9 Jan 2018

Zappelstrom

Submitted by Heinz

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Politiker*Innen in diesem unserem Lande nicht weiter wissen.

Zur Einleitung ein paar Links:

Die Welt: 13. 4. 2014:
Und ewig fließt der Zappelstrom

EIKE: 18. 9. 2017:
Kleine Energierückschau 2016, oder: Was ist Zappelstrom

Handelsblatt: 23. 11. 2016:
Wie steht es um die Energiewende?

Hans Werner Sinn: 18. 12. 2017:
„Wie viel Zappelstrom verträgt das Netz? Bemerkungen zur deutschen Energiewende“

Hans Werner Sinn: Sammlung von Beiträgen:
Energiewende

Spiegel Online: 7.1.2016
Die Energie-Supermächte der Zukunft

Wikipedia: Brennstoffzellen

 

 

Kommentare

Bild des Benutzers fahrwax

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Hätten Politiker etwas 'auf der Pfanne', täten sie das produktiv beweisen können.

Wieviele zappelnde Politiker verträgt das energetische Netz?

Ob Kacke- oder Energienutzung, - elitäres Pack lebt von der Macht, nicht von der Kompetenz.

Ströme fließen zwischen wechselseitig erreichbaren (horizontalen) Polen unterschiedlicher Ladung - Gleichrichter sind Energieschlucker die zwischen Frequenzen herumturnen, aber die Produktivität externer Quellen nutzen ohne etwas Nützliches einzuspeisen.

Eine Organisationsform die mehr frisst, als sie befördert, ist ein verzichtbarer Luxus.

 

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mag zwar ein Wirtschaftsliberaler sein, ein Neoliberaler - doch seine Bemerkungen zum Zappelstrom machen Sinn.

Dass die herkömmliche Batterietechnik bereits seit mehr als einhundert Jahren nahezu ausgereizt ist, das hatte ich ja hier schon mal an anderer Stelle  in einem Blogtext thematisiert. Eine große Verlade eben, das ganze Thema namens E-Mobilität. Dass eine derartige Spielzeugtechnik nun öffentlich gefördert wird, sogar die Grünen voll dahinter stehen, das zeigt einmal mehr die zunehmende Ideologielastigkeit heutiger Politik.

Und selbst für diese Spielzeuge, insbesondere für deren Batterien werden Rohstoffe benötigt, welche in ihrer Verfügbarkeit absolut endlich ist, deren Gewinnung und Verarbeitung das sprichwörtliche Kind mit dem Bade mehr als auskippt; vorsichtig formuliert ...

Insofern ist und bleibt es dahingehend meine Maxime, den Energieverbrauch zu reduzieren und zu optimieren, auf diesem Feld alle Entwicklungspotentiale und alle (öffentlichen) Fördergelder zu konzentrieren. Strom nachhaltig erzeugen scheint nicht mehr das Thema, Strom nachhaltig speichern ist es dagegen schon. Insofern, welch' Ironie der sogenannten Energiewende, muss die dahingehende Erzeugung von Strom zunehmend eingebremst werden.

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Lieber Heinz,

ich will dir deinen Eindruck sicher nicht abstreiten.
Aber ich erkenne keine Notwendigkeiten für die Politik, hierbei Antworten liefern zu müssen.
Denn für jeden Zustand gibt es "administrative" Antworten.

Dass diese administrativen Antworten nicht klug organisiert sind, erkennt man schon an dem Umstand, dass es für Verbraucher unwichtig ist, zu welchem Netzzustand sie Strom abnehmen. Denn der Preis bleibt gleich.
Technisch gäbe es schon längst die Möglichkeiten, dass dann vermehrt Strom abgenommen wird, wenn mehr (regenerativ) erzeugt wird. Nur muss sich dies dann auch auf den Preis auswirken.
Eine praktikable Verbesserung wäre bspw., dass jeder Energieversorger verpflichtet ist, grundsätzlich zu verschiedenen Tarifen abzurechnen und sich diese Tarifhöhe auf den jeweiligen Netzzustand bezieht. Den Netzzustand kann man dabei an der Strombörse in Leipzig über die dort gehandelten Preise ziemlich genau ablesen.

Der Verbrauchspreis sollte die Erzeugungskosten mit abbilden.
Denn nur dann kann er als marktwirtschaftliches Instrument und damit als Orientierungsgröße dienen.

Dann gehe ich noch weiter, indem die Forderung aufgestellt wird, dass auch die Netzbetreiber den Verbrauchern wegen der Netzstabilisierung eine Vergütung zu zahlen haben.

Ein solch durchdeklinierter administrativer Maßnahmenkatalog würde die Hürden für Speicherinvestitionen erheblich senken, weil sie damit potentiell eher rentabel werden.

Die materiellen Möglichkeiten sind also dazu. Es geht nur darum, durch entsprechende Organisierung derselben einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen daraus zu ziehen.
Damit werden natürlich erwerbsorientierte Interessen bestimmter Marktteilnehmer tangiert.
Nicht darauf zu achten, nannte ein Schumpeter "schöpferische Zerstörung". Ich gestehe dabei zu, dass ich diese Begrifflichkeit schon ein wenig abstahiert habe.

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"Ein solch durchdeklinierter administrativer Maßnahmenkatalog würde die Hürden für Speicherinvestitionen erheblich senken, weil sie damit potentiell eher rentabel werden."

Das Problem ist lediglich die Frage, in welche (bereits vorhandene?) Technologien diese Speicherinvestitionen fließen sollen. Außer den von Sinn genannten Pumpspeicherwerken gibt es nach meinem Eindruck bislang noch keine Technologie, welche diese über mehrere (Winter)monate benötigten Größenordnungen an Strom auch nur halbwegs darstellbar (ökonomisch wie ökologisch) speichern kann.

Und diese Pumpspeicherwerke benötigen ein Geländeprofil, welches im dünnbesidelten, bergigen Norwegen durchaus vorhanden ist, den dortigen Bedarf wohl decken kann.

Hierzulande von den benötigten Mengen als auch vom Geländeprofil her eher nicht ...

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«Eine praktikable Verbesserung wäre bspw., dass jeder Energieversorger verpflichtet ist, grundsätzlich zu verschiedenen Tarifen abzurechnen und sich diese Tarifhöhe auf den jeweiligen Netzzustand bezieht. Den Netzzustand kann man dabei an der Strombörse in Leipzig über die dort gehandelten Preise ziemlich genau ablesen.»

Wir haben in DE mehrheitlich immer noch die einfachen Zähler von Anno Dunnemal, die nur messen können, was durchfließt, ohne den qualitativen Wert zu messen. Von den Stromversorgern gibt es zwar ein Programm, dies zu ändern. Das betrifft aber vorwiegend Großverbraucher. Die unendlich vielen Kleinverbraucher machen auch Mist und sollten darum mit integriert werden.

Ich sehe dabei die Politik (Administration) wesentlich nicht als Akteur, sondern als Moderator für die Anforderungen der Industrie, die letztlich diese Energiewende umsetzen muß. In diesem Sinne ist die Politik im Moment «ratlos», weil die eigentlichen Akteure in der Industrie kontroverse Interessen verfolgen.

 

Bild des Benutzers Heinz

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Vor kurzer Zeit hatten wir hier ja einmal das Problem der KI gestreift. Die Energiewende, weg von fossilen und atomaren Brennstoffen, hin zur erneuerbaren Energie ist so ein Problem, das nur intelligent gelöst werden kann. Die zwei Schwestern Kreativität und Innovation sind gefragt. Welcher wirtschaftlichen Glaubensrichtung Hans Werner Sinn bei seiner Darstellung angehört, ist unerheblich, er macht heute nur eine Situationsanalyse. Auch die Frage, ob wir die wirklichen Preise des Stroms bezahlen, ist nebensächlich. Volkswirtschaftlich bezahlen wir den Strom immer, es sei denn, wir importieren ihn billig auf Kosten der Erzeuger.

Erneuerbare Energie ist Solarstrom, egal, ob der über das Pflanzenwachstum, Windenergie oder direkt über eine Solarzelle erzeugt wird. Auch fossile Energie ist letztlich mit Solarenergie erzeugt worden, also gespeicherte Solarenergie. Wird die freigesetzt, werden wir Verhältnisse erzeugen, wie sie bei der Einlagerung bestanden – also sehr viel wärmer, als heute im Jahresmittel. Die Alternative des Atomstroms ist keine. Auch die Uranvorräte sind begrenzt, die Laufzeit von Kernkraftwerken wegen Materialermüdung sowieso. Die anschließende Lagerung von Atommüll ist aufwändig, teuer und bisher ungeklärt. Der Schmelzsalzreaktor ist zwar betriebssicherer, das Brennmaterial Thorium noch lange vorhanden, aber auch das ist ein Strahlemann und die nachfolgende Endlagerung mit ihren Kosten bleibt bestehen.

Welche Alternativen haben wir?

  • Energie sparen: Wie wir am Beispiel der Glühbirne sehen, geht das. Allerdings werden Schmelzvorgänge von Metallen und der Schwerlastverkehr mit LKW und der Bahn AG weiterhin einen hohen Energiebedarf haben.
     
  • Speichermedien entwickeln: Batterie und Pumpspeicherwerke sind heute bekannte Methoden. Zwischenschritte über Wasserstoff oder andere Energieträger befinden sich in der Entwicklung. Auch die «Vermaisung» der Landschaft für die Biogasanlagen sind nur der erste Schritt mit herkömmlichem Wissen; eine Algenkultur hat den zehnfachen Ertrag.
     
  • Fazit: Offensichtlich reicht die menschliche Intelligenz nicht aus, dieses Problem zu lösen,
    folglich brauchen wir die KI dringend enlightened