19 Mär 2018

Das wird man ja wohl noch sagen dürfen ...

Submitted by ebertus

Da wird man sich ja wohl noch freuen dürfen. Sechs weitere Jahre Putin und kein Ende. Fehlt nur noch, dass auch Trump erfolgreich für eine zweite Amtsperiode kandidiert.

Nichts bleibt, wie es war und eigentlich könnte man es gar spiegelbildlich sehen; zum ersten kalten Krieg. Heute sind die USA in Gestalt von Trump diejenigen, welche ungelenk wie einst dieser russische Bär auf der Weltpolitik herumtrampeln; während Russland als Nachfolger der ehemaligen Sowjetunion, in Gestalt von Putin, Lawrow und Maria Sacharowa diesen Bär das eine um das andere Mal äußerst smart und jederzeit voll kontrolliert zum Tanzen bringen.

Bisher hätte ich mir schon manchmal gewünscht, dass Russland härter und deutlicher auf diese oft tumben Provokationen der USA und ihrer europäischen Vasallen, insbesondere Deutschlands antwortet. Aber mittlerweile finde ich Gefallen an eben dieser smarten, manchmal schon erkennbar spöttichen Art der Reaktion.

Natürlich, es mag auch an den Medien, insbesondere am Internet liegen, dass dieser Eindruck entsteht. Wer kann sich von uns Älteren nicht noch an diese hölzernen Ostblock-Typen erinnern, welche im ungelenken Politruck-Sprech ihre gleichgeschalteten, allwissenden und ununterbrochen den Sieg verkündenden Botschaften überbrachten;

während Politiker wie Kennedy oder der frühe Clinton, bis hin zu Schröder und Blair et al. von den oft und erkennbar unterschiedlicher Meinung seienden Medien dennoch unisono als smarte, auch menschlich daherkommende Boys überbracht wurden.

Heute dagegen -nehmen wir nur die Situation in Deutschland- hat sich nicht nur die Optik um 180 Grad gedreht, bestimmen zunehmend  hofberichterstattende sterile Bilder und darin wandelnde, ihre immer gleichen Sprechblasen absondernde Figuren die Szenerie. Auch inhaltlich ist nach meinem Eindruck bei RTdeutsch oder Sputnik die thematische Vielfalt wesentlich breiter aufgestellt als bei den mittlerweile hölzern wirkenden Qualitätsmedien; insbesondere den öffentlich-rechtlichen.

Zum Schmunzeln, nicht zuletzt aus einer (meiner) historischen Sicht ...

Kommentare

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- wobei meine persönliche sicht etwas anders ist - ich aber deine (medial vermittelte) perfekt nachvollziehen kann.

es wurde eine oberfläch "poliert", welche ja eine lange tradition der werbe- und pr-industrie perfekt und (tiefen)wirksam gestaltet und vorbereitet hat - welche sich auch jenseits der mauer aus ästhetischen gründen gut etablieren konnte.

ABER: nicht so pur, nicht so unhinterfragt und vor allem um MEHERE PARAMETER ERWEITERT ... die für "kapitalismus" gefährlich sind und umgebogen und diffamiert werden mußten ...

zum glück hat deren offensichtliche lächerlichkeit - weil realitätsbefreite wunschfantasie als pure verarschung - nur die "chance" zur selbstzerlegung durch maßloße übertreibung >>> DAS ist doch hoffnungsvoll! unerträglich bleibt jedoch jedes nachdenken über den preis, der eine höhe erreicht hat , dass er immer weniger bezahlbar ist bzw. die bereitschaft zum zahlen bei noch vorhandener menschlicher vernunft immer mehr abhanden kommt.

wenn man sich die gesamte welt als mögliches paradies in der hand des teufels zur hölle verwandelt betrachtet, wird das ergebnis der betrachtung relativ einfache antworten geben können, die der "osten" aus der geschichte besser kennt, in dem er zum überleben sich einer schonungslose analyse der fehler stellen mußte und gestellt hat und zukünftig DAMIT klar im vorteil ist.

um diese analyse geht es - der westen hinkt mit durchschaubaren lächerlichkeiten hinterher ... das ist seine entscheidung - wie auch jedes einzelnen menschen auf der welt, egal wo er lebt ... ja, es ist eine spannende und nicht sehr entspannte zeit = kalter krieg mit heißen donnerschlägen im "zwischenbereich" (des islam???)

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Antwort auf marie  zum Kommentar "zwei dumme" - ein gedanke
 

in Sachen Shakespeare, Macbeth und King Lear braucht man dann wohl schon. Aber ich verspreche, den Text von/zu Varoufakis heute noch zu lesen und dann versuchen zu verstehen.

Vielleicht hilft mir George Orwell dabei, hat er sich doch in dem Essayband "Rache ist sauer" mit Shakespeare und King Lear als eine Erwiderung der Kritik von Leo Tolstoi auseinandergesetzt.

Insofern, Danke für die Anregung, muß ich jedoch erst nochmal nachlesen.

Antwort auf ebertus  zum Kommentar Etwas Hintergrund
 

reiht sich auch in meine "shakespeare-rezeption" zum das leben und die politik verstehen ein. wenn du mich gefragt hättest, hätte ich dir ja ein entsprechendes theaterstück empfohlen ;)

also putin macht das, was auch schon vor allem immer pollesch (und schlingensief) am theater versucht (und teilweise auch meese) (und auch ich, um dann als idiotische traumtänzerin bezeichnet zu werden) ...

leicht wie eine lästige fliege, nennt er die angriffe und lügen einfach "quatsch, nonsens" oder ähnliches ... weil es zeit und energie frißt über jedes vorgehaltene morsche stöckchen (mit argumenten) zu springen, die dann nur zu immer neuen und noch morscheren stöckchenzeigen führen ... soll machen, wer spaß dran hat ... der ist aber vorbei und reicht nur noch zum gähnen, wegen der langweiligen wiederholungen zu immer neuen anlässen ...

https://deutsch.rt.com/kurzclips/66925-putin-zu-skripal-nonsens-quatsch/

hier noch ein theaterstück für mathematiker

https://www.theaterkompass.de/news-einzelansicht+M550637.html

hitchcock ist für die aufmerksamkeitsökonomie genauso gut wie shakespeare

"Hitchcocks MacGuffin ist ein handlungstreibendes Element, das im Grunde nichts bedeutet: je nichtiger, desto besser. Und Pollesch stilisiert das Nichts-meinen-Müssen zur Lieblingskampftrope, die jedes Bedeutungsgehubere und Effizienzstreben durchlöchern soll und eben dadurch, ha!, natürlich wahnsinnig bedeutsam ist."

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macht sich ähnliche Gedanken, meint auch, dass die Russen vielleicht zu sanft, zu ernshaft kooperativ reagieren.

"Washington and its puppet states do not need any facts. They have an agenda. By calling for facts, the Russians show their weakness. The Russian display of weakness encourages Washington’s aggression. Does Russia’s desire to be a part of the West exceed its desire for national survival?
"


Frei übersetzt:

Washington und seine Vasallen interessieren keine Fakten. Sie haben ihre eigene Agenda. Wenn die Russen ernsthaft auf Fakten bestehen, dann zeigen sie damit nur ihre Schwäche; welche die westliche Aggression gar noch befeuert. Nicht zuletzt, weil Russland immer noch daran glaubt, ein ernsthafter und akzeptierter Teil des Westens zu werden; statt das eigene Überleben zu sichern.


Ok, hatte oben im Blogtext bereits geschrieben, dass auch mir Überlegungen wie die von Paul Craig Roberts nicht ganz fremd waren. Mittlerweile sehe ich das aber etwas gelassener und meine schon, dass die Russen -auch die Chinesen- genau wissen, was da läuft.

Antwort auf ebertus  zum Kommentar Paul Craig Roberts
 

spannend

einig sind sich alle, dass fakten niemand interessieren ... (sondern stimmungen/meinungen = deshalb auch deren "freiheit" hihihi)

ich weiß nicht warum, aber ich finde die russen + chinesen intelligenter als die usa - obwohl es dort raffinierte psychologen und datenmaterial gibt, die alle möglichen "siege" berechnen ... aber überhaupt keine idee haben, was mit der immer weiter zunehmenden masse der logischerweise dabei entstehenden "verlierer" werden soll/kann/wird

klar ist: die antworten darauf können nur pervers und unmenschlich sein ... und beschäftigen aber auch immer mehr menschen, die dabei nicht einfach zusehen wollen ... wie einst die indianer

Antwort auf ebertus  zum Kommentar Paul Craig Roberts
 

FritztheCat

RT-Chefin Margarita Simonyan:
Und jetzt das Coolste. Ratet mal, wo der größte Anstieg der Stimmen für Putin im Vergleich zur vergangenen Wahl war?

In London.
27,7 Prozent im Jahr 2012
51,7 Prozent im Jahr 2018

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... wie sie aus dem westen kommend (österreich) im osten das erste mal freiheit erlebte ...

https://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=...

wers nicht erfühlt (hat), der wird es nicht erjagen ....

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