18 Jun 2018

Im Namen des Volkes?

Submitted by fahrwax

Eine astreine Zusammenfassung zur Historie der grundlegenden Spielregel die hierzulande Demokratie simuliert, den vorgeblichen “Souverän” zur Freude eines lenkbaren Parteienklüngels komplett stimmlos macht , also entmündigt. Geliefert von Paul Schreyer via TELEPOLIS.

Diese real existierende Scheindemokratie ist eine pure Spitzfindigkeit, gemacht für die Herrschaft von reaktionären Populisten und für die käufliche Hirarchie?

 

 

“Wir sollten aber auf keinen Fall in der Öffentlichkeit bekannt werden lassen, dass wir in Bezug auf die Entscheidung durch das Volk irgendwelche Besorgnisse hegen. Das dürfen wir auf keinen Fall preisgeben.”

Christian Stock

“Die Angst vor den Kommunisten, die beispielsweise in Sachsen 1946 das Volk über die Vergesellschaftung von Betrieben von Naziverbrechern hatten abstimmen lassen (Ergebnis: 77 Prozent Zustimmung bei 93 Prozent Abstimmungsbeteiligung)5, überschattete die gesamten Verhandlungen des Parlamentarischen Rats, wo das Grundgesetz diskutiert und entwickelt wurde. Das Thema direkte Demokratie wurde dort weitgehend gemieden, jedenfalls ohne größere Debatten behandelt. Es gab keine tiefschürfenden Argumentationen, eher ein unwilliges Abblocken, eine stille Übereinkunft der Beteiligten, dass Volksabstimmungen im Zweifel den Kommunisten in die Hände spielen könnten und daher besser umgangen werden sollten.

In einer Besprechung von Mitgliedern des Parlamentarischen Rates mit den Ministerpräsidenten der Länder betonte der SPD-Politiker Rudolf Katz Anfang 1949, er wolle es "vermieden sehen, dass man durch Anordnung eines Volksentscheides den negativen Kreisen des Volkes eine Kristallisationsmöglichkeit gebe".6

Wer oder was als "negativ" zu gelten habe, blieb dabei einer höheren Instanz, einer Autorität, zur Entscheidung vorbehalten, deren Klugheit man sich wohl hoch über dem Volk thronend vorzustellen hatte. Solange in dieser Art gedacht wurde und es "gute" und "negative" Teile eines Volkes gab, war die Demokratie in den Köpfen ihrer Vertreter noch nicht vollständig angekommen. Der hessische Ministerpräsident Stock trieb den Widerspruch auf die Spitze mit seiner Aussage, dass Volksabstimmungen möglicherweise "nicht das Resultat haben werden, das im Interesse der Demokratie wünschenswert wäre".7

Dieser Gedankengang gleicht der aktuellen "Verteidigung der Demokratie" gegen Populisten, die zwar Wahlen gewinnen, aber unerwünscht sind. Dahinter steht in beiden Fällen eine erstaunlich simple Begriffsverwechslung von "Demokratie" und "Regierung". Doch so viel sollte eigentlich klar sein: Nicht alles, was die etablierte Macht schützt, sichert auch die Demokratie - eher im Gegenteil.”

https://www.heise.de/tp/features/Weshalb-direkte-Demokratie-nicht-im-Grundgesetz-steht-4080019.html?wt_mc=rss.tp.beitrag.atom

 

Der Clou dieser eigenwilligen, grundlegenden Spielregel ist es, das die damals gefürchteten sogenannten “Kommunisten” ebenfalls die lenkbare Hierarchie (die “Diktatur des Proletariats”, ha ha.....) über das Recht auf menschliche Selbstbestimmung setzten. Brüder im Geiste der menschlichen Fremdbestimmung also - bestens geignet für jede Form der Demagogie zum Erhalt der Herrschaft der eingebildet "Guten" über die debile Masse der Nachrangigen.

Aber immer im "Namen des Volkes" als Repräsentanz der eingebildeten "Besseren"?

Die Simulation von Kommunismus und die Simulation von Demokratie erzielten gemeinsam den real existierenden Kapitalismus – mit allen ringsum zu besichtigenden, mörderischen Nebenwirkungen......

 

Kommentare

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genau! deshalb ist es ja so interessant, sich mit den REALITÄTEN zu beschäftigen, also denen in der ex-ddr und denen im gegenwärtigen kapitalismus/imperialismus

https://paulschreyer.wordpress.com/

ps. die "simulationen" aus der ex-ddr kennen ja viele wessis gar nicht - da ist nun mal nix zu machen - mit ihrem kommunistenhass, da die "kommunisten" schon lange in der ddr differenziert betrachtet wurden und es viele diskussionen darüber gab - genau: um simulation und realität beim namen zu nennen und zu wissen, was die wirklichen unterschiede von propaganda, kalter krieg und realität sind

ps. interessant, dass ein teil der "anarchisten" - zu denen ich dich zähle, keinerlei interesse daran haben und somit eher ihre psyche beschreiben, als eine tragfähige politische haltung

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Antwort auf marie  zum Kommentar simulation und realität
 

Aus Wikipedia: Konservativ von lateinisch conservare ‚erhalten‘, ‚bewahren‘ oder auch ‚etwas in seinem Zusammenhang erhalten‘) ist der Sammelbegriff für politische und geistige soziale Bewegungen, die die Bewahrung der bestehenden oder die Wiederherstellung von früheren gesellschaftlichen Ordnungen zum Ziel haben. Neben dem Liberalismus und dem Sozialismus stellt er eine der drei großen politischen Ideologien,  Weltanschauungen, die im 18. und 19. Jahrhundert in Europa begrifflich definiert wurden, dar. Im Unterschied zu den beiden anderen stellt der politische Konservatismus allerdings mehr eine Haltung in einer spezifischen historischen Situation als eine geschlossene politische Philosophie dar.

In seiner Entstehung als politische Weltanschauung wurde der Konservatismus als Gegenbewegung zur Epoche der Aufklärung und den Ideen der Französischen Revolution sowie des Liberalismus und des Radikalismus beschrieben. Im Gegensatz dazu interpretiert Panajotis Kondylis in seiner Konservativismus-Studie den Konservatismus nicht mehr als bloße Gegenbewegung, sondern versteht sie als Reformulierung der Gedankenwelt der societas civilis (Zivilgesellschaft).

Die Argumentation der Verfassungsväter (die Verfassungsmütter und Trümmerfrauen werden natürlich mal wieder unterschlagen) von 1948/49 kann ich nur teilweise nachvollziehen. Die Volksentscheide zu den Landesverfassungen West hatten keinen kommunistischen Hauch abbekommen.

Zur Entstegung der Verfassungen:

Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik

Das ist nun siebzig (70) Jahre her.

Die politischen Verhältnisse haben sich grundlegend geändert. Ausschließlich die CDU hält an ihrem konservativen Ausschluß der Zivilgesellschft am politischen Pozeß fest. Darum ist eine Partei wie die CDU, die aktiv rückwärts orientiert ist und gegen die Aufklärung und Demokratie der Zivilgesellschaft arbeitet, obsolet.

Mit der französischen Revolution gelten die Prinzipien der Aufklärung:

frei, gleich, sozial (brüderlich)

Das setzt die volle politische Beteiligung inklusive Plebiszit voraus.

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Antwort auf marie  zum Kommentar simulation und realität
 

.... sehr wenig tragfähige politische Haltung (weil sie sich forderungslos allein auf meine Person beschränkt) erhebt nur den Anspruch auf Selbstbestimmung. Mehr geht nicht, solange ich nicht mit weiteren Teilnehmern die Simulation von was auch immer verlasse.

Realität ist allein das, worauf ich mich mit den Menschen meiner näheren Umgebung einige.

Diese Beschreibung eigenständiger Psyche liefere & erwarte ich (jenseits aller Simulationen - weil die auch zügig langweilen), damit etwas mehr und anderes daraus entstehen kann.

Kommunismus als unbedingte Einigung auf Selbstbestimmung erscheint mir genial - als Vision bevorrechtigter Privilegierter dagegen mehr als einfältig.

Möchtest du hier (noch) mehr über deine eigene Psyche berichten, liebe Marie?

 

Bild des Benutzers Heinz

Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Meine
 

Utopie heißt Nicht-Ort, also Nirgendwo.

In aller Regel wird als Utopie eine idealisierte Gesellschaftsordnung beschrieben, die dauerhaft funktionieren soll. Bereits diese Idee ist ein Widerspruch in sich. Keine Gesellschaft funktioniert konfliktfrei, schon gar nicht auf Dauer. Gesellschaftliche Interaktionen sind Kommunikation und darum unterschiedlich interpretierbar von Sender und Empfänger. Daraus ergeben sich notwendigerweise Konflikte. Die «ideale» Gesellschaft ist darum eine Gesellschaft, die Konflikte mit einem Minimum an Gewalt lösen kann. Dieses Minimum an Gewalt ist für die Mitglieder der Gesellschaft notwendig, die einen Konflikt verursachen, diesen aber nicht lösen wollen; z.B. weil sie darin  partikuläre Interessen verfolgen und Gewinne auf Kosten anderer einfahren.

Manifest der Kommunistischen Partei

Manifest der Kommunistischen Partei (1848)

Im Kapitel 3 beschreibt Marx selbst das Scheitern seiner heutigen Anhänger. Die begehen den gleichen Fehler, dem die frühen Utopisten und Sozialisten aufgesessen sind. Das gilt in gleichem Maße für die Anarchisten, mögen die sozialistisch, kommunistisch, libertär oder konservativ sein. Die Veränderung liegt stets in der Zukunft und davor fürchten sich viele Menschen.

Bakunin-Anarchismus vs. Marx-Kommunismus

Hier eine Textpassage zum Konflikt, die für sich selbst spricht:

«Seinen vorläufigen Höhepunkt fand die marxsche Kampagne in der Allianz-Broschüre, einer von Marx, Engels und Paul Lafargue verfassten Kampfschrift gegen Bakunin, die von falschen Vorwürfen nur so wimmelte. Dagegen fand Bakunin, trotz dieser erbitterten Polemik gegen ihn, in seiner Darstellung des Konflikts anerkennende Worte für die Verdienste von Marx: Er hatte „Respekt vor Marxens Abstraktionsfähigkeit und seiner Gelehrsamkeit in bezug auf das Generelle, speziell in der Ökonomie“[7].»

Bild des Benutzers fahrwax

Antwort auf Heinz  zum Kommentar Nirgendwo
 

Mercie!!!

Die Freidenker haben unter Bakunin-Anarchismus vs. Marx-Kommunismus eine feine Zusammenfassung der, bis heute, strittigen Punkte zwischen recht(s)gläubigen, orthodoxen Marxisten und meiner Glaubensrichtung:

ich verkürze einmal frech auf den abschließenden Absatz dieser Betrachtung........

"Er  (Marx) arbeitete systematisch reflexiv und analysierte die bestehenden Verhältnisse, um daraus seine strategisch-langfristigen Überlegungen zu entwickeln. Aus heutiger Perspektive ist aber vor allem zu kritisieren, dass er nicht die Gefahr sah, dass der von ihm proklamierte sozialistische Staat ebenso diktatorische und oligarchische Strukturen entwickeln könne. Bakunin dagegen war sich dessen nur zu gut bewusst. Sein radikaler Anspruch, die gesellschaftlichen Verhältnisse unmittelbar – notfalls mit Gewalt – im Sinne seiner anarchistischen Ideen zu verändern, könnte man als kurzsichtig bezeichnen. Doch im Gegensatz zu Marx war er bekennenderweise kein Theoretiker und entwickelte daher auch kein langfristig angelegtes Konzept. Auch ein situationsbedingter Pragmatismus war ihm fremd gewesen. Vor allem seine ungestüme Bedenkenlosigkeit, mit der er die Zerstörung des Bestehenden forderte, traf schon zu damaligen Zeiten auf viel Kritik. In all seinen antiautoritären Vorstellungen und seinem Umgang mit Zeitgenossen spiegelt sich ein unbedingter Trieb zur Freiheit, eine radikale Empörung gegen jede Form der Entmündigung und Entwürdigung des Menschen wider – diese idealistische Haltung war zugleich seine große Stärke, aus der sich seine enorme Ausstrahlungs- und Überzeugungskraft speiste."

"Langfristige Konzepte" können nur unmittelbar durch gleichberechtigte Menschen erschaffen werden - keineswegs durch omnipotente autoritäre Strukturen oder Vordenker wie Marx - das ist bis heute des "Pudels Kern".

Den Beweis dafür erbrachten die vielen historischen, autoritären Figuren von Stalin bis Honecker mit ihren repressiven Organisationen.......

Der Beweis für Bakunin's Sicht steht noch immer aus - da sind bisher nur wenige lebende Keimzellen verfügbar, bzw. historisch belegbar.

Die Selbstdenkerei & die Selbstorganisation sind aber auch verdammt schwierig, solange militante Fremdbestimmte Jünger ihren gewaltmonopolistischen Fürsten huldigen.

Traue keinem unkontrollierbaren Kontrollettie - Macht ist nur was für Ärsche -, dann ist

Nirgendwo fix überall - wirste schon sehen!

 

Hier dann noch ein DDR-Schmankerl von 1988 - das Jahr wird doch wohl kein Zufall gewesen sein?

Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Na Bravo - eine hervorragende Quelle
 

rio reiser "aber ich werde alles geben, dass er wirklichkeit wird "

Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Meine
 

"Realität ist allein das, worauf ich mich mit den Menschen meiner näheren Umgebung einige."

und wenn eine einigung nicht möglich ist, dann ist es keine realität, sondern simulation?

klar, du kannst alles was dir beliebt interpretieren, so wie du es möchtes - diese "selbstbestimmung" bleibt dir natürlich

nur hat für meinen tellerrand diese einschränkung auf die nähere umgebung bzw. die aberkennung einer realität (durch dich), wenn es darüber hinaus geht, etwas zutiefst arrogantes - ja selbst künstlich simuliertes und kommt in meiner wahrnehmung einer fabulierten realitätsblase viel näher, als dem wissen und verständnis um das wirken von naturgesetzen und unterschiedlichen menschlichen interessen und lebensrealitäten - die meiner haltung nach dem anspruch/der vision von kommunismus auch nur ansatzweise entsprechen, der in einer kleinen blase chancenlos ist und ich mich klar gegen diese haltung - ganz persönlich und real - engagiere

klar ist das voller widerspüche - kämpfe, rückschläge, punktsiege >>>also voller ganz reales leben

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Antwort auf marie  zum Kommentar realität
 

Sichtweisen können eben nicht verallgemeinert werden, wie auch, da sie einer begrenzten Perspektive entsprechen. Aber als "Muster" lässt es sich prüfen, ob bestimmte Lebensweisen davon übertragbar sind.

Und ich würde mir auch nicht anmaßen wollen zu glauben, ganze Gedankengebäude errichten zu können, wie es z.B. Marx gelungen ist. Aber aus diesem "Steinbruch" lässt sich entnehmen, was man selbst nicht hat denken können. Wenn daraus aber Systeme gestrickt wurden, die zum Fiasko ausarteten, dann können nur Demagogen oder Unbedarfte dies Marx zum Vorwurf machen.

Das Leben aller wird sich immer im Spannungsbogen von individuellen Freiheitsvorstellungen und den kollektiven Erfordernissen eines Gesellschaftssystems abspielen, wobei der Konservatismus nicht nur als rückwärtsgewandte, den Veränderungen gegenüber abgeneigte Ideologie ist, das wäre eine bloße Etikettierung und würde die positiven Elemente ausblenden. Denn jede "neue" Gesellschaft braucht auch dann die bewahrenden Kräfte dessen, was als erhaltenswert erachtet wird.

Kurzform: Was sich bisher bewährt hat, soll beibehalten werden. Bevor Neuerungen erwogen werden, muss erwiesen sein, dass diese auch zu einer Besserung führen. Dagegen hättte ich keine Einwände.

Antwort auf pleifel  zum Kommentar Und genau diese lokalen
 

das mich ehemals prägende umfeld stirbt so langsam aus - so auch paul gratzig, an den eine gute bekannte in einem artikel erinnert - und alle für mich "normalen, alltäglichen widersprüche" ungeschönt und sehr realitätsnahe beschreibt:

https://www.berliner-zeitung.de/kultur/literatur/ein-traum-von-sozialism...

meine "moral" der geschichte ist WEDER "gut" noch "böse", sondern ich bin bei deiner bezeichnung "steinbruch" ganz nahe bei deiner interpretation - da existiert eine ganz "normale" realiät, die sich nicht beschönigen läßt, ohne sich dabei lächerlich zu machen

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Und genau diese lokalen
 

......."können nur Demagogen oder Unbedarfte"

zur universellen Schablone erklären - täte ich dazu einmal einwerfen wollen.

Der passende Guhruh hilft ja gern bei der Denkverweigerung - weil die Formeln , hin und wieder, so schick prägnant sind.

Marx weiter (zu Ende geht sowiesieso nicht!!!!)) denken wäre auch eine glatte Überforderung (?)........

 

Bildquelle: fahrwax Schwick's Marx-Altar und seine Fortsetzung im "Deutschen Hygiene Museum" fotogafierend.

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Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Das "Muster" vom Herrn Marx
 

ist schon erlaubt, aber weder gibt es "ein zu Ende denken" (da die Welt viel zu komplex ist), noch werden die "Formeln" begriffen (was bereits ein großer Fortschritt wäre), jedenfalls im politischen Geschäft der heutigen Infantilen.

Abgesehen davon hat "Steinbruch" nichts mit "Schablone" zu tun, was bei ein wenig Aufmerksamkeit zu bemerken wäre. Aber es ist ja dein "Steinbruch" hier.

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar "Einwerfen"
 

Lassen wir mal allen Unflat weg, den dises bürgerliche Stinktier Karl Marx über seine Kritiker ausgekübelt hatte.

Beim Verwenden der Steine aus diesem Steinbruch bin ich vorsichtig, sehr vorsichtig. Für Marx war alles Handeln ein Tauschhandel, den er auf den Warencharakter reduziert hatte. Geld war für Marx eine Ware. Solange das Geld direkt in Gold gedeckt war, mag das funktionieren. Irgendwann in seinen späteren Kapiteln merkte ER, daß die Banknoten nicht mehr von Gold gedeckt wurden und nannte dieses Geld ein fiktives Geld/Kapital. Eine brauchbare Geldtheorie hatte Marx aber nicht.

Inzwischen haben wir sogenannte Kryptowährungen, die meiner Meinung nach gar keine Währungen sind, sondern Anlagen. Selbstverständlich kann man auch mit beliebigen Anlagen bezahlen, mit Muscheln, Schrauben, Nägeln und Aktien. Kalkulieren kann man aber nur mit einer stabilen Währung  – also lieber nicht in Lira oder Drachmen.

Heinsohn und Steiger hatten das Geld und ihre Geldthorie auf Eigentumsverhältnisse gebaut – sowas gibt es bei Marx gar nicht. Für Luhmann ist Geld ein soziales Kommunikationsmittel, also völlig substanzlos jenseits jeden Warencharakters.

Dann sollten wir nicht vergessen, daß Karl Marx ein Kritiker im 19. Jahrhundert war, also in einer feudalen Klassengesellschaft und nicht in der heutigen bürgerlichen Gesellschaft, die bereits einige soziale Elemente realisiert hat, ohne wirklich demokratisch geworden zu sein  (Ludwig Erhard war mit dem Ordolieberalismus bereits sehr viel weiter, als die Schröderbande und Mamma Dilemma).

Mein wesentlicher Kritikpunkt an Karl Marx betrifft die Reduktion einer ganzen Gesellschaft auf die Produktionsverhältnisse. Die sind zwar wesentlich für die erzugten Waren, aber völlig kulturlos.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Steinbruch
 

Über die diversen gedanklichen (über die persönlichen sowieso nich...) Macken von diesem Helden-Kerl (Marx wohlgemerkt!) müssen wir nicht weiter kamellen.

Ich pinkle solchen Denkmalereien halt nur so schrecklich gern an das Söckelchen - ohne gleich Steine herausbrechen zu müssen.

Die werfen sich eh nicht gut & weit aus unseren heimischen Glashäusern.......

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Steinbruch
 

nicht vertiefen und hatte ihn auch nicht eingeführt. Wenn "Lokaldenker" aber über Marx ihr Urteil fällen wollen, (wobei nicht mal klar ist, ob ihr Wissen überhaupt von den Originalen herrührt und nicht eher aus der Sekundärliteratur und Feuilletons stammt), dann werde ich das sicher nicht zum Maßstab nehmen, was Marx für Leistungen erbracht hat. Zumal selbst seine größten Kritiker nicht umhinkönnen, trotz auch zeitbedingter Einschränkungen, diese anzuerkennen.

Selbst ein Ökonom wie Hans Werner Sinn, den lange Jahre Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung war (und als Arbeitgeberinstitut gilt), findet mehr als nur anerkennende Worte für ihn im Essay "Was uns Marx heute noch zu sagen hat", ausgerechnet noch in APuZ der bpb.

Und der Gehalt der Beiträge in den Medien anlässlich seines 200jährigen steht wohl im umgekehrten Verhältnis zur Kenntnis seiner Schriften. Da befindet Marx sich aber in guter Gesellschadt, denn anderen Größen geht es nicht besser, um nur Adam Smith und Keynes zu erwähnen, die ebenfalls auf einige Versatzstücke reduziert werden und denen allenfalls in der Vergangenheit noch Wert zugebilligt wird. Aber diese Marktverhältnisse zeigen eben eine Entwicklung auf, die Marx gekannt hätte und folglich ist fehlende Qualität einfach das Ergebnis mangelnder Recherche, die ihm angemessen wäre.

Es besteht für mich aber überhaupt kein Grund, als Verteidiger von Marx aufzutreten, denn das beweisen seine Bücher besser. Ansonsten möge man nun noch viel Spaß haben beim Vermehren der gewonnen Einsichten.

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Marx werde ich hier
 

Die Bibel der Marxisten ist über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren entstanden, Wäre das ein in sich geschlossener Versuch gewesen, die politische Ökonomie PÖ als ein System neu zu sortieren, wäre Marx früher fertig geworden und «Das Kapital» wäre sehr viel dünner geworden. Statt dessen kannst du Das Kapital als einen Erkenntnisweg interpretieren, den Karl Marx selbst zuück gelegt hatte, um die PÖ zu verstehen. Mit «Das Kapital» kannst du lernen, wie man folgerichtig und dialektisch denkt, das konnten aber Platon und Aristoteles auch schon, falsch Prämissen inbegriffen.

Wenn die erlauchte Meute der Ökonomen nach ihrem Versagen in der Finanzkrise zu «Das Kapital» greift, beweist sie nur, daß sie nichts begriffen hat.

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Marx werde ich hier
 

Junius Verlag: Karl Marx zur Einführung

 

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Karl Marx zur Einführung
 

darfst mir glauben, allein auf dem eReader habe ich noch reichlich zu lesen. Als nächstes von Marx ist die Schrift erst einmal von Josef Schleifstein: "Einführung in das Studium von Marx, Engels und Lenin" dran, wobei der neue Impulse Verlag noch weitere interessante Texte anbietet.

Vorher wird aber noch beendet: "Kein Mensch lernt digital" von Ralf Lankau, "Die Suche nach der Willensfreiheit" von Helmut Hesse und "Kaiser Konstantin und die wilden Jahre des Christentums" von Rolf Bergmeier. Beste Zeit, um seinen Horizont noch zu erweitern.

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Danke für den Hinweis,
 

Dann schau mal bei den Westgoten vorbei. Die wurden nicht in Spanien christianisiert, sondern auf dem Balkan als Arianer, die von den katholischen Klugscheißern als Ketzer ausgeschlossen wurden. Der liebe Nikolausi vom 6. Dezember hat den Arius persönlich in Nicea geohrfeigt, weil  der anderer Meinung war enlightened

Nachdem die Westgoten Ende des 6.Jh katholisch wurden, begann in Spanien die Verfolgung der Juden ...

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Danke für den Hinweis,
 

Den Karl Marx zur Einführung hatte ich auch noch nicht gelesen, werde ich aber. Allein der Klappentext deckt sich mit meiner Meinung (noch aus der Studienzeit in den 60en) als alle Studenten das Hohelied des Kommunismus sangen.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Lesen
 

konnte ich gar nicht singen, denn dazu hatte ich nicht den geeigneten "Start" (auch kein Studium) und bin erst später so ab 15 Jahren rebellischer geworden. Wirtschaftsinhalte ergaben sich durch Beruf und ein paar Semester in der Abendschule an der Uni Köln, wo dann die Klassiker der VWL, BWL und das Bankenwesen behandelt wurden. Alles weitere ergab sich erst später, soweit es die Zeit zuließ.

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Das "Hohelied"
 

So haben wir alle einen ganz persönlichrn Zugang dazu. Ich war damals technisch interessiert, mißtrauter aber den Paroeln der sogenannten geisteswissenschaftlichen Studenten, weil ich als Kind und Jugendlicher die Praxis in einer Lehre und in einer Hafen- und Werftgegend kennen gelernt hatte.

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Danke für den Hinweis,
 

(von Ralf Lankau, "Die Suche nach der Willensfreiheit")

täte ich den Konstantin Wecker (gern auch als Höhrprobe) empfehlen - so von wegen dem Horizont und der letztlich blamablen Rumsucherei empfehlen - im Gespräch mit Willy dem von Faschos Erschlagenen:

(Tschuldige bitte meine dumme Missionierung!!!!)

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Karl Marx zur Einführung
 

gibt es schon länger und ist ja sehr umfangreich. Ich habe den Verlag angeschrieben, bis wann die angekündigten digitalen Ausgaben denn als eBooks zur Verfügung stehen. Da sind ja ausgezeichnete Bände dabei, jedenfalls was darüber zu lesen ist.

 

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Karl Marx zur Einführung
 

eine kompakte Zusammenfassung Marxscher Revolutionstheorie in "Welt ohne Ware" und daraus auch die sich ergebenden (und sich heute zeigenden) systemischen Widersprüche, die aber Hoffnung machen aus den wachsenden, unerträglichen Zuständen zur grundlegenden Veränderung zu kommen.

Dieser Aspekt ist bei Drewermann nicht angesprochen worden, denn da lag der Schwerpunkt auf der individuellen Seite, obwohl diese Änderung (innere Haltung/ Erkenntnis/ Handlung) aber laut ihm eher nicht allein aus sich selbst heraus geleistet werden kann (wobei sich gleich die Frage stellt, wer dann die "Begleiter" sein sollen, um das zu bewirken).

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Guenther Sandleben vermittelt
 

JungeWelt: Welt ohne Ware

Auszug: »Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft«, schreibt Marx 1875, acht Jahre nach der Veröffentlichung des »Kapitals« in der »Kritik des Gothaer Programms«, »liegt die Periode der revolutionären Umwandlung der einen in die andre.« (MEW 19, S. 28) Diese soziale Revolution, also die grundlegende Umwälzung der Gesellschaft, ist der erste Aspekt seiner Revolutionstheorie. Der zweite folgt gleich im nächsten Satz: Der Periode der revolutionären Umwälzung »entspricht auch eine politische Übergangsperiode, deren Staat nichts andres sein kann als die revolutionäre Diktatur des Proletariats«. Diese revolutionäre Arbeiterregierung ist nur der politische Ausdruck der Übergangsperiode. Sobald diese abgeschlossen ist, verliert der Staat seine Existenzberechtigung. Er stirbt ab. Mit dieser sozialen und politischen Revolution ist für Marx der Umwälzungsprozess keineswegs abgeschlossen. Die Revolution reicht weiter. Nach erfolgreicher revolutionärer Umwandlung, fährt Marx fort, beginnt die »erste Phase der kommunistischen Gesellschaft« (MEW 19, S. 21). Es handelt sich um eine »genossenschaftliche, auf Gemeineigentum an den Produktionsmitteln gegründete Gesellschaft«. Die Wirtschaft wird also nicht mehr durch das kapitalistische Privateigentum zerstückelt. Sie kann gemeinschaftlich, überbetrieblich, gesamtgesellschaftlich organisiert werden.

Weite Teile der sogenannten Linken hängen der Staatsphilosophie Hegels an, der den Staat als nebulös gottgegeben beschrieb. Der revolutionäre Unterschied zwischen Jeschua Ben Mirjam und Karl Marx besteht darin, daß (nach Drewermann) die Einsicht in die Notwndigkeit der Liebe (in Frieden zusammen leben) erforderlich ist. Bei Karl Marx ist die gewaltsame Entmachtung der Reichen notwendig. Nehmen wir einmal an, eine

»genossenschaftliche, auf Gemeineigentum an den Produktionsmitteln gegründete Gesellschaft«

wäre als Utopia entstanden und der Staat ist abgestorben. Dann stellt sich die Frage, die bereits Proudhon gestellt hatte:

«Wer kontrolliert die Produktionsmittel?»

Sicher finden sich dann ein paar Blockwärter, Abschnittsbevollmächtigte, Begleiter und Apparatschiks, die den Job gern übernehmen.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Wer organisiert das?
 

wie man dann die Produktionsmittel organisiert (wie in deiner Überschrift), da diese ja bereits in dem Stadium vergesellschaftet wurden? Alle Fragen zukünftiger Produktion unterlägen nicht mehr dem Warencharakter des Tauschwerts, wohl müssten aber neue Fragen über die Sinnhaftigkeit von Gütern, deren Produktionsweisen, vorherige Berücksichtigung von Umweltschäden, die dafür erforderlichen Elemente der Erde (ob unbegrenzt, da sich erneuernd oder nicht) geklärt werden usw. und das bedarf neues Verantwortungsdenken aller und somit auch ein Anspruch an alle betreffenden, sich einbringen zu wollen, was auch bedeutet, sich demokratisch zu bilden.

Das wird zu Delegationsmodellen führen, da nicht jeder Willens ist, dem nachzukommen (oder auch nicht in der Lage ist, es zu leisten). Was in dem Rahmen alles bedacht werden muss, wird sich erst auf dem Weg dahin ergeben, das lässt sich nicht alles theoretisch vorwegdenken. Aber wenn wir da mal angelangt wären, dürften die eigentlichen Felsbrocken ja schon vorher beseitigt worden sein und das Weiterdenken mehr eine fernere Zukunft betreffen (und trotzdem nicht überflüssig, falls die Dinge sich unerwartet in Bewegung setzen).

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Wäre da nicht eher die Frage,
 

Für die Revolution vor 2000 Jahren haben sich viele Delegierte gefunden, die alle untereinander zerstritten sind. Auch für die Revolutionen von 1917 in Russland und 1918 in Deutschland haben sich viele Delegierte gefunden. Zur Zeit haben wir zerstrittene Parteien im Parlament sitzen und in sechs Monaten ist Weihnachten.

Die Ansätze klingen schön und ideal, nur sind die nicht praktikabel. Ob eine reale Ware gegen Grld verkauft wird, oder einer beliebigen geldlosen Verteilung unterliegt, macht keinen Unterschied. Der Bedarf ist immer größer, als das Angebot. Der neueste Schrei ist echtes, jahrtausende altes Gletschereis im Dink – habt ihr das im Angebot?.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Delegationsmodelle
 

als das Angebot." Was zu beweisen wäre. Denn bisher trifft es aufgrund der Verhältnisse zu, wobei ich noch Bedarf von Bedürfnissen unterscheiden würde. Beides steht aber im Zusammenhang. Ich kann nur von mir ausgehen: Ist eine sichere Grundversorgung gewährleistet und überdies noch ein zusätzlicher Spielraum vorhanden, dann fällt zumindest für mich deine Annahme weg.

Unter der skeptischen Beobachtung, dass selbst Familien zerstritten sind und mit Nachbarn schon ohne Anwalt kein Auskommen ist, dann allerdings wird es auch in größeren Einheiten nicht funktionieren. Dann wäre Drewermann schon Recht zu geben, obwohl ich seinen christlichen Ansatz nicht "mehr" teile (das Prinzip schon!).

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar "Der Bedarf ist immer größer,
 

Beide Modelle hoffen auf einen «Neuen Menschen,» der Unterschied liegt darin, ob dieser «Neue Mensch» selbst zur Einsicht kommt oder dazu umerzogen werden muß, im Zwifrl mit Gewalt.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Der kleine Unterschied
 

......bilden sich gleichberechtigt, gewaltfrei & gegenseitig.

Gegen jede gewaltträchtige >>Umerziehung<< nutzen sie alle Möglichkeiten der kollektiven Selbstverteidigung - diese muss sich unverwechselbar vom Monopol der regie-renden Gewalttäter unterscheiden, also immer zielgerichtet-ethisch ausweisen können.

Die illegitimen Anmaßungen jeder Repräsentanz durch die "Besseren" Gewaltmonopolisten sind als die historische Sackgasse zu entlarven wie sie, wechselnde Darsteller, pausenlos propagieren.

Ich sehe mich da vollkommen konform mit den Gedanken des Herrn Drewermann - auf die nicht oft genug hingewiesen werden kann:

(unbedingt so oft bis Verständnis eintritt durchdenken!)

"Gönnen Sie sich einen Abend mit Eugen Drewermann. Den haben Sie sich verdient. Sehen Sie sich dazu das Interview an, dass am 14. Juni 2018 in Paderborn aufgenommen wurde. Gehen Sie folgendermaßen vor: Bringen Sie zuerst ihre Kinder ins Bett, so Sie denn welche haben, öffnen Sie eine gute Flasche Wein und hören Sie dann, was Dr. Drewermann zu sagen hat."

 

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Wer organisiert das?
 

Außer den "Blockwärter, Abschnittsbevollmächtigte, Begleiter und Apparatschiks, die den Job gern übernehmen" existieren durchaus andere Möglichkeiten. Die hatte ich hier auch schon einmal thematisiert - mag ja aber vergessen worden, oder unverstanden geblieben sein.......

Also noch einmal:

Was in Katalonien nie vergessen wurde

"In der kurzen Zeitspanne von 1936 bis 1937 wurde fast die gesamte katalanische Agrarproduktion, die Schwerindustrie, das öffentliche Verkehrssystem und weite Teile des Dienstleistungssektors von den Arbeitenden selbstverwaltet. Diese Kollektivierung geschah spontan, sie wurde nicht von oben angeordnet. In einigen Wirtschaftszweigen wie der Schwerindustrie oder der Agrarproduktion konnten dabei zum Teil starke Produktionssteigerungen erzielt werden, was unter anderem zur Folge hatte, dass erstmals in der Geschichte Kataloniens die Versorgung der gesamten Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln sichergestellt werden konnte. Schwerpunkte der kollektiven Selbstverwaltung waren Aragonien, Levante, Kastilien, Extremadura und der freie Teil Andalusiens. Es wird geschätzt, dass ca. 3 Millionen Menschen den Kollektivwirtschaften angehörten."

Economia Col-lectiva - Europas letzte Revolution

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macht keinen Sommer.

Die Versuche der Räterpubliken und nach dem WK2 die Fühung der Untenehmrn durch Gewerkschafter, als die Naziegrößen im Knast saßen, sind einzelne Beispiele. Damit das dauerhaft funktioniert, braucht das Modell ein entsprechendes Umfeld, von dem das Modell anerkannt wird.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Eine Schwalbe
 

von den Menschen selbst ab, ob sie den Sommer haben wollen. In einem grundsätzlich kapitalistischen Umfeld kann auch eine Kooperative wie Móndragon nicht ohne Schwächen bestehen und ist ständig in der Gefahr, die Prinzipien genossenschaftlichen Handelns zu verletzen (da ja auch über die Grenzen der Genossenschaft hinaus noch die Prinzipien des alten Systems Vorrang haben). Je größer aber diese Strukturen werden (meint: als dezentral verteilte), desto erfolgreicher und nachahmenswerter.

Nur darf nicht der Fehler begangen werden, in die Rolle von selbstverwalteten Kleinkapitalisten zu geraten, was gar nicht so einfach zu vermeiden ist. Und schon gar nicht dürfen Kooperativen miteinander in den Wettbewerb treten.

"Der neue Mensch" wird mehr oder weniger der alte bleiben, aber immerhin haben nun etwa 250 Jahre der industriellen Revolution Wirkung auf das Denken erzielt und es sollte doch wohl möglich sein, in hoffentlich kürzeren Zeiträumen (und das über praktische Erfahrungen) auf ein solidarischeres Denken umzustellen. Das wird sich spätestens aus den größer werdenden Krisen ergeben, wobei leider das Abgleiten in einen neuen Faschismus nicht ausgeschlossen ist.

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Das hängt nun aber
 

erfolgt derzeit nach "order der Muftis" - darauf hat Mensch seinen Kreislauf, im halbjährigen Wechsel, gefälligst einzustellen.

Nicht der menschliche Kreislauf ist das Problem, sondern der Glaube an die Potenzen der Eierlosen Muftis.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Eine Schwalbe
 

....ist nicht das Anliegen der austauschbaren, jeweiligen Regierenden.

Deren Umfeld hatte noch nie nicht etwas mit gemeinschaftlichen Anliegen am Hut - deren Geschichtsschreibung zeigt sie ( die nackig Regierenden) regelmäßig in aufgehübschter, schicker Verkleidung.

Nach 1945 hatten die überlebenden Antifaschisten die Planung für die Vergesellschaftung der Schlüsselindustrien auf dem Tisch liegen.

Dafür wurden sie hierzulande (BRD) als Kommunisten ausgegrenzt und verfolgt, wie auch die mit den wahrhaftig gemeinschaftlichen Anliegen im Einflussgebiet der Stalinisten.

Die realen Machtverhältnisse erzwangen jeweils die Restauration der alten Verhältnisse mittels Umbenennung in "Demokatie" unter der Federführung altbekannter Nazigrößen, bzw. den nicht minder restrektiven "Diktatoren des Proletariats" - die bereits in der UdsSR (und im republikanischen Spanien) jede Form der Selbstorganisierung zu Teufelswerk verdammt, ihre Protagonisten ermordet hatten.

Die nahtlose "Verordnung" dieses herrschaftlichen Umfeldes gilt bis heute - darum meine penetranten Hinweise auf die unterdrückt und verschwiegene Geschichte der antikapitalistischen Selbstorganisation von Leben & Produktion.

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Bevor wir daran gehen, die kapitalistische Gesellschaft zu verändern, wird es notwendig sein, das alte Paradigma vom Volkskörper, der mit Blut an den Boden geschweißt ist, zu überwinden. Diese mystische Schimäre wurde insbesondere von Hegel bedient und von den Nazis ausgeschlachtet.

Der Staat ist als Gebietskörperschaft eine juristische Person

  • mit einer Vefassung,
  • einer Zivilgesellschaft,
  • einem Gebiet
  • und Verwaltungsorganen.

Zweifelsfrei hat jeder Mensch eine Heimat und kulturell Wurzeln. Als Bundesstaat föderaler Länder, Freistaaten und Stadtstaaten ist Deutschland als Nazionalstaat für Europa zu groß. Sollte Großbritannien tatsächlich aus der EU austreten, wird Deutschland in der EU gar nichts mehr zu sagen haben und von den Kleinstaaten überstimmt werden. Den Ansatz sehen wir gerade in Brüssel, wo die Mehrheit des Ministerpräsidenten-Diktatoriums Flüchtlings-KZ außerhalb von Europa fordert - «Im Namen der völkischen Beobachter.»

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Was ist der Staat?
 

die sich meistens auch mit einer Hauptsprache verbindet. Diese größte Organisationseinheit verkörpert sowohl kulturelle Traditionen und vermittelt Heimat als Zugehörigkeitsgefühl (im positiven Fall). Wenn man als Kind innerhalb dieses Raumes groß geworden ist, hat man also Prägungen erhalten, die nicht wieder verschwinden (und wenn es auch unbewusst sein mag).

Was davon erhaltenswert ist, zeigt sich im Vergleich mit anderen Kulturen und könnte dann als Konstante bezeichnet werden (wie eine Charaktereigenschaft). Wie viel lässt sich subsidiär bearbeiten und was bedarf darüber hinaus größerer Organisationseinheiten. Was sich aus der "Kleinstaaterei" ergeben kann, hast Du ja bereits als Problem genannt. Ein Orchester, dass von keinem Dirigenten geleitet wird, dürfte in musikalischen Dissonanzen ausarten. Nur, wer will in Europa schon einen "Dirigenten", wenn der Vergleich überhaupt erlaubt ist.

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Zumindest eine Organisationseinheit,
 

brauchen keinen Dirigenten, die verwalten sich in einem offenen Netzwerk sehr viel besser selbst. Mir ging es auch nicht darum, jegliche kulturelle Pägung zu leugnen oder abzuschaffen, sondern die Unterschiede zwischen Bayern und Friesen zu pflegen und sie nicht durch die Deutschtümlei auszurotten.

Die Sonderform eines Orchesters bedarf des Gleichklangs. den ein Dirigent koordiniert. Eine politische Gesellschaft braucht keinen Zentralstaat der sie ausbeutet und bevormundet (entmündigt).

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Organisationen
 

vorgesetzt, sondern würde gewählt. Seine Aufgabe wäre nicht die Bevormundung, sondern Koordination. Auch Abstimmungen, die über Mehrheitsverhältnisse zu Beschlüssen kommen, verhindern (garantieren) weder Gerechtigkeit noch Fairness. Es bedarf ein Mix unterschiedlicher Organisationsformen, die jeweils auf die zu erledigenden Aufgaben abgestimmt sind und auch wieder aufgelöst werden, falls überflüssig.

Die Schritte, wie Marx sie genannt hat, sind in den sozialistischen Modellen in den Parteidiktaturen hängen geblieben. Das war also keine falsche (oder überholte) Marxsche Analyse, sondern ist geschichtlichen Entwicklungen geschuldet, die vielleicht auch von der Ost-West-Konfrontation verursacht wurden. Aber das allein kann nicht der Grund sein, warum es nicht gelingt, über die alten Staatsformen hinauszugelangen.

Selbst wenn alles vergesellschaftet wäre, blieben immer noch viele Fragen offen (die sich immer aufgrund der gesellschftlichen Komplexität und Entwicklung ergeben), die unterschiedlich beantwortet würden und darin liegt immer ein Konfliktpotential, was wiederum Strömungen nach sich zieht, die nicht unbedingt im Rahmen der Vergesellschaftung bleiben wollen. Es sei denn es würde wie mit den "Ewigkeitsparagrafen" im Grundgesetz bestimmt, dass andere, nicht mehr vergesellschaftete Ökonomien nicht mehr geduldet würden (das GG lässt es ja offen).

 

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Der Dirigent wäre nicht
 

BERTRAND RUSSEL. PHILOSOPHIE DES ABENDLANDES
Karl Marx
( ... )
Man muss allerdings zugeben, dass dem marxistischen Rationalismus in mancher Beziehung Grenzen gesetzt sind. Obwohl er davon überzeugt ist, dass seine Auslegung der Entwicklungsrichtung die wahre ist und durch die Ereignisse bestätigt werden wird, glaubt er doch, seine Argumentation werde (von seltenen Ausnahmen abgesehen) nur bei denen Anklang fin- den, deren Klasseninteresse damit übereinstimmt. Er verspricht sich wenig von der Ueberzeugungskraft seiner Theorie, alles jedoch vom Klassen- kampf. Er hat sich damit in der Praxis auf Machtpolitik festgelegt und -auf die Doktrin von einer herrschenden Klasse, wenn auch nicht einer Herrenrasse. Zwar soll infolge der sozialen Umwälzung die Aufspaltung in Klassen schliesslich verschwinden und völliger politischer und wirt- schaftlicher Harmonie weichen. Aber dieses Ideal liegt in ebenso weiter Ferne wie die Wiederkunft Christi; inzwischen jedoch gibt es weiterhin Krieg und Diktatur und hartnäckiges Festhalten an ideologischer Ortho- doxie.

 

Ich fürchte, die Diktatur der Partei war bei Karl Marx inbegriffen, genau das hatte Proudhon ihm vorgeworfen..

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Russel meinte
 

jubeln zurzeit viele Frauen, da sie jetzt Autos selbst fahren dürfen. Aber sie haben es nicht (trotz einiger Proteste und Bestrafungen)  aus einer Emanzipationsbewegung heraus errrungen, es ist ihnen gewährt worden. Es könnte ihnen also auch wieder genommen werden. An den gesellschaftlichen Macht- und Herrschaftsverhältnissen hat sich nichts geändert und die Frauen stehen weiter unter Vormundschaft ihrer Männer.

Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, hat es Marx abgelehnt ein zukünftiges Konzept der sozialistischen Gesellschaft zu formulieren, da das eben keine Blaupause sein kann und nur über die Selbstbefreiung der Menschen möglich ist und daraus ergeben sich erst die weiteren Schritte, die über die bürgerlichen Errungenschaften hinausgehen würden, die zumindest die alten Herrschafts- und Abhängigkeitsverhältnisse (Adel, Kirche, Fürsten) überwunden haben (wenn auch wiederum neuartige "erfunden" wurden).

Dieses "jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen" beinhaltet aber bei ihm weit mehr, als die Vorstellung von Gleichheit vor dem Gesetz. Und schon stellt sich die Frage, wie daraus etwas abgeleitet werden kann, wenn eben die Bedürfnisse größer sind als das gesellschaftlich verfügbare.

Bertrand Russel war ein kluger und vielseitiger Mensch, von dem es immer lohnt zu lesen (siehe auch das Russel-Tribunal).

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Russel meinte
 

.....differieren in ihren Auswirkungen auf den von beiden verachteten, beherrsch- und lenkbaren "Pöbel" nicht wirklich.

Beide bekommen regelmäßig Probleme mit Selbstdenkern die sich nicht liquidieren lassen wollen.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Was ist der Staat?
 

Susan Bonaht's Analyse dazu erscheint mir mehr als schlüssig, ich teile sie hier sehr gern:

"Die Linke beschäftigt eigentlich seit jeher eine Frage: Wer oder was ist der kapitalistische Staat? Der Armuts- und Reichtums-Bericht der Bundesregierung aus dem vergangenen Jahr bringt es gut auf den Punkt. Aus dessen unzensierter Ausführung geht hervor: Das reichste eine Prozent der deutschen Bevölkerung bestimmt im Gros, was in Gesetzesblättern steht. Anliegen der Unter- und Mittelschicht bleiben ungehört. Einst hätte das nicht einmal die SPD verwundert. Man wusste: Der Staat ist ein Instrument der herrschenden Klasse.

Die Rolle kapitalistischer Staaten gehörte zum linken Grundwissen:

Sie managen das Wirtschaftssystem zugunsten der profitierenden Unternehmer und Kapitaleigner. Sozialleistungen zahlen sie nur, um keine Aufstände zu provozieren."

https://www.rubikon.news/artikel/die-soziale-frage-02b57255-ae03-4d95-b3f4-8e8ec37d12f8

1Million Obdachlose, 8 Millionen Bezieher einer unzulänglichen Grundsicherung und die diversen weiteren Transferleistungen (nicht zuletzt die für eine zerstörerische Landwirtschaft) belegen diese politische Linie zur Verhinderung von Aufständen.

Kein Wunder also, das Susan Bonath aus dieser Analyse die Schlussfolgerung bezieht die ich ebenfalls für angemessen halte:

"Das langfristige Ziel einer progressiven Linken kann daher nur eine globale wirtschaftliche und soziale Revolution sein. Dieses dürfte sie auch im Rahmen partieller Kämpfe nicht aus den Augen verlieren. Dafür muss sie die Klassen- und Machtfrage stellen, und dies international. Das schließt auch ein, jegliche Gewalt innerhalb der unterdrückten Schichten aller Nationen zu ächten und kein Stück weit zu tolerieren.

Diese überlebenswichtigen Fragen beantwortet die Linke aktuell nicht. Ihr Streit über offene oder geschlossene Grenzen im Zusammenhang mit der sozialen Frage birgt daher nicht nur menschenfeindliche Antworten, wie sie auch die Neue Rechte bringt."

 

Er spaltet und entsolidarisiert die unterdrückten Schichten immer stärker und verkommt angesichts der Realität letztendlich zur bloßen Farce."

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Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Wer konstruiert denn hier den Staat?
 

Das Konstukt mitsamt Verfassung GG beschreibt ein Ideal, das es (noch) nicht gibt.

Richtige Frage: «Wer verwaltet (un-treuhänderisch) die Republik?»

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Falsche Frage
 

Aber welcher Verwalter verwaltet denn irgendwo real treuhänderisch eine Republik?

Als die Verwalter noch Verweser genannt wurden, rochen sie auch schon so eklig nach ihrer Berufung.......

Muss doch irgendwas mit dieser verrückten Form der Organisation zu tun haben -

Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist eben noch besser.

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Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Jau, korrekter
 

Das Problem der Üüüüüber-Grööööße hat nicht nur ein Staat. Dieses Problem hat jedes Unternehmen, das sich mit seiner Größe den meisten Eigentümern entzieht. In großen Unternehmen bestimmt nicht der gesamte Aufsichtsrat über die Zukunft des Unternehmens, sondern wenige Großeigentümer; der Vorstand steckt mit denen unter einer Decke, weil ihr Vertrag von denen abhängt.

So ist nun mal die Welt, Gott schuf sie und Satan verwaltet sie.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Das Problem der Grööööße
 

und wenn man die Gesellschaften dazuzählt, die die Pensionen der zukünftigen Rentner betreuen und in Aktien anlegen, dann haben wir mit der Aktiengesellschaft bereits eine Vorstufe der Vergesellschaftung, denn hier arbeiten angestellte Manager im Vorstand für die Eigentümer, die im Idealfall gleich noch Arbeitnehmer des gleichen Unternehmens sind. Wobei dieser Idealfall zum Dilemma wird, wenn er/ sie als Aktionär am Gewinn interessiert ist und gleichzeitig damit den eigenen Arbeitsplatz gefährdet, da Rationalisierung zumeist die überflüssigen Arbeitsplätze betrifft.

Eine schöne Zusammenstellung Marxscher Texte zur Aktiengesellschaft hier.

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von Sozen haben sich in den letzten 150 Jahren immer wieder als unvereinbar mit der Anhäufung / Verdichtung von Kapitalien erwiesen.

Längst hat sich ebenfalls erwiesen, das sich demokratische Ansprüche und Kapitalismus nicht miteinander vertragen.

Diesem verstorbenen "Prinzip Hoffnung" wird durch PPP - also der zunehmenden Umwandlung von Allgemeingütern in vagabundierende Geldberge - die hässliche Krone des Betruges aufgesetzt.

Übrigens sind die Jobs der "Verteidiger unserer Freiheit" am Hindukusch auch längst in diesen Prozeß einbezogen - damit die offiziösen Zahlenwerke stimmig getrimmt werden können, agieren dort (und hier) Heerscharen unterbezahlter Billiglöhner als Hilfspersonal "unsererer" Mordgesellen. Auch die Sicherheit deutscher Militaristenburgen hierzulande wird längst von "privater" Gewinnerwartung besorgt.

Von der Umwandlung von öffentlicher Alten- und Krankenversorgung zu Erfüllungsgehilfen der Gewinnerwartung müssen wir nicht mehr kamellen - die läuft "bestens", aber allein im Sinne der Kapitalakkumulation in den Händen von immer weniger "Highländern".....

Marx hatte das Prekarat lieb - darum wird es auch so gezielt vermehrt?

Völker leert die Regale - gebt alles für den Endsieg des Klassenfeindes.

 

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Auszug: «Da der Profit hier (bei den großen Aktiengesellschaften, bei denen Management und Kapitaleigner getrennt sind) rein die Form des Zinses annimmt, sind solche Unternehmungen noch möglich, wenn sie bloßen Zins abwerfen, und es ist dies einer der Gründe, die das Fallen der allgemeinen Profitrate aufhalten, indem diese Unternehmungen, wo das konstante Kapital in so ungeheurem Verhältnis zum variablen steht, nicht notwendig in die Ausgleichung der allgemeinen Profitrate eingehen.“ K. Marx, Kapital III, MEW 25, 453.»

Was soll ich mit so einem Text anfangen?

Die «Profitrate» besteht heute nicht mehr allein im Couponschneiden, sondern vor allem in der Wertsteigerung des Unternehmens, das den erzielten Gewinn thesauriert. Weiter unterscheidet Marx nicht zwischen einer börsennotierten AG, einer Kleinen AG und auch nicht zwischen Inhaberaktien und vinkulierten Namensaktien.

Was sagt uns das Geschwalle von Marx also heute noch?

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herausfiltern, oder sollte Marx gleich als Jurist auftreten? Ob eine Thesaurierung überhaupt sinnvoll ist, kommt ganz auf den Standpunkt an, ob betriebswirtschaftlich, juristisch (Eigentümer) oder aus der Sicht des Staates (Steuern) argumentiert wird.

Wertsteigerungen der Aktiengesellschaften spiegeln sich im Aktienkurs wieder und die haben selten etwas mit den realen Werten des Unternehmens zu tun. Zukunftserwartungen und Marktdurchdringung (Monopolisierung) spielen dabei eine wesentlich größere Rolle.

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Das wesentliche
 

Unabhängig von den Meinungen von Popper und Russel (und meiner), daß die kommunistische Gesellschaftsform am Sankt Nimmerleinstag eintritt, betrachtet Marx die AG als eine Übergangsform zum Vergesellschaften. Ich zähle nun auch die eG dazu.

Gehe ich einmal von der AG aus, dann kann ich den realen Wert durchaus ermitteln. Der hat nichts mit dem Börsenkurs und auch nichts mit der jährlichen Ausschüttung zu tun – die können alle getürkt sein. Über einen längeren Zeitraum bildet der Kurs per Stück aber die wirtschaftliche Entwicklung ab. Das ist bei dem Genossenschaftsanteil anders, dort wird noch in Nennwerten gezeichnet, von denen die Gewinnanteile abzuleiten sind. Daraus resultiert meiner Meinung nach das Problem der eG, neues Kapital zu generieren.

Ich halte eine Thesaurierung (die  entspricht der Nettoinvestition ) für jedes Unternehmen als notwendig, um am Markt bestehen zu können; schließlich muß die nicht nur aus Krediten kommen.

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Antwort auf pleifel  zum Kommentar Das wesentliche
 

Trivia: Morgens wird es hell und abends dunkel.

Es mag sein, daß man darüber ganze Bände füllen kann. darum halte ich mich in der Übergangszeit bis zum Sankt Nimmerleinstag an die gerade aktuell anstehenden Themen wie MMT, ein Konstrukt des Postkeynesianismus und seiner Kritik der Geldpolitik, ohne mir das selbst zu eigen zu machen. Mein Credo ist:

«Ein Kredit muß in endlicher Lebenszeit getilgt werden können,
um keinen dauerhaften Schaden über Generationen zu verursachen.
»

Davon kann beim derzeitigen Finanzsystem nicht die Rede sein. Auch die Erhöhung des Mindestlohnes auf 9,19 zum 1. Januar 2019 und 9,35 zum 1, Januar 2020 ist eine Bewirtschaftung der Löhne, weil damit ein normativer Standard gesetzt wird, der in der unseligen Vergangenheit entgegen der Sozialen Marktwirtschaft bereits mehrfach gescheitert ist.

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Das Problem der Grööööße
 

......ist eindeutig programmierter Selbstmord.

Alle Macht geht von der "Banalität des Bösen" aus, steht so nicht im Grundgesetz - wird aber derart praktiziert, weit jenseits aller historischen Erfahrungswerte.

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Keine Satire, Herr Gellermann!

Ein Satz wie in Styropor gegossen: "Zwar gibt der Angeklagte an, es handele sich um eine Satire, dieser Schutz setzt aber voraus, dass mit der Äußerung auch wirklich eine Kritik vorgebracht wird, die Elemente enthält, die einen Bezug zu dem Gegenstand der Kritik aufweisen." So schreibt die Richterin Silberzweig in die Begründung des Urteils im Verfahren gegen Uli Gellermann, den Herausgeber der RATIONALGALERIE. Und sie weiß auch, dass der Wort-Verbrecher Gellermann "beleidigende Schimpfworte benutzt . . . die keinen Bezug mehr zu dem Ursprungsartikel (in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG) haben". Und deshalb, so das Gericht stelle der Artikel des Gellermann "keine schützenswerte Satire mehr da". 

http://www.rationalgalerie.de/schmock/im-namen-des-volkes.html