25 Nov 2017

Big Brother - is Watching and Controlling

Submitted by ebertus

Initial bezieht sich der Blog auf einen relativ kurzen Text bei Rubikon und soll hier noch etwas erweitert, konkretisiert und mit eigener Erfahrung hinterlegt werden.

Der Aufhänger bei Rubikon ist Google, wird es dann sehr schnell grundsätzlich:

"Allerdings wird das Verhalten von Google kein Einzelfall bleiben. Gerade eben hat die EU, wie auf Rubikon berichtet, Internetsperren ohne Gerichtsbeschluss vereinbart, Facebook und twitter sind auf dem Sprung, Google zu folgen. Aktuell trifft es den Russen, den Allzweckbösewicht. Es wäre aber töricht zu glauben, dass könnte in nicht so ferner Zukunft nicht auch andere Medien, die abweichend vom Konsens der Herrschenden berichten, treffen – wie etwa den Rubikon."

Neben den Internetsperren  sind zwei weitere Gefahren deutlich zu erkennen: die Netzneutralität  und die sog. Uploadfilter

Man sollte also vorbereitet sein,

"dass kritische Medien nicht mehr im Netz zu finden sein werden. Man sollte Quellen sammeln und austauschen, im Gespräch auf Quellen hinweisen, kritische Beiträge archivieren, Offline-Medien wie Zeitschriften (Beispielsweise „Hintergrund“ oder „Lunapark“) unterstützen. In einer finsteren Zukunft ist man dann vielleicht gezwungen, sein eigenes „Samisdat“ herauszugeben. Dann sollte man darauf vorbereitet sein."

Klingt ja fast wie Verschwörungstheorie, oder?  Und diese werden aktuell in immer größerer Zahl wahr!

Insofern ist Anfangen (soweit noch nicht geschehen) die erste Bürgerpflicht.Mein großes Vorbild dahingehend (schlimm genug?) sind die ehemaligen Parallelgesellschaften der ehemaligen DDR. Dem System, den Herrschenden nur soviel geben, wie bei Vermeidung substantieller Repressionen nötig ist - ansonsten (vernetzt) das eigene Ding machen. Damals gab es noch kein Internet, was ja einerseits nicht schlecht war; nur durch IM's und Blockwarte ein Stück weit zu überwinden.

Andererseits ist heute gerade die informelle Macht des hierzulande noch halbwegs offenen Internet von den Herrschenden bereits als GAU, als maximale, größtmöglich denkbare Gefahr erkannt. Die Privatisierung des Rechts via privater US-Unternehmen, derer lokalen Helfer, Stiftungen, Recherchebüros, sogenannter Faktenfinder und natürlich deren Finanziers sind mit Sicherheit erst der Anfang. Denn das bewegt sich primär im privaten Rahmen und niemand kann gezwungen werden diese hehren Systeme zu nutzen - solange es Alternativen gibt.


Zurück zu dem eingangs verlinkten Rubikon-Text, dieser Art Checkliste dort:

Startpage - nutze ich bereits länger, greift zwar auf Google zu, aber anonymisiert

Posteo - nutze ich ebenfalls seit mehr als zwei Jahren, ist mir das den einen Euro pro Monat wert

Openstreetmap - habe ich mir gerade eingerichtet, soweit das ok ist fliegt auch Google Maps runter

Nextcloud - ist Bestandteil der Termitenweb und wird ausgebaut


Was kann man, sollte man in Sachen IT-Nutzung kurzfristig noch tun? Primär aus Sicht der Nutzung von Windows, weil mir Linux dahingehend zu wenig, Mac-OS überhaupt nicht bekannt ist.

# Vorerst und bis auf Weiteres nur Windows 7 nutzen, sind 8x und 10 zu mehr Überwachung, mehr Restrikionen fähig

# Auf Stickware, Portable Software umstellen und damit, soweit es möglich ist, unabhängig vom Betriebssystem werden.

# Soweit dann einen brauchbaren Satz Stickware eingerichtet, diesen in einem Life-Container (Veracrypt) laufen lassen

# Und klar, möglichst nur Open Source Software verwenden; oder andere Gute für wenig Geld auch mal lizensieren

# Anstelle von Firefox zukünftig Pale Moon einsetzen; ist firefox-kompatibel und der Fuchs stinkt jetzt

# Als Messenger anstelle von Whatsapp (Fakebook) wenn möglich das Schweizer Threema nutzen

# Perspektivisch einen -leider nicht kostenlosen VPN-Account nutzen (die kostenlosen sind grottig langsam)

Zu Stickware, Veracrypt und auch VPN wollten absehbar noch weitere Blogtexte folgen, die Thematiken im Detail darstellen.


Was die Medien angeht sollte man sich vor U-Booten in Acht nehmen, deren manchmal auch ganz sinnvoll klingende Schreibe immer kritisch hinterfragen.

Aus meiner Sicht zu nennen wäre netzpolitik.org - so ein Teil, bei dem Snowden und Assange schon lange ihre Schuldigkeit getan haben, systemisch Grün aus allen Ritzen quillt. Leider zunehmend nun auch Telepolis, so will mir scheinen. Kann man noch lesen, aber die antideutsche, auch die subtil russophobe Fraktion scheint mir stärker zu werden. Ansonsten, für Vice (Murdoch, Fox News) oder auch Buzzfeed & Co sind wir hier vielleicht schon etwas zu alt und bento & Co. die auf jung geschminkten Ableger der Großmedien darf man ebenfalls getrost beiseite lassen.

Vom mittlerweile äußerst nahe an der Küste segelnden Freitag ganz zu schweigen ...

Kommentare

Bild des Benutzers ebertus

hier beispielsweise das im Blog erwähnte netzpolitik.org

Selten so einen um die Ecke gedrucksten, verdrucksten Artikel gelesen, wie diesen. Ja, wie halten sie es denn nun in Sachen Überwachung? In Sachen guter Überwachung? Ein bißchen schwanger geht nicht, oder doch?

"Höcke versucht aus dem Kunstprojekt politisches Kapital zu schlagen – und inszeniert sich zum veritablen Opfer. Als armer Familienvater, dem bitteschön auch seine politischen Feinde zur Seite stehen sollen."

Hhmm, ist das jetzt eine gute, eine klammheimliche Schadenfreude? Ist Überwachung doch nicht so schlecht; soweit es nur die qua Definition Bösen trifft?

Oder ist Höcke nebst Familie garnicht das Thema, lediglich Kollateralschaden einer eigentlich guten Aktion?

"Durch das Mittel der Überwachung spielt das Zentrum mit einer massiven und nicht hinnehmbaren Grenzüberschreitung. Es versucht damit, die Monstrosität von Überwachung zu zeigen, so wie nur Kunst das kann. Es illustriert, was Überwachung bei Menschen auslösen kann. Wie unangenehm und befremdlich Überwachung eigentlich ist. Und wie illegitim. Dieser Aspekt hätte noch stärker sein können."

Ja, hätte noch stärker sein können, das Gute an dieser Aktion. Oder anders herum: so konkret zustimmend oder ablehnend will man sich dann nicht äußern wird von den Netzpolitikern eine Antwort verweigert, die ganze Geschichte stattdessen mehr als augenzwinckernd relativiert;

die eigenen, guten, hehren verbal zelebrierten Ziele auch schon mal hintenan gestellt.

Bild des Benutzers Raphaela

...für die gesammelten Tips und Alternativen: Einiges davon kannte ich noch nicht.

Netzpolitik.org gehört zum Antideutschen-Maas-Kahane-Globalisten-Klüngel. Schon seit längerer Zeit dieser Seite offen zugeordnet.

Facebook-Ersatz: VK.com. Accounts kostenlos und werbefrei, russische Server. Dort kann man bei Sprache auch Englisch oder Deutsch wählen. Bitte für alle Fälle meinen account dort notieren (bisher allerdings kaum genutzt): Raphaela Langenberg, Sprache Englisch.

Samisdat ist eine hervorragende Idee, zumal immer häufiger ältere Texte und Artikel nicht mehr auffindbar sind und offensichtlich gelöscht werden.

Bild des Benutzers ebertus

Soweit ich das nutzen würde, dito Twitter.

Habe noch nicht wirklich verstanden, was (mir) das bringen kann, erst recht nicht als Form von gelenkter Öffentlichkeit nebst subtiler bis offener Werbung.

Das Maximum an Kommunikation ist für mich ein Messenger; hier insbesondere "Threema". Kostet zwar einmalig drei Euro, ist aber nach meinen Recherchen derzeit das Beste und Sicherste und Flexibelste, was man haben kann. Denn "kostenlos" ist nahe zu nie kostenlos, geht ab einer bestimmten Größenordnung nicht mehr; wenngleich die jeweils dahinter stehenden Interessen sehr unterschiedlich sein können.

für mich klingt es nach einer sehr klugen und logischen hypothese, für deren entwicklung alle sichtbaren zeichen sprechen. übrigens ist der rubikon wohl zur pflichtlektüre zu zählen, da sich hier unterschiedliche autoren sehr frei und wissend äußern und ein gelungenes beispiel für vernetzung bei eigener authentität zeigen.
ein ganz real-praktischer pool ist für mich noch das coop-cafe. dann gibt es noch die agenda kenfm-gellermann-wimmer-ganser-rt-sputnik und ein breites umfeld-spektrum dazu ... eigentlich ist der aufnahme-input dann schon fast erreicht. bei mir kommt noch der blog der nebenklage-nsu dazu - wolf wetzel ist schon in die o.g. netze eingebunden und bleibt dem tiefen staat an den fersen. nicht zu vergessen sind auch norbert häring, paul schreyer, daniela dahn und uwe krüger, die eine seriöse aufklärungsarbeit leisten und immer wieder ihre stimmen erheben.
außerdem bin ich froh über jonathan meese und frank castorf, die ihre fan-basis mit dem herz auf dem richtigen fleck haben und sich nix verbieten lassen.

weiterhin gibt es noch einige felsen in der brandung des ms (z.b. mark siemons im feuilleton der faz, aber auch thomas fischer und gunnar decker bei der zeit). es wird schon alles weiter gehen:-))) ... irgendwie ... mit unendlich viel scheiße, darauf sollten wir vorbereitet sein - inhaltlich, wie auch ganz technisch-logistisch. denn mit darin versinken oder damit zurückzuwerfen verwandelt den gestank nicht in frische frühlingsluft. z.zt. scheint diese hemmschwelle jedoch gebrochen zu werden ... ist gebrochen ... trump ist ein kind unserer zeit, deswegen wurde er gewählt und verteufelt ... und was und wer danach kommt, hat bernd hier aufgezeigt: ein flächendeckender gestank, der uns dann endlich totalitär beschissen vereint ^^ in einem großen scheißhaufen ... und wehe dem, DANN sagt noch einer, dass es keine bonbons sind, für die uns diese scheiße verkauft wird ...

Bild des Benutzers Raphaela

...die Marie hier erwähnt, sind ja mehr als deutlich:

"für deren entwicklung alle sichtbaren zeichen sprechen"

Sind Messenger nicht Werkzeuge für interne Kommunikation innerhalb von Gruppen?

Der Vorteil von Facebook (u. a. asozialen Netzwerken) ist ja, daß man darüber mehr Leute erreichen kann. Vom Prinzip her also eine gute Idee, für die es aber alternative Plattformen braucht. Daher hatte ich VK erwähnt.

Bild des Benutzers ebertus

"Werkzeuge für interne Kommunikation innerhalb von Gruppen"

Was auf mein gern erwähnte Beispiel der Parallelgesellschaften der ehemaligen DDR zurück führt.

Es ist schon ein Stück weit Selbstschutz, sich öffentlich nicht zu weit aus dem Fenster zu lehnen; insbesondere für Menschen, welche existentiell angreifbar, substantiell erpressbar sind. Genau das also, was sich in den diversen, schon beinahe offiziellen, in der Regel großmedial gesteuerten Diffamierungskampagnen äußert.

Schon interessant ... und im Gegensatz zu den sog. 68ern kommt Widerstand heute überwiegend von älteren Menschen. Eben von denjenigen, welche nur wenig erpressbar sind.

Weitestgehend passiver Widerstand und eine interne, kleinteilige, dezentral organisierte Kommunikation; mehr scheint mir kaum möglich, ist dabei auch wenig zu verallgemeinern, weil wir alle individuelle Menschen sind, das private, das familiäre etc. Umfeld oft auch eine prägende Rolle spielt.

Bild des Benutzers fahrwax

......sind da Kanäle auf denen herrschaftlich unabhängiger relevanter kommuniziert werden kann.

Bild des Benutzers Raphaela

...wird verstärkt. Und wirkt natürlich auf das persönliche Umfeld...Deshalb schreibe ich ja auch nur hier unter Klarnamen.