22 Dez 2017

Allen Angriffen zum Trotz

Submitted by ebertus

Ja, sowohl die symbolische Preisverleihung an den aus verständlichen Gründen abwesenden Ken Jebsen im Babylon, als auch die Demo gegen "linke" Zensur vor dem Babylon fanden statt; meine Teilnahme eingeschlossen.
 


  Bild: NRhZ-Screenshoot vom 22.12.2017


Die Veranstalter veröffentlichen heute einen umfangreichen Artikel, der sowohl die beiden oben genannten Ereignisse sehr konkret, gar exakt (ich war dabei) beschreibt, als auch die Auseinandersetzungen vor, während und (wohl anhaltend) nach der Preisverleihung.

Zum Verständnis des Folgenden scheint es sinnvoll, eben diesen NRhZ-Text gelesen zu haben.

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Und daher gleich vorab an alle hier Mitlesenden, ob angemeldet oder einfach nur so; manchmal ...

Wenn man einen Blog betreibt, erst recht und überhaupt einen Mehrautorenblog, so hat man eigentlich nur zwei Optionen:

Entweder über jedes hingehaltene Stöckchen zu springen. Oder sich zurückzunehmen - noch diesseits einer formalrechtlichen Relevanz.

Die Termiten haben das ja bereits mehrfach erlebt, erst kürzlich wieder ... und wer eine bestimmte gesellschaftspolitische Linie erwartet, gar einfordert, dem bleibt nichts anderes übrig, als den eigenen Blog zu betreiben; oder dort, wo es noch möglich ist, seine Meinung irgendwie zu extrovertieren. Das möge Jeder aber bitteschön selbst tun - eben dort.

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Im Umfeld von KenFM, von Rubikon etc. ist wohl genau dieser kaum vermeidbare Spagat, diese natürlich legitime und im Einzelfall sehr konsequente Hin- oder Abwendung gerade im Gange. Auslöser und dennoch lediglich das Symptom eines immer über den Akteuren hängenden Damoklesschwertes scheint der israelisch-britische, gar jüdische Musiker und Aktivist Gilad Atzmon gewesen zu sein.

Atzmon kannte ich bis vor wenigen Tagen nicht einmal, war das dahingehende Hyperventilieren der systemkonformen Medien zumindest ein erster Anlaß, mich mit dessen Werk (musikalisch wie politisch) zu beschäftigen. Ok, ein Verschwörungstheoretiker, ein Rassist, ein Antisemit, gar ein Holocaustleugner - geschenkt - sind das ja (beinahe) Alle im Umfeld der sog. Alternativen Medien.

Und Holocaust-Leugnung ist hierzulande strafbar, gar ein Offizialdelikt; sollte/müsste der Mann im Babylon somit von der offenen Bühne herab verhaftet, seine auch hierzulande vertriebenen Bücher verbrannt ... auf den Index gesetzt werden. Warum eigentlich nicht? Klar, der Mann hat nach meinem Wissen weder jemanden umgebracht, noch Raketen über Hochzeitsgesellschaften abgeworfen, hat keine kollateral identifizierte Delinquenten exterritorial exekutiert oder vermeintlich Böse real gefoltert; und ist auch nirgends auf dieser Welt angeklagt oder gar verurteilt.

Also zuerst einmal ein Mensch, dem man doch alle gern verwendeten, hehren Attribute zusprechen sollte.

Oder mal anders herum betrachtet. Wenn man einen Menschen der Holocaust-Leugnung bezichtigt, so unterstellt man nach hiesigem Recht genau diesem Menschen, eine Straftat begangen zu haben; kann aber gleichzeitig keinerlei dahingehend formalrechtliche Verfahren oder gar Verurteilungen benennen. Das ist dann wohl Rufmord und Juristen würden mit Sicherheit sofort die entsprechenden Paragrafen des Strafgesetzbuches parat haben.

Als Nichtjurist sage ich es anders, ist das tiefstes Mittelalter, wo jenseits aller heute beschworener abendländischen Werte, wo jenseits der Moderne, wo jenseits jeder säkularen Aufklärung für sog. Ketzer die (heute medialen) Scheiterhaufen und andere, nicht weniger schöne Bestrafungen warten.

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Ken Jebsen, der Gilad Atzmon bereits einen Beitrag widmete und für "sein nicht Wegducken, wenn es um Menschenrechte geht" würdigte, Jebsen konnte unter diesen Bedingungen und im Sinne eines Versuches der Deeskalation wohl nicht anders handeln, als der Preisverleihung fernzubleiben. Was einen Kritiker von Atzmon nicht daran hinderte, bei (gar im Namen von?) Rubikon einen Text zu veröffentlichen, der bei einem Tausch des Namens (Ken Jebsen statt Gilad Atzmon) mit seinen persönlichen Anwürfen und Zuschreibungen genauso in der neulinken Progrompresse hätte erscheinen können, dessen Tenor genau deshalb und richtigerweise bei Rubikon & Co. immer wieder kritisiert wird.

In dem NRhZ-Text werden noch andere, für mich integere Namen genannt, welche wohl nicht mit der Teilnahme von Atzmon einverstanden waren, dem Event dann fernblieben. Das ist ihr gutes Recht, so wie es das von Atzmon und der ihn einladenden ist, eben anderer Meinung zu sein. Gerade international gibt es durchaus seriöse Stimmen, welche Atzmons Thesen unterstützen; sie zumindest für diskussionsfähig halten.

Ich selbst habe dazu sowohl im Blog der Atzmon unterstützenden Evelyn Hecht-Galinski kommentiert, als auch mit Rubikon, insbesondere mit Elias Davidsson einem kurzen, eher fruchtlosen Mailkontakt unterhalten. Jetzt mit Atzmon auf einer persönlich diffamierenden Ebene genauso zu verfahren, wie es die systemfrommen Vertreter der Herrschenden mit den alternativen Kritikern, den Davidssons et al. tun - das geht aus meiner Sicht garnicht. Und es besorgt genau dieses Geschäft des teile und herrsche ...

Nein, mit Atzmons Thesen habe ich viel zu wenig am Hut, als mich darüber verhaften zu lassen. Davidsson jedoch fragte mich in einer Mail, nicht wenig unterstellend, ob ich die Hinterfragung des Holocaust denn "vernünftig" halte. Ich antwortete ihm sinngemäß:

"Vernünftig", ja im Sinne der Erkennung von anhaltender Instrumentalisierung, anhaltender Rückwärtsgewandtheit, anhaltendem Einsatz als subtiles bis offenes Werkzeug der Diffamierung jedweder Israelkritik. Stattdessen einfach mal "Hitler besiegen" von Avraham Burg lesen, die Doku "Defamation" von Yoav Shamir anschauen;

und dann verstehen wie und von wem der Holocaust instrumentalisiert wird; Atzmon das vielleicht meint."

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Ok, ist mein Interesse wohl auch den Parallelen geschuldet, die sich mir in Sachen Musik aufdrängten. Roger Waters (Pink Floyd) ist ebenso wie Gilad Atzmon ein Musiker, der sich intensiv für die Sache der Palästinenser einsetzt, daher ebenfalls mit all' den Attributen belegt wird, die jetzt und immerda an den pontemkinschen Wänden hochgezogen werden - wenn die neoimperiale, neokoloniale Politik von Israel kritisiert wird.

Insofern mag Kultur, mag Musik den Abschluß dieses Rant bilden ...

 

Kommentare

Bild des Benutzers fahrwax

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Dank NRHZ-Flyer und Ebertus:

"Und auch unmittelbar vor und während der Preisverleihung selbst ging die Auseinandersetzung weiter. Am Abend zuvor sprach der Kino-Betreiber rechtswidrig ein Kameraverbot aus und darüber hinaus ein Hausverbot gegen Gilad Atzmon. Neben dem von Seiten der NRhZ bestellten Sicherheitsdienst orderte der Kino-Betreiber einen ihm weisungsgebundenen weiteren Sicherheitsdienst. So sollte erreicht werden, dass niemand mit Kamera ins Kino kam – was allerdings nicht vollständig gelang – auch Dank der eingeschalteten Polizei. Und auch das Aussperren von Gilad Atzmon, der zuvorderst als Jazz-Musiker auftreten sollte, gelang nicht. Was allerdings gelang, war, dass der Kino-Betreiber zu Beginn der Veranstaltung vor das Publikum trat und den Preisträger wie auch Gilad Atzmon als Rassisten beschimpfte. Und er offenbarte, er habe nichts gegen Meinungsfreiheit – "nur nicht unbedingt hier" im Babylon. Trotz all dieser Widrigkeiten konnte das Publikum – auch Dank des Mitwirkens von Kinopersonal, KenFM und Lichttechnik – ein zweieinhalbstündiges, gehaltvolles, abwechslungsreiches Festprogramm zu Ehren des Preisträgers erleben – bedauerlicherweise ohne die Hauptperson Ken Jebsen. So erfolgte die Verleihung des Kölner Karlspreises für Engagierte Literatur und Publizistik im Berliner Babylon am 14. Dezember 2017 an die KenFM-Community – KenFM und Ken Jebsen inbegriffen." 

Eben auch in Hinsicht auf unterschiedlichen Blickwinkel zwischen Israel-Kritikern jüdischer Herkunft und die Rolle der beteiligten (sonst klaglos!) "integeren Namen" betreffend.

Bild des Benutzers ebertus

Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Ein interessanter Blick hinter die Kulissen
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der verschiedenen Reden, der Schilderung des gesamten Ablaufes der Veranstaltung lohnt sich, so meine ich. Habe da auch, trotz des Verbots einige Bilder und Videos gemacht; muss ich noch schauen und aufbereiten ...

Bild des Benutzers fahrwax

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erscheint mir die Einbindung seiner Laudatio im Babylon (vorgetragen von Jean-Theo Jost!) unvermeidbar.

Sein Fan bin ich , seit seinen Betrachtungen zu den "Real Game of the Thrones" unter der US-amerikanischen Nachkommenschaft europäischer Wirtschaftsflüchtlinge /Flüchtlinge. Und seinen Wahlspruch "Question Authority – Think For Yourself" finde ich außerordentlich ansprechend.


Jetzt will mir die hiesige Einbindung des Videos gerade ums verrecken nicht gelingen, aber das ist unter dem Link aus dem obigen Text, eingebunden: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24446

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Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Als bekennender Fan von Mathias Brökers
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Gefallen haben mir, weil auch nach tausenden Jahren als zutreffend erachtet, die Vergleiche Bröckers in Sachen dieses eigentlich bekannten Höhlengleichnis des Platon. Auch und gerade dahingehend, was die Rückkehrer dann in der Höhle erwartet.

Bild des Benutzers fahrwax

Antwort auf ebertus  zum Kommentar Bröckers
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hat eigentlich das "Copyright" als Inspirator von dem, was heute Propagandatheorie genannt wird:

die Technifizierung der Schattenspiele eben.

Bild des Benutzers ebertus

Kurz vor dem Start; und wirklich gut besucht die Veranstaltung
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Bild des Benutzers ebertus

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Hier noch kurz zum musikalischen Beiprogramm, 1x Gilad Atzmon und 2x Die Bandbreite

 

Bild des Benutzers ebertus

Nochmal zum Mailwechsel mit Elias Davidsson

und dessen "Empfehlung" an mich [sic!], das Standardwerk von Raul Hilberg zur europäischen Judenvernichtung zu lesen, welches "jeder Deutsche" gelesen haben sollte.

Bei dieser abstrakten, gruppenspezifischen Zuweisung läuten bei mir alle Alarmglocken. Das ist Antideutschen-Sprech!

Davidsson müsste (mir) dann vorab erklären, wie er diese (jeden) Deutschen heute definiert? Nach der Staatsangehörigkeit? Aber was ist dann mit den Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, die mittlerweile einen deutschen Pass besitzen? Mag Davidsson die alle auch kollektiv eingemeinden?

Oder wollte er das biodeutsch definieren? Vielleicht nach Ahnentafel? So ein Teil haben mir meine Großeltern vermacht, mussten damals im Dritten Reich alle haben, ihre Abstammung nachweisen.

Oder ist das sarrazinesk nachzuweisen? Gibt es nach Davidsson vielleicht doch ein "deutsches" Gen?...

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Meine Antwort an Elias Davidsson sei hier sinngemäß wiederholt:

Jeder, nicht nur jeder Deutsche sollte Hannah Arendts "Eichmann in Jerusalem" gelesen haben. Arendt bezieht sich darin auch auf Raul Hilberg; und wurde wegen mancher Passagen angegriffen, obwohl diese sich auf die Untersuchungen von Hilberg stützen.

Und jeder sollte zumindest rudimentär über die damals äußerst kontrovers geführte Debatte informiert sein, bezüglich der manchmal auch unterirdischen, verletztenden Angriffe, denen die Autorin ausgesetzt war.

Nun mag ich Hannah Arendt inhaltlich nicht mit Gilad Atzmon vergleichen, sind die persönlichen Angriffe gegen beide Menschen für mich dennoch vergleichbar; eben nicht seriös, so nicht hinnehmbar.

Habe dann nichts mehr von Herrn Davidsson gehört bzw. gelesen.

Bild des Benutzers Heinz

Antwort auf ebertus  zum Kommentar "Jeder Deutsche"
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Aber nicht nur die Frage: «Staatsbürger oder Deutscher?,» ist bei der Auseinandersetzung mit den Nazis relevant, sondern die Frage nach allen andern Opern der Nazis. Ich denke, die Frage der nazionalsozialistischen Verbrechen auf die Juden zu reduzieren heißt, nur einen Teilaspekt der Verbrechen zuzulassen, also diese Verbrechen nur auf die Juden zu reduzieren (was bei einigen Gestrigen ja auch heute noch durchaus konsensfähig ist). Die Nazis haben geklaut, gelogen, diffamiert, gefoltert und gemordet. An erster Stelle haben sie die Juden ermordet; aber auch Kranke, Roma (Zigeuner), Homosexuelle, Sozis, Kommunisten, Pfarrer, Kriegsgefangene. Interniert wurden auch Kinder und Jugendliche. Beklaut wurden ebenfalls vor allem Juden, aber auch Schriftsteller, Bildhauer  und Maler.

Deutsche sind eine Sprachgemeinschaft, die über einige Staaten verteilt sind; dies heute einfach zu ignorieren (und damit die Geschichte zu klittern) ist zumindest unseriös.

 

Bild des Benutzers fahrwax

Antwort auf Heinz  zum Kommentar Staatsbürger oder Deutscher?, das ist hier die Frage.
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fehlen in deiner Aufzählung von Nazi-Opfern.

Die haben jeden Mordauftrag durch eine Sprachgemeinschaft, Führer, Volk, oder Vaterland konsequent verweigert - weil sie die Wahl zwischen Staatsbürger oder Deutscher (?) ignorieren und sich an der kompletten Spezie orientieren.

1912 (bevor an die Nazis und ihre Verbrechen zu denken war) begann ein Projekt der deutschen Sozen zur Zerschlagung dieser Internationalistischen Sicht, dass in die Bewilligung der kaiserlichen Kriegskredite mündete. Ein Marsch in die Institutionen auf dem die GRÜNEN längst angekommen sind und den die LINKEN gerade vorbereiten.

Jede Orientierung an vorübergenden und zufälligen Erscheinungen wie "Staatsbürger oder Deutscher" erzwingt eine Tunnelperspektive des Gegeneinander, der konträren Alternativlosigkeit des 'du oder ich'?

Die dies missachtende Sicht (der Figuren aus dem obigen Betreff) ist keine "Geschichtsklitterung", sondern der Ausstieg aus dem Gegeneinander mit dem Ziel der Kooperation - also der Widerpart zur realen Karusselfahrt der Nationalismen mit ihren gruppenspezifischen Zuweisungen unter Anleitung parteilicher Tunnelblicker.

Bild des Benutzers Heinz

... und sehr viele «ganz normale Bürger und Bürgerinnen» fehlen ebenso, wie Menschen in Unternehmen, die den (strammen) «Firmenlenkern» oder ihren Subalternern nicht linientreu genug waren, also nicht passten und willkürlich geschaßt wurden.

Bild des Benutzers fahrwax

Antwort auf Heinz  zum Kommentar Beamte mit Rückgrat, Hochschullehrer ...
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beweisen alle die sich nicht den Anweisungen der (häufig wechselnden) Geschäftsleitung und ihren institutionalisierten Gewalttätigkeiten verweigern - stattdessen die eigene Birne bemühen.

Womit ich schon wieder beim ollen Kant angekommen bin, aber Qualität setzt sich eben durch - längerfristig jedenfalls und jenseits von "Quartalsergebnissen" und anderen übergeordneten Anforderungen eingebildeter, elitärer Idioten.

Renitenzen gegen Geschäftsleitungen (offen oder verdeckt) sind Rebellionen, es gibt aber auch weitergehende Möglichkeiten Geschäften und Leitungen ihre irrelevante Existenz zu versauen....

Bis dann der Krieg der Paläste gegen die Hütten sein Ende gefunden hat und die halbblinden Kleinbürger ihren Sorros nicht mehr finden können..

Bild des Benutzers hadie

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Frohes Fest allerseits und der Hinweis, dass es einen neuen Preis gibt: den Gustav-Paulsen-Preis für politischen Bürger-Journalismus. Gestiftet wird er von Sönke Paulsen, einem ehemaligen FC-Bogger.

Das Kunststück soll unserer Meinung nach darin bestehen, ein relevantes politisches Thema in einer Weise aufzuarbeiten, in der es in den professionelllen Medien nicht zu finden ist. Das kann durch intelligentes Querdenken, ungewöhnliche Recherche-Techniken oder eine originelle Form der Darstellung geschehen. Auch wortgewaltige, scharfzüngige und provokante Beiträge haben ihre Berechtigung.

http://presselinks.gedaechtnisbuero.de/gedaechtnisbuero/gustav-paulsen-preis-2/

Könnte man ja mal was einreichen ... und dann bei der Preisverleihung den dicken Maxen markieren.

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Antwort auf hadie  zum Kommentar Noch'n Preis

 

mal im Hinterkopf behalten!

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Nette Idee,

 

Paulsens Gedächtnisbüro ist durchaus ein ernst zu nehmender Blog, der sich auch an den "Soros-Komplex" heranwagt und neuerdings sogar fremdsprachige Autoren sucht. Wobei Paulsen auch mit Vorsicht zu genießen ist, er ist ausgebildeter Psychologe, hat eine Consulting-Firma für psychologische Kriegsführung im Netz und war am Anfang der Ukraine-Krise strikt auf der Seite Kiews. Jetzt zahlt Kiew wohl nicht mehr?

bier

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Antwort auf hadie  zum Kommentar Paulsen
 

Hatte mich damals, im Frühjahr 2014 schon gewundert, als er sich und nach meinem Eindruck eigentlich russlandfreundlich, plötzlich auf die Seite Kiews stellte; und darüber dann auch seinen Ausstieg beim Freitag begründete.

Aber 100 Euro für den Blogtext des Monats und gar 1.000 Euro als Siegerpreis ... mutig!

Bild des Benutzers pleifel

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grassiert und gedeiht auf engstirnigem Grund bei kleingeistigem Gehabe um Positionierungen der Wahrnehmung im Mediengefüge. Auch in der jw (Stichwort Jebsen) lässt sich dazu nachlesen, wobei hier für mich diesmal zumindest mehr Zurückhaltung zu lesen ist.

Zitat Stefan Bollinger (Ossietzky "Revolutionserinnerung in Zeiten der Niederlage"):
"Schlimmer aber ist, die heutige vielfältige und uneinige Linke versagt, hat den Kampfgeist verloren und wird nicht mehr als jene radikale Alternative angenommen (oder auch nur bekämpft), die seit 1917 ganz selbstverständlich als Kraft gegen den Kapitalismus, für soziale Gerechtigkeit und Frieden anerkannt wurde. Die »Aurora« wird sicher nicht in die Spree oder in den Potomac einlaufen, aber Kampfgeist, inspiriert von 1917, kann heute nicht schaden. Rosa Luxemburg hatte recht, als sie mit Hutten ausrief: Sie haben es (wenigstens) gewagt!"

Ansonsten  Euch alle ein frohes Fest und einen schönen Übergang in das kommende Jahr.

Paul

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Der Virus innerhalb der Linken
 

"wobei hier für mich diesmal zumindest mehr Zurückhaltung zu lesen ist."

Fall Du damit meinen Blogtext gemeint haben solltest, so nehme ich zumindest für mich in Anspruch, diese Zurückhaltung und was das Persönliche, das origin Private des/der Gegenüber angeht eigentlich immer einzuhalten.

Diese Angriffe gegen Jebsen incl Familie oder gegen Elsässer, Höcke etc. incl. derer Familien halte ich für absolut kontraproduktiv und nicht hinnehmbar, obwohl mich gerade mit den beiden letztgenannten inhaltlich eher nichts verbindet.

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Zurückhaltung
 

natürlich die jw gemeint, sorry.

Bild des Benutzers Heinz

Antwort auf pleifel  zum Kommentar Der Virus innerhalb der Linken
 

Vor 100 Jahren mag Gewalt als Gegengewalt gegen Herrschaft notwendig gewesen sein. Der passive Widerstand der DDR-Bürger hat ebenfalls eine Revolution ausgelöst. Ich fürchte, den selbst ernannten Linken unterschiedlicher Grüppchen fehlt heute nicht der Kampfgeist, sondern das zeitgemäße Menschenbild und ihnen damit die Menschen.

Eine Idee zur Veränderung kann nur dann umgesetzt werden, wenn eine kritische Menge dieser Idee zustimmt; sonst wird das ein Flopp.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Andere Zeiten
 

Ich glaube, dass dieses oft prollige, vulgäre, persönlich zuweisende Verhalten der neuen Linken, dieser sich skurrilerweise und wegen ihrem eher reaktionären Menschenbild  dennoch als "links" Verstehenden, auf die Mehrzahl der zu Reflektion fähigen Menschen abstoßend wirkt - mich eingeschlossen.

Verbale wie reale Gewalt "von links" ist keine Alternative, heute eher systemisch eingebettet.

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Nicht nur Gewalt
 

Es gibt bei den sich selbst als «links» haltenden und bezeichnenden Grüppchen unterschiedliche «Traditionslinien.» Wie Josef Wolgo einmal sagte: «Es gibt nur noch zwei Klassen, die Arbeiter und Bauern sind die eine Klasse, die Intelligenzia ist die andere Klasse.» Offensichtlich hatte er die Parteiapparatschiks zur Intelligenzia gezählt.

Das eigentliche Dilemma bestand bei allen sozialistischen (linken) Bewegungen darin, daß sie sich einen Grad an Abstraktion und sprachlichem Ausdruck angeeignet hatte, dem die «Klasse der Arbeiter und Bauern» gar nicht folgen konnte. Um inhaltlich verstanden zu  werden, mußte die Intelligenzia darum ihre Inhalte in eine verständliche Sprache «übersetzen.» Wenn dabei «prollig» herauskommt, hat die Intelligenzia wirklich nichts, rein gar nichts, verstanden.

Bild des Benutzers pleifel

Antwort auf Heinz  zum Kommentar Andere Zeiten
 

stellt sich gleich die Frage über die entsprechende Ausgestaltung dieses Bildes. Inhaltliche Präzisierung darüber dürfte aber doch nicht allzu schwer sein, wenn es darum geht abzugrenzen, was denn einen "Linken" heute tatsächlich ausmachen sollte oder anders: was die unaufgebbaren Prämissen jener sind, die sich nicht verhandeln lassen.

Einzig der Weg (die Wege) in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess hinsichtlich größerer Gerechtigkeit bei Einbindung aller Menschen, die Willens (und fähig) sind, sich an dieser Arbeit zu beteiligen. Denn eine wirkliche, partizipative Demokratie erfordert auch einen engagierten, aufgeklärten und gebildeten Bürger (der sich dabei seiner Unvollständigkeit/ Fehlbarkeit bewusst bleibt!).

Jetzige Politik/ Medien sind sich zumindest in einer Methodik (Grundsatz) einig, dass den Menschen alles erlaubt sei und die sich über alles erregen dürfen (können), solange es nicht die wesentlichen Dinge (Geschäfte) dieser Gesellschaft betrifft. Und genau dazu dient diese auch in einem Buchtitel genannte Fassadendemokratie!

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Mit dem "zeitgemäßen Menschenbild"
 

Mir ging es nicht darum, zu bestimmen, was inhaltlich «links» ist, sondern um die Kommunikation der selbst ernannten «Linken,» die vom Rest der Menschheit inhaltlich nicht verstanden werden und darum in ihrer Nische bleiben und keine Menschen finden, die ihnen folgen, damit sie ein wirklich politischer Faktor werden können.

Alle mir bekannten sozialistischen Regime haben sich nur eine gewisse Zeit behaupten können, indem sie Gewalt gegen ihre Bevölkerung ausgeübt haben. Manche haben das sicher «gut gemeint,» keines hat dauerhaft bestehen können, weil das «Gut Gemeinte» nicht freiwillig übernommen und von einer Mehrheit getragen wurde.

Ich will hier ja nicht einmal die sozialistischen Schurkenstaaten hervorheben, sondern bleibe im Lande und nehme die «sozialistische» Regierung der Schröder-Bande, die mit brachialer Gewalt die Hartz-Gesetze durchgeboxt hat und das gegen Teile der eigenen Partei. Wenn die das wenigstens sorgfältig umgesetzt hätten, was die Bertelsmänner ihnen empfohlen hatten, wäre das ja ein gangbarer Weg gewesen. Tatsächlich hatten diese «Sozialisten» die rudimentär vorhandene Soziale Marktwirtschaft völlig zerstört und die Einführung der Hartz-Gesetze war ein einziges Desaster. Zehn Jahre später wurde der Mindestlohn eingeführt, weil die gehätschelte Unternehmerschaft die Hartz-Gesetze gnadenlos zu Lasten der Staatskasse ausgebeutet hatte.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Mißverständnis
 

Treffliches zum Regime der fest verbauten Ketten in Köpfen:

"Der geistige Krieg ist ein Denken in Symbolen, in Marken, in Slogans. Seine Veräußerlichung ist Propaganda und eines der – meiner Ansicht nach – größten Irrtümer, ist zu glauben, dass Propaganda nur die Anderen betreiben. Der Kampf um die Macht, der mit dem um die geistige Macht beginnt, ist bereits die Propaganda. Es ist der geistige Gewaltakt, Gehirne zu unterwerfen, zu indoktrinieren, zu normieren, zu vereinheitlichen. Und er führt zur Gesichtslosigkeit und damit zur Möglichkeit einer Freund-Feind-Kennung.

Die Polung liegt dabei auf der Feind-Kennung und äußert sich in einem latenten Misstrauen gegenüber Andersdenkenden. Das selbst als lichtvoll und humanistisch betrachtete Weltbild muss mit allen Mitteln geschützt werden. Vertrauen ist mit einer solchen Einstellung ein Fremdwort.

Welche Ideologie das ist, welche die Träger da leben, ist prinzipiell unerheblich. Das Teuflische daran ist der ihr innewohnende Hang zur Eskalation, zur Verhärtung, dem Zwang sich gegenseitig zu Erschöpfen, der stetigen Aufgabe eigener ethischer Normen zur Durchsetzung von Macht. Meine Kritik richtet sich also nicht speziell gegen die etablierte Herrschaft, welche durch eine Fassadendemokratie repräsentiert wird, sondern generell gegen Herrschaftsdenken als solches. Denn davon wollen wir offenbar nicht ablassen."

https://peds-ansichten.de/2017/12/die-linken-und-der-ganz-alltaegliche-krieg/

Es könnte besser sein nicht regiert zu werden und nicht zu regieren?

Um die Menschen zu lieben, muss man
sehr stark hassen,
was sie unterdrückt.
Nicht wer sie unterdrückt.
Es geht nicht um persönliche Feindschaften.

Es geht um die Strukturen dieser Welt.“

Jean-Paul Sartre

 

Bild des Benutzers Heinz

  • Mit Hass erzeugst du emotionale Gegnerschaft, also kein neues Miteinander.
  • Mit Gegnerschaft erreichst du nichts, also wählst du den Gegenpart:

«Liebe die Idee einer neue Struktur, die allen nützt

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Kein Hass
 

und Wut ist kein Zorn. Hass ist zielgerichtet, instrumentell, einhergehend mit der Billigung oder gar bewussten Handlung zur Verletzung oder gar Zerstörung von Subjekten/ Objekten. Es ist auch etwas anderes, als die umgangssprachliche Formulierung: ich hasse das. Hass ist wohl mehr als ein bloßes Gefühl, denn es geht einher mit entschlossenem Denken zur Erreichung der Ziele. Hass ist also nicht blind,aber eindeutig negativ, jedenfalls nach meinem Verständnis.

Wut dagegen ist blind, spontan, aufbrausend, aber dadurch auch verletzend. Hier steht die Vernunft eher im Hintergrund.

Der Zorn wiederum ist für mich gespeist aus der Emotionalität der Wut und begleitet analog der Vernunft des Hasses. Für mich ist es Ausdruck eines tiefen Gefühls für Gerechtigkeit, die bei jenen Menschen auftritt, die sich die Sensibilität für Gerechtigkeit noch erhalten haben. Die Energie, die die Emotionalität begleitet, ist der notwendige Antreiber, um seine natürlichen Hemmnisse zu überwinden, die einen zurückhalten wollen aus natürlichen Gründen der Vorsicht (Angst, Unsicherheit, Folgendenken usw.). Als einfaches Beispiel möge dienen, wenn mehrere Personen auf einen Hilflosen am Boden einschlagen und niemand eingreifen will. Dann ist der Zorn Ausdruck der Gerechtigkeit, die nicht mehr hinterfragt werden muss. Ich denke, jeder dürfte ähnliche Erlebnisse aus seinem Leben kennen.

Es gibt sicher andere Interpretationen der drei Begriffe, zumindest andere Schwerpunktsetzungen und manches ist auch fließend.

Stichwort Herrschaft: Herrschaft ist für eine Demokratie ein widersprüchlicher Begriff. Hier sollte im Idealfall eine kontrollierte, zeitlich übergebene Vertretung meiner (unserer) Interessen gegeben sein. Wie ich Aufgabenstellungen in meinem Leben von Fachleuten/ Experten erledigen lasse, die die entsprechende Kompetenz aufweisen und denen ich vertrauen kann. Vertrauen gestützt sowohl auf deren Fachwissen, aber natürlich auch deren Integrität. Beide Faktoren sind leider in der Politik "unter die Räder geraten", sodass die Ausübung von Macht sich von den Mehrheitsinteressen der Bürger entfernt hat. Das gilt es zu beenden.

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Hass ist keine Wut
 

Kompetenz & Integrität sind selbstgefällige Existenzformen - Macht lebt von ihrer Darstellung vom gläubigen Publkum.

Bild des Benutzers pleifel

Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Kompetenz, Integrität & Macht
 

Ich verlasse mich da doch lieber auf weniger rustikale Methoden.

Bild des Benutzers Heinz

Antwort auf pleifel  zum Kommentar Hass ist keine Wut
 

Selbstverständlich kannst du alle Ursachen durchdeklinieren, die eine Emotion erzeugen und (andere) Menschen zum Handeln bewegen. Genau das ist aber bereits Demagogie, um eigene Interessen durch andere «erledigen» zu lassen, also auch eine Form der Herrschaft.

Altes loslassen und Neues verfolgen ist sicher langwieriger, erfordert aber keine Emotion, die durch Hass, Wut, Zorn, Gier, Macht, Intrige angetrieben werden muß.

Bild des Benutzers pleifel

Antwort auf Heinz  zum Kommentar Loslassen
 

keine Idealvorstellung sein, ansonsten wäre die KI zu favorisieren, die das einst sicher besser regeln kann. "Eigene Interessen durch andere «erledigen» zu lassen" ist in einer komplexen, arbeitsteiligen Gesellschaft unabdingbar. Und da jeder persönliche Interessen hat, ist es nur natürlich, diese auch mit Emotionalität zu vertreten, solange es im Rahmen einer gegenseitigen Akzeptanz abläuft und ohne Manipulation.

Und es wird auch Situationen geben (ich hatte ein elementares Beispiel genannt), wo es nicht um die eigenen Interessen, sondern um allgemeine Werte geht, die zu schützen sind. Und da ist auch ggf. der Zorn am Platz!

Bild des Benutzers Heinz

Antwort auf pleifel  zum Kommentar Emotionslosigkeit kann wohl
 

Von: «

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grassiert und gedeiht auf engstirnigem Grund bei kleingeistigem Gehabe um Positionierungen der Wahrnehmung im Mediengefüge. Auch in der jw (Stichwort Jebsen) lässt sich dazu nachlesen, wobei hier für mich diesmal zumindest mehr Zurückhaltung zu lesen ist.»

zu: «

Antwort auf Heinz  zum Kommentar Loslassen
 

keine Idealvorstellung sein, ansonsten wäre die KI zu favorisieren, »

Folglich wäre dein Ideal, die Linke entwickelte etwas mehr Emotionen.

Bild des Benutzers pleifel

Antwort auf Heinz  zum Kommentar Die Linke mit Emotion?
 

aber es ging ja um die negativen Elemente daraus, die mit den Begriffen als erstes verbunden werden. Meines Erachtens gibt es aber auch den gerechten Zorn, also eine positive Verbindung von Emotion und Vernunft.

Da muss aber auch Ehrlichkeit vorhanden sein und nicht schon wieder ein Element der Manipulation daraus gemacht werden, wenn also Politiker daraufhin geschult werden, genau diese Haltungen zu simulieren.

Vorher allerdings sollten sich Linke einer Sprache bedienen, die sich jenseits intellektueller interner Auseinandersetzungen befindet, aber das ist ein schon etwas älteres Problem, umso ärgerlicher, dass das immer noch so anzumerken ist. Aber wie soll sich der Linke auch verhalten, wenn er oder sie einen gehobenen Bildungsstand hat und nun mit jenen Umgang pflegen soll, die diesen nicht haben, bzw. ihre Fähigkeiten mehr der praktischen Art sind (was wiederum den Linken oft fehlt)?

Es ist also nicht unbedingt ein elitäres Problem, sondern ergibt sich einfach aus den Gegebenheiten.

Bild des Benutzers Heinz

Antwort auf pleifel  zum Kommentar Es gehört einfach zum Menschen dazu,
 

Jeder Mensch hat den Anspruch auf Emotionen, alles andere wäre unmenschlich.

Eine Körperschaft, wie die Partei Die Linke ist aber kein Mensch, hat darum also «etwas» mehr Vernunft zu zelebrieren. Diese Vernunft einer Körperschaft wird von Satzung/Gesellschaftsvertrag/Verfassung dominiert; da liegen glaube ich die Unterschiede – siehe die Willkür eines Trump enlightened

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Meine kleine Spende zum Jahresende konnte ich nun doch noch unterbringen.

Zuerst dache ich vor Wochen schon an die Nachdenkseiten, war das dann in Zusammenhang mit dem dortigen Rauswurf von Paul Schreyer jedoch erledigt. Die NDS sind nach wie vor wichtig im alternativen Spektrum, sind mir vielleicht dann doch etwas zu zahm, was eben nicht die Überwindung, sondern die systemkonforme "Verschönerung"  der Alternativlosigkeit angeht.

Dann dachte ich an Rubikon, als Tiger gestartet und eigentlich maximal mit integren Autoren besetzt. Aber nach dem 14.12. und insbesondere nach deren Jagd (siehe oben) auf einen mir -und denen wahrscheinlich auch- bis vor wenigen Tagen persönlich vollkommen unbekannten Menschen, war diese Idee ebenfalls erledigt.

So fügte es sich, dass nun die Ausrichter des Karlspreises meinen Zuspruch und eben auch monetär erhalten.

Btw. und noch zum Blogtext oben, so hat mir Evelyn Hecht-Galinski für diesen Beitrag gedankt und der hier immer gern erwähnte Hartmut Barth-Engelbart nimmt sich des nicht leichten Themas  unter Verweis auf Abi Melzer  ebenfalls an. 

Bild des Benutzers fahrwax

Antwort auf ebertus  zum Kommentar Outing zum Jahresende
 

Neben dem unbeirrbaren Hartmut liefert auch "Die andere jüdische Stimme" beachtliche Infos zur Unterscheidung von Rassismus, inhumaner Verfolgung & der Solidarisierung mit Unterdrückten.

(die weitere Durchforstung dieser Seite ist lohnend)

Bild des Benutzers ebertus

in der alternativen Szene und insbesondere zur Causa Gilad Atzmon.

Gefallen hat mir im verlinkten Text von "Der Semit" dieser Kommentar eines Karl K unter dem Watzal-Artikel:

"Sehr geehrter Herr Watzal, ich hoffe, dass Ken Jebsen Ihnen auch weiterhin ob Ihrer inquisitorischen Grundhaltung nicht antwortet.
Teil seines redaktionellen Selbstverständnisses, das ihm jene Freiheit beschert, mit allen Menschen reden zu können, die er für Wert hält, ein solches Gespräch zu führen ist der Verzicht auf „Distanzierungen“ wie auch die Ablehnung jener „Kontaktschuld“ die da meint behaupten zu können, dass man sich laut und deutlich distanzieren muss, andernfalls der Verdacht besteht, die gleiche Meinung wie der Gesprächspartner zu haben.
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Hervorhebung von mir ..., denn das trifft auch mein Verständnis im Allgemeinen und insbesondere zu Gilad Atzmon. Ich mag mit dessen Thesen -die ich bislang überhaupt noch nicht vom eigenen Lesen seiner Werke her kenne- weder konform gehen, noch mich und wie von Watzal et al. implizit zumindest eingefordert, von diesen distanzieren.

Prinz Chaos darf das tun, Elias Davidsson ebenfalls; und dennoch: wer mir Denkvorgaben macht, wer Atzmon und andere nun mit den gleichen unterstellenden, diffamierenden Methoden bekämpft, die er anderen und im Brustton der Entrüstung gern vorwirft, der beleidigt in dieser bigotten Art und Weise die mir dankenswerterweise verbliebene Restintelligenz.

Und wer wie Ludwig Watzal in dem Semit-Artikel gar noch schreibt:

"Wie Richard Falk und John Mearsheimer das Buch gut finden konnten, bestätigt nur den Ausspruch: „Irren ist menschlich!"

der lässt sehr deutlich seinen Anspruch auf die alleinige Wahrheit erkennen, kann und will nicht einmal verstehen, dass es gerade im internationalen Bereich -und nicht nur zu Gilad Atzmon- ganz andere Stimmen gibt, als diejenigen in der nun skurrilerweise auch von manchen Alternativdenkern (und Medien) verordneten, bitteschön zu denkenden Enge hierzulande.

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Antwort auf ebertus  zum Kommentar Es geht hoch her
 

der Irre seinen Irrtum für ein Maximum an Weisheit hält, seinen besch...eidenen Horizont als Stein der Weisheit in benachbarte Glashäuser wirft.

Restintelligenz bewahrt den Glauben an die eigene Irrtumsmöglichkeit - viel mehr isset eigentlich nie, nirgendwo nicht gewesen.

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Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Irre ist es, wenn
 

wenn ein auch hierzulande eher sehr begrenzt bekannter Mensch wie dieser Ludwig Watzal dann anderen, international renomierten, wenngleich kontrovers diskutierten Menschen wie Richard Falk und John Mearsheimer  beinahe generös einen Irrtum vorwirft bzw. zugesteht.

Watzal kannte ich bis zu diesen Diskursen um die NRhZ-Preisverleihung nicht einmal, während mir Falk und Mearsheimer durchaus bekannt sind, deren Statements in der Regel nachdenkenswert daherkommen und oft auch meine Zustimmung finden.

Es zeigt (mir) einmal mehr, dass die Diskurse hierzulande und insbesondere bei dem Thema Israel oft in einer informell sprachgeregelten Höhle stattfinden; um auf die Preisverleihung, auf Mathias Bröckers dahingehende Laudatio zurückzukommen.

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Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Irre ist es, wenn
 

"Die ausweglose Umstellung des Menschen ist seit langem vorbereitet, und zwar durch Theorien, die eine logische und lückenlose Welterklärung anstreben und mit der technischen Entwicklung Hand in Hand gehen. Es kommt zunächst zur rationalen, sodann auch zur gesellschaftlichen Umkreisung des Gegners; dem schließt sich zu gegebener Stunde die Ausrottung an."
Ernst Jünger - Der Waldgang

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Antwort auf hadie  zum Kommentar Schuldkult und Opferhierarchie
 

Vielen Menschen ist es nicht gegeben, sich durch eigene Kreativität zu definieren, die wählen darum ihre Bestimmung durch die Gegnerschaft zu anderen Menschen oder Gruppen, also die etwas einfachere Fremdbestimmung.

Nach Jünger scheint dem ein Plan zugrunde zu liegen. Dem ist meiner Meinung nach nicht so; der Mensch ist so. Der technische Fortschritt der Telekommunikation fördert dieses Verhalten, ist aber auch nicht gezielt darauf gerichtet, sondern ein Nebeneffekt.

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Jens Wernicke (Rubikon) und Gilad Atzmon schenken sich nichts; wie bei Evelyn Hecht-Galinski nachzulesen ist.

Wernicke an Atzmon:

"We do not wish to give you any platform to publicize your views to a german speaking audience"

Atzmon über Wernicke:

"The Orwellian character really wants to vet that which the Germans can read,  think and discuss"


Ok, Atzmon ist Brite, das war Orwell ebenfalls. Und jenseits von "1984" hat Orwell noch Vieles geschrieben, was nachdenkenswert ist. Ich lese seit einiger Zeit immer mal in der Essaysammlung "Rache ist sauer", sind alle Texte in diesem kleinen Sammelband zwischen 1945 und 1949 entstanden.

Woher hat der Kerl das alles damals schon gewußt? Dass vermeintlich Linke -für Orwell primär die englischen Intellektuellen als Anhänger der russischen Stalinisten- in Sachen Meinungsfreiheit wesentlich restriktiver sind, als Konservative. Lederer hat somit, hat hierzulande ebenfalls Follower  gefunden - mit denen garnicht zu rechnen war ...

Und McCarthy lebt - auch von "links"!