14 Sep 2018

Marsch in den Sarg

Submitted by fahrwax

Aktuell ist es einmal mehr interessant die Spannungsfelder zwischen "Bewegung" und Partei abzuklären - es liegt nahe auf Erfahrungswerte der 68er Bewegung zurückzugreifen.

Was die Bewegten von damals wollten - was aus ihnen und der Bewegung wurde, klärt Gaby Weber in interessanten Geprächen mittels kluger Fragen die auch heute relevant sind:



"Marsch in den Sarg - Stimmen einiger Alt-68er   (2018)

Rudi Dutschke hatte Ende der 60er Jahre die Parole „Marsch durch die Institutionen“  ausgegeben. Er meinte damit nicht der Marsch IN die Institutionen sondern die Zerschlagung der Institutionen der kapitalistischen Gesellschaft. Was ist heute, nach über 50 Jahren daraus geworden? Ich habe mit einigen Leuten aus sehr unterschiedlichen politischen Ecken, die damals dabei waren und immer noch etwas dazu zu sagen haben gesprochen. Über den Marsch, der zum Marsch IN die Institutionen wurde – denn aus der wohlalimentierten Position kam ja kaum einer mehr heraus. Im Film kommen ausführlich zu Wort: Christian Ströbele, Maria Mies, Stefan Saarbach, Arnulf Rating, Jochen Gester, Werner Ruf und Klaus Ernst. Es lohnt sich, ihnen zuzuhören. Es geht um die politische Unglaubwürdigkeit der Linken, Reaktionen auf das Auftauchen der AfD und die Frage, was aus den Erfahrungen zu lernen ist.

Der Film erhielt keine Finanzmittel von Dritter Seite, wenn Sie unabhängigen Journalismus schätzen und fördern wollen, spenden Sie bitte über Paypal gaby.weber@gmx.net "


Kommentare

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Die Besiegten

Das war die Stimmung der Beat Generation und die Ursache aller folgenden Bewegungen bis zum «Deutschen Herbst,» nach dem die bereits errungenen sozialen Dinge wieder reduziert wurden. Bereits beim Free Speech Movement in Berkeley zeigte der Staat sein Gewaltmonopol und alle folgenden Aktionen – Benno Ohnesorg – wurden vom Staat eskaliert und führten letztlich in den Terror, wie wir ihn heute kennen. Aktuelle Konflikte mit Millionen von Flüchtlingen sind die Folge – siehe den Syrienkonflikt: «Auslöser des Konflikts war ein friedlicher Protest gegen das autoritäre Regime Assads im Zuge des Arabischen Frühlings Anfang 2011.»

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Beat Generation
 

Die beim „Marsch durch die Institutionen“  Verschollenen, die längst Eingesargten und Lebende Leichen wie Fischer und Cohn Bendit wird (hoffentlich) niemand mehr nach der Uhrzeit oder gar nach dem Weg fragen.

Warum auch - diese gescheiterten Existenzen haben sich beim "Kampf" gegen den Teufel flott zu Belzebuben "geläutert".

"Was im echten Leben jedem einleuchtet, scheint im politischen Raum ausgeblendet: Wenn das Haus brennt, ruft man nicht die Brandstifter um Hilfe und einen Eimer Wasser braucht auch keiner, sondern man holt die Freiwillige Feuerwehr, die von der Bevölkerung selbst gestellt wird."

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"Es ist der perfekte Widerspruch, an dem schon die 68er erstickten. Die Institutionen und das System werden als Problem erkannt, und um es zu überwinden, wird der Gang in die Institutionen als Lösungsweg verkauft. Die rebellierenden Geister, die mehr und mehr erkennen, dass eine Demokratie nur gelebt wird, wenn sie sich von der Bevormundung durch die Parteien lösen und selbst aktiv in die politischen Abläufe und Entscheidungen eingreifen, werden mit dem Wörtchen Bewegung eingefangen, auf eine Parteiweide getrieben und weiter zur Wahlurne, wo ihnen links, rechts oder in der politischen Mitte ihre Souveränität herausgeschnitten wird."

https://neue-debatte.com/2018/09/15/mehr-als-aufstehen-in-berlin-mitte-gegen-rassismus-krieg-und-ausbeutung/

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Antwort auf fahrwax  zum Kommentar Der perfekte Widerspruch
 

Diese partikuläre Herrschaftsklasse begreift nicht, daß eine Gesellschaft nur entsteht, wenn sie freiwillig Gesellschaft sein will. Die letzten Jahrzehnte mit ihrer Angebotspolitik von Staat und Industrie hat die Gesellschaft zerstört, die Menschen vereinzelt, im Existenzkampf zu Einzelkämpfern gegen eine «Unsichtbare Hand» gemacht. Der Lebensweg ist beruflich nicht mehr kalkulierbar geworden. Damit fehlt jede Perspektive selbst für viele Akademiker.

Spahn will politische Karriere machen. Dafür bedient er sich der Organspende und der Dienstpflicht. Die wirtschaftsliberalen Verbände begrüßen das, die Dienstpflicht ist – staatlich verordnet – schließlich billiger.

Spahn für Widerspruchslösung

Spahn befürwortet allgemeine Dienstpflicht

Patientenverfügung 2018

 

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Antwort auf Heinz  zum Kommentar Asoziales Pack
 

wenn sich gleiches zueinander gesellt, erkennt.

Da bleiben die Spahn's (Späne!) ein reformistisch bis reaktionäres (asoziales) Gerät der erblindeten Hobelei im Dienste des teilen & herrschen.

Wer vermag da noch Herr & Herrchen auseinander zu halten, wenn das Ei mit der Henne kopuliert?

Derlei Dienst-bar-keiten wünscht Mensch nicht seinem schlimmsten Feind.......

Wer verrät dem leichenschänderischen Spahn das er da einen toten Gaul quält?