20 Dez 2017

Big Brother - is Watching and Controlling II

Submitted by ebertus

Initial bezieht sich auch dieser zweite Blog der Reihe auf einen neueren, relativ kurzen Text bei Rubikon und soll hier noch etwas erweitert und konkretisiert werden.

Vielleicht vorab dasjenige, was mittlerweile zu einer Binse geronnen sein sollte, mein Mitleid sich mit den herzzereißenden Klagen über zunehmende Sperrungen und Löschungen bei Fakebook, Twitter und Youtube et al. in deutlichen Grenzen hält.

Das sind private Unternehmen, keinerlei demokratischer Kontrolle unterworfen; dienen systemischen Interessen ...

Es existiert keinerlei Rechtsgrundlage, welche diese privaten Unternehmen (oder auch die Betreiber privater Blogs) zur Veröffentlichung privater Meinungen zwingt. Wer dahingehend (halbwegs) Sicherheit erwartet, der muß sich eine eigene Webspace mieten. Halbwegs, denn dies wird weiter unten noch Thema sein.

Ein anderer Punkt ist derjenige, dass nach meinem Eindruck zunehmend gesellschaftspolitisch kritische Inhalte (insbesondere bei Youtube) relativ schnell wieder verschwinden, die Suchergebnisse bei Google (als Basis von Youtube und ebenso ein privates Unternehmen) möglicherweise sehr selektiv ausgesucht zu verstehen sind. Bislang wurde, soweit eine Begründung überhaupt geliefert wurde, das in der Regel mit Problemen beim Urheberrecht begründet. Mein Eindruck ist zunehmend ein anderer, mag ich mich dem oben verlinkten Rubikon-Text (Verschwörungstheorie?) daher gern anschließen. Ein entsprechendes Download-Programm, in der Regel eine Ergänzung für den Browser sollte daher Standard sein, man häufigen Gebrauch davon machen.

Das wirkliche, demnächst auch substantiell werdende Problem sind jedoch nicht diese privaten (in der Regel) US-Unternehmen. Die kommende, eher subtile Zensur verbirgt sich hinter dem unscheinbaren Begriff der Netzneutralität. Die USA gehen da gerade voran; und auch wenn es hierzulande gern anders kolportiert wird, ganz ohne den bösen Trump.

Eine nicht mehr gegebene Netzneutralität bedeutet im Klartext, dass die beteiligten Provider den Deal unter sich ausmachen können;

dergestalt: wen man -gegen entsprechende Gebühr, versteht sich- im Netz Vorfahrt einräumt und wen man ausbremst, dies dann ggf. mit gesetzlichen Vorgaben, eingeräumten Möglichkeiten begründet.

Und klar, Provider sind ebenfalls private Unternehmen; hierzulande vielleicht noch nicht ganz so stark angelsächsisch dominiert.

Um das etwas transparenter zu machen, sollte man zumindest zwischen drei Typen unterscheiden:

1. Den Zugangsprovidern, die wir alle brauchen um überhaupt ins Netz zu kommen

2. Den Webspaceprovidern, welche auch den Termiten eine Umgebung nebst Domain für die Website zur Verfügung stellen

3. Den Contentprovidern, die auf ihren (eigenen) Webspaces auch die Inhalte zur Verfügung stellen


Die hier vorgenommene Reihenfolge entspricht auch der (für uns) existentiellen Realität. So kommen wir ohne Zugangsprovider nicht ins Netz, während ein Webspaceprovider nur von denen benötigt wird, die eine Website betreiben. Und die Contentprovider sind vom Prinzip her ersteinmal entbehrlich; soweit man deren Angebot nicht nachfragt.

Daher sprach ich weiter oben auch von einem Deal, den die Provider unter sich ausmachen werden und bei dem die Vorgaben der Herrschaft, des Gesetzgebers genau das bewirken können, was -subtil eben- gesellschaftspolitisch bewirkt werden soll.

An dem von Rubikon genanten Beispiel KenFM einfach mal deutlich gemacht:

Die Contentprovider (Fakebook, Twitter, Youtube etc.) nutzt KenFM lediglich als Multiplikatoren, sie sind aus existentieller Sicht entbehrlich.

Daher betreibt KenFM seine eigene Website; und keine Ahnung, wo diese Webseiten gehostet werden, aber der dafür verantwortliche Provider ist natürlich in der Position, den Preis für Hosting und Performance zu bestimmen; oder den Hahn ganz zuzudrehen. Wird er momentan nicht machen, sind sowohl Konkurrenten noch verfügbar, als auch die gesetzlichen Vorgaben noch nicht dafür geeignet.

Der Endnutzer des Internet hat dagegen oft keine Wahl, steht manchmal nur ein Provider zur Verfügung, über den er ins Netz kommt. Und dieser Provider -die gesetzlichen Rahmenbedingungen einer nicht mehr gegebenen Netzneutralität unterstellt- kann dann entscheiden, was er überhaupt noch durchlässt, zu welchen (finanziellen) Bedingungen. Um im Beispiel zu bleiben, so könnte der Zugriff auf KenFM richtig teuer werden, könnte ansonsten auf eine kaum noch nutzbare Performance ausgebremst oder gleich komplett blockiert werden.

Alles Verschwörungstheorie ... Danke!

Kommentare

Bild des Benutzers Heinz

 

 

«Freiheit ist die Freiheit,

die der Staat seinen Bürgern gewährt,»


Hermann Göring

Bild des Benutzers ebertus

wird zunehmend nicht mehr über den Staat, sondern über private Unternehmen exekutiert.

Bild des Benutzers Heinz

->

Damit schwindet die Bedeutung des Staataapparates nur scheinbar; der Staat stiehlt sich aus seiner Verantwortung. Das kommt klar zum Ausdruck, wenn gewählte Staatsvertreter*Innen sagen:

«Eine Gesellschaft gibt es nicht.»

Konsequenterweise wären die dann auch nicht gewählt worden – das ist also eine hinterfotzige Art, um partikuläre Interessen zu begünstigen. Politik bedeutet:

Verwalten der Polis.

Die Polis ist das Gebiet, das es mit der Gebietskörperschaft zu verwalten gilt; traditionell werden im Feudalismus die Sklaven gleich mit verwaltet. In diesem Sinne ist die Meinung von Herrschaft zu verstehen, also nicht allein «Verwalten der Polis,» sondern verwalten der Menschen. Eine qualifizierte Arbeitsteilung zwischen Staat (Verwaltung) und freien Bürgern begünstigt nicht einzelne Gruppen von Bürgern, sondern behandelt alle gleich.

Ausgelagerte Ausführungen sind von Fall zu Fall zu betrachten. Nicht alle Dinge muß ein Staat als Eigenbetrieb ausführen. Letztendlich entscheidet die Ökonomie darüber, was für die Bürger nach Steuern optimaler ist.

Bild des Benutzers ebertus

und diese hinterfotzige Art, sich als angeblich fürsorgender Staat (SPD-Sprech) aus der Verantwortung zu stehlen, das hat eine zeitlang und mit viel großmedialer propagandistischer Unterstützung funktioniert.

Aktuell und wie man verschiedentlich lesen kann, scheint auch das zu kippen, sind es bereits zuviele Arme und die Flüchtlinge kommen noch dazu. Auch dieses "Teile und Herrsche", das Ausspielen von Armen gegen noch Ärmere stößt langsam an Grenzen, ist aus dieser Perspektive durchaus zu verstehen, warum die systemfromm eingebundenen Medien immer stärker hyperventilieren;

Nebenkriegsschauplätze und pontemkinsche Dörfer am laufenden Band  produzieren.

Bild des Benutzers Heinz

->

Angefangen bei Norbert Blüm, der die Krankenkassen in KV un PV aufgeteilt hat, damit die Erhöhung nicht so auffällt.

Weiter über Hans Eichel, der Nachfolger von Oskar Lafontaine war, der aus dem Finanzministerium gemobbt wurde. Eichel hat dann stramm wirtschaftsliberal weiter gemacht, sogar mit den Staatssekretären der Kohlregierung, die Lafontaine ausgetauscht hatte.

Weiter mit Walter Riester, der mit der Rieser-Rente die Privatisierung der Renten einleitete.

Weiter mit Frank Walter Steinmeier, der als Kanzleiamtschef die Strippen zur Agende 2010 gezogen hat.

Weiter mit Peer Steinbrück, der mit seinemn Spitznamen «Schrottpapiersteinbrück» maßgeblich an der Finanzkrise und den Verlusten er Landesbanken geholfen hatte.

Bild des Benutzers fahrwax

wird bis heute, in maximaler Lautstärke unter dem Oberbegriff "uns geht es gut" auf allen Kanälen der Profiteure dieser Sauereien abgefeiert.

Seelig sind einmal mehr die "armen im Geiste" die an diesen Unsinn glauben......

Das die an die Tafeln geprügelten begreifen können wer die Knüppel baute die sie quälen wird überaus sorgfältig verhindert.

Bild des Benutzers Heinz

->

... des Vatikans wird von den eigenen unheiligen Leuten boykottiert:

Spiegel Online:

Vatikan Papst geißelt Geistliche in den eigenen Reihen als "Krebsgeschwür"