1 Aug 2021

Valle Maira - Sommer 2021

Submitted by Bernd

Ganz spontan ... In Anbetracht der sich abzeichnenden neuen Corona-Einschränkungen sowohl in Deutschland als auch in Italien war es an der Zeit, mal ganz spontan und gar als Überraschung meiner Freunde dort, mich auf den Weg zu machen

Italienische Version ...


Sonntag, der 11.07.2021:

Früh geht es aus den Federn und noch vor sechs  bin ich unterwegs. Die von meinem Navi genannten 803 Kilometer  werden sich vielleicht noch etwas erhöhen, denn bei erwartbar gutem Wetter fahre ich schon gern mal über den Pass  (statt dem kostenpflichtigen Tunnel) am Gran San Bernardo. Hatte eh vorher bereits Pause gemacht; und dieses Restaurant  am Anstieg zum Pass hat wohl schon lange keine Gäste mehr begrüßt.

Schön war es, das Wetter am Pass; aber gerade heute am Sonntag nicht gerade wenig frequentiert. Menschen (und Autos) ohne Ende, konnte ungefährdet nirgends parken. Also weiter ...

Wo Schatten ist, da ist auch Sonne, war San Damiano so früh wie nie, bereits um 16:35 erreicht. Und mit 28,5 Grad  der Jahreszeit entsprechend warm. Also erst mal das Zimmer übernommen, meine Sachen einsortiert und dann rüber zum Freund. Aber wie das so ist mit Überraschungen: er war nicht da; sein Auto auch nicht. Den Freund also mal per Messenger ganz unverdächtig angetickert, was er denn gerade macht. Er war wandern -was sonst- und trinkt jetzt gerade ein Bier zur Erholung; irgendwo in einem anderen Ort. Ok, wenigstens nicht ernsthaft weg, hätte er mir im Vorfeld ja vielleicht auch geschrieben.

Eine Stunde später bin ich nochmal rüber zu seinem Haus. Das Auto steht davor, die Überraschung gelingt und den Wein in der Bar von Andrea, den haben wir uns jetzt verdient; schicken das Bild per Messenger gleich mal an alle, die dann ebenfalls überrascht sein dürfen smiley


Montag, der 12.07.2021:

Bei Überraschungen ist man nie vor Überraschungen sicher; nun auch im (für mich) negativen Sinne. Mein Freund und Wanderpartner fährt am Dienstag mit Tochter und Enkelkind ans Meer, kommt erst Freitag gegen Nachmittag zurück. Uff ... Also heute zusammen eine Tour zum Aufwärmen und dann muss ich allein los, können erst am Samstag und soweit das Wetter es möglich macht, wieder gemeinsam in die Berge. Glücklicherweise bin ich hier kein Neuling, kenne mich schon etwas aus im Tal und in den Bergen; und weiss halbwegs, was ich mir auch allein zumuten kann. Aber dazu mehr am Mittwoch.

Heute, das war mein Vorschlag, haben wir vor einigen Jahren schon mal gemacht, soll es hoch gehen zum Mt. Rubbio auf knapp 1.600 Meter. Erst mit dem Auto ein Stück in Richtung Droneretto gefahren und dann geht es bei 800 Höhenmeter los. Nicht wirklich lang die Tour, aber fast durchgehend  mit steilem Anstieg; erst kurz vor dem Gipfel wird es etwas flacher.

Das Gipfelkreuz des Mt. Rubbio, auf einer vorgelagerten und vom Höhenniveau etwas tieferen Felsspitze, die uns zum Erklettern dann doch zu gefährlich war. Zum Vergrößern einfach auf das Bild klicken bzw. tippen. Aber nun von Anfang an ...

Unser Treffpunkt, wie so oft, ist die Quelle in San Damiano. Bis auf bekannte, wirklich relativ kurze Strecken und wo eine Flasche reicht, fülle ich mir dort meist zwei Flaschen zu je 0,5 Liter ab; mindestens. Der Wald am Einstieg  sieht morgentlich frisch aus; und wir haben ja bewußt und wegen der in den nächsten Stunden sich entwickelnden Sommerhitze eine möglichst waldreiche Tour gewählt. Aber dann geht es los, mehr als eine Stunde nur aufwärts; glücklicherweise eben im Wald.

Auf einer Lichtung wartet eine kurze Verschnaufpause mit Blick ins Tal  und hoch zum Mt. Rubbio; den wir nach weiteren eineinhalb Stunden erreichen. Ein Selfie mit Gipfelkreuz  darf da natürlich nicht fehlen. Das Kreuz gibt's weiter oben auch ohne die alten Knacker und dieses  bzw. jenes  Bild gab Anlass, meine Solotour für Mittwoch zu diskutieren. Im Vordergrund mittig bzw. rechts unten auf den Bildern sieht man eine Art Kamm nebst einem Wanderweg. Könnte Teil der Rundtour vom Nachbarort Lottulo sein, meint der erfahrene Wanderpartner.


Dienstag, der 13.07.2021:

Der Freund ist mit Tochter und Enkel in Richtung Meer unterwegs und ich muß mich erholen. War relativ kurz und dennoch hart diese erste Tour gestern. Gegen Mittag mache ich mich auf den Weg und fahre nach Cuneo zum Tanken, anschließend noch einige Kleinigkeiten bei der Coop einkaufen.

Und gegen Abend wollte ich eigentlich die mir für diese Tage übertragene neue Aufgabe wahrnehmen; und den Garten des Freundes wässern. Aber es kam anders. Ein kurzer Starkregen, gar mit Hagel bis 5 mm Durchmesser (Video) nahm mir die Aufgabe ab, kann ich anschließend nur noch schauen, ob der Hagel nicht auch die zarten Pflanzen  beschädigt hat - war glücklicherweise nicht so.


Mittwoch, der 14.07.2021:

Herrliches Wetter ist angekündigt und ich bin bereits gegen acht unterwegs. Die Tour, so meinte der Freund, sei nur teilweise im Schatten, im Wald. In Lottulo am Gemeindehaus geparkt und gleich diesen Hinweis gesehen. Oben der Mt. Rubbio, aber wir sind am Montag von rechts gekommen, aus einem Seitental aufgestiegen. Ein paar Meter weiter wird es dann konkret, was die Möglichkeiten nebst der benötigten Zeiten angeht. Der Freund meinte, ich möge die Runde im Uhrzeigersinn machen, ist der Anstieg steiler, dafür der Abstieg flacher; also genau so wie ich es mag. Statt der angegebenen Zeit von 3.40  werden es bei mir wohl schon vier Stunden werden.

Ja, ganz schön steil  geht es hoch und so eine Passage mit Ketten ist aufwärts leichter zu nehmen als abwärts. Nach eineinhalb Stunden habe ich die steilsten Passagen hinter mir und bin ich schon relativ weit oben, am I Cucett. Von hier aus kann man sich wahlweise links halten, die Runde verlassen und in Richtung Camoglieres gehen. Ich bleibe in meiner Spur und es geht die nächste Stunde dann nur noch relativ sanft aufwärts. Der Mt. Rubbio  begleitet mich, ist gegen Ende dieses Videos  zu sehen. Nur diesmal muß ich aufschauen, während wir am Montag genau dort oben waren.

Etwas später kommt der Abzweig, eben zum Mt. Rubbio, während ich nun nach rund zweieinhalb Stunden erst über den am Montag von oben gesehenen Kamm laufe und es dann wieder abwärts geht. Zum Punto Panoramico, dem I Caire muss man, ja sollte man die Runde verlassen und ein Stück seitwärts hoch laufen. Die kleine Mühe wird dann mit diesem Blick  auf San Damiano belohnt. Die Talstraße und hinten rechts der kleine Stausee (den ich wohl am Freitag besuchen werde) sind gut zu erkennen, gern auch nochmal im Video  eingefangen.

Nach vier Stunden bin ich wieder unten; und um eine schöne Erfahrung reicher. Habe mich auf den letzten Metern abwärts kurzfristig entschlossen, noch ein Stück weiter ins Tal hinein zu fahren, den mir bekannten Wirt vom Cavallo Bianco  in Macra auf einen Drink zu besuchen. Kein Menü heute wie schon einige Male dort erlebt; nur ein Glas Weissen; draussen ...


Donnerstag, der 15.07.2021:

Heute ist wirklich Ruhetag, sieht auch etwas regnerisch aus. Das Wässern der Pflanzen im Garten vom Freund kann ausfallen.


Freitag, der 16.07.2021:

An der Maira runter nach Cartignano wandern ist immer eine schöne Aufwärmtour, diesmal vielleicht zu Beginn das kleine Stauwerk näher in Augenschein zu nehmen. Und nach der guten Stunde entlang der Maira in Cartignano, der Bar von Viviana (Öffnungszeiten beachten) einkehren. Antipasti, Tomaten mit Mozarella nebst Weissbrot und einem Glas Wein, das könnte mir schon gefallen. Die ebenfalls angedachte größere Runde ins Nachbartal über Saretto und Rua del Prato, dann auf dem Rückweg von der anderen Seite nach Cartignano kommend, die habe ich wieder verworfen. Der Freund kommt ja heute nachmittag zurück und plant, wie er gerade mitteilte für morgen eine mit Sicherheit anspruchsvolle Tour - da muss ich mich heute schonen ...

Dann also mal kurz vor zehn los. Sollte reichen, rechtzeitig vor der dortigen Mittagspause bei Viviana in der Bar zu sein. An der Quelle  zapfe ich diesmal lediglich 0,5 Liter Wasser; sollte allemal reichen. Von der Mairabrücke aus kann man die Talsperre  bereits sehen. Gegenüber unserem letzten Besuch im vorherigen Herbst ist das Tor zum Gelände gar offen; traue ich mich vorsichtig rein. Da sprudelt es, während das Gewässer dahinter  absolut ruhig ist. Dann schnell mal noch ein Video  gemacht.

Nun aber weiter, an der Maira entlang. Bald kommt der kleine Bergbach, den ich im letzten Herbst auf dem Rückweg von Cartignano auf dem Bauch genommen habe. Der letzte Wein bei Viviana ist mir wohl nicht bekommen? Hoffentlich geht heute alles gut; im einsamen Wald. Ging erstmal gut und schon bald standen dann in Cartignano die erhofften Tomaten an Mozarella nebst Weissbrot und obligatorischem Wein auf dem Tisch. Ja, die Wirtin durfte das kleine Glück dann gleich mal dokumentieren.

Zufall vielleicht, aber wohlbehalten in San Damiano zurück gehe ich gerade von der Maira hoch über die Talstraße, da kommt der Freund aus Richtung Dronero angefahren; wohlbehalten vom Familienausflug am Meer zurück. Die Gelegenheit nutzen wir natürlich sofort; und stoßen auf das Wiedersehen gleich mal in der Bar von Andrea an.


Samstag, der 17.07.2021:

Heute also nun die vom Freund ausgesuchte, anspruchsvolle Tour. Am Anfang noch auf bekannten Wegen wurde es dann erstmal richtig knackig; kurz und steil, gar recht steinig. Da wird man zurück aufpassen müssen, obwohl es laut Karte auch einen Rundkurs gibt.

Wie gehabt, zum Vergrößern auf das Bild klicken.


Wir parken in Macra und die erste Zwischenstation ist Langra (unten mittig auf der Karte). Falls wir nochmal dort unterwegs sind, gar die komplette Runde angehen, dann sollten wir bis Langra fahren, was möglich ist und etwas kraft spart. Wobei der Weg von Macra nach Langra recht einfach ist, gar touristisch ausgebaut.

Von Langra aus bin ich allein und geradeaus mal aufgestiegen, musste jedoch bereits vor dem Gr. Cugnet aufgeben, da der Weg nicht mehr zu erkennen war.

Heute halten wir uns bei Langra links  und sind vorerst, bis zum Abzweig für den Punto Gardiola noch auf vertrautem Weg.

Das vorherige Bild mal etwas vergrößert  und da Centenero und Caudano angegeben, von wo es dann weiter geht in Richtung Stroppo / St. Peyre. Die Tour sind wir in beide Richtungen schon oft gegangen, das letzte Mal erst im Herbst 2020.

Heute nun halten wir uns am nächsten Abzweig rechts, wird der Punto Gardiola mit einer benötigten Zeit von 1.45 angegeben. Wir brauchen dann eher zwei Stunden.



Die nächsten zwei Bilder und hier in aller Größe dargeboten, sie illustrieren ein Stück weit das Vorgenannte. Nicht wie heute rechts hoch zum Punto Gardiola, stattessen an dem genannten Abzweig dann links gehalten, so bewegt man sich auf dem aus zwei verschiedenen Höhellagen  aufgenommenen gut erkennbaren Pfad in Richtung Centenero/Caudano und später Stroppo. Als relative Aufwärmtour und dennoch nicht ohne eine gewisse Herausforderung immer wieder gerne.


Dann sind wir endlich oben. Das obere der zwei Hinweisschilder  verweist auf den weiteren Verlauf, soweit man die komplette Runde machen wollte; es praktisch auch möglich ist. Ein Blick auf die Karte ergibt den Hinweis, dass es sich später im oberen Bogen um eine gestrichelte Linie, sprich: Wegführung handelt. Da ist Vorsicht geboten. Ansonsten mal die Szenerie und eben auch die gedachte Weiterführung gegen Ende dieses Videos  festgehalten.

Abwärts also ebenfalls mit Vorsicht an den steilen, steinigen Stellen; und immer mal Pause im Schatten. Da wir das Auto in Macra stehen haben, so bietet es sich an (Mittwoch war ich ja allein auf einen Drink eben dort), nun zusammen in der Bar vom Weissen Pferd einzukehren; diesmal allerdings mit vollem Programm, mit Antipasti plus Hauptspeise und einem Mezzo Litro Vino Bianco, dann gar noch Kaffee!


Sonntag, der 18.07.2021:

Nach der Tour gestern wäre heute eigentlich Ruhetag. Aber wir fahren zuerst nach Cuneo und gehen etwas shoppen. Der verdiente (Nach)Mittagsschlaf muß warten, geht später und beinahe nahtlos in die Nachtruhe über.


Montag, der 19.07.2021:

Der Himmel ist bedeckt, aber für einen Besuch von Dronero am heutigen, belebten Markttag und später dann in der Altstadt etwas schlendern, dafür reicht es. Abends beim Freund, auf meinen Wunsch hin und gestern in Cuneo gekauft als Vorspeise nochmals Mozarella an Tomate  auf Weissbrotscheiben, danach Pasta mit Zuchini aus der Pfanne; und eine Flasche Cadis (für uns beide)!

Während der Cadis den Gaumen streichelt sprechen wir über die für morgen geplante Tour ans Meer, prüft der Freund via dem Internet nochmal die Bahnverbindung von Mondovi (dort parken wir) nach Savona. Soweit alles klar, bis morgen.


Dienstag, der 20.07.2021:

Kurz nach 9:30 fährt unser Zug und bis Mondovi werden wir rund eine Stunde mit dem Auto brauchen. Zur Sicherheit geht es dann gegen 8 Uhr los, können wir am Bahnhof gar noch einen Kaffee trinken. Hin und zurück kostet die Fahrt rund 13 Euro, die wohl allein für den notwendigen Parkplatz in Savona anzulegen wären. Und die Stunde Fahrtzeit mit dem Zug ist stressfrei, wenngleich es auf der Hintour schon recht voll war.

Vom Bahnhof in Savona ist man nach gut zehn Minuten Fußweg in der Innenstadt, die sich bis zum Hafen zieht; dann westlich nach dem Castell hin zu einem öffentlichen Strand. Aber wir wollen es heute ganz ruhig angehen lassen, primär durch die Innenstadt schlendern und erst am Nachmittag für einen Sprung in die Fluten zum Strand gehen.


Der Tag fängt "gut" an, sind zwei Bankräuber auf dem Weg zur Arbeit. Vorher aber noch etwas stärken, kennt der Freund dort in Savona eine Bäckerei, welche hervorragende Focaccia  anbietet; für mich dann natürlich mit Zwiebeln. Klar, anschließend ablöschen, das muss schon sein.

Unser Stadtbummel führt uns an diesem unten, fundamental begrünten Haus  vorbei; und Kultur findet hier natürlich auch, im ligurischen Schloß  statt. Faszinierend immer wieder für mich, das sind die prunkvoll ausgestatteten Kirchen. Zwei haben wir uns angeschaut; diese hier  und jene da.

Ehe es zum Strand geht, zur Vorbereitung noch etwas Antipasti mit Wein  in einem schönen Innenhof.

Dann also der Strand, mir bereits vom letzten Herbst bekannt, als wir sogar zu dritt, mit einer italienischen Freundin hier waren. Dieser Strand, auch in der Tiefe ist öffentlich; nicht unbedingt selbstverständlich in Italien. Da muß man sich Liege und Sonnenschirm schon selbst mitbringen. Gleich rechts davon und im Bild nicht zu sehen sind nur noch die ersten Meter an der Wasserlinie frei begehbar. Danach und hoch bis zum jeweiligen Restaurant ist es ein Privatstrand, ausgerüstet mit mietbaren Liegen und Sonnenschirmen. Aber auch mit Rescue-Teams und kleinen Rettungsbooten, wie wir bei unserer Wanderung an der Wasserlinie erkennen konnten. Am öffentlichen Strand war davon nix zu sehen.

Na dann mal rein, und die Badeschuhe  braucht man schon, ist der Untergrund eher steinig.

Ehe wir uns auf den Rückweg machen, prüft der Freund mit dem Smartphone die möglichen Zugverbindungen, werden wir hier vom Strand, mit Sicherheit und ohne Eile, eher einem nochmaligem Barbesuch, wohl rund eineinhalb Stunden bis zum Bahnhof brauchen. Das passt: und die Rückfahrkarten hatten wir ja bereits in Mondovi gekauft. Von eben diesem Mondovi dann wieder eine Stunde mit dem Auto nach San Damiano.

Ein schöner, dennoch auch anstrengender Tag. Es geht früh zu Bett und morgen wieder in den Berg ...


Mittwoch, der 21.07.2021:

Ohne Auto, ohne Anfahrt wollen wir heute und einmal mehr über den Berg südlich von San Damiano; dann im Bogen über das kleine Nachbartal nach Cartignano - einmal mehr in der Bar von Viviana einkehren. Dieser Kartenausschnitt  mag das verdeutlichen und die folgenden drei Bilder sind von links oben an der Spitzkehre über dem Stausee aufgenommen. Der Blick nach Osten  auf Cartignano, wobei rechts schon ein Stück vom bewaldeten Grat zu sehen ist, den wir heute erwandern wollen. Dann der Blick nach Westen  über die Maira und mit dem am ersten Tag besuchten Mt. Rubbio im Hintergrund. Steil abwärts geht's; ohne Absicherung hier.

Zurück zur Karte. Über Messore (mittig links), danach steil und gewunden aufwärts kommen wir an den mit 1167 (m) bezeichneten Höhenpunkt, von dem es runter nach Saretto geht. Wir halten wir uns links (auf der Karte nach rechts) am Mt. Costa del Vallone vorbei und gehen den gleichnamigen Grat auf einem unmarkierten Trampelpfad durch hohes Gras  bis es nicht mehr weiter geht; schlimmstenfalls felsig und schroff abwärts. Nein, da hilft auch kein intensives Studium der Karte, wir müssen zurück.

Also zum Abzweig auf den Grat und dann abwärts. Erst in Richtung Saretto und nach einer kurzen Pause weiter runter bis Rua del Prato (mittig am unteren Kartenrand. Dort wartet eine vom Symbolgehalt durchaus etwas ungewöhnliche Pilone; könne bei Facebook Probleme geben, das Bild dort einzustellen. Ein Blick auf die Uhr signalisiert uns, dass es knapp werden könnte, die Bar vor der dortigen Mittagspause noch zu erreichen. Der Freund hat mehr kraft als meine Wenigkeit und so einigen wir uns, dass er zügig voran geht, ggf. schon mal bestellt.

So langsam war ich dann doch nicht, aber Wein und Weissbrot  (letzteres unter einer Serviette wegen der Fliegen) stehen bereits auf dem Tisch. Der magere Büffelschinken nebst Creme (eine Spezialität heute) kommt dann auch sehr zügig, lassen wir es uns gut gehen. Später noch gut eine Stunde zurück auf dem bekannten Weg an der Maira.


Donnerstag, der 22.07.2021:

Heute ist langes Ausschlafen angesagt, denn die Tour gestern und insbesondere der harte Anstieg jenseits von Messore, auch der steinige, felsige Abstieg über Saretto nach Rua del Prato, das steckt doch merkbar in den Knochen. Außerdem planen wir für morgen Großes, ist jede Erholung heute sehr willkommen.


Freitag, der 23.07.2021:

Der krönende Abschluß dieser Tage soll es nun werden; und wurde es auch. Wenngleich etwas anders als geplant, erwies sich unsere ansonsten gute Karte entweder als etwas fehlerhaft; oder lag der Fehler vielleicht bei uns ...?
 

Wie gehabt, zum Vergrößern auf das Bild klicken; und im Bild, soweit gewünscht, nochmals zur weiteren Vergrößerung klicken!

 

Wir fahren bis zum (westlichen) Ende des Tals, über Chiappera hinaus und auf unbefestigter Straße bis es nicht mehr weiter geht; parken und wie bereits mehrfach in den vergangenen Jahren am Ponte delle Combe (links unten im Bild), einem Wasserfall auf 1884 Meter Höhe. Wir haben uns einen anspruchsvollen Kurs, einen Rundkurs vorgenommen. Zuerst hoch zum Mt. Bellino (2937m) und dann auf der rückwärtigen Seite des Berghanges zum Cole Rui (2709m).

 

Letzteren haben wir bereits zweimal erwandert und dort auch den Weg gesehen, der wohl zum Mt. Bellino führt. Weiter abwärts vom Colle Rui, entweder zu unserem Wasserfall oder zum Campo Base (einem Campingplatz wo wir ebenfalls schon mal geparkt haben), das ist uns gut bekannt.

Aber es kam anders, wenngleich der erste Teil hoch zum Mt. Bellino trotz der Differenz von mehr als 1.000 Höhenmetern ein absolutes Vergnügen war. Bereits gegen sieben Uhr losgegangen, das auch gleich mal im Video  festgehalten, so hatten wir rund zwei Stunden Schatten, bis zum Colle mindestens 2.20 Stunden  vor uns, ehe dann langsam die Sonne  über die Berge kam. Aber da waren wir ja bereits recht weit oben.

Der Freund hängt noch etwas zurück, während ich mich heute gut fühle, den Colle erreicht habe. Wir sind nicht allein hier oben; und garadezu geht der Weg hoch zum Gipfel. Nun noch etwas beissen auf den letzten, knapp 150 Höhenmetern - und wir sind oben, von einem anderen Wanderer dort gern dokumentiert.

Etwas Nahrung zu uns nehmen, dafür wäre jetzt schon Zeit, ist es aber zu windig hier oben. Wir gehen -gemäß der Karte- also erst mal auf der anderen Seite des Gipfel nach unten; und dann weiter (mittig auf der Karte abwärts) in Richtung Col di Rui. Das sieht gut aus, und oben im Bild erhebt sich die Spitze des Mt. Cervet (2981m), den wir im letzten Jahr erwandert haben. Also müssen wir uns gemäß der Karte nur halbwegs rechts halten am Hang; und durch die vorgelagerten Felsen bzw. Einschnitte steigen. Der Weg eher links kann nicht unserer sein, ist ebenfalls auf der Karte eingezeichnet, führt aber nur indirekt, im weiten Bogen hinter dem Cervet zum Colle Rui.

Tja ... leider verläuft sich unser Weg, ist irgendwann an einem relativ steilen, steinigen Hang nicht mehr zu erkennen. Vielleicht haben wir etwas zu früh aufgegeben, aber die Gefahr, am Hang abzurutschen, die schien uns dann doch zu groß. Also umkehren und nochmals hoch zum Mt. Bellino, wieder abwärts zum Colle. Die auf der Karte angegebene Möglichkeit, den Mt. Bellino weiträumig zu umwandern haben wir ebenfalls geprüft; und verworfen bzw. mussten umkehren. Es war auch dort kein Weg zu erkennen.

Also vom Colle Bellino dann wieder runter, wie wir auch aufgestiegen sind, die Beiden hier im Bild  es uns vormachen


Samstag, der 24.07.2021:

Letzter Tag in der Valle und Zeit noch etwas einzukaufen. Nach Cuneo brauchen wir nicht, denn es gibt mittlerweile auch in Dronero über den kleinen Maxisconto hinaus einen größeren Supermarkt; welcher gut sortiert ist und außerdem recht preiswert. Vorher noch schnell zur Bank, denn meine Wirtin möchte natürlich ebenfalls bezahlt werden für diese 14 Tage. Dann lassen wir den Tag via langem Mittagsschlaf und gutem Abendessen ausklingen; in der Bar von Andrea und gemeinsam mit einer italienischen Freundin aus Cuneo, welche erst mittags vom Urlaub am Meer zurückgekommen ist, uns zu meinem Abschied dennoch gern die Ehre erweist.


Sonntag, der 25.07.2021:

Heute das Frühstück bereits um sieben Uhr, denn ich habe für die Rückfahrt noch einen Termin. Eine Freundin, mit der wir auch schon mehrfach gewandert sind, sie wohnt zwischen Turin und dem Aostapass; und hat mich zum Brunch eingeladen. Dann also mal los  und in gut drei Stunden sollte ich brunchen  können. Vorher noch bei Saluzzo  getankt (ist hier mittlerweile kaum teurer als in Deutschland) und mit Freude registriert, dass mit diesem vollen Tank nun mehr als 1.000 Kilometer  möglich wären.

Das Mittagsmahl bei der Wanderfreundin war toll; und der Rotwein (bevorzuge sonst ja eher Weissen) hat ebenfalls genau gepasst. Es wird also etwas später, ehe ich wieder loskomme; und da das Wetter sich nicht so toll entwickelt, nehme ich diesmal den Aosta-Tunnel anstelle des Colle über den Gran San Bernardo.

Der Verkehr in der Schweiz und in Deutschland hält sich am heutigen Sonntag in Grenzen, Kontrollen finden -wie auf der Hintour- keine statt und kurz nach 19:30  bin ich daheim. Knapp 2.000 Kilometer war ich unterwegs und ein Verbrauch von 6,9 Liter Diesel auf 100 Kilometer  mag in Ordnung gehen.

Man wird sehen, was "Corona" noch bringt, ob es vielleicht wirklich eine Abschiedstour war ...

Kommentare

lieber Bernd, auch sehr amüsant die Bilder mit Maaßi und Dir!
Wie wärs mal zur Abwechslung mit ein bißchen Poesie vom jungen Goethe, der von der
Naturerfahrung überwältigt war:
"Und frische Nahrung, neues Blut
Saug` ich aus freier Welt;
Wie ist Natur so hold und gut,
Die mich am Busen hält!"
...
(Goethe: "Auf dem See")

"Freie Welt" meint hier vor allem frei von gesellschaftlichen Zwängen; ja ja die Gesellschaft
mit ihren erbärmlichen Begleiterscheinungen ist schon manchmal zum Vergessen, sei froh,
dass Du mal wieder richtig "aufgetankt" hast.

Viele Grüße aus Berlin
Martin

Bild des Benutzers Bernd

Zumal Du ja meinen Wanderpartner aus alten Zeiten ebenfalls gut kennst.

Die "erbärmlichen Begleiterscheinungen" wie Du es nennst richten sich in Italien, so mein Eindruck, primär an die Einheimischen dort. Die Ausländer und insbesondere die Touristen werden da eher in Ruhe gelassen, ist Italien ganz generell doch wesentlich stärker von den Tourismuseinnahmen abhängig als Deutschland.

In unserem Bergdorf, erkennbar touristisch noch weniger frequentiert als in den Vorjahren, da ist die Welt noch weitgehend im Lot.