28 Okt 2017

Sachen gibts ... Bitte positionieren!

Submitted by ebertus

Drei Beispiele, drei offensichtlich reale Begebenheiten mögen zum Schmunzeln anregen. Eine Frage dabei stellt sich jedoch: ob perspektivisch und insbesondere in dem dritten Beispiel auch mehr dahinter aufscheinen könnte.

Dieses Bild, einige der hier Mitlesenden werden es vielleicht erkennen, stammt aus einem Blogbeitrag, den ich sogar noch beim Freitag veröffenlichen konnte. Natürlich, in weiser Voraussicht meiner begrenzten Zeit in der FC habe ich das Teil auf dem privaten Blog gesichert, kann hier nachgelesen werden.

Es geht in dem Text -wer sich das selbst Lesen sparen will- nicht wenig augenzwinkernd einfach darum, ob man nun für den Menschen (männlich) mit Migrationshintergrund Position beziehen wollte, oder für die Frau (weiblich) ...

Klar, die üblichen Kämpfer für das Gute haben sich in der FC kommentatorisch dann nicht beteiligt, hätten anstelle einer doch wünschenswerten Positionierung wahrscheinlich auch nur den Überbringer der Botschaft (me) soft gemaßregelt.

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Das zweite Beispiel ist aktueller, erst wenige Wochen her und passt relativ gut in die auch hier geführte Diskussion, wieviel (und welche, gegen wen) Gewalt es denn bitteschön sein darf.

Linke prügeln auf Linke ein titelt die seriöse MZ und fragt, nicht wenig konsterniert, ob das ein Versehen war. Kann ja mal passieren, auch den Guten; und Genaues, Konkretes weiss man eh nicht.

Zum Sachverhalt noch eine andere, aus meiner Sicht vollkommen wirre Stellungnahme durch Murdoch's Vice, eines auf jung und hip getrimmten Portals des Cheffe von Fox-News; über das man in der englischsprachigen Wikipedia lesen kann:

In mid-August 2013, Rupert Murdoch's 21st Century Fox invested US$70 million in VICE Media.

Klar, die guten neuen Linken habe erkennbar kein geringes Problem damit ihr gutes Linkssein so richtig zu verorten; ggf. abzugrenzen.

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Nun jedoch, im dritten Beispiel wird es ernst, perspektivisch auf jeden Fall; wenngleich ein wenig an das erste anknüpfend.

Neiiin, nicht die AfD, nicht andere neurechte Rechte aus dem Osten, sondern die schon länger hier lebenden Menschen mit (türkischem) Migrationshintergrund aus/in Bayern organisieren eine Demo gegen ein Flüchtlingsheim. Wie kann das sein?

Ok, man könne jetzt untersuchen, inwieweit die Teilnehmer der Demo und insbesondere der dazu Aufrufende dem Despoten Erdogan nahe stehen. Dann wäre, ein passendes Ergebnis vorausgesetzt, der Fall doch klar, oder?

Ganz pragmatisch und aus der mir gegebenen Distanz (räumlich wie inhaltlich) würde ich jedoch einen anderen Hintergrund erkennen wollen; nicht zuletzt, weil Paul Collier in seinem Buch "Exodus" ebenfalls auf derartige Szenarien verweist; und man zum Verständnis bzw. dessen Relativierung nicht einmal das gängige Wagenknecht-Bashing betreiben muß.

Schwache werden in der aktuellen Situation gegen noch Schwächere ausgespielt und schon länger hier Lebende  mit Migrationshintergrund dürften in der Mehrzahl, dürften über den vom verfügbaren ökonomische Kapital her gesetzten Status näher am gemeinen AfD-Wähler stehen, als den Guten das recht sein kann.

Ein klassischer Zielkonflikt ...

Kommentare

Bild des Benutzers Heinz

Es begab sich im letzten Jahrtausend, da weilte ich in einer Sauna und die Debatten flogen hin und her. Ein Saunagänger erzählte (entrüstet) eine Begebenheit aus seinem Dorf. Ein Asylant lebte seit einiger Zeit in einer sehr kleinen Wohnung.  Kürzlich ging er zum Bürgermeister und fragte, ob er für seine Familie ein Zimmer mehr haben könnte. Immer, wenn er mit einer seiner zwei Frauen Liebe macht, sei das für die andere Frau unangenehm.

Die Debatte in der Saunakabina war heiß.

Mein Einwand: «Warum nicht, schließlich sind das drei verschiedene Menschen, die für sich und ihre Kinder hier Asyl beantragt haben

Irgendwann ist jeder Saunagang zu Ende, die Debatte auch.

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die sogenannte Vielweiberei ...

Keine Ahnung, ob dieser Begriff mittlerweile auch auf dem Index steht, hat dessen Erwähnung  früher und in Sachen der Mormonen, des US-Bundesstaates Utah zumindest niemand ernsthaft gestört.  Heute mag das anders sein, dürfte auch der Begriff "Kinderehe" nicht mehr so ganz unproblematisch sein.

Oder das mit der Vollverschleierung ... Sind wir Guten nicht wegen dieser drei hier nur kurz erwähnten Menschenfeindlichkeiten damals, in 2003/04 und mit Zustimmung der Grünen gen Afghanistan ausgerückt? Wollten Brunnen bohren und insbesondere Mädchenschulen bauen? Auf dass die Burka eben nicht mehr als Unterdrückungssymbol den Frauen dort aufgezwungen wird ... von Vielweiberei oder Kinderehen ganz zu schweigen.

Die Diskussionen, Relativierungen, gar Neubestimmungen der letzten Monate, manchmal offen geführt, nicht selten auch klammheimlich, subtil um die Ecke kommend, sie lassen wahrscheinlich nicht nur mich daran zweifeln, dass unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt wurde und immer noch wird.

Bild des Benutzers Heinz

->

Die Ehe war der Vertrag zur Aufzucht der Bälger, den kannst du sehr vielfältig auslegen. Sicher hat die politische Gemeinschaft und die soziale Umgebung ein Auge drauf, daß die Kinder ordentlich versorgt sind und meinetwegen auch noch auf die Erbschaft, wenn denn jemand abtritt. Das reicht aber auch schon.

Letztlich geht es ja nicht um die Vielweiberei und Unzucht mit Kindern, sondern um die Scheinheiligkeit von Leuten, die Gebote predigen und selbst nicht halten.

Bei der Burka und anderen Verhüllungen in der Öffentlichkeit bin ich schon etwas differenzierter. Die Verhüllung ist in der Wüste ein Schutz gegen die Sonne. Daß dieser Schutz als Kleidungsstück jetzt instrumentalisiert wird, sehe ich aus europäischer Sicht, wo die Sonne nicht so überschwänglich scheint.

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vielleicht gar die einer aufgeklärten Moderne insgesamt.

Spontan muss ich dabei an die vielen Diskussionen zur Beschneidung denken. In der Wüste Sinai, am Toten Meer und unter den hygienischen Verhältnissen vor zweitausend Jahren, da waren manche Rituale in Sachen der Beschneidung kleiner Jungen sogar fortschrittlich zu nennen.

Nur die Verhältnisse sind nicht mehr so ...

bezieht sich auf: "In der Wüste Sinai, am Toten Meer und unter den hygienischen Verhältnissen vor zweitausend Jahren, da waren manche Rituale in Sachen der Beschneidung kleiner Jungen sogar fortschrittlich zu nennen."

Es ging IMMER um Unterwerfung und um Prägung durch die Kontrolle von Sexualität.
2012 habe ich mich (neben den medizinischen) auch mit den geschichtlichen, neurologischen und psychologischen Aspekten von Zwangs-Zirkumzision beschäftigt (und war damals noch echt geschockt, plötzlich angeblicher "Nazi" zu sein wegen der Positionierung dagegen). Die Vorhaut ist immer ein Schutz, auch oder grade unter Wüstenbedingungen.

Bild des Benutzers ebertus

was ja und nicht wenig inflationär zum "Nazi" gern vice versa zu gebrauchen ist.

Zwei Frauen, über die FC kennen- und bis dahin  wegen ihrer emanzipatorischen Sichtweisen schätzen gelernt, die musste ich dann 2013 im Nachgang der Beschneidungsdebatte aus meinem ansonsten aufnahmebereiten intellektuellen Horizont streichen; wurden mir dann einfach zu prollig, zu vulgär, zu persönlich in den Zuweisungen und Anwürfen - siehe oben ...

Solche Konsequenzen erinnere ich auch noch gut: Nachdem Frau Schwarzer damals die (wissenschaftlich unhaltbare) These geäußert hatte, ZZ sei zu begrüßen (und möglichst überall verpflichtend zu machen), weil Mädchen/zukünftig geschlechtsfähige Frauen dadurch "vor Infektion mit Papilloma-Viren" (und somit evtl. daraus folgendem Gebärmutterhalskrebs) geschützt seien war dann gleichzeitig meine Selbstdefinition als Feministin beerdigt...Was durch diverse Ereignisse der Folgejahre bestätigt wurde.

Auch andere Frauen- sowie "Kinderrechtlerinnen" (für die die Rechte männlicher Minderjähriger absolut vernachlässigbar sind) haben so viele menschenverachtende, unlogische und instringente Sachen von sich gegeben, daß es immer noch zum Fremdschämen ist...

Bild des Benutzers Heinz

Michael Wolffsohn steht sicher nicht im Verdacht, ein Antisemit oder gar Nazi zu sein; er hatte bei der Debatte um die Beschneidung die Meinung vertreten, daß sie als religiöser Ritus verzichtbar ist. Allerdings ist der Verzicht nicht mit dem Strafrecht durchzusetzen, sondern ein Erkenntnisprozeß bei den Anhängern der unterschedlichen Religionen, die diesen Ritus noch praktizieren.

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Was kümmern mich fremde Vorhäute, wenn die eigenen Menschenrechte den Bach herunter gehen?

Wenn man "fremd" so interpretiert, daß es sich zwar nicht um die körpereigene Vorhaut, aber um die von jungen Mitbürgern handelt, deren Menschenrechte im gemeinsamen Land genauso verteidigungswert wie meine sind, kann ich mich diesem Satz nicht anschließen.

Als Ethnopluralist sehe ich das so: Was andere Gesellschaften und/oder Kulturen in ihren eigenen Staaten machen, geht mich nichts an.
Wenn es aber um Betroffene im eigenen, gemeinsamen Land geht, dann wäre jede Art von "kultursensiblem" Wegschauen/Ignorieren bei/von menschenrechtswidrigen Praktiken (von "Be"schneidung über "Ehren"mord und Kinderehe bis Zwangsverheiratung) eine Minder-Achtung der Rechte von Mitbürgern, die nicht hinnehmbar ist.

Echte Integration ist in vielen Fällen anstrengend. Wer sie ernst meint, kann nicht bei einem Teil der Bevölkerung menschenverachtende Praktiken als eine Art "Folklore" weg-ignorieren und auf diese Weise einem Teil der Mitbürger ihre Rechte vorenthalten. Das ist Ausgrenzung und Diskriminierung.

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und konnte auch nicht mit der sog. Nazikeule belangt werden.

Insofern bin ich, bei aller Diskrepanz beispielsweise in Sachen Groß-Israel, mit Wolffsohn konform gegangen. Wollte die Beschneidung ebenfalls nicht komplett verbieten, sondern ähnlich wie das in anderen aufgekärten Ländern der Moderne diskutiert wurde (oder bereits umgesetzt war) ausschließlich einem Fachärztlich-Klinischen Verfahren vorbehalten.

Meine beiden weiter oben genannten, damaligen FC-Mitkommentatorinnen dagegen fanden selbst vampyrettige Hinterzimmerprozeduren von hierzulande nicht mal als Facharzt zugelassenen Amputierern auch nicht so verkehrt; zumindest nicht strafwürdig.

Bild des Benutzers hadie

Ein Beschnittener hat mir einmal erklärt, die Beschneidungen hätten in seinem Kulturkreis nur noch eine Funktion: kleine Jungs am Onanieren zu hindern - wegen der damit verbundenen Schmerzen ...

Das kann man schon bei Maimonides nachlesen...

Machthaber aller Zeiten und Kulturen wußten schon, daß die Kontrolle der Menschen vorrangig über die Kontrolle ihrer Sexualität führt.

Bild des Benutzers Heinz

 

Wie wär's damit als Alternative oder eine Tätowierung?

Brandzeichen

Quelle Wikipedia Brandzeichen

...in der Art hätten einige Neofeudalisten sicher gerne. Als Atheist finde ich den Gedanken einer echten Säkularisierung erstrebenswerter. Leider praktizieren hierzulande EKD und RKK stattdessen Unterwerfung, in der (vergeblichen) Hoffnung, ein paar Krümel der neuen Religionsmacht abzubekommen.

Bild des Benutzers ebertus

Das wurde im Rahmen der Beschneidungsdebatte auch diskutiert.

Im Gegensatz zur Hautfarbe oder zur Ethnie im Allgemeinen ist die Religionszugehörigkeit dem Menschen ja nicht inhärent, steht es (theoretisch) jedem frei, seine Religion zu wechseln; oder ganz darauf zu verzichten.

Auch daher eben dieses "Branding" als Teil der irreversiblen Vereinnahmung.

Teil der real umgesetzten christlichen Aufgeklärtheit ist es schon, die Taufe (konne vor einiger Zeit einer solchen beiwohnen) als einen lediglich symbolischen Akt zu begehen; ganz so wie Michael Wolffsohn es vorschlägt.

Es sei denn, auch das wollte mir eine Hardcore-Beschneidungsbefürworterin im Rahmen dieser Diskussionen klar machen (keine Ironie ...), dass dem Kleinkind beim Betröpfeln mit sog. Weihwasser ähnliche Schmerzen zufügt werden, wie sie bei einer Amputation der Vorhaut entstehen.

Bild des Benutzers Heinz

 

 

Jeder religiöse Ritus hat den Zweck der inneren Zustimmung, die eine eigene Überzeugung voraus setzt – das kann ich bei Kindern aber nicht. Kinder sind freie Radikale, die sich frühestens erst ab ca. dem 12ten Lebensjahr für übergeordnete Weltanschauungen entscheiden können.

Die Prägung besteht in der Erfahrung extremen Schmerzes in Verbindung mit extremer Hilflosigkeit. Beides verursacht/unterstützt von den wichtigsten Bezugspersonen bzw. DER wichtigsten Bezugsperson, der Mutter, die das Kind "ausliefert".
Da es für das Kind noch keine Möglichkeit gibt das Ereignis mithilfe von Denken zu verarbeiten (Denken braucht Sprache als Werkzeug und Voraussetzung) prägt es sich als singuläre Erfahrung in "vor-bewußte" Schichten ein. Die wichtigste "Schlußfolgerung" ist Unterwerfung unter (männliche) Autorität.

Es gibt dazu sehr gute (vor allem englischsprachige) Studien dazu im Netz von Neurologen und Psychologen, die sich damit intensiv beschäftigt haben.
Meine umfangreiche Sammlung an Dateien und Links ist leider bei einem Computer-Crash im Nirvana verschollen.

Bild des Benutzers Heinz

Wenn den Kindern Gewalt angetan wird, haben die ihr Trauma ein Leben lang – AMEN!

Stimmt. Und dazu kommt noch die Perfidie, den Körperverletzungs-Erlaubnis-Paragraphen juristisch so augestaltet zu haben, daß erfolgreiche Klagen der Opfer auch nach Erreichung ihrer Volljährigkeit unmöglich sind.

Bild des Benutzers Heinz

ist insbesondere, daß diejenigen, die hier Religion vertreten und predigen, Kinder schänden und zur (kircheninternen) Strafe strafversetzt werden ... inzwischen kümmert sich ja der (nicht säkulare) Staat um solche Jahrhunderte währende Praxis.

sachen gibts:

"Es ist ein ganz besonderer Fall von Xenophobie: Weil er sich in seinem eigenen Land wie ein Fremder fühlt, hat der 37-jährige Martin L. aus Celle heute sein Haus in Brand gesteckt. Das gab der Mann noch am Brandort der Feuerwehr zu Protokoll. Verletzte gab es keine – der einzige Bewohner des Gebäudes war glücklicherweise nicht zu Hause, weil er es anzündete. Weder aus seiner Täterschaft noch aus dem Motiv hinter der Brandlegung macht der gelernte Hotelkaufmann L. ein Geheimnis. "Als Patriot ist es meine Pflicht, etwas gegen diese verdammten Fremden zu unternehmen – auch wenn es sich dabei um mich selbst handelt", gesteht er frei...Schon länger habe er demnach den Verdacht gehegt, in seiner Heimat nicht mehr zu Hause zu sein. "Die endgültige Gewissheit kam mir, als ich neulich im türkischen Supermarkt einkaufen war. Um mich herum mindestens jeder zweite Südländer! Da war mir klar: Das ist nicht mehr mein Deutschland. Gleichzeitig musste ich mich dann natürlich fragen, was ich in diesem fremden Land verloren habe."

ich staune auch über die vielen gemeinsamkeiten der deutschen mit migra/türken (-hintergrund) und den biodeutschen mit afd-hintergrund hinsichtlich ihrer identitären verlustängste. die einen verteidigen ihr deutsch-sein und die anderen ihr muslim-sein. auch teilen beide seiten den festen  "glauben" an die ihnen exklusiv zustehenden etabliertenvorrechte (in d länger lebende  mit migra empfinden sich ohne von den biodeutschen gefragt zu werden nun mal als "alteingesessene") gegenüber den flüchtlingen: "alteingesessene first". insofern wundert es mich nicht, wenn es zu demos von deutschen mit migra gegen flüchtlingsheime kommt. menschenfeindlichkeit ist keine frage des passes. 

als länger hier "lebende mit migrationshintergrund" (bernd) stehe ich der afd und anderen rechten kulturkämpfern in d in keinster weise nahe. aber wie ich schon wo anders bereits geschrieben habe, da spreche ich nur für mich! 

bernd: der neoliberale collier, der übrigens kein migra-forscher ist, der ist ein extra blogbeitrag wert. auch dem collier mit migra-hintergrund mangelt es an emotionaler und empathischer kompetenz. könnte mit ein grund sein, warum die "flüchtlingskanzlerin" den collier zu ihrem (afrika-)berater erklärt hat.

btw meine empfehlungen zur migra-flüchtlings-thematik:

https://rat-fuer-migration.de/

http://fluechtlingsforschung.net/blog/

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hatten wir uns -glaube ich- schon mal ins Benehmen gesetzt.

Ich lese sein Buch primär als Dokumentation, als Faktensammlung nebst gern weiter zu verfolgender Quellennachweise, als Bestandsaufnahme und insbesondere was England bis zum Jahre 2013 betrifft. Colliers Konklusionen, soweit er sie explizit -in der Regel jedoch implizit- darbietet, denen möchte ich dabei nicht in jedem Fall zustimmen.

Ok, was Empathie oder Emotionen angeht ist da Fehlanzeige, gebe ich Dir recht..

Bild des Benutzers ebertus

"Wer Gesetze macht, schafft Zielkonflikte",

was als Überschrift für diesen Blogtext ebenfalls geeignet wäre. Und das ist, so meine ich, sehr grundsätzlich zu verstehen, oft nicht frei von Bigotterie und manchmal schon hilflosen Relativierungsversuchen; soweit -irgendwann in Amt und Würden- man die eigenen Worte wieder einsammeln muss.

Aus dem Grunde, ich schrieb es bereits an anderer Stelle, halten sich auch die (vermeintlich) Guten mit konkreten Vorschlägen oder gar der Umsetzung von ehemals eingebrachten Vorschlägen dann plötzlich deutlich zurück. Es ist der Preis dieser Art von repräsentativer Demokratie; und ich hätte weder spontan noch bei längerem Nachdenken einen besseren Vorschlag.

Dieses Eingeständnis scheint mir, ist mir wichtiger, als zu wissen wie man es doch machen könnte.

"halten sich auch die (vermeintlich) Guten mit konkreten Vorschlägen oder gar der Umsetzung von ehemals eingebrachten Vorschlägen dann plötzlich deutlich zurück"....oder vermeiden konkret zu benennen, "welche Maßnahmen für die Flüchtlingsabwehr notwendig sind, und versuchen stets, das Thema in euphemistische Watte zu packen. Doch darin zeigt sich nur der schmutzige Deal, der sie mit vielen ihrer Wählerinnen und Wähler verbindet: Diese können es einerseits nicht ertragen, dass weitere Flüchtlinge von Libyen aus nach Europa kommen, wollen aber gleichzeitig nicht wissen – oder zumindest nicht aussprechen –, was nötig ist, um das zu verhindern. Dieser Wille zur Ignoranz, diese Ängstlichkeit prägen das stillschweigende Abkommen vieler Deutscher mit ihren Politikern." (http://Im Namen der Demokratie: Flüchtlingsabwehr um jeden Preis)

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Ja! Und warte mal ab, was die Grünen in Jamaika erreichen ...

Mit einer CSU, die bei den Landtagswahlen 2018 in Bayern von der AfD gejagt werden wird. Da kann, wenn es überhaupt zu dieser Koalition kommt, nur ein schmutziger Deal herauskommen; der dann großmedial verpackt und als Sachzwang verkündet wird.

Punkt um!

Und nun die andere (welche?) Variante.

SPD und Linke haben ja bereits angekündigt, die AfD maximal, gar brutalstmöglich bekämpfen zu wollen, während die potentiellen Regierungsparteien sich dahingehend verbal eher noch zurück halten. Muss man sich mal bildlich vorstellen: die Opposition bekämpft nicht mehr die Regierung; sondern die andere Opposition ... und mehr als in den letzten Monaten geht ja kaum noch.

Teile und herrsche hat hierzulande wohl nie besser funktioniert..

gar brutalstmöglich bekämpfen zu wollen,", schreibst du. meinem verständnis nach richtet sich opposition nicht ausschließlich gegen eine regierungspolitik, sondern auch gegen die rechte ideologie von parteien/gruppen, deren meinung und deutungsmacht widersprochen werden sollte. insofern wünsche ich mir von der linkspartei im parlament, dass sie sowohl die rechte politik der regierung als auch der afd/spd mit überzeugenden argumenten angeht. prioritär sollte aber eine machtvolle außer- und innerparlamentarische oppositionspolitik (wäre schön, wenn man aus katalonien lehren ziehen könnte:die macht der strasse... ) gegen die neoliberale/neoimperiale regierungspolitik gerichtet sein, weil "Zurzeit rechte Politik aber noch ohne die AfD gemacht wird."

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weil "Zurzeit rechte Politik aber noch ohne die AfD gemacht wird."

Und genau da muss ich meinen Zynismus immer wieder zügeln, denn wie können sich "Linke" so verladen lassen? In einem Leserbrief bei den Nachdenkseiten  habe ich gerade diese Passage gelesen:

"Es ist ja ferner so, dass die Kritikpunkte, die von der AfD aufgegriffen werden, tabu sind für andere, d. h. für die Linken und für die SPD, die ekeln sich ja aus Prinzip vor den Rechten. Die AfD spaltet also auch wirksam die Opposition, und das ist eine der ganz wesentlichen Funktionen, die die AfD im Bundestag haben wird."

Daher mein Rat an die Linke (die SPD ist eh Regierungsreserve) und soweit an ernsthafter Oppositionsarbeit interessiert: Einfach die AfD soweit es geht ignorieren, der Regierung Feuer unter dem Arsch machen.

Klar, die AfD hat es da leichter, weil sie im Gegensatz zu den Linken bislang in keinem Landesparlament eingebunden ist, keine Rücksicht auf Seilschaften, Pfründe oder das Verhalten im Bundesrat nehmen muss.

Und wenn Du oben von diesem "noch ohne die AfD" schreibst, so ist es meine Prognose und je nachdem was zu Jamaika demnächst passiert, sich das im Herbst 2018 in Bayern möglicherweise bereits ändern kann.

wenn du das parteiprogramm der cdu von 2005 lesen würdest, so kannst du dir das parteiprogramm der afd zu lesen sparen, denn die sind im prinzip identisch ...

was man daraus alles an möglichen gedanken ableiten kann, ist jedem selbst überlassen >>> es kommt nix gutes raus

es war wohl konstantin wecker, der die zeile "schon schweigen ist betrug/verrat" gesungen hat ... und damit kann man es halten, oder auch nicht ... natürlich gibt es auch die kehrseite davon

>>> also ist es situationsbedingt ODER charakterbedingt >>> sollte man unterscheiden können ...

In einer Welt der hochoffiziell verkündeten Lügen verheddern sich einige Labile in den dadurch ausgelösten Verwirrungen.

...haben das wichtigste, ihnen aufgetragene Ziel schon mit der völkerrechtswidrigen Bombardierung Serbiens umgesetzt (alles weitere ist soz. "Zugabe" für die Erreichung globalistischer Ziele).
Die wäre unter einer CDU-Regierung genauso wenig durchsetzbar gewesen wie die staatliche Bürgerverarmung namens "Hartz IV".
Umgekehrt hätte eine "grün"-"rote" Regierung niemals so wenig Widerstand gegen die staatliche Auflösung Deutschlands erwarten können: Um wichtige, globalistische Ziele durchzusetzen braucht es immer eine "Partei", deren größerer Teil des potentiellen Wählerklientels die jeweilige Ungeheuerlichkeit "ihrer" Partei am wenigsten zutraut.

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So sei hier gern auf diesen Eifel-Event hingewiesen.

Einige Termiten waren ebenfalls dabei und Helmut Schwickenrath, den Initiator dieser satirischen Demo wider einem neuen olivgrünen Bellizismus haben wir erst vor wenigen Monaten und anläßlich der Demo vor dem Atomwaffendepot Büchel dann in Trier wiedergesehen, haben lange und bis weit in die Dunkelheit mit Helmut und seiner Frau, auch mit der Eifel-Künstlerin Annamalt diskutiert..

...eine schöne Aktion.

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Habe mir heute ganz spontan das im verlinkten Blog, dort weiter unten in einem Kommentar eingestellte Video nochmals angeschaut und mich insgesamt an diese Tage in der Eifel erinnert.

Leider nie geschafft, Bilder und Eindrücke in einem richtigen Blog aufzuarbeiten. Daher hier und ebenfalls sehr spontan, lediglich vier Bilder von dieser Ausstellung unter dem Platz, wo das Event stattfand.

Insbesondere das letzte Bild und jenseits der olivgrünen Spielzeuge ist mir noch deutlich in Erinnerung. Der aus Kuba stammende und in Karlsruhe lebende Künstler (Pavel Miguel) hatte dort einen Brotkranz aufgebaut. Wenn man näher kam, dann war zu erkennen, dass in den Broten überall Glasscherben steckten.

Neoimperialismus und Neokolonialismus auf eine kreisrunde Formel gebracht ...


(Zum Vergrößern einfach auf die Bilder klicken)

...mit den enthaltenen Glasscherben ist ein starkes Bild. Allgemein und im Besonderen. Eine spontane Assoziation dazu ist der Maidan, aber auch die gesamte, imperialistische "Akquise" (inklusive DDR und Griechenland) und Ost-Erweiterung der EU: "Brot" versprechen und die Verführten dann Blut spucken lassen.