20 Nov 2017

Was in Katalonien nie vergessen wurde

Submitted by fahrwax

Aus aktuellem Anlaß, gegen die Propaganda der grassierenden "Alternativlosigkeit" und für die angeblichen "Nationalisten" die derzeit in Spanien in den Knästen sitzen oder von den Nachfolgern Francos verfolgt und unterdrückt werden.

Die Revolution der sozialen Würde lebt.

Weiterführende Informationen auch in einem Info-Blog beim Freitag:

https://www.freitag.de/autoren/donmotz/katalonien-bewegt-teil-2/@@view#1511170627596277

Dieser Film wurde, mit deutschen Untertiteln, von Sabcat Media am 15.08.2017 veröffentlicht und ist auch bei labournet.tv anzuschauen unter:

http://de.labournet.tv/video/6986/economia-col-lectiva-europas-letzte-revolution

Die Beschreibung zum Film:

Economía Colectiva. La última Revolución de Europa, Spanien 2014, 66 min, Regie: Eulàlia Comas, OmU Der Dokumentarfilm gibt einen tiefen Einblick in ein weitgehend vergessenes, aber nach wie vor inspirierendes Ereignis der jüngeren Geschichte:

Die selbstbestimmte Kollektivierung von 80% der katalanischen Wirtschaft zwischen 1936 und 39. Auf den faschistischen Putsch General Francos im Juli 1936 antworteten die Arbeiter Kataloniens mit einer sozialen Revolution. Die Besitzlosen und ausgebeuteten Arbeiter, zum Großteil Anarchosyndikalisten, organisierten die Wirtschaft neu, selbstorganisiert und erschufen ein bis dato nie gesehenes soziales Sicherungssystem. Eine der radikalsten sozial-ökonomischen Umbrüche im 20. Jahrhundert. Europas letzte Revolution. PRESSESTIMMEN Die anarchistische Revolution und ihr Niedergang waren schon wiederholt Thema in Dokumentar- wie Spielfilmen.

Etwa in Hans Magnus Enzensbergers „Der kurze Sommer der Anarchie“, Jaime Caminos brillantem fiktiven Dialog „La vieja memoria“ oder „¿Por que perdimos la guerra?“ von Diego Abad de Santillan und Luis Galindo. Die bekanntesten Beispiele sind „Land and Freedom“ (fd 31 553) von Ken Loach und „Libertarias“ von Vicente Aranda. Die 35-jährige Eulàlia Comas hingegen erzählt aus einer anderen, freieren Perspektive, aus dem unbelasteten Blickwinkel der Enkel. Es geht bei ihr nicht mehr um Fragen der moralischen Abrechnung, auch nicht um Vergangenheitsbewältigung, sondern um die Gegenwartsfähigkeit vergangener Utopien, um die Frage: Wie hat das eigentlich funktioniert? Wolfgang Hamdorf, FILMDIENST Zwischen 1936 und 1939 wurden rund 80 Prozent der katalanischen Wirtschaft kollektiviert. Das war die Antwort der Arbeiter auf den faschistischen Putsch General Francos im Juli 1936. Die Doku „Economia Col-lectiva – Europas letzte Revolution“ (2014) beleuchtet dieses spannende, von Anarchosyndikalisten getragene, aber weitgehend vergessene Ereignis. die tageszeitung Im deutschen Geschichtsunterricht hört man kaum etwas vom Spanischen Bürgerkrieg. (…)

Dass Francos Diktatur, ein faschistisches Regime mitten in Europa, bis in die 1970er Jahre bestehen blieb – nicht relevant in Zeiten des Kalten Krieges. Die republikanischen, linken, auch anarchistischen Franco-Gegner, die versuchten, dem Faschismus Paroli zu bieten – davon kein Wort. Vermutlich, weil die Geschichte von Siegern geschrieben wird; und weil Franco gewann; und weil er zehntausende Gegner nach 1939 hinrichten ließ. Diesem Schweigen will Economia Col-lectiva ein prägnantes filmisches Ausrufezeichen entgegensetzen – in der Originalfassung standesgemäß in katalanischer Sprache: Die Revolution des Anarchosyndikalismus in und um Barcelona, die dem Kapitalismus und dem Faschismus Signale der Solidarität und der Menschlichkeit im wirtschaftlichen Streben entgegenbrachte. Harald Mühlbeyer, kino-zeit.de „Europas letzte Revolution“ heißt der Untertitel dieser gut einstündigen Dokumentation. Zwischen 1936 und 1939 gelang es Anarchisten in Katalonien, große Teile der Industrie an sich zu reißen und daraus erfolgreich arbeitende Kollektive zu machen.

Doch die Anarchisten hatten viele Feinde, von links und von rechts. George Orwell notierte: „Niemand lebte dort außer den Bauern und uns selbst, und niemand hatte einen Herrn über sich.“ Martin Schwarz, zitty Berlin

 

Der Verdienst der Auffindung gebührt Jose.

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Kommentare

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speiste sich bislang und primär aus George Orwells "Mein Katalonien"

Es geht darin ja überwiegend um die militärischen Aspekte des Kampfes der Arbeiter, der Anarchisten gegen das Franco-Regime. Und außerdem, die Parallele zur Jetztzeit, dass vermeintlich Linke, sprich: Stalinisten und Kommunisten eine subtile bis offene Kooperation mit den Faschisten pflegten.

Orwell hat seine Gedanken zum spanischen Bürgerkrieg und eben zu dieser Zusammenarbeit dann einige Jahre später in einem lesenswerten Essay (in der Termitencloud verlinkt) zusammengefasst, entspricht auch das in diesem Essay Reflektierte weitgehend dem, was wir heute und hierzulande erleben:

Viele Linke, fast alle Grüne und die eh bereits neoliberal angekommene SPD Seit' an Seit' mit dem Kapital, der Restauration, dem Rollback in die noch nicht einmal so weit zurückliegenden Zeiten von Stasi und McCarthy; die allfälligen Blockwarte, IM's und auch die alte, neue SturmAbteilung namens Antifa eingeschlossen.

Nur der FDP scheint das noch nicht weit genug zu gehen; oder sie ist klug genug zu ahnen, wohin das führt ...

Werde mir den Film in Ruhe anschauen, scheint es -nach erstem reinzappen- weniger um das eingangs genannte Militärische, denn die basalen Gegebenheiten des realen Lebens der Arbeiter und Anarchisten zu gehen. Eine mindestens genauso wichtige Facette, gerade auch die heute ablaufenden Ereignisse und Hintergründe zu verstehen.

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Und sie stellt die aktuelle Ausformung der euphemisch als Politik bezeichneten Form der Organisierten Kriminalität klar.

 Mit schönen Grüßen von "Privatisierungen" , altäglichen Abgasmorden und der Verschwägerung von Politik und "Gewinnerzielung":

Der Betrug mit dem Breitbandausbau und andere Nachteile der Privatisierung

„Digitalisierung und Breitbandausbau sind die Schlagworte, bei denen parteiübergreifend Konsens herrscht. Politiker überbieten sich mit ihren Ankündigungen, Milliarden in den flächendeckenden Breitbandausbau zu stecken. Die Frage wird peinlich vermieden, warum es damit überhaupt Probleme gibt. Dabei ist die Antwort so einfach: Es ist die Privatisierung!

Alle Bereiche, die naturgemäß einen Sozialfaktor haben, dürfen niemals privatisiert werden. Diese Erkenntnis setzt sich langsam in einigen Gemeinden und Städten durch und es werden dereinst privatisierte Ver- und Entsorgungsbetriebe wieder zurückgekauft – natürlich unter hohen Verlusten. Der Steuerzahler muss dafür aufkommen und die Privaten lachen sich ins Fäustchen. Was hat es mit dem Sozialfaktor auf sich? Jegliche Art von Infrastruktur kann innerhalb größerer Ansiedlungen mit vergleichsweise geringem Aufwand hergestellt und unterm Strich kostendeckend, womöglich sogar gewinnbringend betrieben werden. Im Gegensatz dazu kann es aber niemals kostendeckend, geschweige denn gewinnbringend sein, einem Weiler mit wenigen Häusern oder gar einem Einödhof Strom, Wasser, Postfiliale, eine brauchbare Zufahrt oder gar mit einem Glasfaserkabel damit einen Breitbandanschluss zur Verfügung zu stellen.“ Peter Haisenko

http://www.anderweltonline.com/politik/politik-2017/der-betrug-mit-dem-breitbandausbau-und-andere-nachteile-der-privatisierung/

Die bundesweite Gemeinsame Arbeitsgruppe Justiz/Polizei (GAG) hat im Mai 1990 die folgende Definition „Organisierte Kriminalität“ entwickelt:

Organisierte Kriminalität ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte, planmäßige Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von erheblicher Bedeutung sind, wenn mehr als zwei Beteiligte auf längere oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig

a) unter Verwendung gewerblicher oder geschäftsähnlicher Strukturen,

b) unter Anwendung von Gewalt oder anderer zur Einschüchterung geeigneter Mittel oder

c) unter Einflussnahme auf Politik, Medien, öffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft zusammenwirken.“

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mindestens ansatzweise bereits gegeben; die Politik als Form der Organisierten Kriminalität.

Und nach außen, mehr als ansatzweise, eher gängig bereits exekutiert nennt sich das Staatsterrorismus.

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"Und sie stellt die aktuelle Ausformung der euphemisch als Politik bezeichneten Form der Organisierten Kriminalität klar."

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" Alle Bereiche, die naturgemäß einen Sozialfaktor haben, dürfen niemals privatisiert werden "

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Mit der Auslöschung von Erinnerugen sind die Nachfolgeorganisationen des offenen Faschismus vielerorts & beständig beschäftigt -

offenbar aus lebhaften Kreisen die ein Problem mit dem Vergeben & Vergessen haben:

"Der Aufstand der griechischen Studenten, der an der Technischen Universität in Athen – allgemein Polytechnio (griechisch Πολυτεχνείο)[1] – begann, wurde von der Militärdiktatur (Junta), die seit 1967 unter Duldung der USA und der NATO Griechenland beherrschte, im November 1973 blutig niedergeschlagen. Der Widerhall des Vorgangs im In- und Ausland war so groß, dass unmittelbar danach der Diktator Papadopoulos über interne Verwerfungen stürzte und sein Nachfolger Ioannidis, der einen noch schärferen Kurs betrieb, den endgültigen Sturz der Junta nur noch bis zum Sommer 1974 verzögern konnte."

Daran wurde, von Inhabern eines Gedächtnisses, in der Nacht vom vorigen Freitag auf den Samstag (unfriedlich, warum nur?) erinnert:

"Die Militärdiktatur herrschte seit 1967 unter Duldung der NATO und der USA.
Der Aufstand begann am 14. November und endete am frühen Morgen des 17. November im Blutvergießen, als Soldaten mithilfe eines Panzers das verbarrikadierte Universitätsgelände stürmten. Mindestens 24 Zivilisten wurden getötet, hunderte verletzt und fast tausend Menschen verhaftet. Das so genannte Regime der Obristen blieb bis 1974 an der Macht.

Bei den Protesten in der Nacht zu Samstag war es besonders im Problem-Bezirk Exarchia zu Gewaltszenen gekommen. Das Stadtviertel gilt als Hochburg der autonomen Szene. Banken hatten deshalb bereits im Vorfeld des Jahrestages ihre Filialen in dem Bezirk geschlossen."

https://deutsch.rt.com/kurzclips/60895-athen-autonome-attackieren-polizisten-mit/

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Die anarchistische Gruppe Rouvikonas wählte ausgerechnet den 17. November für ihre jüngste aktivistische Aktion. Knapp 7.000 Polizisten waren in der Innenstadt Athens wegen des Gedenktages im Dienst. Offenbar hatten die etwas außerhalb stationierten Ordnungskräfte wenig Aufregung erwartet. Wie anders ist es zu erklären, dass ein Stoßtrupp von Rouvikonas ungestört in den nach der US-Amerikanischen Botschaft am besten geschützten Gebäudekomplex des Landes, das Verteidigungsministerium, stürmen konnte.

Die Anarchisten spazierten durch das Gelände, drangen bis zum Büro des Verteidigungsministers vor und warfen Flugblätter. Sie zogen ab, ohne dass einer der Wachpolizisten oder aber der ebenfalls anwesenden Militärpolizisten reagieren konnte. Später wurden einige der Rouvikonas Mitglieder bei der Demo in Athen gesichtet. Der im Ausland weilende Verteidigungsminister Panos Kammenos tobte und verlangte, dass verantwortliche Offiziere ihren Hut nehmen müssen."  Von Wassilis Aswestopoulos

https://www.heise.de/tp/features/Griechenland-Nach-dem-Gedenktag-ist-nichts-mehr-so-wie-es-war-3894205.html

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Zu der hochaktuellen Situation in Katalonien ist Ralf Straeck bei TELEPOLIS beständig ein guter Informator.

Heute schreibt er:

"Glaubt man dem Chef der Volkspartei (PP), die in massive Korruptionsskandale verstrickt ist, die sich Jahrzehnte illegal über Schmiergelder finanziert hat, von denen Rajoy in Bargeldumschlägen die größte Gesamtsumme erhalten haben soll, für den die Korruptionsaufklärung nicht "sachdienlich" ist, der die Wähler so massiv belogen hat, dass sich die Balken biegen? Und weil man mit dem katalanischen Problem, das man seit Jahren zugespitzt hat, nicht umgehen kann, fabuliert man nun sogar herbei, dass die Russen die Strippen ziehen würden (Die Russen sollen sich auch in Katalonien eingemischt haben).

Ist eine Partei glaubhaft, die sich als Gesamtpartei und mit ihrem Chef erstmals in Spanien auf die Anklagebank setzen muss? Die PP soll Beweise (Festplatten) ihres Schatzmeisters vernichtet haben, über die massive Korruption zusätzlich hätte belegt werden können. So etwas gab es sogar in Spanien noch nicht. In jedem normalen Land wäre solch ein Regierungschef längst zurückgetreten oder per Misstrauensantrag gestürzt worden. Das wäre auch in Spanien möglich, wenn die Sozialdemokraten nur wollten, die sich aber erneut lieber hinter den Postfaschisten stellen, als das Ruder in die Hand zu nehmen und Lösungen für die Probleme anzugehen.

Bekannt ist auch, dass man in Spanien auf allen Ebenen nicht zimperlich ist. Im Baskenland haben die spanischen Sicherheitskräfte immer wieder Schusswaffen auf Demonstrationen eingesetzt, wie der Autor dieser Zeilen bezeugen und mit Bildern belegen kann. Das Land setzt auch weiter auf Folter und wird deshalb immer wieder vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt. Gerade hat das Anti-Folterkomitee des Europarats Spanien wieder gefordert, endlich die berüchtigte Kontaktsperre abzuschaffen."

https://www.heise.de/tp/features/Spanische-Regierung-soll-Tote-auf-Strassen-Kataloniens-angedroht-haben-3894651.html?seite=2

 

 

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Comite Barcelona Live: https://www.pscp.tv/ComiteKat/1gqxvYMQQQgJB#

Solidaritätscomité Katalonien ist eine basisdemokratische Struktur, die Informationen aus #Katalonien auf Deutsch verbreiten will.

(Vorsicht: ansteckend freiheitliches Gedankengut!!!!)

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Das ist auch pur verschriftet, per Blogspot, erreichbar: https://solidaritaetscomitekatalonien.blogspot.de/

"Schon gestern hatten wir als Solidaritätscomité Katalonien große Probleme damit gesicherte Informationen herauszugeben. Das Netz quoll vor Fake-News und Propaganda nahezu über, wenn man nach frischen Informationen aus Katalonien suchte.
Unsere Hangouts-Chats liefen auf Hochtouren, während wir versuchten die Informationskanäle, die durch unsere bisherige Arbeit entstanden waren, nach Nachrichten zu durchforsten. Wir arbeiten mit unseren Listen auf Twitter, die allerdings durchaus noch ordentlich Pflege gebrauchen könnten."



 
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"Die ZDF-Satiresendung "Heute-Show" stellte in der vergangenen Sendung die Quizfrage: "Dieser 18jährige sitzt seit vier Monaten in Haft. Die Anklage beruht allein auf seiner Teilnahme an einer Demo - er selbst soll keine Gewalt ausgeübt haben. In welcher Stadt ist Fabio V. angeklagt?

A) Ankara

B) Hamburg?"

Irgendwie scheint die Frage nicht ganz unberechtigt …" (Birgit Gärtner)

https://www.heise.de/tp/features/G20-Hamburg-Mitgefangen-mitgehangen-3894892.html