18 Jun 2018

Der Elefant im Zimmer

Submitted by ebertus

Aktuell überschlagen sich die Qualitätsmedien zum heutigen "High Noon", zum angeblichen Showdown zwischen Merkel und Seehofer, sprich: zwischen der CSU und dem Rest der Guten.

Der Name AfD ist abwesend in der Berichterstattung und dass im Oktober Landtagswahlen in Bayern (auch in Hessen) drohen, das wird lediglich en passant erwähnt; wenn überhaupt. Dabei ist dies genau der Hintergrund, mit dem sich die Parteien konfrontiert sehen, diesen Elefant im medial illustrierten politischen Spielzimmer nicht sehen wollen, nicht sehen dürfen.

Die Stahlhelm-CDU in Hessen paktiert ja seit vier Jahren recht geräuschlos mit den Grünen, sollte dieser Spagat die AfD möglicherweise klein halten. Man wird sehen ob das Kalkül dann Ende Oktober wirklich aufgeht, welche Sau vorher noch durch die hessische Provinz getrieben wird.

In Bayern dagegen, da sieht es ganz anders aus, könnte dort die AfD bei den Wahlen im Oktober durch die Decke gehen.

Diese Thematik zu diskutieren, die Konsequenzen breit auszuleuchten, dass hätte ich mir vom medialen Mainstream gewünscht. Nur das passiert eben nicht. Stattdessen kloppt man wie von Sinnen auf Seehofer, Söder und die ganze CSU ein. Klar, auch die CSU-ler kleben an ihren Posten und Pfründen. Daher -und ehe sich der heutige, zum High Noon hochstilisierte Tah dem Ende zuneigt- wird meiner Vermutung nach alles so bleiben wie es ist, darf sich die CSU anschließend und bis eben zu den Landtagswahlen lediglich verbal an die behaarte Heldenbrust trommeln.

Mal schauen, ob das den Bayern reicht; im enfachsten Falle dann (wieder) zu einer Koalition mit der FDP führt.

Andere Szenarien sind denkbar ...

Kommentare

Bild des Benutzers Heinz

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Da ist noch'n Thema.

Seehofer ist nicht freiwillig nach Berlin gegangen, sondern gegangen worden. Dafür brauchte er ein Thema und das sind eben die armen Schweine, die sich nicht wehren können, weil der Pöbel sie nicht will und durch politisches und mediales schüren von Ängsten sogar um ihre eigene Sicherheit in der Komfortzone fürchten.

Postdemokratisches Gelaber eben.

Bild des Benutzers Heinz

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Aus der Geschichte des Joseph McCarthy schein Seehofer gelernt zu haben. Die McCarthy-Ära entstand aus der Imagepflege seines politischen Profils. Die Opfer waren und  sind dem politischen Pack egal.

NDR Kultur: Richard Mosse: Zwischen Aktivismus, Reportage und Kunst

 

Bild des Benutzers fahrwax

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dürfen sich nach dem anstehenden bayrischen Rattenrennen Populistenrennen nicht als nackige Könige präsentieren - da seien gefälligst alle versammelten "demokratischen" Gottheiten vor!

Die Tschornaille verrichtet allein das, was von ihr erwartet wird - die Konsequenzen trägt, wie üblich, der (flott verbissene) letzte Köter vom Rudel, das Stimmvieh übernimmt dafür die Rechnung. Wer auch sonst?

Die Hintergründe müssen dem, als "Soverän" titulierten, Deppentum gefälligst verborgen bleiben - das traurige Spiel darf nur so funktionieren.....

Der besch....eiden und desorientierte Bayer wird sich an die besten Sprücheklopfer halten, was soll er auch sonst tun?

Dafür das alles so bleibt wie es ist, mangelt es jedenfalls nicht an grundguten Populisten - egal wie sie sich auch gerade nennen.

Alternativlos ist da nichts - außer den dämlichen Spielregeln nach denen der Schwachsinn abläuft.