscheide hier zwischen der Realwirtschaft oder dem Realsektor der Wirtschaft und der Finanzwirtschaft oder dem Finanzsektor der Wirtschaft. Das mag beschränkt sein, wer aber für alles offen ist, ist nicht ganz dicht.

Du kannst ja auch «real» durchdeklinieren und nach'n real,- fahren.

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Einer dieser Orte ist Bhutan, das ein Bruttonationalglück anstrebt.

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http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/mitternachtsspitzen/video-mitternachtsspitzen-im-oktober-106.html

in den Mitternachtsspitzen vom 21.10. ab 8:20 Uhr und und Schmicker zur AfD und Anhang ab 49:30 Uhr.

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{Denn so egoistisch (verantwortungslos) sich das auch anlesen mag, die Zukunft der Menschheit entscheidet doch jetzt nicht über meinen Zustand, denn ansonsten müsste mich bereits die ganze bekannte (zumindest große Teile davon) Geschichte der Menschheit nieder drücken.}

Ich denke, wenn jemand von der Geschichte der Menschheit nicht niedergedrückt wird, i. e. darunter leidet, kann dies nur gelingen, wenn Unwissenheit vorherrscht oder die Wahrnehmung anders reduziert/manipuliert wird. Dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Menschheit letztlich abstrakte Vorstellungen sind, die an Einfluss verlieren, wenn die Sinnlichkeit des Konkreten hinzutritt, ist ja selbstverständlich.

{Und Heimat ist da, wo man sich wohl fühlt! Und wo fühlt man sich wohl: da wo man verstanden wird. Daraus ließe sich für mich schließen: wenn das Umfeld so "fremd" wird, dass diese Qualität des menschlichen Bedürfnisses nicht mehr abgedeckt wird, dann haben wir echt ein Problem.}

Also man kann sich auch in der Fremde wohlfühlen. Wiedererkennung, erkannt und verstanden werden, sind zwar durchaus Erfahrungen, die wohlige Gefühle hervorrufen, aber eine conditio sine qua non für subjektives Wohlbefinden sind sie nicht. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es lebendige Erfahrungen gibt, die ohne jegliches Gegenüber zustande kommen und das Wohlbefinden um ein Vielfaches übertreffen, das durch vertraute Umfeldkontakte entsteht. Wer allerdings über keine samadhi/sartori-Erfahrungen verfügt, ist umso stärker von heimatlichen Vorstellungen und personenbezogenen Erlebnissen abhängig.

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der Menschheit letztlich abstrakte Vorstellungen sind, die an Einfluss verlieren, wenn die Sinnlichkeit des Konkreten hinzutritt, ist ja selbstverständlich." Gute Antwort auf deinen 1ten Satz, nur etwas anders formuliert als bei mir.

Man könnte durch die von den Medien ständig in den Vordergrund gestellte negative Berichterstattung (Sensationsselektion) den Eindruck gewinnen, die Welt sei eine einzige Katastrophe. Dadurch entsteht auch die Wirklichkeitsverzerrung des Übermaßes von Elend, Leid, Krankheit und Tod, aber die positiven Seiten des Lebens (in der Welt) dürften (für mich dennoch) überwiegen.

Natürlich kann man sich in der "Fremde" wohlfühlen, aber dann ist sie es bereits nicht mehr. Dazu gehören halt Faktoren, die zwar individuell verschieden sind, aber soweit ich das sehe, starke Gemeinsamkeiten haben. Und meine "lebendigen Erfahrungen" sind vielleicht (ohne das zu gewichten) in der Einsamkeit stärker als in sozialen Umfeldern, wobei die Qualitäten allerdings andere sind und nicht verglichen werden sollten.

Vorstellungen sind ein Leben lang änderbar und im Sinne von Erkenntnisfortschritt sowohl wünschenswert als auch unabdingbar, da das Leben eben nicht statisch ist. "Subjektives Wohlbefinden" ist nur für andere subjektiv, für mich ist es die einzige objektive Gegenwart, die natürlich (auch) aufgrund illusionärer Vorstellungen bestehen kann. Wobei letztlich nie endgültig klar sein dürfte, wo da die Grenzen liegen.

Spätestens dann, wenn meine schmerzenden verschränkten Beine mich an die Realität erinnern (zurückholen), dürfte auch klar sein, das ersteres nur auf der Basis von letzterem existieren kann, den ganz elementaren Bedürfnissen des leiblichen Körpers. Das darüber hinausgehende ist der Luxus derjenigen (Ästhetik), die sich weniger der Mühe des Alltäglichen hingeben (ausliefern) müssen und auf geistiger Ebene das tun, was Kapitalisten im Luxus und Konsum finden.

hat im moment hochkonjunktur - und nicht nur bei den grünen:„Wir lieben dieses Land. Es ist unsere Heimat. Diese Heimat spaltet man nicht" (wer das gesagt hat, kann man von pelzig in der anstalt anhören):https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-solo-erwin-pelzig-heimat-100.html

von wegen heimatvisionen würden die gesellschaft nicht spalten: "Denn "das Menschenrecht", das die Linke in ihrem alten Kampflied besingt, umfasst mehr als höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Auch Heimat ist ein Menschenrecht. Und es sind weiß Gott nicht nur AfD-Demagogen, die sich angesichts des großen Zustroms von Migranten Sorgen um ihre Heimat machen."http://www.spiegel.de/politik/deutschland/martin-schulz-was-er-zum-wahlprogramm-machen-koennte-kolumne-a-1141105.html

ich bin schon für "wohlfühlzonen" trotz oder gar wegen des tatgtäglichen "wahnsinns" in dieser welt. aber was ich liebe bzw. wo, mit wem und wann ich mich wohlfühle, dass bestimme ich (noch) selbst...ein wenig zumindest.

apropos "liebe" dieser nachdenkenswerte artikel von diego fusaro:

"Vielleicht ist heute tatsächlich nichts revolutionärer als Liebe. In unserer Zeit der Misere und des zynischen Egoismus ist die Liebe, ihrem Wesen nach, die radikalste Infragestellung des Fundaments der gegenwärtig um sich greifenden universellen Verstellung: Liebe ist purer, hingebender Altruismus, sie ist uneingeschränkte Öffnung gegenüber dem Anderen, damit der Andere sein kann. Dort, wo persönliches Interesse, Eigennutz und individueller Profit im Vordergrund stehen, existiert keine Liebe." https://www.heise.de/tp/features/Die-revolutionaere-Substanz-der-Liebe-3853663.html

 

da stimme ich dem "jungen revolutionär" im "lower class magazin" zu, wenn er zum heimatbegriff vermeldet:

"Der Begriff ist ziemlich diffus; er hat Bedeutungskomponenten, die offen sind für rechte wie linke Inhalte; er spiegelt Sehnsüchte wieder, von denen diejenigen, die sie in ihm sehen, oft selbst nicht klar und deutlich wissen; und er hat immer auch diesen Bezug auf das (Noch-)Nicht-Vorhande, das, was Bloch die „unfertige Heimat“ nennt." und an anderer stelle heißt es weiter: "wie ein Begriff, der dermaßen politisch ist, konnotiert ist, hängt davon ab, wer die Hegemonie über seine Deutung hat.

Wie man damit umgeht, ist damit allerdings noch nicht gesagt. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Die deutsche Linke wählt zielstrebig die zwei muffigsten. Ein Gros der liberalen Linguistik-Linken tut, was es immer tut: Den Begriff und seine Verwender diabolisieren, zu Krypto-Nazis erklären und zu meinen, mit Verboten im „eignen“ Lager (auf irgendjemanden sonst hat man ja ohnehin keinen Einfluss) eine Diskursverschiebung nach rechts zu vermeiden. Man druckt dann poppige Sticker, auf denen „Heimat halt‘s Maul“ steht, klebt sie in irgendwelche Dörfer, in denen man politisch nicht arbeitet, und sieht sich bestätigt, wenn der Volksmob tobt: Sehet, wie verdorben der Pöbel ist, der die in drölfzig Soziologieseminaren ersonnene und von professionellen Layoutern in Form gegossene Aufklärung nicht versteht."

ach ja, der "junge revolutionär" gestattet sich auch heimat konkret zu fühlen, zu riechen und anzusprechen. seine "wohlfühlzonen" sind:

"Ich vermisse meine Genoss*innen und meine Familie, mehr als alles andere. Ich vermisse bestimmte Orte, mit denen ich schöne Erfahrungen verband: Die Herbstwälder Brandenburgs, die Thekenstimmung in der Kreuzberger Meuterei, Klettern am RAW-Gelände. Ich vermisste auch die Kultur, die ich gewohnt war: Punkrock, Picknick am See, Milchkaffee am Heinrichplatz."

warum nicht...und als empfehlung weiterlesen hier: Heimat

danke jose für den link.

naja, wenn die linke heimatlos werden will ist sie ja auf einen "guten weg" .

mir ihren GEGEN - sein - vergißt sie, wie die eiseskälte jenseits von wärme und geborgenheit sich anfühlt ...

natürlich hat das konservative möglicherweise etwas von müffeliger wärme, die ich auch nicht gut ertrage - dies aber nicht relativieren zu können und eine gute temperatur zu finden - ist noch viel schlimmer und hilft bei der umsetzung "die linke hat keine heimat" ... dabei hätte ich gern eine heimat, eine tolerante heimat zum leben und entspannen ...

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In ihrem vorneweg getragenen Selbstverständnis eilen sie pausenlos von 'Sieg zu Sieg', vernebeln auch das offensichtlichste Versagen durch die Propaganda ihrer mitessenden, nach Aufstieg gierenden, Klakeure - erheben Betrug & Verrat zum verbindenden Leistungsprinzip ihrer Kaste.

Diese anmassenden Raubritter existieren von der Legitimierung des Diebstahls, von der Rechtfertigug betrügerischer Raubzüge unter dem Deckmantel eines Allgemeinwohls, das im schwatzhaften Nebel systematisch stranguliert wird.

Sie haben ihre Befreiung von Leistung und Haftung längst in verbindliche Regeln & Gesetze gegossen hinter denen sich die Unverbindlichkeit ihrer grenzenlosen, parasitären Möglichkeit der Bereicherung verhüllt.

Diese Systematik befördert allein narzisstische Psychotiker, die an der Nadel eingebildeter Omnipotenz hängen, in das Paradies ihrer Sucht.

Wann stutzen wir endlich die parasitären Macht-Junkies auf ein sozial verträgliches Maß?

Auch diese Jungs und Mädchen verdienen einen realen Eindruck ihrer Fähigkeiten & Möglichkeiten - mehr nicht!

und Horacio Ferrer auch:-))

"Es scheint, dass ich die einzige bin, die ihn sieht. Er geht durch die Leute hindurch und die Fensterpuppen zwinkern mir zu. Die Ampeln geben ihm dreimal himmelblaues Licht und die Orangen vom Obsthändler an der Ecke werfen mir ihre Blüten zu. Und so, halb tanzend, halb fliegend, nimmt er die Melone ab, grüßt mich, schenkt mir ein Taxischild und sagt:

"...
Ich weiß, dass ich verrückt bin, verrückt, verrückt.
Siehst du nicht, wie der Mond durch die Callao-Straße rollt
Und eine Parade von Astronauten und Kindern
einen Walzer um mich herum tanzt.
Tanz, komm, flieg.
Ich weiß, dass ich verrückt bin, verrückt, verrückt.
Ich sehe Buenos Aires aus dem Nest eines Spatzen
Und ich sah dich so traurig ...
Komm, flieg, erlebe
die verrückte Phantasie,
die ich für dich habe.
Verrückt, verrückt, verrückt
Wenn es Nacht wird in deiner Großstadt-Einsamkeit
tauche ich am Ufer deiner Bettdecke auf
mit einem Gedicht und einer Posaune,
um das Herz wach zu halten
Verrückt, verrückt, verrückt
Wie ein wahnsinniger Akrobat
werde ich über den Abgrund deines Decolletes springen,
bis ich spüre, dass dein Herz verrückt nach Freiheit wird.
Du wirst schon sehen.

..."

https://www.rubikon.news/artikel/aufstand-der-liebenden

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„Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“

Also sprach Zarathustra: “Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist Etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr getan, ihn zu überwinden?”.

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einen Staat, ein Volk lieben ...

Selbst die Grünen wollten diese Tage den Begriff "Heimat" neu besetzen, nachdem das Wort -ebenso wie "Volk"- doch bereits auf dem Index gelandet ist, jeder Gebrauch mit sofortigem Verweis in die (neu)rechte Ecke bestraft wird.

Ein Land, einen Staat, ein Volk lieben; geht das überhaupt?

Keine geringere als Hannah Arendt ist genau wegen dieser Frage, ihrer Verneinung eben dieser Anmaßung bzw. Aufforderung massiv in die Kritik geraten. In einem Briefwechsel im Nachgang zu "Eichmann in Jerusalem" wurde Arendt ihre fehlende Liebe zum eigenen  Volk, zum jüdischen Volk vorgeworfen. Arendt antwortete darauf, dass sie unmöglich ein Volk, höchtens einzelne Menschen lieben könne.

Eine Maxime, der ich mich vollumfänglich anschließen wollte, es statt "Liebe" -vice versa- auch "Hass" sein kann.

Alles andere wäre eine ideologiegetränkte abstrakte, gruppenspezifische Menschenfreundlichkeit, Menschenfeindlichkeit.

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{Arendt antwortete darauf, dass sie unmöglich ein Volk, höchstens einzelne Menschen lieben könne.}

Ja, und wahrscheinlich ist selbst Letzteres eine Illusion?! Es sei denn, man schert sich nicht darum, dass jede Art der Identifikation in eine Sackgasse mündet.

In den Weisheitslehren der Menschheit wird hervorgehoben, dass das Universale Bewusstsein das einzige Subjekt allen Geschehens ist und das individuelle Bewusstsein lediglich seine Erscheinungsform. Trotzdem können sich Quelle und Manifestation in harmonischer Identität vereinen und gegenseitig erkennen, wenn die „Welt der Dämonen“ keinen Zugriff mehr hat und die Wirklichkeit als DAS wahrgenommen wird, was „es“ ist. In „Ein Kurs in Wundern“ wird dieser Zusammenhang sehr schön beschrieben:

„Es ist nicht deine Aufgabe, die Wirklichkeit zu machen. Sie ist ohne dein Machen da, aber nicht ohne dich.“ (Ebd., S. 281) und „Deine Aufgabe ist es nicht, nach Liebe zu suchen, sondern einfach, alle Schranken in dir selbst zu suchen und zu finden, die du gegen sie erbaut hast. Es ist nicht nötig, nach dem zu suchen, was wahr ist, aber es ist nötig, nach dem zu suchen, was falsch ist.

Jede Illusion ist eine Illusion der Angst, welche Form sie auch immer annimmt. Und der Versuch, aus einer Illusion in eine andere zu entrinnen, muss scheitern. Wenn du die Liebe außerhalb von dir suchst, kannst du sicher sein, dass du in deinem Inneren Hass wahrnimmst und vor ihm Angst hast. Frieden jedoch wird niemals aus der Illusion der Liebe kommen, sondern nur aus ihrer Wirklichkeit.“ (Ebd., S. 338 f.)

Die Mystiker haben immer wieder betont, dass das unveräußerliche Wesen des ewigen Selbst die Befreiung von jeglicher Identität ist. Wir sind bereits das Selbst und das Selbst allein existiert. Doch die Welt der Dämonen kann uns über die Wirklichkeit unseres Seins täuschen, wenn wir darüber unwissend (gehalten) werden und von Unwissenden sozialisiert und konditioniert werden.

Ob die Befreiung von jeglicher Identität und damit die Erkenntnis unseres wahren Seins vor dem körperlichen Tod oder danach stattfindet, ist aus Sicht des Universalen Bewusstseins völlig unerheblich.

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und damit die Erkenntnis unseres wahren Seins vor dem körperlichen Tod oder danach stattfindet, ist aus Sicht des Universalen Bewusstseins völlig unerheblich."

Anders: was ein spekulatives "Universales Bewusstsein" jetzt über meine Identität "sichtet", ist für mich völlig unerheblich. Und darüber hinaus ist müßig zu texten: es seid denn, man belegt einen Kurs im Wundern.

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{was ein spekulatives "Universales Bewusstsein" jetzt über meine Identität "sichtet", ist für mich völlig unerheblich.}

Ja, in der Nicht-Spekulation liegt die Stärke, aus der der Frieden erwächst.

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Die gruppenspezifischen "Menschenfreunde" ziehen gern Deiche um ihre überlegen-auserwählten Völkchen, damit das - durch sie erzeugte - Meer von Blut & Eiter nicht hereinschwappt.

Spezialisten unter diesen dreckigen Schwachmaten kreieren umbenannte "Obergrenzen" und unterscheiden entsetzlich gesetzlich zwischen wertem & unwertem Leben.

Die kriechen aus dem unverschlossenen Dreckloch der Eichmänner und beleidigen jeden Verstand.

Wir Amerikaner behaupten, ein friedliebendes Volk zu sein. Doch wir schäumen über vor Freude über die Möglichkeit, Bomben aus Flugzeugen auf hilflose Zivilisten werfen zu können. Unsere Herzen schwellen vor Stolz bei dem Gedanken, dass Amerika im Laufe der Zeit seinen eisernen Fuß auf den Nacken aller anderen Nationen setzen wird. Das ist die Logik des Patriotismus.“  Emma Goldmann

Kurzum, zum Wohle derer, die es nicht bemerkt haben sollten oder einfach hartnäckig vorgeben, es nicht zu bemerken, sei uns gewährt daran zu erinnern: Immer deutlicher wird ersichtlich, dass die Welt gezweiteilt ist in eine riesige Masse von Verdammten - den von der Globalisierung Betroffenen - und eine sehr begrenzte Gruppe staatenloser Herrschaften aus der transnationalen, postmodernen, post-bürgerlichen und post-proletarischen Finanzoligarchie“.

https://www.heise.de/tp/features/Der-Albtraum-vom-Kapitalismus-ist-wahr-geworden-3608638.html

(die Formatierung ist schon wieder sonem kreativen Zufall entsprungen - Wunder der Technik.....)

Bild des Benutzers Heinz

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bedeutet, sich dort wohl zu fühlen. Das ist von vielen Faktoren abhängig – klimatische, wirtschaftliche, politische, wirtschaftliche, soziale.  Ideologie und Hass sind dabei keine Gegensätze von Liebe, sondern Bindungen; in meiner Denke ist das Gegenteil von Liebe eher mit Gleichgültigkeit zu beschreiben.